Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 5 (4.2.1937)
- Date
- 1937-02-04
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 5*1. Beiblatt OHtihmg 4. Februar 1V7 / Sonderbericht für die C.-V.-Zeitung von Dr. Bruno Weil Land und Leute Santiago de Chile, 17. Januar. Unser nächstes Ziel ist Chile. Im Inneren Südamerikas, ohne Zugang zur Küste, liegen Paraguay, das sein Gesicht mehr nach dem Osten gewandt hat, und Bolivien, das früher bis zum pazifischen Ozean reichte. Seine Verbindung mit dem Meer hat es durch den Krieg mit Chile während der Jahre 1879 bis 1883 verloren. Das Flugzeug setzt uns in Santiago de Chile ab. Wie fast alle Flugplätze liegt er weit von der eigentlichen Stadt entfernt. Wir fahren durch Strassen, in denen verfallene Lehmhäuser eine vage Erinnerung an die Hütten der Fellachen in Aegypten wachrufen; dann wird es besser, und bald sind wir in einer grossen, quadratisch aufgebauten, modernen Stadt. Die Hauptstadt Chiles ist wie die meisten Hauptstädte Südamerikas eine rein spanische Gründung. Sie zeigt auch die Merkmale dieser Städte, aber sie hat eins vor nahezu allen Städten der Welt voraus. In einer Höhe von etwa 600 Metern aufgebaut, liegt sie am Fusse der Hochcordiliieren. Die Stadt zählt ungefähr 750 000 Einwohner, und sie ist damit die viertgrösste Südamerikas. Chile selbst zählte bei der Volkszählung des Jahres 1930 etwa 3 Millionen Einwohner; es hat auch heute sicher 434 Millionen nicht überschritten. Chiles Bevölkerungszahl ist überhaupt in den letzten 50 Jahren kaum mehr gewachsen. Dieses ungestüme Grösserwerden, das die Länder an der Ostküste, Brasilien, Uruguay, Argentinien und ebenso die Vereinigten Staaten im Norden, auszeichnet, findet an der pazifischen Küste Südamerikas kein Gegenstück. Zwar sind seit 1840 zahlreiche deutsche Kolonisten in das Land gekommen, die insbesondere im Süden des Landes ihren Sitz genommen haben — unter den ersten deutschen Kolonisten ist eine Anzahl jüdischer Familien gewesen, deren Nachkommen heute noch, wenn auch längst zum Katholizismus übergetreten, hier leben. Eine englische Kolonie befindet sich besonders in der Hafenstadt Valparaiso und im umliegenden Gebiet. Es hat auch eine jugoslawische, ungarische und eine ostjüdische Einwanderung gegeben. Aber der Riesenzustrom der Einwanderung, der die Länder an der Ostküste zu dem gemacht hat, was sie heute sind, ist nicht bis zum pazifischen Ozean gelangt. Chile ist zum überwiegenden Teil das Produkt seiner geographischen Lage. Bevor im Jahre 1914 der Panamakanal eröffnet wurde, war die einzige Verbindung zur See der Weg durch die Magellanes- Strasse. Ein ungeheuer langer Weg. Es sind fast 18 000 Kilometer von Berlin nach Santiago, wenn man diesen Weg zu nehmen gezwungen ist. Aber immerhin, die Notwendigkeit, diese Route zu befahren, machte aus Valparaiso den grössten Hafen der Westküste. Der Panamakanal kürzte den Weg nach Europa um mehr als 30CO Kilometer, aber er versetzte gleichzeitig dem W'elthafen Valparaiso einen schweren Schlag, von dem dieser sich bis heute noch nicht wieder erholen konnte. Eine Landverbindimg von der Ostzur Westküste Südamerikas gibt es für Chile überhaupt nicht, mit Ausnahme der Bahn über die Anden, die von Buenos Aires über Mendoza nach Santiago und Valparaiso führt. Diese Bahn ist im Jahre 1934 durch höhere Gewalt unterbrochen worden. Sie ist die einzige Verbindung ausserhalb des Seeweges, mit der irgendwie erhebliche Frachten in beiden Richtungen versandt werden können. Trotz ihrer Lebenswichtigkeit ist sie in den drei Jahren, die seitdem verflossen sind, nicht wiederhergestellt worden, und mühsam spielt sich der Verkehr durch: Umsteigen, Autobus, wieder Einsteigen ab. Es war ein wichtiges Ergebnis der panamerikanischen Konferenz, dass die Verhandlungen zur Wiederherstellung der Strecke zwischen den beiden Ländern wenigstens in Fluss kam. Die geographische Gestaltung des Landes ist auf der Weltkarte kein zweites Mal zu finden. Ein schmaler langgestreckter Strich, eine Küste, die 4000" "Kilometer lang ist, und ein Land, das nicht einmal 1200 Kilometer breit ist. Dabei sind die Grenzen im Osten und Westen nicht durch einen willkürlichen Akt oder durch irgendwie zufällige Gesichtspunkte gezogen. Im WTesten dehnt sich der Pazifische Ozean. Im Osten erheben sich fast in der ganzen Länge Chiles die unübersteigbaren Anden, die eine natürlich unabänderliche Grenze zwischen den Ost- und Weststaaten darstellen. Dazu kommt noch, dass sich unmittelbar am Meer die niedrige Kette der Ludwig Holländers erster Todestag am 9. Februar wTird die immer wache Erinnerung an diesen Menschen und Juden hier und überall, wo man seinen Namen und seinen Nachklang kennt, zu starker Bewusstheit steigern. Von seinem Arbeitsplatze, seinem Hause, von vielen anderen Stätten werden die Gedanken zu dem Grabe in Weissensee ziehen, in dem er von einem Leben ausruht, das köstlich war durch die Mühe und die Arbeit, die es erfüllt hatten. Küstenkordillieren erhebt, und alles, was Chile an fruchtbarem Lande besitzt, ist in das chilenische Hoch, zwischen der Küste und den Hochkordillieren eingeklemmt. Die Natur selbst hat Chile in drei Regionen geteilt. Im Norden ein unfruchtbares Gebiet, wasserarm, aber von unschätzbarem Wert, weil dort die grössten exportfähigen Mineralien gefunden werden. In der Mitte ein prachtvolles Stück mit Santiago und Valparaiso, den beiden Städten, die allein bald ein Viertel der gesamten chilenischen Bevölkerung in sich bergen; mit einem zwar heissen, aber sehr gesunden Klima. Die Hitze des Tages, selbst in diesem heissen Monat Januar, wird von einer kühlen Bergluft abgelöst. Es herrscht eine trockene würzige Luft. Während in Buenos Aires die feuchte Wärme und der Umstand, dass es nachts kaum abkühlt und auf den Gesundheitszustand und die seelische Verfassung besonderen Einfluss hat, liegt in Santiago zwischen der höchsten und geringsten Temperatur, selbst in diesen Sommertagen, ein Unterschied von nahezu 20 Grad. Weiter unten dehnt sich der Süden aus, der zum Teil ein völlig europäisches Klima hat, der aber in seinen äussersten südlichen Enden schon in weniger freundliches Klima hineinreicht. Die Zusammensetzung der Bevölkerung nach ihrer Abstammung weicht hier durchaus von der der Ostküste ab. Während in Brasilien der Einfluss des dunkleren Elements überall bemerkbar ist, während Uruguay und Argentinien Länder sind, die fast völlig von weissen Menschen bewohnt werden, und während in allen dreien, wenigstens in den Gegenden, die wir gesehen haben, der indianische Blutstrom fast völlig zum Versiegen gekommen ist, liegen die Dinge hier anders. Es gibt hier eine wirtschaftliche, politische, geistige, das Land völlig beherrschende Oberschicht. Sie ist zahlenmässig nur sehr klein, aber es gehört ihr das Land und die Industrien, soweit sie in chilenischem Besitz sind, die politische Macht und der gesamte gesellschaftliche Einfluss. Diese Schicht ist spanischer, portugiesischer, sehr häufig jüdischer Abstammung, und sie hat sich, wie sie versichert, immer nur mit der europäischen Einwanderung, mit Spaniern, Deutschen, Franzosen, Engländern und etwas auch mit Italienern gemischt. Sie besteht mit äusserster Energie darauf, dass in ihren Adern kein Tropfen indianischen Blutes rollt. Auf der anderen Seite gibt es die Riesenmasse der Bevölkerung, die unverkennbar Mischlinge aus spanischem und indianischem Blut darstellen. Der Ab- (Kectmann <JLa$m<mn Herren' und Damen- Ausxtattungen Berlin SW, Friedrichstr. 50-51 grund dieser beiden Schichten ist schrecklich. Schwindsucht, Alkohol, Geschlechtskrankheiten suchen in fast unvorstellbarer Weise die grosse Masse der Bevölkerung heim. Die allgemeine Sterblichkeitsziffer, vor allem aber die Kindersterblichkeit, sind erschreckend hoch. Das Glück der meisten europäischen Länder, mit Ausnahme Russlands, ist gewesen, dass es immer eine Schicht gegeben hat, die zwischen den Reichen und den Armen gelebt hat. Diese Schicht hat den sozialen Ausgleich geschaffen, ohne den es fortgesetzt Spannungen und Entladungen geben muss. Diese Schicht fehlt hier fast vollkommen, und sie bildet sich nur ausserordentlich langsam heran. Hier spielen deshalb auch alle kommerziellen und vermittelnden Berufe zunächst noch eine verhältnismässig geringe Rolle. (Fortsetzung folgt.) Wir werden gebeten, darauf hinzuweisen, dass bei Anträgen, die die Einwanderung nach Uruguay betreffen, zuerst alle in Frage kommenden Unterlagen an das für den Interessenten lokal zuständige Konsulat von Uruguay gesandt werden müssen. Bei diesem erfolgt die Prüfung der Papiere, um diese an das Generalkonsulat nach Hamburg weiterzusenden, das daraufhin die Unbedenklichkeitserklärung ausstellt. Moutet warnt vor Illusionen S)er französische Kolonialminister Marius Moutet, dessen Erklärungen über die Oeffnung des französischen Kolonialreichs für die jüdische Einwanderung zuerst grosse Hoffnungen und dann eine starke Enttäuschung in jüdischen Kreisen hervorgerufen hatten, gab vor dem Verband der ausländischen Presse in Paris erneut dem guten Willen Frankreichs gegenüber den jüdischen Siedlungsbestrebungen Ausdruck, warnte jedoch gleichzeitig vor Illusionen und übertriebenen Hoffnungen. C.-V.-Kulturarbeit in Oberschlesien Am Dienstag, den 9. Februar, abends 8V2 Uhr, pünktlich, spricht im Gemeindesitzungssaal in Gleiwitz, Niederwallstraese 9, Baurat i. R. Kurt Wolff, Beuthen O/S., über „König Saul-, eine grosse tragische Gestalt in der Geschichte Israels". Die Mitglieder werden hiermit eingeladen. Pessach in Palästina! GESELLSCHAFTSREISE mit Luxusdampfer Haifa — Tiberias — Kolonien — Jerusalem — Tel-Afriw Fahrpreis einschliesslich Landaufenthalt «h Uli CQ4 ab Marseille lQ.März-an Marseille ll.April UU uftl. Palestine & Orient Lloyd Vertretung Frankfurt a. M. Alfred Adler nur Stein weg 9 / Telefon 24961. Brief aus Holland Von unserem H.-Beriehterstatter Amsterdam, 24. Januar 1937. Die Annäherung zwischen den eingewanderten deutschen und den ansässigen holländischen Juden hat gerade in der letzten Zeit einen gewissen Fortschritt gemacht. Trotz eines ausserordentlichen Entgegenkommens hatten sich die rein gesellschaftlichen Beziehungen nur in einem geringen Umfange entwickeln können. Zwar spielen Sprachschwierigkeiten keine Rolle (fast jeder Holländer spricht deutsch), es ist auch auf beiden Seiten der gute Wille vorhanden, aber in praxi haben die eingewanderten Juden fast nur unter sich Umgang. Eine Reihe Ausnahmen bestätigen eigentlich nur die Regel. Ausserhalb des häuslichen Umgangs, der hier die Hauptbasis allen gesellschaftlichen Verkehrs bildet, gibt es auch kaum gesellige Vereinigungen, in denen sich ein näherer Kontakt angebahnt hätte. Der einzige grössere Verein: „De Amsterdamsche Vriendenclub", der es sich zur Aufgabe macht, die Beziehungen zwischen holländischen und deutschen Juden zu pflegen, ist trotz einer sehr regen Tätigkeit, vor allem auch durch Darbietungen auf künstlerischem Gebiete, den hier erörterten Aufgaben nur in begrenztem Masse nachgekommen. Kürzlich ist nun eine Vereinigung deutscher und holländischer Juden "gegründet worden, die auf der Basis gemeinsamer Arbeit den erwünschten Kontakt erstrebt. Der Zeit entsprechend wird die Erfüllung sozialer' Aufgaben im Vordergrund stehen, um so mehr, als ein primäres Ziel — Errichtung eines Heimes — auf allerschnellste Art verwirklicht werden soll. Dieses Heim ist auch bereits eröffnet, und es soll ein richtiges „Zuhause" für all diejenigen sein, .die als Untermieter oder in sonstiger beschränkter Form wohnen. Das dreistöckige Haus enthält einige Vortrags"- räume, eine Bibliothek, ein Schreibzimmer, ein Nähzimmer und einen Erfrischungsraum und ist tagsüber und abends geöffnet. Es werden dort Sprach- und andere Lehrkurse abgehalten, auch gesellige Veranstaltungen mit Vorträgen sollen stattfinden, kurz: eine Einrichtung, deren Schaffung einer wirklichen Notwendigkeit nachkommt und die sich hoffentlich auch so entwickelt, wie es den Initiatoren vorschwebt. Neben diesem unmittelbaren Zweck — Unterkunft — soll natürlich gerade dieses Heim der Grundidee des Vereins dienen. So wird es aus der gemeinsamen Arbeit, den gemeinsamen Sorgen zu einem fundierten, inneren Konnex kommen. Viel schwieriger liegt das Problem der Einstellung des Einwanderers zu den religiösen Gottesdienstformen Hollands, die den meisten Einwanderern unbekannt oder mindestens fernliegend sind. Die Hauptzahl der aus Deutschland kommenden Juden entstammt einem völlig religiösliberalen Milieu. Für sie ist die liberale Gottesdienstform bereits seit Generationen selbstverständlich, und sie sehen, ohne Orthodoxie oder Liberalismus überhaupt als geistige oder religiöse Wertung zu betrachten, den religiösen Liberalismus als die religiöse Form des Judentums an. Im einzelnen mögen da eine Reihe Unterschiede sein, es sind selbstverständlich auch sehr viele Orthodoxe nach Holland gekommen, aber für eine relativ grosse Anzahl trifft diese Feststellung — die absolut kein Werturteil enthält — zu. In Holland liegt die Situation nun völlig anders. Es gibt zwar eine Unzahl indifferenter Juden, die nur noch eine sehr lose Bindung zum Judentum und zur jüdischen Gemeinde haben, aber der Gottesdienst der offiziellen Sjmagogen folgt dem orthodoxen aschkenasischen Ritus, eine Annäherung an liberale Gottesdienstformen, in welcher Art auch immer, hat nicht stattgefunden, und es gibt dort noch nicht eine einzige Orgelsynagoge. Der Liberalismus hat erst seit etwa zehn Jahren eine organisatorische Form. In Amsterdam werden am Freitagabend und an den Feiertagen Gottesdienste abgehalten (mit instrumentaler Begleitung), es wird auch Religionsunterricht erteilt. Aber weder der in Amsterdam ansässige liberale Rabbiner noch seine Gemeinde als solche stehen in einem offiziellen Konnex zur Hauptgemeinde, noch werden sie von dieser auch nur stillschweigend anerkannt. Für den orthodoxen Einwanderer entsteht daraus kein Problem, wohl aber für jene Schicht, die, auch wenn sie liberal nicht aus einer fundierten, überzeugten Weltanschauung heraus ist, vor allem aus einem gewissen Heimatgefühl den Gottesdienst aufsucht und d i e religiösen Formen für sich und ihre Kinder wünscht, die sie von jeher gewohnt war. So besuchen viele von den Einwanderern den erwähnten liberalen Gottesdienst, sind in grossem Ausmasse Mitglieder der liberalen Gemeinde geworden, die so einen Aufschwung genommen hat, der ohne die Einwanderung nicht möglich gewesen wäre. Daraus erwächst für den einzelnen Einwanderer kein besonderes Problem, wenn er dadurch nicht in ein schiefes Verhältnis zur Hauptgemeinde käme, die diesen durch die Einwanderung hervorgerufenen Aufschwung der liberalen Gemeinde als eine Störung der bisherigen Einheit betrachten könnte, so dass der einzelne Einwanderer — vielfach unbewusst und unabsichtlich — zum Träger einer Gegenströmung wird, die er letzten Endes nicht bejaht oder bejahen kann. Abgesehen von allen religiösen Momenten ist die Hauptgemeinde den Einwanderern gegenüber von einem ausserordentlichen Entgegenkommen gewesen, die Gründung der Hilfskomitees erfolgte seinerzeit durch die Gemeinde, steuerlich werden die Einwanderer auch durchaus entsprechend ihrer wirtschaftlichen Lage behandelt, und bei privaten religiösen Feiern (Trauungen usw.) halten die Rabbiner auf Wunsch Ansprachen in deutscher Sprache, um auch für die anwesenden Angehörigen verständlich zu sein. In den letzten Monaten entwickelt die Hauptgemeinde eine etwas stärkere Aktivität, um die Eingewanderten in die bestehende Gemeinschaft aufzunehmen und sie als Mitglieder der Gemeinde zu gewinnen. Der offizielle Standpunkt der Gemeinde geht dahin, dass der einzelne in seiner religiösen Anschauung völlig frei ist, und sie ist sogar auf der Basis 4es gesetzestreuen Judentums bereit, einzelnen Wünschen der jüdischen Einwanderer nachzukommen. Alles natürlich im Rahmen der Gemeinde und nicht ausserhalb in Form einer neuen Gruppe. Durch eine Reihe Vorträge, Kurse und persönliche Besuche versucht man, den engeren Kontakt von der Hauptgemeinde zu den' Einwanderern zu finden. Inwieweit diese „Bestrebungen" einen Erfolg haben werden, lässt sich im Augenblick schwer übersehen; es ist jedoch anzunehmen, dass ein Teil der Einwanderer Mitglied der Hauptgemeinde werden und im Laufe der Zeit dort auch bei gegenseitigem Entgegenkommen und Verständnis eine Heimat finden wird. So schwerwiegend und vielleicht auch begreiflich es sein mag, dass gerade der Einwanderer den Gottesdienst aufsucht, den er aus seiner Heimat gewöhnt ist, so lässt sich auf der anderen Seite nicht verkennen, dass die Mitgliedschaft die volle Gleichberechtigung verleiht, die dem Einwanderer nun einmal sonst nicht überall gewährt ist. Der Konflikt für ihn ist aber auch deswegen so ernst, weil eine direkte oder indirekte, beabsichtigte oder unbewusste Unterstützung der liberalen Gemeinde ihn in eine Divergenz zu den holländisch-jüdischen Kreisen "bringt, die inner-