Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 4 (28.1.1937)
- Date
- 1937-01-28
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Eine Streikrechnung wird präsentiert Von unserem Dr.-E.-R—z-Palästina-Berichterstatter seinen Verletzungen erlegen Ist, wurde in der Nacht zum 22. Januar in ganz Palästina, vor allem in den nördlichen Bezirken des Landes, eine neue Terror welle deutlich spürbar. Es wurden zahlreiche Bombenanschläge und Schiessereien verübt. Die Aktion der Terroristen richtete sich charakteristischerweise besonders gegen gemässigte Araber. So wurden in arabische Läden in Haifa und Akko Bomben geworfen oder reiche Araber beschossen, weil sie sich geweigert hatten, die sogenannte „Steuer", in Wirklichkeit Unterstützungen, die den Terrormassnahmen zugute kommen sollten, abzuführen. Auf den arabischen Bürgermeister von Haifa, Hassan Bey Shukri, wurde, als er sich ins Rathaus begeben wollte, von einem Araber ein Revolveranschlag verübt. Der Bürgermeister blieb unverletzt, der Attentäter ist entkommen. Bürgermeister Hassan Bey Shukri ist den arabischen Radikalisten als zu regierungs- und kompromissfreundlich seit langem verhasst. Am 24. Januar, abends, überfiel eine Gruppe Araber Juden im jüdischen Viertel von Safed und bewarf sie mit Steinen. Einige Juden wurden leicht verletzt, ein englischer Polizist, der .den Ueberfallenen zu Hilfe kam, erlitt so schwere Verletzungen, dass er in ernstem Zustand ins Krankenhaus gebracht werden musste. Am 25. Januar wurden wieder aus allen Teilen des Landes Zwischenfälle gemeldet. In Haifa wurde in der Nähe der Eisenbahnstation ein Lastzug beschossen. In einen Privatkraftwagen wurde eine Bombe geworfen, so dass er vollständig ausbrannte. Obgleich noch nicht mit Sicherheit festzustellen ist, ob diese Anzeichen tatsächlich auf eine planmässige Wiederaufnahme des Terrors schliessen lassen, deuten einige Symptome doch darauf hin, dass von arabischer Seite der Kleinkrieg wieder systematisch vorbereitet wird. So sollen tausend arabische Jugendliche aus allen Teilen Palästinas in einer Militärschule im Irak militärisch ausgebildet werden, um nach Vollendung ihrer Ausbildung im Sommer nach Palästina zurückzukehren. Die Palästina- Regierung scheint diesmal von vornherein mit stärkerem Krafteinsatz den terroristischen Bestrebungen begegnen zu wollen. Der Oberkommandierende der englischen Truppen, Generaloberst Dill, hat sich mit seinem Stab und einer Reihe höherer Offiziere in das Gebiet von Nablus begeben, wo ein grosses befestigtes Militärlager errichtet wird. Im Zusammenhang mit dem Bau dieses Lagers ging aus Jerusalem nach Nablus eine technische Mifitärabteilung ab. "Es ist auch die Errichtung eines Aerodroms geplant. Da das Gebiet um Nablus während der jüngsten Unruhen das Zentrum des arabischen 'Aufstandes gebildet hat, ist dieser Befestigung besondere Bedeutung beizumessen. Auch in der Umgebung von Jerusalem sind neuerdings Patrouillen berittener Polizei eingesetzt worden. Ebenso wird die Chaussee Jericho—Jerusalem von berittener Polizei bewacht. * Der ITA-Berichterstatter meldet aus Genf, rdass die ausserordentliche Palästina-Tagung der Mandatskommission beim Völkerbund nicht, wie ursprünglich gemeldet, bereits im April oder Mai 1937 abgehalten werden soll, sondern dass sie sich voraussichtlich bis unmittelbar vor Zusammentritt der ordentlichen Sitzung der Mandatskommission, deren Beginn für den 17. Juni angesetzt ist, verzögern wird. Die Leitung der Mandatskommission nimmt an, dass die britische und nichtamtliche Landregister führte. Derartiges ist auch in Siedlungen des allerältesten Jischuws geschehen. Die Mandatsmacht hat die Aufgabe gehabt, diese nichtamtlichen Aufzeichnungen zu beseitigen und durch offizielle zu ersetzen. Man versteht jetzt, inwiefern Kushans älterer Zeit nicht unbedingt zuverlässig zu sein brauchen und wie notwendig eine Bereinigung des ganzen Registerwesens sein musste, deren Ergebnis dann endgültige Landregister und neue Besitztitel ■'(Kushans) sein mussten. Nicht als ob ein Kushan alter Ordnung nur ein wertloses Stück Papier wäre, ein Grossteil davon ist allemal richtig, aber •insoweit das Berichtigungsverfahren noch nicht durchgeführt ist, gewährt ein solcher Kushan nur den Rechtsschein. Sein Inhaber hat die Vermutung für sich, dass das Recht ihm zusteht, es kann aber dagegen angegangen werden. Das ist durch Gesetz und Rechtsprechung eingehend geregelt. Allzu leicht wird es nicht gemacht, einen Senden Sie mir bis auf Widerruf die C.-¥B-Z€gfu§ig 66 Pfennig für Februar und März zahle ich bei Vorlage der Postquittung zuzüglich einer einmaligen postalischen Verspätungsgebühr von 20 Pfennigen an den Briefträger. Die letzte Januar-Nummer soll mir kostenlos geliefert werden. Name:- Ort:-- Strasse:—■—--- Ausschneiden und mit Pfg trankien (oder auch unfrankiert) senden an: C - V.- Zeltung, Vertrieb Berlin W 15, Emser Strasse 42. J 2 Oliva 8141, Mandatarmacht erst zu diesem Zeitpunkt in der Lage sein wird, der Kommission die notwendigen Materialien, vor allem den Bericht der Königlichen Kommission, zu unterbreiten. * Die Londoner Tageszeitung ,,Star" berichtet, dass Dr. Weizmann 6eine Reise von Palästina nach London in Paris unterbrechen wird, um mit dem französischen Ministerpräsidenten Leon Blum zusammenzutreffen. Das Blatt fügt hinzu, dass dieser Unterredung möglicherweise besondere Bedeutung zukommen wird. * Unter den Zeugen, die von der Königlichen Kommission vernommen wurden, ohne dass im einzelnen über ihre Aussagen berichtet wurde, befanden sich auch mehrere angesehene Mitglieder der britischen Kolonie in Jerusalem. Einer von ihnen ist der Jerusalemer anglikanische Bischof Dr. Brown, der 1929 persönlich an der Verteidigung der jüdischen Stadtviertel teilgenommen hat. Ausser ihm ist von der Kommission auch der bekannte Historiker Neville Barbour vernommen worden, der in der Zeit der Unruhen für die Araber Partei ergriffen, eine Reihe von Zuschriften in diesem Sinn an die „Palestine Post" gerichtet und sie nachher in Broschürenform herausgegeben hat. In diesen Briefen schlägt Barbour vor, das Mandat zugunsten der Araber abzuändern, nach dem Muster der Jewish Agency auch eine Afab Agency zu schaffen und "die Einwanderung so zu regeln, dass die jüdische Bevölkerung niemals mehr als 85 Prozent der arabischen ausmachen kann. Ferner gehörten zu den britischen Zeugen mehrere Missionare, die zwar von vornherein nicht für die Forderungen eines der beiden Bevölkerungsteile eintreten, aber ihre Tätigkeit vorwiegend in den arabischen Kreisen ausüben, so dass angenommen werden muss, dass sie in ihren Aussagen mehr Verständnis für den arabischen als für den jüdischen Standpunkt gezeigt haben. * „Daily Telegraph" will erfahren haben, dass der Bericht der Königlichen Kommission im April vorliegen wird. Gleichzeitig werde die englische Regierung ein Statement of Policy über das Palästinamandat veröffentlichen. Damit würden alle Vorbereitungen für die im Juni stattfindende Tagung der Ständigen Mandatskommission des Völkerbundes getroffen sein, bei der von dem Vertreter der britischen Mandatarmacht die schon bei der vorletzten Tagung der Kommission verlangten Auskünfte über die Ursachen der Palästinaunruhen gegeben werden sollen. Inzwischen werden die vor der Kommission abgelegten Zeugenaussagen sofort nach dem Eintreffen des offiziellen Protokolls in London!ln Druck gegeben. # Ein schon lange geplanter Weg der Verständigung zwischen Juden und Arabern soll demnächst in Palästina gebahnt werden: es soll eine jüdische Zeitung in arabischer Sprache gegründet werden. Die Mittel dazu werden von ägyptischen Juden zur Verfügung gestellt. Als Schriftleiter wurde ein bekannter ägyptischer Journalist gewonnen. Für den Anbau des Hafens Tel-Aviv Der Präsident des Zionistischen Aktions- Comites und des Jüdischen Nationalfonds, M. M. Ussischkin, hat eine Reihe jüdischer Finanzleute und führender Persönlichkeiten zu einer Beratung über den Ausbau des Hafens von Tel- Aviv einberufen. Der Direktor der Anglo-Palestine Bank, H o o f i e n, richtete an die Teilnehmer den eindringlichen Appell, sich an einer Aktion zur Erreichung dieses Zieles zu beteiligen. Für den Ausbau ist ein Betrag von 100 000 Pfund erforderlich. Kushan anzufechten. Jedenfalls ist hier der Punkt wo die berüchtigte Rechtsunsicherheit bei Bodenkäufen zu finden ist. Davon ist selbstverständlich keine Rede, wenn man von den grossen jüdischen Bodengesellschaften erwirbt, die alle Land erst weitergeben, wenn sie etwaige Beanstandungen ihres Rechtes durchgefochten haben. (Schluss folgt.) Die Kolonisationsarbeit der Jewish Agency In einem von dem amerikanischen Büro des Keren Hajessod veröffentlichten Bericht wird mitgeteilt, dass die Jewish Agency in dem letzten am 1. Oktober abgelaufenen Finanzjahr 500 000 Pfund für Kolonisationsarbeit ausgegeben hat. Rund 30 000 Juden sind 1936 nach Palästina eingewandert und haben die Zahl der jüdischen Bevölkerung auf 410 000 erhöht. Ueber die Verwendung der Gelder wird im einzelnen mitgeteilt, dass für die landwirtschaftliche Kolonisation 229 784, für Einwanderung und Ausbildung von Einwanderern 58000, für Wohnbauten und öffentliche Arbeiten 45 000, für die Erhaltung nationaler Institutionen und Sicherheitsvorkehrungen bei den letzten Unruhen 42 200, für die Ansiedlung von Juden aus Deutschland 35 000, für Erziehungs- und Kulturarbeit 28 000 ' und für Handel und Industrie 21000 Pfund ausgegeben worden sind. Das Budget der Jewish Agency wird zum grössten Teil vom Keren Hajessod gedeckt. Die höchsten Einnahmen erzielt der Fonds in den Vereinigten Staaten, dann folgen Südafrika, Grossbritannien, Palästina. Ausser den durch Sammlungen in den verschiedenen Ländern aufgebrachten Mitteln hat der Fonds 85 000 Pfund, die er vom Council for German Jewry erhalten hat, für die Ansiedlung von 990 jüdischen Einwanderern aus Deutschland in 38 zum grössten Teil vom Keren Hajessod schon früher gegründeten Siedlungen verwendet. Für die Palestine Drainage and Amelioration Co., die die Trockenlegung von Sumpfland im Hule-Gebiet vornimmt, hat der Keren Hajessod 21600 Pfund HAIFA, 15. Januar. Die Zahlen für den Hafenumschlagsverkehr gehören mit zu den wichtigsten Erkenntnisquellen für die Entwicklung der palästinensischen Wirtschaft. Diese Zahlen zeigen die ungeschminkte Wirklichkeit, die auch ökonomisch für Palästina aus zwei Gründen im vergangenen Jahre keine erfreuliche war. In den ersten drei bis vier Monaten des Jahres 1936 wirkten die Einflüsse der gespannten politischen Lage im Mittelmeer hemmend, vom April 1936 ab begannen die Auswirkungen des Streiks fühlbar zu werden, der gerade mit Rücksicht auf die strikte Durchführung der arabischen Parolen in Jaffa den wirtschaftlichen Schiffsverkehr aufs stärkste beeinträchtigen mussten. Es liegen jetzt die amtlichen Zahlen für die «ersten neun Monate 1936 vor, also für die Zeit vom 1. Januar bis 30. September 1936, die das scharfe Absinken des Schiffahrtshandels zeigen. Danach hat die Gesamtgütertonnage der Waren, die in den beiden wichtigsten Häfen: Jaffa und Haifa zusammen ausgeladen worden sind, in der oben angegebenen Periode des Jahres 1936 eine Senkungvon 3 7 P r o - zent gegenüber der entsprechenden Zeit des Vorjahres erfahren. In absoluten Zahlen sind vom Januar bis September 1936 rund 640 000 Tonnen gegenüber 880 000 Tonnen Handelsgüter vom Januar bis September 1935 in den beiden palästinensischen Haupthäfen ausgeladen worden. Das ist bei den Ausladungen ein Gesamtverlust von rund 240 000 Tonnen. Nicht ganz so gross ist er bei der Verladung von Gütern. Die Gesamttonnage ist von 232 000 Tonnen in den ersten neun Monaten des Jahres 1935 auf 180 000 Tonnen in der entsprechenden Zeit 1936 zurückgegangen, also um rund$ 52 000 Tonnen oder rund 22 Prozent. Dass dieser Rückgang, der nicht nur den Kapitalsektor des Landes, sondern mindestens in gleichem Umfange auch den Arbeitssektor berührt, in entscheidendem Umfange zu Lasten Jaffas und nicht Haifas geht, ergibt sich schon daraus, dass der Hafen von Haifa von den Unruhen ja im wesentlichen kaum berührt war. Es ist noch allen in frischer Erinnerung, dass die Mandatsregierung in Haifa mit Energie für die ungestörte Fortführung des Hafenbetriebes gesorgt hat. Und das mit Erfolg, denn die ein oder zwei Brandstiftungen und die nur wenige Tage währenden Teilstreikversuche sind glücklicherweise ohne jede praktische Auswirkung für die ungestörte Abwicklung des Ladeverkehrs während der Streikmonate geblieben. Ein paar Zahlen illustrieren die katastrophale wirtschaftliche Wirkung für Jaffa, während sie zeigen, wie weitgehend Haifa verschont geblieben ist. Die Zeit, die den Zahlen unterstellt ist, sind wiederum die ersten neun Monate des Jahres 1936 bzw. die entsprechende Zeit des Vorjahres. Die registrierte Schiffstonnage von Dampfern, die in den Hafen von Haifa einliefen, betrug vom Januar bis September 1936 3,55 Millionen Tonnen gegenüber 3,67 Millionen Tonnen im Jahre 1935. Das ist ein Rückgang von etwa nur 6 Prozent. Stärker ist der Rückgang allerdings, wenn man die Tonnenzahl ausgegeben und damit seine Investitionen bei dieser Gesellschaft auf 33 300 Pfund erhöht. Es werden in dem Bericht noch andere Investitionen durch Beteiligung an Gesellschaften für Häuserbau, Wasserversorgung usw. erwähnt. Im abgelaufenen Jahr wurden die bestehenden Siedlungen konsolidiert und neue geschaffen. Die landwirtschaftliche Entwicklung wurde durch die Tätigkeit von Instruktoren und durch verschiedene Versuche, Brunnenbohrungen, Bodenuntersuchungen usw. gefördert. Ueber 20 000 Pfund wurden für die landwirtschaftliche Versuchsstation in Reehowot ausgegeben. Die Gesamtzahl der Schulen beträgt jetzt 343. 39 701 Schüler werden von 1217 Lehrern unterrichtet. Der jüdische Aerzte-Verband in Palästina Bei der Feier des 25jährigen Bestehens des jüdischen Aerzte Verbandes in Palästina wurde bekanntgegeben, dass der Verband in dem Vierteljahrhundert seines Bestehens von 14 Mitgliedern auf 1500 angewachsen sei. Der Verband verfügt über einen Fonds von 3000 Pfund, der um weitere 3000 Pfund erhöht werden soll. Er soll vorzugsweise dazu verwendet werden, neuen Aerzten die Arbeit im Lande zu ermöglichen. Bei der Feier, die im Ohel Schern in Tel-Aviv stattfand, waren 800 Aerzte zugegen. Adolf Busch bei dem Palästina-Orchester Die jüdischen musikalischen Kreise Palästinas haben den Violinvirtuosen Adolf Busch, der als Primgeiger im Hubermanschen Palästina- Empfanpbereitet. Elektrischer Strom für Safed Nachdem in den letzten Tagen die Verhandlungen zwischen der Stadtverwaltung von Safed und der Palestine Electric Corporation zum Abschluss gekommen sind, soll in wenigen Wochen mit der Verlegung der Kabel von Tiberias nach Safed begonnen werden. der entladenen Waren vergleicht, die 1936 um etwa IVA Prozent kleiner war als in den gleichen Monaten des Jahres 1935. Beim Ladeverkehr sind die prozentualen Verluste etwas geringer. Die Gesamtzahl der im Hafen von Haifa 1936 eingeladenen Waren war ungefähr 7 Prozent niedriger als 1935. Um ein Mehrfaches höher sind die Schwundzahlenfür Jaffa, selbst wenn man diesen Zahlen die nach Schaffung des Hafens von Tel-Aviv dort eingelaufenen Schiffe bzw. ausgeladenen Waren hinzurechnet. So ergibt sich für die ersten neun Monate des Jahres 1936, verglichen mit der entsprechenden Zeit von 1935, für die Gesamttonage der einlaufenden Schiffe ein Verlust von über 60 Prozent Die Tonnage der in Jaffa entladenen Waren betrug in den ersten neun Monaten von 1936 rund 114 000 Tonnen gegenüber 287 000 1935. Der prozentuale Verlust ist also auch bei diesem Massstab etwa 60. Prozent. Es versteht sich von selbst, dass bei dieser Entwicklung das Uebergewicht Haifas, das sich schon in den letzten Jahren allmählich herauszuentwickeln begonnen hatte, nunmehr ein so starkes ist, dass der einmal gewonnene Vorsprung nicht so rasch wieder eingeholt werden kann. Die Stellung Haifas als demgrösstenHafen despalästinensischen Mandatsgebietes wird voraussichtlich auchfürden Wettstreit mit den beiden anderen bedeutenden Häfen des östlichen Mittelmeeres entscheidend sein: mit Beiruth in Syrien und mit Alexandrien in Aegypten. Zur Beurteilung dieser Frage wird man jedoch das statistische Material für die vollen zwölf Monate des Jahres 1936 abwarten müssen. Statistische Notizen Von den rund 30 000 Juden, die im Jahre 1936 nach Palästina eingewandert sind, waren 45 Prozent von ihren im Lande ansässigen Angehörigen wirtschaftlich abhängige Einwanderer. Im Jahre 1935 betrug der Anteil der wirtschaftlich abhängigen Einwanderer nur 34,2 Prozent * Im Januarheft des Monaisbulletins für Statistik wird mitgeteilt, dass die Ausgaben der, Palästina - Regierung vom 1. April bis 30. November 1936 2 777 000 Pfund betrugen. Für Verteidigungszwecke wurden 125 250 Pfund und für ausserordentliche Ausgaben im Zusammenhang mit der Entsendung von Verstärkungen! nach Palästina 50 000 P*aad verwendet. In den; ersten acht Monaten des Finanzjahres, in die die ganze Zeit der Unruhen fällt, waren die Ausgaben um 22 000 Pfund grösser als die Einnahmen. Der Verwaltungsübersehuss der Palästina - Regierung ist infolgedessen von: 6 228 000 Pfund auf 6 246 000 Pfund Ende Nor vember gesunken. * Nach der Statistik der Jewish Agency verteilen sich die im abgelaufenen Jahr nach' Palästina gekommenen, rund 30 000 jüdischen Einwanderer folgendermassen auf die einzelnen Monate: Januar 2094, Februar 2273, März 3646, April 3095, Mai 2160, Juni 1378, Juli 2084, August 2955, September 4559, Oktober 1156, November 880 und Dezember 703. Bei diesen Zahlen handelt es sich nur um die Einwanderer, die in den Häfen Haifa und Tel-Aviv gelandet sind. Dazu kommen noch 877 Personen, die auf dem Landweg die Grenzen Palästinas überschritten haben und 1755 Touristen, die die Erlaubnis zur dauernden Niederlassung erhielten. Es ergibt sich somit eine Gesamtsumme von 29 615 Einwanderern. # Nach einer von der landwirtschaftlichen Abteilung der Jewish Agency veranstalteten Zählung gab es Ende 1936 in Palästina 203 jüdische landwirtschaftliche Kolonien mit einer Bevölkerung von 105 000 Seelen. Somit befasst sich ein Viertel der jüdischen Bevölkerung Palästinas mit Landwirtschaft. Nach der Zählung im Jahre 1927 gab es damals in Palästina 110 jüdische landwirtschaftliche Siedlungen mit insgesamt rund 30 000 Seelen. Die landwirtschaftliche Bevölkerung Palästinas hat sich also seit neun Jahren mehr als verdreifacht. Einführung des neuen Oberrabbiners Der neugewählte aschkenasische Oberrabbiner von Palästina, der frühere Oberrabbiner von Irland, Dr. Isaac Herzog, ist am 14. Januar in Haifa eingetroffen. Er wurde von Abordnungen des palästinensischen Oberrabbinats, des Misrachiverbandes, der Jewish-Agency und des Waad Leumi sowie anderen Körperschaften feierlich empfangen. Weizmann stattete ihm in den ersten Tagen seiner Anwesenheit in Palästina einen Besuch ab und beglückwünschte ihn zum Antritt seines Amtes. 60 Zertifikate für die Ludwig-Tietz- Lehrwerkstätte Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder und Jugend-Alija teilt mit, dass die 60 Zertifikate für die zur Ausbildung an der Ludwig-Tietz-Lehrwerkstätte in Jagur bestimmten Jugendlichen soeben eingetroffen sind. Die Gruppe wird am 3. Februar von Triest aus nach Palästina abfahren. Vorher wird sie noch vier Tage in einer Hachschara-Stelle des Hechaluz in Öberitalien verbringen.