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Central-Verein-Zeitung · 1937-01-28 · 4 (28.1.1937) · page 6

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
4 (28.1.1937)
Date
1937-01-28
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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3er spannende A'ufbau einer etory, sondern gerade diese Gestaltung des Jüdisch-Menschlichen in der untrennbaren Verbindung mit Sitten, Religiosität, mit Stuben, Möbeln, Kleidung, Schmuck, Esserei, mit der strengen Ordnung der Kehilla, mit allen Erscheinungen und Stimmungen der Landschaft Aber all dies ist ganz ohne jene Sentimentalität und Süsslichkeit erzählt, die uns heute oft die älteren Judengeschichten so unerträglich erscheinen lassen. Dr. Kurt Pinthus Iwan Bunin: Das Dorf. Bruno Cassirer [Verlag Berlin. Hier lebt das Russland der Vorkriegszeit: Der Schneesturm braust durch die Ebenen und fegt die Troika durch das menschenarme Land, unzähliger Glocken Klang bricht die Monotonie, Pilger wandern, Bauern erleben den ewigen Rhythmus der Jahreszeiten. Es ist die Welt, in der die Macht der Finsternis herrschte und die doch an eine Auferstehung glaubte. Viel Schnaps gibt es und an Prügeln fehlt es auch nicht. Aber unter all den toten Seelen, unter all den Dumpfen und Triebhörigen gibt es den Sucher, der den alten Glauben verloren hat und zu einem neuen nicht finden kann. Inhaltlich unterscheidet sich der Roman des Nobelpreisträgers Bunin nicht sonderlich von anderen Büchern, die aus dem riesigen Stoffreichtum schöpfen, den das alte Zarenreich bot. Iwan Bunin aber begnügt sich nicht mit der Aufdeckung von Tatbeständen, mit der Aneinanderreihung bunten Geschehens, er ist kein Chronist, sondern ein Dichter, und alte, oft gehörte. Dinge wirken neu, wenn seine Sprache sie beseelt Er schildert „Das Dorf" nicht, er — so will es uns scheinen — erschafft es erst. P.M. Boris Kader: Lachen und Weinen. Berthold Levy Verlag Berlin. Der Verfasser berichtet in einer Sprache voll edler Einfachheit kleine Ereignisse aus seiner Heimat, dem jüdischen Osten. Seine Skizzen bezwingen durch so unaufdringliche Gemütstöne zwischen Alltagsstimmen, dass die Kennzeichnungen: „Lachen und Weinen" fast übertrieben erscheinen. Denn man schmunzelt allenfalls oder man wird von einer leisen Wehmut über die seltsamen Kaftanträger bewegt, die in ihrer Gläubigkeit und Einfalt zuweilen den Sinn für die Wirklichkeit verlieren . . . Man lächelt, wenn Reb Teweie beim Kauf von Esraugim in der fremden Stadt trotz wiederholten Warnungen geprellt wird und dennoch stolz auf seine geschäftlichen Fähigkeiten ist, und man vermag sich einer leichten Rührung kaum zu erwehren, wenn sich der Habenichts Schuster Asriel den Bissen vom Mund abspart, um dank seiner Opferfreude eine Thora schreiben lassen zu können. Ein besonderer Reiz dieses Erzählers ist sein Verzicht auf künstliche Steigerungen oder Pointierungen in der Art westeuropäischer Novellisten. Seine epische Ebene hügelt und gipfelt sich nicht zu Höhenspielen; über dem Flachland des Alltags aber ahnt man stets den Himmel eines gläubigen Gemüts. Freilich verdünnt sich die seelische Atmosphäre in dem Masse, wie sich Boris Kader von seiner Heimat entfernt. Man findet dann nicht mehr Erlebnisse, sondern Fabülierungen und zuweilen, wie in der Skizze vom Neujahrstag der Bäume, Anlehnungen an biblische Motive. Doch mindert weder diese Feststellung noch der offenbare Druckfehler auf S. 29 „währendem" den Gesamteindruck dieses Bändchens, das man in einer traulichen Sabbatstunde lesen sollte. A. S. Hubert Mumelter: Der Skibazillus. Ernst Rowohlt Verlag, Berlin. Hubert Mumelter gebührt das Verdienst, das Skilaufen und alles, was damit zusammenhängt. ruf 'die schöngeistige Literatur fn 'deutscher Sprache entdeckt zu haben, und in einer hübschen Anwandlung von Selbstironie schreibt er in seinem neuesten Buch, dem „Skibazillus": „Auch die Literaturskisucht zeitigt furchtbare Erscheinungen . . . Die Folgen dieser Literatur sind, dass sie den ohnehin schon belasteten Skisüchtigen derart überreizen und verwirren, dass häufig Nervenzusammenbrüche auf Uebungshängen vorkommen." — Nun, das ist bei der Lektüre des „Skibazillus" nicht zu befürchten. Im Gegenteil. Wer diese kräftigen, sauber geschriebenen, gefühlsechten und doch völlig unsentimentalen Erzählungen liest, der wird, ist er selbst nicht Skiläufer, den ganzen wunderbaren Zauber, der von dem Schneeschuh-Sport ausgeht, nachempfinden können, dem Skiläufer aber werden die Stunden, in denen er das Geschichten-Buch von Mumelter liest, jene Ferientage, da er selbst die schlanken Bretter unter den Füssen über die weisse Fläche gleiten Hess, sehnsüchtig nah ins Gedächtnis zurückrufen. Ein Buch, für Menschen geschrieben, die den Winter lieben, den Schnee, die Hütteneinsamkeit und — das Skilaufen. H. B.—n. Josefa Metz: Eva. Berthold Levy Verlag, Berlin. "Wer uns von Kindern erzählt, der hat sofort unsere ganze, liebevolle Aufmerksamkeit. Wir folgen ihm willig, mit all der unmerklich mitschaffenden Zärtlichkeit, die aus frohem Erleben und Erinnern in uns aufgesammelt ist. Darum hat das neue Buch von Josefa Metz alle Anwartschaft auf eine freudige und dankbare Aufnahme. In jeder Familie, vollends in jeder jüdischen Familie, machen die überraschenden Aussprüche der Kinder die Runde, werden bestaunt, aufgezeichnet, und immer wieder bestätigt sich das Goethesche Wort: „Wüchsen die Kinder in der Art auf wie sie sich andeuten, dann hätten wir lauter Genies." Gegen die „Wunderkinder" sind wir ja abgestumpft, aber das Wunder: Kind nimmt uns immer wieder gefangen. Solch ein Kind ist die kleine Eva May, mit der uns Josefa Metz hier bekanntmacht und die wir mit wachsender, heiterer Zuneigung begleiten durch ihre ganze „glückliche Kindheit" bis zur Pforte, die aus der sorglosen Kinderzeit hinausführt in den Ernst des Lebens, bis zur „Einsegnung". Immer wieder erkennen wir das innige Verständnis, das die Verfasserin für ihre kleinen Lieblinge hat, die tief eindringende Beobachtung, die sie ihnen widmet. Im rauhen Ernst unserer Tage ist solch ein Buch doppelt willkommen, das uns in die Gefilde der Jugend zurückführt. Für eine Weile bringt es uns Kindern der Zeit die Zeit der Kinder. I. L. Katja Mungk: Das Mädchen mit den Aussichten. Saturn Verlag, Wien. Ein junges Mädchen schreibt hier das Tagebuch eines jungen Mädchens, und es ist selbstverständlich, dass vieles, was die erdichtete Susanne Wagner dieses Buches aufzeichnet, in Wirklichkeit persönliche, ja private Aufzeichnung der Katja Mungk ist, die in Wirklichkeit auch wieder anders heisst. Manches in diesem Tagebuch ist dünn und leer, vieles aber zeichnet knapp und zart inneres Erleben und äusseres Geschehen aus dem Leben eines solchen Mädels zwischen 16 und 18, das nicht weiss, wohin es mit sich und seinen Begabungen soll. Es malt, dichtet, schauspielert, tanzt, hängt in kindlich - kindischer Verehrung an einer reichen Schauspielerin, mit erster, sich überschätzender und schliesslich verklingender Liebe an einem Schauspieler, sieht und sucht überall nur Zusammenhänge zwischen sich und den Personen seiner nächsten Umgebung, findet diese kleine Welt höchst wichtig und die Geschehnisse in der grossen Welt höchst unwichtig. Weil es immer nur 'das Mädchen mit 'den 'Aussichten bleibt, kommt es zu keinem Erfolg, zu keinem Ziel, „immer wieder von vorne anfangend" —, und beginnt doch am Schluss des Buches zu erstarken und sich zu festigen. Es kommt gar nichts Ungewöhnliches in dem Buch vor, und gerade das ist ungewöhnlich, weil sonst solche Selbstbekenntnisse das Ungewöhnliche, Uebersteigerte, Interessante suchen, während in der Literatur die Schilderung derartiger Durchschnittsschicksale selten ist Deshalb ist es auch richtig, dass die schwachen, die überschwenglichen und kindlichen Stellen in dem Buch stehengeblieben sind. Verliert vielleicht dadurch das Buch an dichterischem Wert, so gewinnt es an menschlichem. Es ist soziologisch aufschlussreicher als künstlerisch. us. Der Roman „Ludwig Kossuth. Die Liebe eines Volkes" von Otto Z a r e k ist soeben in englischer Uebersetzung erschienen. Der Birkendichter Dieser Tage feiert man in Amerika und im Osten den fünfzigsten Geburtstag des jiddischen Dichters David Einhorn. Im Westen ist er so gut wie unbekannt, obwohl er durchaus längst der Literaturgeschichte angehört: als einer der ersten und feinsten Landschaftsdichter, die wir haben, als der poetische Entdecker der scheinbar so armen und kargen litauischen Erde; dieser Landschaft entstammt er, ihr hat er die eigentümlich mit einer leisen Wehmut durchzogenen schlichten Klänge von herber Süsse abgelauscht. Von seinen Gedichten sind einige sehr populär geworden, besonders das von der Birke, und wen man auch im Osten nach Einhorns Bedeutung fragen mag, der wird antworten, dieser Dichter hat die Birke zu einem „jüdischen Baum" gemacht. Tatsächlich kann man, wenn man dies Gedicht kennt, den zärtlichen Namen der jiddischen Sprache für die kleine Birke: Berjoskele nicht mehr denken, ohne Einhorns Verse mitzudenken. Die gesammelten Gedichte David Einhorns aus den Jahren 1904 bis 1924 erschienen vor etwa einem Jahrzehnt in Berlin. Seitdem hat der Dichter aufgehört, Verse zu publizieren. Die Schwere der Zeit hat ihn aus der Poesie verschlagen, er glaubt es nicht mehr verantworten zu können, sich den Härten der allgemeinen jüdischen Probleme durch die Flucht in die dichterische Welt zu entziehen, und dient mit wechselndem Glück den journalistischen und sozialen Aufgaben, die ihm wirklicher und dringender erscheinen. Uns ist er mit seinen Versen lieb geworden, von denen einige, in tunlichst wörtlicher und darum dem Zauber der jiddischen Originale nicht ganz gewachsener Uebertragung hier folgen. Dämmerung Von dem gold'nen Strom der Felder kommt ein sanfter Wind geschwommen, Und das klare Bächlein murmelt wie im Schlaf ein Kind. In Gedanken wie versunken steh'n die Bäume traumbenommen, . Abendlicher Nebel um die dunklen Wiesen rinnt Fern im Osten, wo die letzten Strahlen nicht mehr hingelangen, Zünden Lichter an die kleinen, blassen Sternelein. Wessen Wegen wird ihr Schimmer leuchten? Wessen trauend Bangen, Wessen zage Hoffnung führen wird ihr zarter Schein? Immer fahler wird das Rot im Westen von der Nacht betroffen. Ein geheimer Schatten wächst, der in den Feldern wohnt, Fern im Osten ward es heller: Es beginnt ein Mensch zu hoffen; In Sekunden aus dem Dunkel tauchen wird der Mond. Vom jüdischen Gässchen Ein Seidenschatten deckt das enge Gässchen zu, Ein warmer Windhauch hat die Häuser eingewiegt, Die wie verschreckte kleine Kinder kauern, Gedrückt und ängstlich Dach an Dach geschmiegt. Ein milder, gelber Schein ergiesst sich aus den Fenstern, Der heimlich in den Vorhang dieser Nacht sich webt. Vom alten Kirchturm weht ein Glockenklang fernüber, Der einsam überm alten Gässchen schwebt. Wie still es ist... Die Sterne zittern: Gottes Seele Holt Atem in dem tiefen, blauen Raum. Ein Lächeln schimmert um das blasse Antlitz, Und auf dem Gässchen ruht ein sehnsuchtsbanger Traum. Die Birke Ruhig, ruhig ihr gelocktes, grünes Köpfchen wiegt Meine weisse Birke, betet ohne Ruh. Jedes, jedes Blättchen murmelt stille ein Gebet ... Bete auch für mich mit, kleine Birke du ..« Elend bin ich aus der Fremde hergekommen, Fremd ist mir der Gott von hier, seine Sprache fremd. Meine Trauer wird nicht er seh'n, nicht versteh'n mein Beten, Bete ich und bete ich auch noch so sehr. Ferne aus dem Westen stahl sich traurig her In die dünnen Zweiglein rosig zart ein Strahl, Einen leichten Kuss gab er den kleinen Blättchen, Die so traumverloren still gelauscht der Nachtigall. Von den breiten Feldern kam ein winziger Wind Und erzählte den Blättchen Legenden ohne Ruh. Etwas fing im Herzen nur tief sich an zu sehnen: Bete auch für mich mit, kleine Birke du..« (Deutsch von Leo Hirsch.) Freilegung der Ruinen durch den Berliner Orientalisten Ernst Herzfeld. Das Ergebnis lässt sich nur schwer in Worte fassen: Riesige Königspaläste, grossartige Bildwerke der persischen Reichskunst, ein einzig dastehendes Staatsarchiv von rund 20 000 Tontafeln, deren Entzifferung helles Licht auf die Geschichte des persischen Weltreiches wirft. Es ist keine Stadt, nur eine Anhäufung von Palästen; von einer hohen Stützmauer umschlossen: Persepolis liegt auf einer weiten, in Terrassen gegliederten Hochfläche, die ein hoher Felsen mit den Gräbern der drei letzten persischen Grosskönige Artaxerxes II. und III. und Darius III. überragt. Ernst Herzfeld veröffentlichte 1932 eine Bauinschrift („A new Inscription of Xerxes from Persepolis", Chicago), die wesentliche Aufschlüsse bringt. Xerxes, „von Gottes Gnaden" Grosskönig, nennt seinen Vater Darius und sich selbst als Bauherrn von Persepolis. Zugleich ergibt sich, dass Darius noch lebt, aber abgedankt hat, was bisher unbekannt war. Diese Abdankung kann erst nach seiner Niederlage bei Marathon "(490) erfolgi sein und war vielleicht ihre Folge. Xerxes hat also den Palastbau fortgeführt, noch ehe er selbst von den Griechen von neuem besiegt wurde. Und diese grossartigen Paläste standen noch, als der Zug der Zehntausend unter Xenophon das persische Weltreich in seinen Grundfesten erschütterte. * Im Theater des Kulturbundes sprach Max Osborn mit zahlreichen Lichtbildern über jüdische Architektur. Mit am interessantesten war die Einleitung zu diesem Vortrag, in der von der besonderen Begabung der Juden für dieses Kulturgebiet die Rede war. Lange hat man ihnen diese Befähigung, Baumassen zu gliedern, die Form zu beherrschen, abgesprochen. Aber neuere Grabungen in Palästina erbrachten die Kenntnis der Königsburg Chowron bei Nablus, wo im 9. Jahrhundert bereits eine Quaderfügung vorhanden war, die an die Architekturen der gewaltigen mykenischen Kunst erinnert. — Von der Schinkel-Zeit bis in unsere Tage hinein führte der Vortragende die zahlreich erschienenen Hörer; vieles bedeutete einen Ausbau der bereits an anderer Stelle mit Beifall aufgenommenen Ausführungen zu dem sehr reizvollen Thema. O. B. * In der „Times" vom 4. Januar 1937 schreibt Robert Mond, der Präsident der „Egypi Exploration Society" über die geplanten Ausgrabungen in Nubien. Vor sechzehn Jahren gab die ägyptische Regierung der englischen wissenschaftlichen Gesellschaft die Erlaubnis, in Tel el-Amarna den Spaten anzusetzen. Man weiss ja heute, dass dieser Kunstkreis auch im jüdischen Zusammenhang aufschlussreich ist, denn die El Amarna-Briefe zur Zeit von Amenophis III. bringen Berichte palästinensischer kananäischer Fürsten an die Regierung, und zur gleichen Zeit, da, verkörpert durch Amenophis IV., in Aegypten der Monotheismus regiert, verkündet Moses den reinen Monotheismus als den Glauben an den Einzigen Gott. Die Ausgrabung des grossen Akhenaten- Tempel9 legte die Vermutung nahe, dass die Erkenntnisse über das Amarna-Zeitalter noch erweitert werden müssten, und die Gelegenheit dazu bot sich in Ober-Nubien. In der Gegend des dritten Nilkatarakts nämlich sind Sulb, das man unter dem Namen Soleb kennt, und Sesebi Orte mit Ueberresten aus der Epoche Amenophis III. und Amenophis IV. Es ist ein glücklicher Gedanke, dass die englisch-ägyptischsudanische Regierung die Erforschung dieser Kunstdenkmäler der „Egypt Exploration Society" zugesagt hat. Die Leitung der bald beginnenden Expedition hat Professor A. M. Blakman übernommen. * Die italienische Regierung veranstaltet jetzt Ausgrabungen in Aegypten, die der Entdeckung der Kultur der Pharaonen im besonderen gewidmet sein werden. Wie aus Turin gemeldet wird, ist kürzlich eine Abordnung des ägyptologischen Museums in Turin aus dem ägyptischen Ort Sebelin zurückgekehrt, wo sie bei Grabungen in der Totenstadt, die Material von der prähistorischen Epoche bis zur sechsten Dynastie lieferte, sehr kostbare Dokumente zur Erforschung der Pharaonenkultur zutage förderte. Die Expedition wird dank der Förderung durch den italienischen Aussen- und Unterrichtsminister die Grabungen in Aegypten wiederaufnehmen. * Das MuseeJeuderPaum einParis, dem die Aufgabe der Repräsentierung der neueren ausländischen Kunst obliegt, eröffnete die Ausstellung seiner Neuerwerbungen des Jahres 1936. Bildnisse .von Corinth und Eugen Spiro sowie ein Männerkopf von Ernesto de Fiori, der auch die Lady Melchett porträtierte, werden in der Presse hervorgehoben. * Im van Abbe-Museum zu Eindhoven in Holland hat die Kunsthandlung D. K a t z- D i e r e n eine wichtige Ausstellung niederländischer Gemälde des 16. und 17. Jahrhunderts sowie einiger Italiener und Spanier eingerichtet, die wieder einmal den Reichtum holländischen Kunsthandels an erstklassigen Werken aus der künstlerischen Vergangenheit des Landes erkennen lässt. * Die Daumie r-A usstellung in Wien erfreut sich regen Interesses. Sind doch Leihgaben aus aller" Herren Länder dort zusammengekommen. Neben den berühmten „Daumiers" der Ny Carlsberg Glyptothek in Kopenhagen und der Amsterdamer Sammlung Koenigs sieht man wertvolle Bestände der Sammlung Roger Marx (Paris) und der Wiener Privatsammlungen Dr. Schwarz und Armin Friedmann. * Im „Circolo Artistico Italo-Roraeno" in Mailand stellen 27 italienische Maler und Bildhauer' aus. Michael und Peter Fingesten aus Berlin sind die einzigen Künstler, die Luigi Innocenti als Präsident dieser Künstlervereinigung von auswärtigen Meistern hinzugezogen hat. * In den Besitz der Berliner Galerie Hugo H e 1 b i n g kamen Handzeichnungen der Gebrüder Henschel. Es sind schnell hingeworfene, sehr charakteristische Pressezeichnungen, die den Schauspieler Iffland in verschiedenen seiner glanzvollen Bühnenrollen zeigen. Einmal ist er als Shylock belauscht, ein anderes Mal als Schewa in „Der Jude von Cumberland". Die kulturhistorisch interessanten Arbeiten sind im Katalog von Henrici, wo im Jahre 192S grosse Bestände Henschelscher Arbeiten unter den Hammer kamen, unter Nr. 311a und 310a genannt. * Das BerlinerVölkerkundemuseum in der Saarlandstrasse feiert jetzt sein 50jähriges Bestehen. In seine umfangreichen Bestände von Kunst- und Kulturäusserungen aller Völker der Erde gliedern sich auch die berühmten ostasiatischen Denkmäler ein, darunter das Vermächtnis japanischer. Schwertzierate von Eugen Jacobi. — In der Vorgeschichtlichen Abteilung findet man im Goldsaal jenen Goldfund von Eberswalde, der im Mai 1913 auf dem Messingwerk bei Hegermühle zutage kam. Aron Hirsch stellte ihn dem Kaiser zur Verfügung, der die acht goldenen Trinkschalen, die Hais¬ und Armringe, die Haarspiralen aus Gold, die in einem Tontopf verpackt offenbar als Hausschatz eines Semnonischen Grossen gefunden wurden, dem Berliner Museum als Leihgabe anbot. k Der Sohn von Albert Reimann, dem langjährigen Direktor der Berliner Reimannsehule, eröffnet demnächst in London ein Institut zur Ausbildung von Kunsthandwerkern und Kunstgewerblern. * Der Maler Gustav Magyar-Mannheimer, einer der hervorragendsten ungarischen Landschafter und Porträtisten, ist in Budapest 73jährig gestorben. Er wurde auf dem jüdischen Friedhof in Anwesenheit zahlreicher Vertreter der bildenden Kunst und der ungarischen Kunstgalerien in einem Ehrengrabe beigesetzt. Zahlreiche europäische Museen besitzen Werke des Verstorbenen. # Der Maler und Graphiker Wolfgang Simon (Amsterdam), dessen Bild Bronislaw Hubermans wir in Nr. 1/1937 der C-V.¬ Zeitung veröffentlichten, beteiligte sich kürzlich an der Ausstellung „Musizierende Musiker" in Wien. * Bei dem Preisbewerb für Bildhauerkunst an der holländischen Reichsakademie für bildende Künste wurde der junge jüdische Bildhauer W. C o u z i j n mit einer goldenen Medaille ausgezeichnet. Mit diesem Preis verbunden ist ein Stipendium zum weiteren Studium in verschiedenen ausländischen, vor allem italienischen, Kunststädten. „Das jüdische Kind in der bildenden Kunst/* Die Einsendungen zu der Ausstellung „Das jüdische Kind in der bildenden Kunst", die das Sekretariat für bildende Kunst veranstalten wird, werden bis zum 24. und 25. Februar, vormittags 9 bis 14 Uhr, an das Klubheim des Jüdischen Frauenbundes, Marburger Strasse 5, erbeten. Die Ausstellung wird Sonntag, den 7. März, eröffnet.

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