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Central-Verein-Zeitung · 1937-01-14 · 2 (14.1.1937) · page 4

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
2 (14.1.1937)
Date
1937-01-14
Page
– (sequence 4)
Language
German
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geleitet von Dr. Ernst Weisscnberg, jüdische Menschen aus Stadt und Provinz berät und betreut, liegt die produktive Wirtschaftshilfe, darunter auch die Berufsumschichtung, ob. Von hier aus bestehen zum Auswandererlehrgut Gross-Breesen, das nicht weit vor den Toren Breslaus liegt, enge, ja freundnachbarliche Beziehungen. Die Auswandererberatungsstelle des Hilfsvereins, dessen Geschäftsführung Rechtsanwalt Erich Spitz hat, der Jüdische Wohlfahrtsverband (Grete Goldschmidt) und der Verband der Synagogen-Gemeinden (Obermagistratsrat" i. R. Dr. Fritz Guttmann) sind sämtlich Spitzenorganisationen für ganz Niederschlesien. Der Rundgang durch das Gemeindehaus ist beendet. Durch eine grosse Toreinfahrt fällt der Blick auf ein idyllisch gelegenes Bethaus. Es ist die Alte Synagoge, die dem konservativen Ritus dient, "die erste grössere Synagoge in der Breslauer Gemeinde überhaupt, bekannt unter dem Namen „Storch-Synagoge" deshalb, weil sie im Hof eines Hauses „Zum Weissen Storch''-. 1829 errichtet wurde. Hier entbrannte wenige Jahre später jener heftige, lange Streit zwischen dem zum Rabbinatsassessor ernannten liberalen Abraham Geiger und dem schon lange im Amt befindlichen Oberrabbiner Salomon T i k t i n. welcher erklärte, mit dem Neugewählten ein „kollegialisches Fungieren ohne direkte Verletzung seines religiösen Gewissens nicht ausüben" zu können. Es kam zur Spaltung in der Gemeinde, und die Auseinander-, setzung fand erst mit Tiktins Amtsenthebung und Tod (1843) ihr Ende. Der Friede konnte aber rasch wieder hergestellt werden. Von da-ab bis auf den heutigen Tag sind die Richtungen in der Einheitsgemeinde vereinigt". Als Geiger nach Frankfurt a. M. ging, wurde Dr. Manuel Joel sein Nachfolger. Ihm folgte Professor Dr. Jakob Guttmann. der Vater des Philosophen Julius Guttmann (Jerusalem). Der jetzige liberale Gemeinderabbiner ist Dr. Herr mann Vogelstein, sein konservativer Amtsgenosse D r. Moses Hoff mann, dem Dr. Ferdinand R o s e n t h a I vorangegangen war. Als zweiler Rabbiner fungiert seit dem Tode von Dr. Max Simonsohn gegenwärtig nur Dr. Jakob Sänger. Der liberale Gottesdienst wird in 'der Neuen Synagoge abgehalten. Dieser monumentale romanische Backsteinbau. Anfang der siebziger Jahre von dem Kgl. Han- " növerschen" Baurat Erwin 0 p p 1 e r fertiggestellt, ragt aus dem Häusermeer, gleich einem Sinnbild' jüdisch-religiöser Stärke und Sicherheit auffallend heraus. Von den alten Betstuben der einst aus der Umgebung kommenden jüdischen Händler sind heute u. a. noch erhalten die Skiover Schul in der Goldenen Radegasse, die Land- und die Altglogauer Schul. Die überwiegende Mehrheit der jüdischen Bevölkerung bekennt sich zum religiösen Liberalismus, dessen Breslauer Verein unter Führung des Gemeindevorstandsmitgliedes Philipp Lachs und der rührigen Grete B i a I eine segensreiche Wirksamkeit entfalten. Noblesse oblige Frankfurt a. M. galt lange Zeit als ausgesprochen reiche Gemeinde. Darin konnte Breslau nie mit ihr „konkurrieren". Der Grad des Besitztums reichte hier höchstens bis an die Stufe der Wohlhabenheit heran, wenn man einmal einen Vergleich ziehen will. Dieses Gutsituierfsein hat, solange man davon sprechen kann, in einer aussergewöhnlich grosszügigen Karitas seinen Ausdruck gefunden, die nicht auf den jüdischen Bereich beschränkt blieb. Draussen im Süden der Stadt, in einer alleereichen, gesunden Gegend, befindet sich ein ganzer Komplex karitativer und jüdischer Einrichtungen. Der Kranz roter Gebäude an der Hohenzollernstrasse macht nicht den Eindruck,"als ob sie einer langen geschichtlichen Entwicklung ihre Entstehung verdanken. Aber sogleich beim Eintritt in das Verwaltungsbüro wird man eines Besseren belehrt: auf hohen Tafeln sind die Namen aller derer verzeichnet, die 1926 „anlässlich der 200jährigen Jubelfeier der Israelitischen Kranken-Verpflegungs- Anstalt undBeerdigungs-Gesellschafr hochherzige Stiftungen machten. Zweihundert Jahre vorher war eine „heilige Bruderschaft'*', eine Chewra Kaddischa, gegründet worden mit der Aufgabe, die Kranken zu betreuen und die Toten zu bestatten. Aus dieser Bruderschaft hat sich das heutige jüdische Krankenhaus entwickelt, das grösste karitative Krankenhaus Breslaus und das einzige jüdische Krankenhaus im ganzen deutschen Osten. Es ist stets eine Freude, wenn sich Landsleute begegnen, und deshalb für mich ein besonderes Vergnügen, mit einein unverfälschten Rheinländer, der, nach mehr als 3ojähriger Tätigkeit an dieser Stelle, heute die Verwaltung des gesamten Instituts leitet, mit Direktor Philipp Levenbach, über die neueste Entwicklung und die gegenwärtigen Aufgaben des Krankenhauses und seiner Nachbareinrichtungen zu plaudern. Das jüdische Krankenhaus, so erzählt er, ist mit Stationen und Polikliniken für alle Krankheitsgebiete ausgestattet. Ja, es verfügt sogar seit 1927, dank einer Stiftung des Amerikaners Lucius N. Littauer, des Abkömmlings eines Breslauers, über ein ,£torch"-Synagoge Fat. Kurt Schwerin, Breslau, Röntgeninstitut von besonderem Ruf. Dieses Institut, wohl das modernste dieser Art im ganzen deutschen Osten, wird allen neuzeitlichen Anforderungen gerecht- und" spielt-im Rahmen der zum Krankenhaus gehörenden Krankenpflegerinnenschule eine besondere Rolle. Als beredtes Zeichen - . iür die Wahrung der Tradition wird hervorgehoben, dass noch heute erhebliche Mittel für die Behandlungsart zur Verfügung gestellt werden, die es für die . Chewra in den Anfängen ihrer Wirksamkeit überhaupt nur gab, die ambulantere- . handhing armer jüdischer Kranker. Noch heute werden in dieser Weise über 500 arme jüdische Familien, die in Stadtarztbezirken zusammengefasst sind, ärztlich betreut. Am Krankenhaus wirkten und . wirken noch zahlreiche jüdische Mediziner von hervorragendem Ruf« Vor einigen Monaten sind einige Abteilungen des Krankenhauses, auch zur Entlastung des sehr angespannten Etats, zusammengelegt und in ein Altersheim verwandelt worden. Gleichsam als Zweiganstalten unterstehen der Krankenhausleitung das Israelitische Siechenhaus („Arnold und Herrman S c h o 111 ä n - der sehe" Stiftung") und die Israelitische Alters-Versorgungs-Anstalt, die „Julius und Anna Schottländer -Stiftung". Nur ein paar Schritte vom Krankenhausblock entfernt, in der Kirschallee, fällt das Haus Nr. 36 a durch seine leichtgeschwungene Front auf; es ist ein schöner, moderner Bau. Auf der Treppe und in den Korridoren begegnen einem alte, be- ' dächtig gehende Damen, aber auch frische, junge Dinger. Es ist ein für die heutige Zeit glücklicher Gedanke, ein Altersheim und eine Haushaltungsschule räumlich miteinander zu verbinden. Das Beate - G"ü 11 - mann-Heim, ein Wohnheim für Menschen des Mittelstandes, ist in demselben Gebäude untergebracht, wie' die Paula- OUendorff-Haushaltungsschule. Die Schülerinnen, gegenwärtig nahezu 50 an der Zahl, H- bis 16jährige Mädels, erhalten hier in einem einjährigen Kurs eine hauswirtschaftliche Ausbildung, die neben einem sehr angespannten Unterricht die praktische Arbeit (auch im Beate-Güttin an n- Heim) setzt. Vom Keller bis zum Dachgeschoss führt uns die Schulleiterin Hilde iBRESlAUER UNTERNEHMUNGEN: : ßeorgfrfsöiaÄt: -Breslau I.-fteurdieltr« 37/30 fiwrtnft^iDer-faöali Sandberg, Schottlander S Co. Hgrrenfcieiderfabrik Guter Mittelgenre Breslau Büttnerstr. 32/33 Modeneuheiten in Schals Sitte verlangen Sie Offerte ALBERT SCHÄFFER K.G. BRESLAU 1 Seit 1SS5 Damen- und Mädchenmäntei-Fabrik BRESLAU I Reuschestr. 60 61 Georg Brinnitzer REUSCHESTR. 16:17 Herrenu. Kinderbekleidung Fabrikation und Einzeihandel ari Brill! £ Seine Herrenkieider-Fabrik 1S33 — 105 Jahre — 1935 Breslau 1, Reuichesfr. 51 (Niepoldshof] Breslau 6, Am Wachtplatz Herren- und Kßaäeskleider-Fairik S « i t 7 0 Jahren bekannt für (jutetilm* wwdktym heisik ^ClliiSlf0F GvM.B.H. 6 R ES LAU 1 SCH MI £DE$ftÜCKE 7~1Ö - Damen- und Kinderkleidung * Putz Gardinen u, Teppiche * Baumwoilwaren Wäsche jeder Art * Unterkleidung * Strümpfe L. 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