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Central-Verein-Zeitung · 1937-01-14 · 2 (14.1.1937) · page 2

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
16 (1937)
Issue
2 (14.1.1937)
Date
1937-01-14
Page
– (sequence 2)
Language
German
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ARGENTINIEN / Sondierbericht für die C.-V.*Zeitung Von Dr. Bruno Weil Zahlen und Daten Buenos Aires, Ende Dezember 1936. Nach Brasilien und Uruguay ist Argentinien das nächste Ziel unserer Reise. Dieses Land liegt nicht mehr in der tropischen Zone, aber sein Norden liegt dem Aequator näher als irgendein Punkt in. Europa. Argentinien ist viel länger als breit. Seine schmälste Stelle liegt bei der Magallan es-Strasse. Dort ist das Land nur 20 km breit, an seiner breitesten. Stelle misst es 1600 bei mehr als 4000 Kilometern Länge. Brasilien ist ein schlafender Riese, der langsam erst erwacht und sich seiner Kräfte bewusst zu werden beginnt. Argentinien ist ein junger, kraftgeschwellter Mann, der alles auf seine Aktivität abstellt. Aber immerhin: dieser junge Mann stellt den zweitgrössten Staat von" Südamerika dar. Seine Fläche beträgt 2,8 Millionen Quadratkilometer. Es ist also mehr als fünfmal so gross wie Deutschland und bedeckt 29 Prozent der gesamten Oberfläche von Europa. Magister Kirsch der gute Likör, Magister frgiincheraVi! Er ist der fünftgrösste Staat der Welt; nur China, Russland, Brasilien und die Vereinigten Staaten sind grösser. Auch Argentinien hat überraschend schnell an Menschen zugenommen. 1895 zählte es 4 Millionen. Die letzte offizielle Volkszählung war 1914. Damais hatte sich die Einwohnerzahl verdoppelt. Für 1936 schätzt man 12A Millionen. In 40 Jahren hat sich also die Einwohnerzahl mehr als verdreifacht. Solche Ziffern können nicht dem natürlichen Wachstum der Bevölkerung allein zugeschrieben werden. Argentinien ist ein Einwandererland ersten Ranges. -Ein Viertel seiner Bevölkerung ist nicht dort geboren. 1914 waren noch 30 Prozent auch der Staatsangehörigkeit nach Ausländer. Wie sehr es sich um ein Einwandernngsland handelt, zeigen auch folgende Ziffern: Allein von 1857 bis 1913 sind 4,5 Millionen eingewandert, und 1,5 Millionen haben das Land verlassen. Man hat berechnet, dass in den Fetzen 73 Jahren bei 12V2 Millionen Einwohnern 5,2 Millionen Fremde nach Argentinien gekommen sind. Italienischer und spanischer Abstammung sind dabei rund je VA Millionen. Diese Zahlen beweisen, dass' fast;die gesamte Einwohnerschaft Argentiniens europäischer Abstammung ist. Schwarze gibt es so gut wie überhaupt nicht. Menschen rein indianischer .Abstammung nur sehr wenige. Mischlinge aus spanischem und indianischem Blut sind in einer gewissen Anzahl vorhanden; aber sie beherrschen in keiner Weise das Strasseribild, sicher nicht in Buenos Aires, dessen sehnlichster Wunsch' ist, europäische Weltstadt zu sein, und wo man wohl einen Schutzmann, eine Gepäckträger und einen Kellner sieht, der die indianische Herkunft nicht verleugnen kann, aber in dem der äussere Eindruck der Menschen wie der meisten Dinge auf europäisch gestellt ist. In dem Welthafen Buenos Aires bat Argentinien energisch und zielbewusst sein Gesicht nach Europa gewandt. Im Rücken des Landes liegt die hohe, fast unübersieigbare Bergkette der Anden, und sie scheidet es durch eine mächtige Barriere von den Ländern, die am pacifischen Ozean liegen. Diese Lage wirkt wie ein Symbol füi'die Liebe Argentiniens zur Alten Welt. Diese Zahlen zeigen aber auch, dass Argentinien, was es geworden ist, in erster Linie der Einwanderung verdankt. Alle diese Länder haben ein Jahrhundert lang bewusst eine liberale Einwanderungspolitik getrieben — in allen diesen Ländern ist, nicht zum mindesten wegen der Besorgnis, es könnten kommunistische Elemente einströmen, eine gewisse Unsicherheit in der Frage der Fortführung ihrer Einwanderungspolitik zu erkennen. Ich habe keinen Menschen in Argentinien gesprochen,- der mit mir nicht darin übereinstimmte, dass dieses Land, das bei der fünffachen Grösse Deutschlands noch nicht ein Fünftel von seiner Einwohnerzahl hat, also 25mal dünner bevölkert ist, seine Mission nur erfüllen kann, wenn es uoch 10 oder 20 Millionen mehr Einwohner haben wird. Ein hervorragender, argentinischer Politiker hat mir ein glänzendes Bild von der Zukunft des Landes und seiner Weltstellung gezeichnet, die sich erst, wenn Argentinien 50. am liebsten 100 Millionen Einwohner Dr, Bruno Weil veröffentlichte von seiner Sudcmerika-Reise bisher folgende Sonderberichfe: Zwischen den Kontinenten (Nr. 48/1936) Brasilien (Nr. 50/1936) BrasilianischeMögiichkeiten (Nr.51/1936) Sao.Paolo und Porto A'egre {Nr.52/1936) Uruguay (Nr. 1/1937). zähle, voll auswirken werde. Auf meine Bemerkung, dass gegenwärtig an ein Hereinkommen so grosser Einwauderungsmassen offensichtlich nicht zu denken sei, und dass die europäischen Staaten auch nur sehr zögernd ihren Menschenüberschuss abgeben würden, erwiderte er: „Da müssen wir eben im eigenen Lande durch genügende Produktion junger Argentinier unsere Bevölkerungsziffer steigern." Das war nicht sehr ernst gemeint, aber es ist in der Tat so, dass man überall in Südamerika zwischen dem Wunsch schwankt, die eigene Bevölkerungsziffer zu heben, die Einwanderung zu fördern und sich dabei doch vor lästigen und unbequemen Ele- ' menten zu schützen. Wirtschaftsperspektiven Die klimatischen Verhältnisse sind natürlich in diesem Riesenlande, das sich weit von Norden nach Süden erstreckt, sehr verschieden. Neben dem Norden,'mit einem fast tropischen Klima, gibt es das grosse Mittelstück, in dem Buenos Aires liegt, das ein warmes, feuchtes, aber kein tropisches Klima hat, und weit nach Süden erstrecken sich zum Teil fast menschenleere Gebiete, die bis in die Gegenden reichen, in denen sehr erhebliche Kälte auftritt. Was Buenos Aires im besonderen angeht, so gibt es dort durchaus den Unterschied zwischen Sommer und Winter. Die Jahreszeiten treten deutlich in Erscheinung. Temperaturen unter Null Grad sind verhältnismässig selten. Im Sommer ist es übermässig heiss, und da es sich um eine sehr feuchte Wärme handelt, ist es für die europäischen Menschen in diesem Breitengrade nicht leicht, sich einzugewöhnen, immerhin kommen die grossen brasilianischen Schrecken des Klimas hier kaum in Betracht. Argentinien ist ein Land, das eine grosse Zukunft hat, wenn es mit dem Bevölkerungsproblem fertig wird. Langsam fängt das Land m der Umgebung von Buenos x\ires an, sich gute Strassen zu schaffen. Was^ wrird das wirtschaftliche Ergebnis sein, wenn ein solches Land sich neue, grosse Industrien schafft, aber nicht die Grundlage für den Absatz der Produkte an eine kaufkräftige eigene Bevölkerung hat? Wie alle südamerikanischen Staaten hängt die Frage des Bestandes seiner Währung, seines Weltkredits, seiner Kaufkraft von der Höhe seines Exportes ab. Niemand stellt dämm die Frage; was können wir produzieren, sondern nur, was und an wen und zu welchem Preise können wir verkaufen. Argentiniens Wirtschaft ist auch heute noch zum überwiegenden Teil auf'Landwirtschaft und Viehzucht gestellt. Der Ueberschuss der Ernte dieses Jahres ist so gross, dass Argentinien aus den schlechten Ernten.in vielen anderen Ländern grossen Vorteil ziehen wird. Sein Viehbestand ist geradezu riesenhaft. Schon im Jahre 1930 gab es über 32 Millionen Stück Rindvieh, über 44 Millionen Schafe und fast 10 Millionen Pferde. Im Jahre 1934 Wurden VA Millionen Kindvieh und 4,7 Millionen Schafe geschlachtet. Man rechne sich aus, was das auf den Kopf der Bevölkerung ausmacht, und man wird ohne weiteres verstehen, warum es in keinem Lande der Welt so riesige, selbst für den gröbsten Fleischesser kaum vertilgbare Portionen Fleisch gibt wie in Argentinien. Und was für Qualität von Fleisch! Aber ein Land dieser Grösse, mit dieser geringen Einwohnerzahl und mit einer solchen Landwirtschaft, und Viehzucht kann nicht, wenn es vorwärts .kommen will, auf die primitivsten Formen wirtschaftlicher Betätigung beschränkt bleiben. Ueberall bilden sich neue Erwerbszweige; in Industrie, Handel, Gewerbe. Für die schönen Künste, Literatur und Musik wächst ein aufnahmebereites Publikum immer mehr heran. Die Bautätigkeit, insbesondere in der Hauptstadt, hat fast unvorstellbare Ausmasse angenommen. Alles ist im Wachsen und Werden. Nirgends, ausser in den Vereinigten Staaten, habe ich die Menschen von einem solchen Vertrauen auf die Zukunft ihres Landes erfüllt gefunden, wie in Argentinien. Die Schwierigkeit der Probleme, die sich aus komplizierter Wirtschaft ergeben, wird nicht einmal geahnt. Mit der Unbekümmertheit des jungen Menschen wird entworfen, geplant, ausgeführt. Die Müdigkeit Europas; die wirtschaftliche Abwendung des Südens Amerikas vom Norden; die gerade gegenwärtig starke Kapitalsflucht, die nach Argentinien stattfindet; alle diese Dinge haben eine Reihe von grossen Erfolgen für die argentinische Wirtschaft gezeitigt, die beinahe vergessen lassen, dass das Land eine schwere wirtschaftliche Krisis gerade hinter sich hat. In einer Zeit allgemeiner Abwertung hat Argentinien seine Währung heraufgesetzt. Der argentinische Peso, der ungefähr 0,70 RM notiert, ist auf 16 Peso für ein." englisches Pfund heraufgewertet worden. Die Aufwärisbewegung war während unserer Anwesenheit noch nicht zum Stillstand gekommen. Das Heraufsetzen einer Wäh rang führt ebensogrosse Unannehmlichkeiten mit'sich wie die Abwertung. Trotzdem hat die argentinische Regierung sich nicht der Aufwertung widersetzen können. In der ersten Hälfte des Monats Dezember sind die grössten. Umsätze an der Börse erzielt worden, die „als bisher einzig und ohne Beispiel in der Finanzgeschichte des. Landes* bezeichnet wurden. Die argentinische Regierung-hat zum ersten Male eine Anleihe mit nur 4 Prozent Verzinsung auflegen könen. Ohne Vermittlung von Banken hat sie diese 100 Millionen Pesos auf dem offenen Markt gegeben, und am ersten Tage wurden bereits 33 Millionen zu steigenden Kursen gehandelt. Argentinien ist das einzige Land in Südamerika, das den Zinsendienst für die ausländischen Anleihen niemals eingestellt hat. Mit dem Aufheben der noch bestehenden Devisenkontrolle wird gerechnet. Die an sich schon günstige Handelsbilanz des Jahres 1935 ist noch wesentlich durch das Jahr 1936 überholt worden. Die stark anziehende Tendenz der Weltpreise und die sehr grossen Erträge der diesjährigen Ernte tragen dazu bei, das Bild noch günstiger zu gestalten. Die Frage der Einwanderung Bei einer so offensichtlich ansteigenden Konjunktur braucht dieses Land Arbeitskräfte, Menschen, die an seinem weiteren Aufbau helfen wollen, vor allem landwirtschaftliche Kolonisten. Ihrer Einwanderung wird keinerlei Hindernisinden Weg gestellt werden. Aber die Regierung möchte sicher sein, dass es sich wirklich nur um landwirtschaftliehe Einwanderung handelt, nicht um eine Einwanderung, die' unter diesem Vorwand ins Land zu kommen sucht, um alsdann einen anderen Beruf zu ergreifen. Die landwirtschaftliche Einwanderung muss ins Land „gerufen" werden. (Ch am a d a.) Der Umstand, dass in Argentinien die ICA ausgedehnte landwirtschaftliche Betriebe besitzt, schafft die Möglichkeit, geeignete Einwanderer aus Deutschland und aus anderen Ländern für die Kolonisation aufzurufen. Auf dem Weg zum neuen Hafen-ist Mitte -.Oktober eine Statue enthüllt worden,, die :den .Eiirwanderer -darstellt.; ' •;• •: ..Der Einwanderer", so[ bat der offizielle Jledner " gesagt.;'-'idfcf'• freiwillig," bhhe: andere Reichtümer mit sich zu führen, als seine'Erwartungen und Hoffnungen, eines Tages seine Heimat verliess und auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, nach einem Grundstock, auf den er ein neues Lehen aufbauen könne, nach reichlichem und sicherem Brot an unseren Gestaden landete." Es war immerhin nicht ganz leicht, diese Lobpreisung mit der Praxis iir Einklang zu bringen, die für die Einwanderung in Argentinien eher Erschwerungen als Erleichterungen schafft. Der Redner hat darum seine verheissungsvoUen Worte sofort eingeschränkt indem er: hinzufügte: ..Aber wir wünschen nur den Einwanderer guten Willens, strotzend von Energie, getriebenvon schönen Vorsätzen, begierig, auf unserem Boden ein Heimzu errichten-... Diesen tapferen Geiscern, die-' niemals - ihren Glauben an die Zukunft unseres Landes verloren, diesen treuen Herzen, welche ihr Schicksal unlöslich mit dem unseren verbanden, die unsere Sitten annahmen und sie zu verbessern trachteten, die keine politische Leidenschaft mit sich brachten, diesen ehrenhaften Einwanderern, die in unserem Boden verwurzelten, gilt unsere ganze Sympathie, unsere Achtung und unsere Bewunderung. Sie und allein sie, die gut nützlich, ehrenhaft und treu sind, symbolisiert dieses Standbild." Die Probleme, die in diesen Worten für die Einwanderung aufgeworfen sind, haben mit der Frage der. jüdischen Einwanderung wenig zu tun. Es handelt sich in den südamerikanischen Staaten heute um ein Problem, das mit dem spanischen Bürgern k r i e g zusammenhängt Ganz Südamerika betrachtet sich auch heute noch"durch tausend Bande historischer, kultureller und blutsmässiger Art mit Spanien verbunden. Die Ereignisse des Bürgerkriegs finden einen ausserordentlichen Widerhall. Vor den Zeitungspalästen in Buenos Aires, die die. neuesten. Nachrichten anschlagen, drängt sich fortgesetzt eine interessierte Menge, die sich im allgemeinen lautlos und schweigend verhält. Schutzleute zu Pferde und zu Fuss sorgen zu allem Ueberfluss dafür, dass die gegensätzlich gesinnten Parteianhänger nicht aufeinander stossen. Nur dem König von England gelang es eine Weile, das Interesse an Spanien etwas zu verdrängen. Der Oberste Gerichtshof hat das . bestehende Einwänderungsg'esetz dahingehend . ausgelegt, da -die Verwaltung das Recht habe, jeden schädlichen Ausländerauszuweisen, sei gleichzeitig darin die Ermächtigung enthalten, die Einwanderung solcher Emigranten zu verhindern. Ob es zu einem neuen. Einwanderungsgesetz kommen wird, steht dahin, aber am 17. Oktober hat die Regierung einen Eriass veröffentlicht, der eine Reihe von Schwierigkeiten mit sich bringen kann. „Die neuen Massnahmen sollen", so heisst es in dem Eriass, „das Eindringen von Elementen verhindern, die eine Gefahr für die physische oder moralische .Gesundheit unserer Bevölkerung bilden oder die gegen, den Bestand unserer von der Verfassung geschaffenen Institutionen konspirieren' könnten." Die Passagiere erster Klasse genossen bisher eine besondere Privilegierung. Diese Bevorzugung wird vom 1. Januar 1937 an aufgehoben. Die Konsuln Argentiniens dürfen in Zukunft kein Visum mehr erteilen, wenn nicht ein Personalbogen seitens der ausländischen (in Deutschland also deutschen) Behörde vorgelegt wird, „der alle Daten, sowie die Fingerabdrücke enthalten muss. Die Personalbogen müssen seitens der ausländischen Behörden, welche die Pässe ausstellen, beglaubigt werden, um die Staatsangehörigkeit der Passagiere feststellen zu können, falls deren sonstige Ausweispapiere abhandengekommen sind. Ohne diesen Beleg wird ein' Visum, nicht erteilt." Darüber, wie sich .diese Bestimmungen in der Praxis auswirken werden, ist es noch nicht möglich,, etwas Bestimmtes zu sagen. Unsere Freunde glauben, dass die Einwanderung in bescheidenem Mass fortgesetzt werden kann. Die ausgesprochene Tendenz der Regierung scheint zu sein, dass für die Hauptstadt eine schroffe Handhabung erfolgen soll, während die Einwanderer, die in die Provinz oder auf das Land herausgehen wollen, auf Entgegenkommen rechnen können. Wie schon gesagt, an den landwirtschaftlichen Chamäden wird nichts geändert werden. Die Verwandten-Chamaden, die ohne jede Schwierigkeit für Blutsverwandte im 1. und 2. Grad in absteigender Linie gegeben worden sind, sind an und für sich nicht geändert, aber für den Bezirk der Hauptstadt werden sie auf die Verwandten 1. Grades beschränkt. Die ./ JuweuerLisdwigSfeiisiiiefz \ > Nürnberger Str. 56 (neben WoolwortW Kapitalisten-Einwanderung kann nach wie vor. fortgesetzt werden. Die Höhe des Vermögensnachweises liegt im freien Ermessen des in Betracht kömmehden Konsuls. ' Argentinie.n ist wie Brasilien7 ein -ganss; katholisches Land. Die spanischen E-robe^ rer,. die'dieses Land beinahe als Letztes in Südamerika' für König und Kirche gewonnen haben, sahen es "als ihre Aufgabe an, gleichzeitig mit der Eroberung auch alle heidnischen Kulte auszurotten. Sie konnten nicht dulden, dass Flüsse angebetet, Berge beweint, die Sonne als Gott betrachtet und in den Wäldern der grosse Heilige gesucht wurde. Die Krone Spaniens bat ihre Aufgabe erfüllt, so gründlich, dass, als nichts mehr von ihr in diesen Ländern übrig blieb, doch der Katholizismus ungestört weiterlebte. Der König ging, aber.der Gott des Christentums blieb. 1h die Verfassung Argentiniens ist die Bestimmung aufgenommen worden, das die Regierung die katholiche Religion unterstützt, aber alle anderen Kulte dulden wird. .Der Präsident der Republik ist der einzige .Beamte,- der, wie übrigens auch in .den 'Vereinigten Staaten, im Lande geboren sein muss; ausserdem muss er aber der katholischen Religion angehören. Neben der katholischen Religion spielen alle anderen keine Rolle. Es gibt auf 12V2 Millionen Einwohner kaum.50 000 Protestanten. Der jüdische Bevölkerungsanteil über den ich in einem besonderen Artikel berichten werde; zählt etwa 260 000 Seelen. Die Arbeit der HIAS Mehr als 1200 Vertreter jüdischer Organisationen aller Richtungen fanden sich in New- York zur Teilnahme an der Jahreskonferenz des Rates der jüdilchen Einwanderer-Hilfs¬ und Schutzgeseilschaft HIAS zusammen. Den Tätigkeitsbericht erstattete Morris. Finestone. der dabei auch auf die Tätigkeit der HICEM m 30 verschiedenen Ländern zu sprechen kam. Der Rat beschloss, seine Arbeit zugunsten der jüdischen Auswanderer weiter auszubauen. CV-Kulturarbeit in Oberschlesien. Am 19. Januar, 2OV2 Uhr, spricht im- Gemeinde- Sitzungssaal in Gleiwitz, Niederwallstr. 9* Dr. Jakobowitz, Beutben, über „Märchenstoffe in biblischer Zeit". Lehrhans Berlin. Donnerstag-Reihe: Juden in Weltstädten. Am 23. Jnauar. 2GJ4 Uhr, Losrenhaus Kleiststrasse 10 spricht Friedrich Borcha rd't über: Buenos Aires. Hauptschriftleiter: Dr . .Alfred Herschberg; Stellvertreter und .verantwortlich für die Aufnahme von Bildern: Dr. Margarete E d e 1 b e i m - Verantwortlich für Sport.-' Dr. Ernst G. Lowenth al., sämtlich/ in Berlin. Für. Rücksendung unverlangter- Einsendungen, ist Freinmschlag .beizufügen. Leiter der An$ei«:en<Abteilung- und verantwortlich für den Inhalt deri Anzeigen:• Fr i e d r i c h Na t, h a n , Berlin. DA IV! V}. 40 Ott).- Fl. 5. Verlafr: Jüdischer Central-Verein e. V., Berlin .W15, Emser Strasse 42-. Druck der Buch- und liefdruck "Gesell-, echaft mbH, Berlin SW19,

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