Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 1 (7.1.1937)
- Date
- 1937-01-07
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2277379-2277516-2277517--11488-2281031- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. T * T. Beiblatt LVZeitu.g 7. Januar 1937 Geist und Wesen der Arbeit Im Judentum III. Von der bäuerlichen Hauswirtschaft bis zur Entstehung des Handwerks . Nach der üblichen Meinung gehört das Handwerk zum ältesten Kulturwerk der zivilisierten Menschheit. Die volkstümliche Erfahrungsweisheit des Sprichwortes wie die ehrwürdige Bildersprache des Märchens scheinen diese Auffassung zu bestätigen. Der Bedarf an bestimmten Produktionsmitteln, die nicht gut im Hause selbst hergestellt werden konnten, nötigte zuerst zur Heranziehung besonders ausgebildeter Arbeitskräfte. Wie bei allen Völkern dieser Wirtschaftsstufe ist auch bei den israelitischen Stämmen der Frühzeit der Schmied der unentbehrliche Helfer für die Erneuerung und [Wiederherstellung der landwirtschaftlichen Arbeitsgeräte. So ist denn auch nur verständlich, wenn gerade in den ältesten Berichten dem Handwerk der Schmiede besondere Beachtung gezollt und sein Wert für das Leben in Krieg und Frieden hervorgehoben wird. Wir haben guten Grund für die Annahme, dass dieses Gewerbe entsprechend dem europäischen Verfahren der nämlichen Periode als Wanderhandwerk von dem verwandten Stamm der Ken i te r ausgeübt wurde. Die Frühzeit der übrigen Gewerbe bleibt in den biblischen Berichten leider im Dunkeln. Selbst vom Töpferhandwerk — anderwärts schon früh bekannt und von den Kananitern wahrscheinlich beizeiten übernommen — wird uns in den prophetischen Zeugnissen erst in einer Zeit Kunde, da es schon lange als selbständiges Gewerbe betrieben ward. Dann ändert sich innerhalb eines Zeitraumes von etwa 50 Jahren das Bild der in sich ruhenden und durch viele Geschlechter unverändert übernommenen Wirtschaftsordnung. Reichseinigung, Königtum und Organisation einer bis dahin völlig unbekannten Verwaltungseinheit führen tiefgehendeWandlungen im gesellschaftlichen Leben wie in der wirtschaftlichen Tätigkeit grosse Teile des Volkes herbei. Ungefähr zur selben Zeit drängen die israelitischen Stämme immer mehr aus den Gebirgstälern und dem Hügelland in die Ebenen hinaus, erzwingen sich Einlass in den kanaanitischen Städten und gehen selbst von den zerstreuten Kleinsiedlungen zur städtischen [Wohn- und Lebensform über. Die Veränderung der Lebensweise fördert die Entstehung neuer Bedürfnisse, die Konzentration vieler und verschiedenartiger Menschen auf verhältnismässig kleinem Raum, begünstigt die Arbeitsteilung und die Entfaltung grösserer Geschicklichkeit auf beschränktem Arbeitsgebiet. Die Vorbedingungen für die Entwicklung eines reich gegliederten Handwerks sind damit gegeben. Noch aber fehlt eine Konsumentenschicht, deren täglich steigender Bedarf im Verein mit ahren Ansprüchen auf bessere Lebenshaltung dem Gewerbe erst die ständige Absatzmöglichkeit sichert. Diese bildet sich in den Wohnsitzen, Hofhaltungen und Garnisonstädten des neuen Der Beginn dieses Aufsatzes, der sich mit dem geistigen und jüdisch-politischen Standort der ivwfzn jüdischen Generation beschäftigte, erschien in Xr. 5-3 1936. Das Ringen der jüdischen Jugendbewegung um neue Wertardnungen wird durch den harten Einbruch des Berufsu n d W i r t s c h a f t s k a m p f e s in das Leben des jüdischen Jugendlichen ungemein erschwert. Die Zeiten der Jugendinsel für den Jugendbund waren auch lange vor dem Jahre 1933 vorüber. In den schweren Nachkriegs jähren hat die Jugendbewegung erfahren, wie die idealste Schau des Lebens sich nicht verwirklichen lässt ohne die materielle Lebenssicherung. Der Beruf bietet ja mehr als nur materielle. Lebenssicherung. Er ist die Grundlage für die Einordnung in die menschliche Gesellschaft. Er füllt den grössten Teil unseres Lebens aus, von ihm und der Art seiner Ausübung ist der Inhalt des Lebens in der Familie und der Gesellschaft abhängig. In die Frage nach dem Sinn des Lebens mischt sich mit gebieterischer Notwendigkeit die Frage nach seinen materiellen Bedingtheiten. Der Kampf um die nackte Existenz ist gegenwärtig für den jungen Juden zum entscheidenden Faktor seiner geistigen und körperlichen Entwicklung geworden. In diesem Kampf um die normale Eingliederung in das Wirtschaftsleben steht die jüdische Jugend nicht allein. Grosse Teile der Jugend in den europäischen Ländern sehen der Arbeitslosigkeit und damit der Hoffnungslosigkeit ihres Lebens ins Auge. Reinhold S c h a i r. e r hat nach einer Studienreise durch die wichtigsten Länder Westeuropas in seinem Buch „Not, Kampf, Ziel der Jugend in sieben Ländern" eindrucksvoll die Probleme geschildert, die dieser Jugend aufgegeben Königtums. In einer Zeitspanne von drei Menschenaltem entsteht ein neuer Beamtenadel, gestützt und getragen von einem Verwaitungsapparat, der die Machtentfaltung orientalischer Grosskönige auf das bescheidene Leben des israelitischen Landes zu übertragen bestrebt ist. Saul begnügt sich noch mit einigen Getreuen seiner nächsten Umgebung. David hat bereits ein Kabinett, in dem Staatssekretäre, Geheimräte und müitärische Befehlshaber getrennte Befugnisse haben. Unter Salomo werden diese Aemter nicht nur zentralisiert und durch einen Stab von Unterbeamten erweitert, darüber hinaus entsteht ein Beamtenkörper von einem Umfang, der für das kleine Land kaum tragbar scheint. Nicht weniger als 550 oberste Beamte zählt die grosse Liste im Buch der Könige auf. Dazu kam ein Hofstaat von Palastbeamten, Läufern, Dienern und königlichen Handwerkern. Neben den Beamten der Zollverwaltung und des Hofstaates erfordert das stehende Heer und die Reiterei eine besondere Organisation. Diese ganze der Urproduktion entfremdete und von der Scholle losgelöste Schicht muss nicht nur durch Steuern und Abgaben erhalten werden, sie wird auch ihrerseits zum Auftraggeber für alle Bedürfnisse der Lebenshaltung. Kein Wunder, wenn die Arbeitskräfte eines Bauern- und Hirtenvolkes mit bescheidenem und spärlichem Kleinhandwerk den neuen Anforderungen nicht gewachsen war. Wohl oder übel musste der Bedarf an besseren Geräten zunächst durch Ein- 10. Januar 1937 sind. Für die jüdische Jugend in Deutschland ist darüber hinaus ein besonderes Berufsproblem durch die Gesetzgebung des nationalsozialistischen Staates entstanden. Alle öffentlichen Berufe sind den jüdischen Jugendlichen von vornherein verschlossen, und zu verschiedenen gewerblichen und handwerklichen Berufen "ist der Zugang infolge der Praxis häufig erschwert. Die verhältnismässig noch zahlreich vorhandenen Lehrstellen in den kaufmännischen Berufen geben dem jungen Juden in der Regel nicht die Ausbildungsgrundlage, die er für eine Auswanderung benötigt. Es ist dies die besondere Tragik der einseitigen Berufsschichtung der Juden und der wanderungspolitischen Lage in der Welt, dass die kaufmännische Ausbildung nicht den Schlüssel für die versperrten Tore der Welt gibt. Die natürliche Folge dieser Situation ist, dass der ständige Kampf um den Arbeitsplatz die körperlichen und geistigen Energien der jüdischen Jugendliehen derart aufzehrt, dass für die übrigen Kulturbereiche des Lebens keine Kraft übrigbleibt. Und schlimmer noch: nicht nur quantitativ werden die geistigen Energien in eine bestimmte Richtung gelenkt, auch qualitativ bewirken die erschwerten Lebensbedingungen eine Verzerrung der geistigen Vorstellungswelt in Richtung auf das das Wirtschaftsleben beherrschende Prinzip der Nützlichkeit. Die Gefahr kann nicht ausbleiben, dass der unter solchen Umständen Heranwachsende mit zynischer Gleichgültigkeit die Pflege der Bildungswrerte, die das Leben erst lebenswert machen, vernachlässigt. Er unterwirft jede Betätigungsmöglichkeit in den Kulturberichten der Kunst und Wissenschaft der ihn ständig ■ bedrängenfuhr oder durch Beschäftigung kanaanitischer Handwerker befriedigt werden.*) Den entscheidenden Anstoss indessen für - die Bildung neuer Berufsgruppen wie für die Erweckung gewerblicher Triebkräfte gibt das Königstum. Sein Streben nach sozialer Geltung wie das Bedürfnis, den Abstand von der Masse in allen Formen der Lebenshaltung und der Wirksamkeit hervorzuheben, muss in weithin sichtbarer Form erfüllt werden. Diesem Zweck dienen Tempel-, Palast- und Festungsbauten. Ihm zuliebe wird ein verschwenderischer Hof halt ins Leben gerufen, und selbst die zunächst so unverständliche Aufblähung des Beamtenapparates ist letzten Endes nur ein politisches Mittel zur Verbreiterung der Respektsbarriere, die denKönig vom Volke scheiden soll, die königlichen Bauten müssen in Gestaltung, Materialverwendung und Inneneinrichtung allen Ansprüchen genügen, die an fremden Höfen üblich sind. Dazu bedarf man geübter und erfahrener Handwerker: Steinmetzen und Zimmerleute, Schlosser und Kunstschmiede, Erzgiesser und Holzschnitzer müssen viele Monate hindurch am Werke sein. Da solche Leute im Lande nicht zu finden sind, werden ganze Kolonien fremder „Königshandwerker" in den benachbarten Mittelmeerländern, insbesondere in Phöniziern angeworben und im Lande angesiedelt. Ihr Einfluss auf die Entwicklung und Ausbildung der heimischen Gewerbe ist gewiss nicht gering gewesen. Wer *) Die Ausgrabungen zeigen, dass die Tongefässe dieses Zeitraumes fast durchweg von den griechischen Inseln (Rhodos, Kreta oder Cypern) stammen. Seelische Winterhilfe 6. und 7. Veranstaltung am 12. Januar; 8. und 9. Veranstaltung am 13. Januar: Musikervereinshaus, Kaiser-Wilhelm-Strasse 31, Kindernachmittag 15 Uhr 30 Min., Bunter Abend: 20 Uhr. Mitwirkende am Kindernachmittag: Joni B a 11 a n, Johanna Rosent h a 1, Hilda Ruhm. Vera S p r i n z; am Klavier: Hanna Engel. Mitwirkende am Bunten Abend: Rolf K a i n z sagt an: Joni B a 11 a n, Walter Goldstein, Gerhard G o 11 s c h a 1 k, Egon Hecht, Moniea Herrnf eld, Else H o r w i t z, Henny L o e w e n s t e i n, Alexander M o d 1 i, Hanni Rosenthal, Fritz Tachauer; am Klavier: Hanna Engel, Siegbert L e w i n. Karten für Hilfsbedürftige unentgeltlich im Winterhilfs-Bezirk Mitte. Koppenplatz 6. Winterhilfs- Bezirk Norden, Pappelaliee 3/4. Ohne Einkrittskarte kein Einlass. Bewilligungsschreiben muss auf Verlangen vorgezeigt werden. Einlass zum Bunten Abend um 19 Uhr 30" Min. Jugendliche unter IS Jahren haben zum Bunten Abend keinen Zutritt. Für einen Hilfsbedürftigen wird dringend ein Selbstfahrer benötigt. Meldungen erbeten an die Abteilung Betreuung der Jüdischen Winterhilfe der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Berlin C 2, Rosenstrasse 2—4 (Dl 6711. Apparat 41). Die Ausgabe der Pfundspende sowie Lebensmittel- und Kohlenabrufscheine erfolgt ab 14. Januar 1937. Die genauen Ausgabezeiten sind im Gemeindeblatt ersichtlich. Postscheckkonto: Berlin 93446. den Vorfrage der Nützlichkeit für „sein" Leben. Der übermässig grosse Raum, den der Kampf ums Dasein im Denken und Trachten des jungen Juden von heute einnimmt, droht ihn von der Gemeinschaft zu entfernen. Denn Motor des Wirtschaftsdenkens ist Egoismus. So finden wir in den jüdischen Jugendbünden heute nicht selten den Typ, der aus rein wirtschaftlichen Erwägungen sich in einem bestimmten Bund „organisiert" hat und diesen Bund wieder vertässt, wenn sich ihm auf andere Weise eine bessere Chance bietet. In dieser Denkweise werden die Jugendlichen besonders von ihren Eltern bestärkt, die allzu oft idealistische Bestrebungen ihrer Kinder mit den „realen Tatsachen des Lebens" ersticken. Das geht mitunter so weit, dass die Eltern den Jugendführern Vorwürfe machen, wenn sie mit ihren Gruppenkindern in den Heimen sogenannte unnütze Dinge treiben. Die Beschäftigung mit abseits vom Tage liegenden Geisteswerken und die Kunstpflege wird oft zugunsten der Spracherlernung oder des Handwerksunterrichts als unnütz verworfen. Wenn diese Auffassung die allgemeine Meinung würde, wäre das ein Verhängnis nicht nur für die junge jüdische Generation in Deutschland, sondern für das Judentum überhaupt. Sicherung der leiblichen Existenz ist zweifellos die Grundlage des Lebens, und es wäre ein zweck- und sinnloses Verfahren, wollte man Menschen mit Tröstungen aus dem Reiche der Ideen über ihre elementarsten Lebensbedürfnisse hinweghelfen. Aber der Kampf um die nackte Existenz dient eben nur der unmittelbaren Lebenserhaltung. Die Aufgabe, auf dieser Grundlage das Leben zu gestalten, wird uns erst jenseits der primitiven Selbsterhaltung gestellt. Schon die Art und Weise, wie einer den Kampf ums Dasein führt, ob er nur seine Ellbogen gebraucht, um seine persönlichen Bedürfnisse zu befriedigen, oder -ob ihm altruistische Beweggründe Ernst Lochner S Hsrkheimer Frankfurt a. M. / Gegr. 1S37 ✓ Liebfrauenberg 39 Herrenstoffe In den bekannten erstklassigen Qualitäten. aber den Israeliten diese Abhängigkeit vom fremden Vorbild zum Vorwurf machen will, der möge bedenken, wie lange es gedauert hat, bis die Handwerker des frühen Mittelalters in Deutschland der römischen Meisterschule entraten konnten. Weniger auffallend, aber vielleicht noch nachhaltiger in ihrer Einwirkung auf die Tätigkeit weiter Schichten des Volkes waren die öffentlichen Arbeiten im Dienste des Königshauses. Der ständig wachsende Bedarf an Edelhölzern und massivem Baugestein konnte nur durch Masseneinsatz heimischer Arbeitskräfte in den Produktionsgebieten gedeckt werden. Tausende von israelitischen Bauern und kanaanitischen Schutzbürgern mussten monatelang in den Wäldern des Libanon und Steinbrüchen um Jerusalem unbezahlte Fronarbeit leisten. Ihr Bedarf und Verbrauch an Kleidern, Schuhen, Werkzeugen und Lebensmitteln konnte nicht mehr von den einzelnen Familien beschafft und herangebracht werden. Die fremden Kunsthandwerker konnten für diese Massenarbeit nicht herangezogen werden. Wenn auch die Quellen nichts darüber berichten, so kann doch mit ziemlicher Sicherheit angenommen werden, dass bei der Vergebung dieser Aufträge das heimische Haus- und Sonderhandwerk — pflichtmässig oder gegen Entlohnung — in Tätigkeit gesetzt ward. So wuchs allmählich eine ganze Generation von Spezialarbeitern heran, die im Dienst des Königshauses, durch Aufträge der Beamten und ihrer Familien oder durch Versorgung der Staatsarbeiter Brot und Beschäftigung fand. Hundert Jahre nach Salomos Tod erkennt man bereits, wie nachhaltig der Einfluss dieser Periode auf die Entwicklung der heimischen Gewerbe gewesen sein muss. Die breiten Schichten des israelitischen Volkes haben freilich diese technische Schulung wie die Hebung auf eine höhere Zivilisationsstufe mit dem Verlust der persönlichen und politischen Freiheit teuer genug bezahlt. Schon gegen Ende des salomonischen Zeitalters geht jenes düstere Prophetenwort in Erfüllung, das eine spätere Generation dem greisen Samuel in den Mund gelegt hat: „Eure Söhne wird er nehmen zu seinem Wagen und zu Reitern, die vor seinen Wagen herlaufen. Er wird sie zu Ackerleuten machen, die ihm seinen Acker bauen und zu seinen Schnittern in seiner Ernte. Eure besten Aecker und Weinberge und Oelgärten wird er nehmen und seinen Knechten geben. Von Euren Herden wird er den Zehnten nehmen und Ihr müsst seine Knechte sein." Wir werden sehen, wie diese soziale und politische Wandlung den Arbeitsgeist und die Tatkraft der Juden neu geformt hat. Dr. Julius Eisenstädter. Das Berliner Büro der Palästina-Zentrale der Ägudas Jisroel und die Geschäftsstelle der Agudas Jisroel. Ortsgruppe Berlin, wurden nach Berlin NW87, Flotowstr. 7, Telephon: C9 2642, verlegt. (Sprechstunden: Montag-Donnerstag 15 bis 18 Uhr.) den Schwung für den Lebenskampf geben, lässt wesentliche Rückschlüsse auf den Charakter zu. Diese Situation stellte die jüdische Jugendbewegung vor die schwierigste Aufgabe. Sie musste den jungen jüdischen Menschen zu einer Lebensauffassung erziehen, die den ewig menschlichen Kulturgütern wieder den richtigen Rang zuweist. In ruhigeren Zeiten fiel diese Erziehungsarbeit der Jugendbewegung verhältnismäsig leicht, kommt doch die jugendliche Natur mit ihrer Glaubens¬ und Begeisterungsfähigkeit ihrer Einsatzbereitschaft für die "Gemeinschaft einem idealen Wertstreben entgegen. Ihre Feuerprobe kann die Erziehung erst in einer Notzeit bestehen, in der sie sich ausserhalb des Jugendlandes im schweren Alltag bewähren muss. Die jüdische Jugendbewegung will diese Feuerprobe bestehen. Ihre Erziehung geht in die Richtung, die Schopenhauer einmal mit den Worten umschrieben hat: Ein glückliches Leben ist unmöglich, das Höchste, was der Mensch erlangen kann, ist ein heroischer Lebenslauf." So verstanden, verbindet heute alle jüdischen Jugendbünde eine heroisch-kämpferische und heroisch-entsagende Grundhaltung. Wenn die Haltung dieser besten Teile der jüdischen Jugend die Lebensführung der gesamten Judenheit bestimmt, hat die junge. jüdische Generation in Deutschland auf ihre Sondersituation würdig geantwortet. Mitgliedsbeiträge für den C.-V. Gross-Berlii auf Postscheckkonto: Jüdischer Central-Verein E. V., Landesverband Gross-Berlin, Berlin W. 15, Postscheckkonto: Berlin NW. 7, Nr. 115 501> Die Sondersituation der jüdischen Jugendbewegung Von Dr. Bruno Sommerfeld