Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 3 (1924)
- Issue
- 52 (26.12.1924)
- Date
- 1924-12-26
- Page
- Seite 840 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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840 : i ii i ■>; :: Amerikanische Ztampfmsthoösn. „19 660 600 Katholiken verteidigen die Inden." Vor uns liegt der Ausschnitt aus einer großen New Jorker Zeitung, der die Abbildung eines Anschlages des Pater G i l -I i s an de r T ü r der ka thol i sch ein K i u ch e v o n St. Mary z-eig^ der alle Welt zuan Lesen und Aufhorchen gezwungen Hütte. Das Plakat hatte folgenden Originalwortlaut: FATÜER GUUS CATHOL1C PRIEST DEFENDS JEWS IF THE TIME EVER COMES WHEN PERSECUTION SHALL BLAZE FORTH IN 1MIS COUNTRY AS IT HAS IN EUROPE J PRAY QOD THAI NOT ONE CATHOLIC HAND SMALL EVER BE RAISED AGÄINST ÄNY J E W AND j HOPE AND PRAY THAI SHOÜLD SUCH A PERSECUTION BEGiN 19aCO:J000 CATKOL1CS WILL LEAP TO THE DEFENSE OF THE JEWS .. a .. ij|jn^__ Die deutsche Übersetzung hat folgenden Wortlaut: Pater Gillis, der katholische Priester, verteidigt die Juden! Wenn es jemals dazu kommen sollte, daß eine Verfolgung beginnt, wie es in Europa der Fall ist, so fletzo ich Zn Gott, daß nie eine katholische Hand sich gegen einen Inden ausstrecken möge. Und ich hoffe und vertraue darauf, daß, sobald eine solche Verfolgung beginnen würde, 19 066 066 Katholiken zur Verteidigung der Juden auferstehen werden. Einem Reporter antworte t« der humane Paler ans d'e Frage: „Warum schlagen Sie diese Botschaft an die Kirchentür von St. Mary?" „W eil ich glaube, daß gerade dieses Plakat unserem Bezirk noLtut. . Sehr viele Leute haben mich schon gefragt, und ich gebe ihnen allen dieselbe Antwort. Dieses Plakat ist für die hier lebenden Menschen nützlich, und es wird so lange hangen bleiben, als nur irgend jemand es Mascha neu wird." Wir veröffentlichen diese Angelegenheit, mn zu zeigen!, in welch eigenartiger Weise Amerikaner die Juden verteidigen. Trimme. Woche n b e t r a ch t u n g. Joseph träumtz die Großen träumen, Pharao träumt. Wir sind im Laude der Träume, der beamteten Wahrsager, des Aberglaubens und des Toteukultus. Wir sind im alten Aegypten. Die Thora rodet die Sprache der Menschen. Sie paßt sich dein Denken und der Sinnesart der Menschen an, mit denen sie zu tun. hat, auf die sie einwirken will. Mir sind in einein- Lande, wo die Menschen glauben, daß das U-ebersinuliche durch den, Traum aus sie wirkt. Der Traumergibt sich aus denn womit sich die Menschen in ihrem Gedankenleben am meisten 'beschäftigen. Betrachten unr den Traum Pharaos und die Traume Josephs, so finden wir! den charakteristischen Unterschied oriienitalstchdespotischer und jüdischer Weltairrschauamg. Pharao träumt von Kühen mchvon Aehrcn. Er träumt nur von materiellen Dingen. In diesem Sinne können wir sagen: Für ihn gibt es nun einen Traum, den Traum irdischen Glücks. Wie stellt er sich das irdische Glück vor? Die Kühe steigen ihm aus dem Fluß. Die Aehreu steigen an einem Halme aus. Das Glück muß ihm werden ohne Mühe, ohne Arbeit, ohne Anstrengung. Es füllt ihm nur so zu. Er lebt von dem Schweiße der anderem Joseph träumt auch von Aehreu, aber in anderer Weise. Siehe da, wir banden Garben auf dem Felde. Er träumt von sich in der Arbebt. Er arbeitet mit. Er, der jüdische Große, läßt nicht nur dis anderen, die Brüder, für sich arbeiten. Er will nicht ausbeuten. Er hält sich nicht zu hoch für die Arbeit. Er arbeitet mif Er arbeitet auch nicht für sich eine besondere Arbeit, einü Kunsiardeit, eine qualifizierte Arbeit, die nur seine Mußestunden ausfüllen soll. Er arbeitet ans dein Felde mit dem Volke, wo die anderen arbeiten. Er will keine größer eil Rechte. Er kennt für den Fürsten, den Führer, nur! größere Pflichten. Joseph aber träumt nicht nur von Aehren und Garben. Er träumt auch von Sternen. Er wendet den BW nicht nur zur Erde. Er schaut gen Himmel. Er erhebt sich über das Irdische. Er ernennt eine Macht über sich an. Pharao hält sich selbst für das Höchste. Er ist sich selbst Gesetz. Er kennt deshalb keine Schranken. Er macht sich kein Gewissen daraus, sein Volk auszubeuten. Es ist nur da, um für ihn zu arbeiten, um Hm Lebensfreude und Lebensgenuß zu bereiten. ' Joseph dagegen träumt von den Sternen. Alls ihren ewigen Bahnen leuchtet ihm das heilige Sittengesetz entgegen. Sie künden ihm den Schöpfer, dessen höchste Forderung -es ist, daß seine Geschöpfe für einander leben, einander Helsen, beistehen und lieben. Josephs Traum ist von seinem Volke verwirklicht worden. Israel hat in den Sternen den Maßstab s-cknes Erdenwallens gefllnden. Wohin immer es sein schweres Schicksal geführt hat, es war redlich bemüht, mitzuarbeiten mn Wöhle seiner Menschenbrüder. Der Sternengedanke der Menschlichkeit und Brüderlichkeit ist niemals in seiner Mitte erstorben. Er wird von ihm ausgehen und die widerstrebende Welt mit seinem Glanze erfüllen. Hofsmann. Vitaminreiche Nahrung ■für Kinder, geistige Arbeiter und Kranke bieten ärztlich eingesandte preisgekrönte RezeptefilrRamogen- Speisen. Vorschriften unverbindlich und frei durch Deutsche F/HJchwerke A.-G.? Zwingenberg (H.)> 70 Jatsre i- Vielfach prämiiert Berlin 017, Grüner 'Weg 50 CS» «J. 1924 DIE DEUTSCHE WERT-ZIGARETTE