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Central-Verein-Zeitung · 1924-12-26 · 52 (26.12.1924) · p. Seite 841

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
3 (1924)
Issue
52 (26.12.1924)
Date
1924-12-26
Page
Seite 841 (sequence 9)
Language
German
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841 Ein neuer jü-ifcher Krim. „D e r Fluch", ein Fivm von Dr. Emst Weih-mamn (Ne^ie Robert Land, Fadrikait Lamdsinn Wien,) wurde vor gälia-denem' Publikli.iu von der TreLa-rsen - Frhn G-. x\\ b. H. im Baifa^-Theak^r (Berlin, Kilrsürstend^mm 193) vorgest'chrk. Wne Geschichte vo-n Schuld und Sülsile und Cutssthn-unig -durch ein. Wunder G-ockteH. Der Jude Nachrim-n h-at den Tod seiner Brnn.1', die er uni einer anderen Frau willen verlassen Hai, versthMst. Trotz äußeren Wohilstcindes omtzsindet er den Fluch des BaierZ, der ans ihm lastet, und sühnt seine Schuld nach freimütigem Bekenntnis nnt harter Butze durch die ihm von Gott gewiesene Rottung eines Ätens-chenle6ens. Gott erweist seine BairmherZiigkeiit durch ein Wunder. Ein; jüdischer F i l m? Er spielt in einer ländlichen jüdischen Gonr-einde Ru-Hlands oder Polens, er könnte aber dbensognit be>i!spielsweise in einem kacholischMr Dorf spwleni. Er q'M ein ^tücf Bolksleben, das sein Gepräge mehr von bäuerlicher als von jüdischer Eigenart erhält. Die Konflikte entstehen nicht aus dem Gegensatz Zwischen jüdischer rmd christlicher Wdbtj, sind also nicht daZ, was wir als spezifisch „jüdisch" zu bezeichnen gewohnt sind. Cs sind rein Mienschlichtz Konstikie, die nicht über den Löbens kreis der handelndem Personen hinansgehen. Gläubigste Religiosität bis zum Wunder- Suden bildet die natürliche geistige Basis, wie jüdische Sitte, jüdi- 3 FamilienMiem jüdische Feste der selbstverständliche äußere Rahmen sind, in dem sich allgemeines Menschensch-icksal vollzieht. Menschen werden dargestellt in ihren Schwächen und TugondLu, in Glück und Leid, in Liebe und Haß, ohne Schönfärberei und ohne Verkehernn-g. Es ist ein Borzug des Films> daß er keine Tendenz hat, daß er keine Probleme stellt noch Lösungen zn geben versucht nnt) dmmt cvuch keinen Anlaß zu pvlitischer Diskussion in irgondkeinem '^inne gibt. Dem -allzu vorsichtigen! Zuschiauer könnte es verfänglich erscheint, daß der jüdisch: Pater seinen Knecht dingt, u-nr bete Tochter seines Feindes verführen zu lassen. Ein derartiges Geschehen verursacht Unbeh'agen ans rein ethischen Gründen, obwohl es gluubhiast, wenn auch nie entsthjuldbar sein mvrg, daß sich auch ein jüdischer Baker durch seine Verzweiflung so wert treiben läßt. Im ganzen ist der Film ein echtes Volksstück, fast eine Legende. SenlömMtamtät und BanaliM sind nach Mglich-keiiL, wenn auch nicht ganz vermieden. Die Darstellung ist im Durchschnitt gjuiti, die Milder zum Teil recht schon, sowohl die Landschaften wie die Junenräutme. Die Synagoge und die L-ehrschnle ^scheinen allerdings reichlich pomstös und großartig für eine kleine ländliche Gemeinde. Leider gab es nicht eine Frühlings- oder Sommerlsandschaft, man HM'.te den Eindruck, als herrsche rmter diesem Himmelsstrich ewiger Winter.. Das mag zum Stnrnmnngsgiehalit passen!, wirkt aber aus die Dauer gar zu trostlos. Etwas ungeschickt und unklar ist die Szene nM den durchgehenden Pferden. Auch, sollte die Regie wissen, daß eine jüdische Dräut nicht ohne Gesichtsschleier unter der Chuppe steht. Ganz unzulänglich war der Chor. Man hätte überdies Mir mmdesteir das Neunwudsaebet hebräisch singen lassen müssen, wollte man schon stilecht sein. 'Das Schilutzbild mit dem ergreifenden Wunder, zu dem der herrliche Gesang „Aus der Tiefe rufe ich dich, Herr" gesungen wurde, kam durch den schlechten Vortrag fast ganz um seine Wirkung G. A. Carl Iüöels Oestattung. Zu einer ilnpasantcn Kundgebung gestaltete sich die Trauerseier für unserLN leider alfjii früh verschiedenen Vorsiyenden, Herrn Carl Jü d-e l (Vtannheiur). Tie Teilnahme aus allen Schichten der Bevölkerung an der Feier war so außerordentlich groß, daß die Halle des israelitischen Friedhofs die Versammelten nicht zu fassen vermochte. Herr Rabbiner D r. O P p e n h e i m entwarf in meisterhastcr Rede ein Lebensbild des Verstorbenen, dessen alleiniges Streben neben der Liebe und Sorge für seine Familie es war, sein reiches Wissen und Können in den Dienst der Allgemeinheit 511 stellen. Herr Dr. M 0 s e 8, Präsident der israelitischen Gemeinde, gedachte in tief empfundenen Worten all der Verdienste, die sich Carl Jüdel aus alten Gebieten des E-emeindclebens in jahrzehntelanger aufopfernder und selbstloser Weise errungen hat. Direktor W n g n e r stattete namens der A u g u st - 2 a m e p. -Loge dem Entschlafenen als Erpräsidenteü den herzlichen Dank für sein vorbildliches Wirken in der Loge und im Orden ab. Schließlich gab Rechtsanwalt Dr. K a r l K a u ff m a n n namens der Ortsgruppe des C e n t r a l v e r e ins, 3 u g l c i ch a 11 ch im Aufträge des H a n p t v 0 r st a n d e s und des Badischen L a n d e 8 - V e r b a n d e s , der tiefen Trauer des Central- Vereins um den verstorbenen Gründer und 1. Vorsitzenden der Ortsgruppe Ausdruck und gelobte, daß die Ortsgruppe im Geiste des Verstorbenen weiterzuwirken bestrebt sein werde. Der Gesang eines Quartetts von Freunden des Entschlafenen beendete die erhebende Feier, die Zeugnis ablegte von der außerordentlichen Wertschätzung, der sich Carl Jüdel in allen Kreisen unserer Gemeinde erfreute. Das Andenken dieses gütigen und aufrechten Mannes wird bei allen, die ihn kannten, in hohen Ehren gehalten werden. Vom Deutsch-Israelitischen GemeindeSunde. In der AusfHußsitzuuA des Deutsch-Israeli tischen Gemeindebundes wurde beschlossen, daß die Geschäfte des Bundes nach dein Tode des Professor K a - l r s ch e r zunächst durch, die beiden bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden Legationsrat Professor Dr. E 0 b e r n h e 1 m und Zustizrat Dr. Selo ur 0 n , denen ein auswärtiges Mitglied anzugliedern fei, weilcrgeführk werden sollen. Es wurden dann über die Ausgestaltung der Friedrich--Wilhel:n--BiktoriQ-SListung Beschlüsse gefaßt und berichtet, daß die Anstalten des D. I. (5.93.: die Für sorgeerziehungsanstall für Knaben in Repzin, die mit einem Kleinkinderheiur verbundene FürsoraeerziehungsanstalL für Mädchen in Köpenick und die Erziehungsanstalt für schwachsinnige Kinder in Beelitz gut belegt sind und daß das Im vorigen Jahre int Gebäude der ehemaligen jüdischen Arbeiterkolonie in Weißensee eröffnete Dauerheim für erwachsene S-chwachsinnige beiderlei Geschlechts stark in Anspruch genommen werde. Gründliche Kräftigung und Auffrischung verschafft das vorzügliche, billige, wohlschmeckende Bio malz. Es gibt wohl kein einfachere-, bequemeres und angenehmeres Mittel; keineerfreut sich einer gleich großen und uneingeschränkten Beliebtheit wie Biomalz. Neben der Hebung deS KrüftegesÜhlS tritt fast immer eine auffallende Besserung des Aussehens ein. Man fühlt sich geradezu wie verjüngt. Mit keinem anderen Kräftigungsmittel kann man bessere Erfolge erzielen als WaS nehme« die Aerzte. Alle Ersatzpräparate und Eisenmittel erzielen nicht die Wirkung, was Appetitanreaung und Kräftigung anlangt, wie Biomalz. In meiner eigenen Familie bin ich mit der Anwendung ganz besonders zufrieden. Dr. K. in Ch. mit Biomalz. Meine Frau hat Biomalz sehr gern, besonders in Bier, genommen, und eS war eine erfreuliche, namentlich sehr rasche Gewichtszunahme und blühendes Aussehen erfolgt. Dr. med. W. Biomalz hat sich bei meiner Frau und beiden Söhnen vorzüglich bewährt. Dr. Frhr. v. B. Preis einer Dose Biomalz 1,90 Mark, mit Lecithin 5 Mark, mit Eisen (für Blutarme und Bleichsüchtige) 2,20 Mark, mit Kalk extra (für Lungenleidende) 2.50 Mark, Hossmarms Biomalz-Schokolade Tafel 60 Ps. Ausführliche Drucksachen kostenfrei von Gebr. Patermann, Teltow-Berlin 14. 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