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Central-Verein-Zeitung · 1924-12-12 · 50 (12.12.1924) · p. Seite 800

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
3 (1924)
Issue
50 (12.12.1924)
Date
1924-12-12
Page
Seite 800 (sequence 12)
Language
German
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300 die jundenseindl-iche, und er wird sofort fcftfteßen können, daß unsere Gegner wissen und sich daraus eingerichtet haben, daß der Kampf des Cenlralverems der Kamps der dcutsclM JuLenheir ist. M i l i i o n e n w e t § haben wir an unsere Ortsgruppen Flugblätter versandt. Die Führer des CentralvereinZ waren in allen Teilen des Reiches Führer im potrti scheu Kampfe. Unser mit Hilfskräften weit über 100 Personen umfassendes WakMureau war belon-devr iw Endkamps so ausgezeichnet organisiert, daß wir allen, aber auch allen Ansprüchen unserer Landesverbände und Ortsgruppen haben gerecht werden können. Unsere Landesverbände ihrerseits hatten in nmstergültiger Arbeit dafür gesorgt, daß der Strom von geistiger und materieller Energie bis in die kleinsten Ortschaften, in denen der Centralverem nur ein oder zwei Vertrauensleute hat. gelangen konnte. Sehließen wir diese Betrachtung mit einem kurzen Blick hinter die Kulissen unserer Arbeit im Endkamps. So (Abbildung 10) gingen die vottgepackten Rollwagen 14 Tage lang ohne Unterlaß vom Centralverein Zu den Anßenbahnhösen. Unser Stolz ist es, daß wir nicht, wie unsere Gegner es taten, aus diesem flugblattbela denen Rollwagen sluch beladene K ehricktwage n g e m a dy t haben. Abbildung 10. Abbildung 10. MMMA MM yys\ OM-; 'Cf-yy-'. {ipVi ZWW NM KM MH •X’J MM-i EW Mus unserer versammlungstätigkett. Me vor den Reichstagswahlen im Frühjahr d. I., so haben wir 'auch vor diesen Wahlen im ganzen Reiche durch öffentliche Versammlungen Aufklärung über den Wahnsinn des Antisemitismus und über das wahre Gesicht des deutschen Juden zu verbreiten gesucht. Unsere große Hauptvorstandsfitzung am 2. November d. I. in Berlin brachte den Auftakt Zur Wühlarbeit. Fast in jedem Landesverband fanden dann Vorstandssitzungen oder Verbandstagungen statt, in denen die Pläne für die VersainmlunHstütigkeit je nach der politischen Zusammensetzung der Landesteile ausgestellt wurden. Ohne Uebertrerbung können wir sagen, daß in diesen vier Wochen vor der Wahl in allen Gegenden des Reiches täglich viele Versammlungen stattgefunden haben, in denen treue, bewährte Mitarbeiter des C. V.. Juden und Nichtjuden. Katholiken und Protestanten über das Judentum und über die Aufgaben des deutschen Staatsbürgers am Wahl-, tage gesprochen haben. Aus dieser beinahe unübersehbaren Fülle von Veranstaltungen können mir nur wenige nennen, um an diesen Beispielen ein Bild von der großen Arbeit zu geben, die der C. V. für die Reichsurtb Landtagswahlen geleistet hat. In FrauLfrn'L a. M», Pirmasens, KaiserslarrLern, Eise- IUU), Königsberg, liefst And Wer Litt sprach Dr. Bruno Weil vor einer großen Zahl von Zuhörern über die Haltlosigkeit des Sch agwortes vom „Internationalen Judentum". In Schwerts a. d« NrZhr keunzeichnete der Landwgskandidat Studiendirektor Dr. Bohner in einer von echt humanem Geist durchdrungenen Versammlung die Kulturdummheit der völkischen Bewegung und den kulturellen Tiefstand der Hakenkreuzler. In KarLsrNtze, Wertheim und München-Gladbach sprach auf Einladung unserer dortigen Ortsgruppen der katholische Schriftsteller Dr. Alfons Steiger über die Gefahren der völkischen Bewegung iür das deutsche Vaterland. Die Lokalzeitungen berichteten, mit welcher Aufmerksamkeit die Hörer den Ausführungen folgten, und wie schwach die Erwiderungen der Gegner waren. In einer Riesenversammlung im Saale des „HofjägerZ" zu Magdeburg trat an Stelle des erkrankten ReichZtagskandidaten Georg B e r n h a r d A r t h u r S ch w e r i n e r ein. und sprach mir packenden Worten über das Thema „Jüdische Schuld". Der Redner erntete mit seinen Ausführungen stürmischen Beifall, und die anwesenden völkischen Hörer störten weder durch einen Zuruf noch durch ein Wort in der Diskussion den glänzenden Verlauf der von etwa 2000 Menschen besuchten Versammlung. Am 30. November fand Herr Dr. Ismar Freund in Körrigsbcrg und Gumbinnen andächtige Zuhörer, als er als Jude eine Antwort auf die Frage gab: „Was ist uns das deutsche Vaterland?" Er führte aus: „Wir Juden sind deutsche Staatsbürger, und weil wir es sind, müssen wir für uns den Grundsatz in Anspruch nehmen: Alle Deutschen sind vor dem Gesetze gleich. Aber wir Juden sind darüber klar, daß uns unser Deutschtum etwas unendlich Höheres und Tieseres bedeutet als nur einen Rechtsbegriff. Für uns ist über das Rechtsproblem hinaus unser Deutschtum und unsere Vaterlandszugehörrgkeit m erster Linie eine Angelegenheit der Seele. Das deutsche Vaterland ist unsere Heimat, ist das Land, das unsgeboren hat. dessen Sprache wir sprechen von den: Augenblick an, wo kindliches Lallen zum Wort sich gestattete. Wir 'Juden, die wir jahrtausendelang durch die Völker gehetzt worden sind, haben ein unauslöschliches Gefühl der Dankbarkeit und Anhänglichreil gegen ~ dieses Land und gegen die Scholle, die uns Heimat geworden ist. Wir deutsclM Juden haben uns stets zur deutschen Kultur-- gemeinschaft zugehörig gefühlt, zugehörig Zum deutschen Volke, , das einen Goethe, Schiller. Kant, euren Beethoven und Schubert geboren hat. Und aus allen Gebieten des Geistes- und Kulturlebens hat der deutsche Jude nicht nur seinen Mann gestanden, sondern auch über seinen Prozentsatz hinaus sich als Kämpfer bewährt für deutsches Kulturgut" Der evangelische Lehrer Woywod, dem wir schon manches treffliche. emsichtM Wort über die Judenfrage verdanken, sprach in Verden a. AVer rn einer vom Centralverein einberusenen öffentlichen Versammlung, der größten Wahlversammlung der Stadt. Dre Versammlung unserer Ortsgruppe See? i\ OstsriesLand hat weit über die Grenzen, der Stadt hinaus gewirkt. Ter Universitütsprofessor Dr. K i n f e l (Gießen) sprach als Christ und Mann der Wissenschaft über das deutsche Judentum und den Staat und kenuzeichnete den Widersinn der antisemitischen Bewegung. Er^ Alleinige Anse Igen -Annahme Rudolf BSosse, Anzeigen-Annahme lu. samt!.. Zeivungan Deutsc&lanäs und des Auslands . 2. tthn £\\ 19, Jerusalemer Strobe 46-49 j Breslau » Chemnitz * Dresden r Dwierdorf, / Erkrrt i Frantfarr a. 2K. / Halle (Saale» t Ham!)arg Hannovev Icklu ci.LW. i Lcipzitt i Magdeburg ) Mannheit» t München Nürnderg » Stuttgart Amsterdam j, Prag - Wien / Budapest / Warschau r Ba-el - Z »rr y. NH fljenl r M ST 11 AMH u STR;

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