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Central-Verein-Zeitung · 1924-12-04 · 49 (4.12.1924) · p. Seite 769

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
3 (1924)
Issue
49 (4.12.1924)
Date
1924-12-04
Page
Seite 769 (sequence 5)
Language
German
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den TOafjltampf t Grundsätze von Treu und Glauben, von Heldenhaftigkeit und Klarheit verlor." (Von uns feti: götmtöb. Die Schrift!.) f Also schrieb -der S o Z i a l i st Max Maurenbrecher in seiner HohenZoll.ernlog.ewde Band I, S. 207. Es WM sZttWKl.». Professor Hoetzsch vors itn f Jahre n. Die Gelehrten sind sich noch irmner nicht darüber einig, ob d>i>e '48 Abgeordneten -der Halb und H a I b p a x t e t a b f o nt tu ü n - diert oder aus innere r U e b e r Z e tt g in; g ihr Ja bei der Dnwes-Abstünmung gegeben haben. Jedenfalls findet man auf der „Selbe der Ja.-Sag.er einige der so wenigen Persönllchvctten der Dentschwattsn-alen Vo-Wparteih für die mich der politisch Andersdenkende 'stets Achtung empfindet. Zu diesen gehört der Berliner Historiker Professor Otto H o e tz s ch, der bei der klaren, read politischen Einstellung, die ihm sein umfassendes aasten politisches Wissen verlieh , nur in .der A n n a h m e des D a w e s - P l a n e s die Möglichkeit für den WiedewiuMeg. Deutschlands erkannte. Die- ,-selbe r e a l p o l i t i s ch e, ü b e r p a r t e i a g i t a t o r i s ch e .Mätzchen weit hinEgchende Einsicht hat man schon immer bei Arosessor Hoetzsch seststellen können. Seine Wochenbetrachtungen in der „Kreuzzeitung" fanden in allen Lagern stärkste Beachtung. Jetzt allerdings darf Professor Hoetzsch, als ein Mmm, der das Vaterland Ater die Partei stellt, in der „Kweuzzeibwng" nicht mehr schreiben. Benrerbenswert aber ist, daß man Herrn Professor Hoetzfch n o ch bis 1 92 4 in der Partei beließ, denn, wenn man alte Zeitungen durchblättevt, so findet man da Aenßernngen, die verfaßt zu sein scheinen, um gegen die Phrasen deutschnationalantisemitischer Agitatoren u it b ihrer Pre s f e verwendet zu werden, und die aus der Feder von Professor Hoetzfch stammen.. So kann man in der „K r e u z z e i t u n g" vom 12. Februar 191.9 bei einer Kritik des Palästinaproblems das Folgende lesen: „Welches Interesse wir namentlich an der Ostjudeufrage haben, und daß auch uns ein jüdisches Palästina in seinem Zusammenhang mit dem Oskjudent-um von großem Werte wäre, das sei nur gestreift. Nur eine internationale Macht liegt in alledem n i ch t. Weber sind im Kriege die amerikanischen Juden so bedeutsam, wie man anna-hun geworden, noch hat das internationale Kapital, das in jüdischen Händen ich ans den K ri e g s v e rl a u f und das Kriegsende wirklichen Einfluß au sg eü b t." So durste einmal ein deutschMti.onaler Führer schreiben und dennoch itd der Partei bleiben. Wir sind sicher, wenn einer von . jenen Herren heute so schriebe, seine Tage innerhalb der Partei wären gezählt, auch wenn er nicht, seinem Gewissen folgend, sich für den Ausbaujent-eS Vaterlandes ein setzen wollte. „ds§ Dös srömteL gemMichV Nachdenkliche Betrachtn n geit, Der unleugbare Rückgang der völkischen Bewegung hat die Völkischen selbst.zu-m Nachdenken gemahnt. 'Sie sind zu der Erkenntnis gekommen, daß in ihren eigenen Reihen nicht alles zum besten bestellt ist. Es fehlt der Bewegung, wie Kurt Köhler im Novemberheft von „Deutschlands Erneuerung" klagt, an sachlicher, wissenfehaftlicher Arbeit. Ob aber daran das Mißverhältnis der Zahl der Wissenschaftler Zu der gesamten Bewegung schuld ist, möge dahingestellt bleiben. Richtiger scheint es zu sein, daß der Verfasser laut und deutlich ausgesprochen wissen will: „Die Arbeit der völkischen Autodidakten wirkt geradezu verheerend 'und verhindert eine Vertiefungunserer Bewegung. Sie stößt den Wissenschaftler und auch die — anständigen Elemente ab." Autodidakten ohne gründliche Bildung richten nach dem Urteil des Verfassers nur Unheil au; auch Volksversammlungen seien nicht der rechte Ort, um wissenschaftliche Fragen zu erörtern. Drei Drnge sind es, die den Völkischen fehlen: Wissen, Können, Wolle n. Nach zder Meinung Köhlers geht die völkische Bewegung kindischerweise der Wissenschaft aus dem Wege, weil sie angeblich philosemitisch sei. Das Agitatorentnm täusche ein Können vor, während tiefste Unsachlichkett unter einem verschlissenen Mantel hohler Beredsamkeit sein Kern sei. Der Hauptfehler sei aber der Mangel eines jetten Wüllens . . . Tie Folge dieses Mangels an Willen sieht der Verfasser in dem Fehlen geistiger Regsamkeit und gründlichen Bescheidwiffens. „Wie ist in Wahrheit bei uns die Lage?". fragt jeder besorgt. „In welchem Zustand hat sich das Bürgertum in den letzten Jahren gezeigt? Wo sind die mutigen und aufricht i g e n Ch a r a L t e r e? Wo i st g e i st i g e S e l b st ä n d i g - feit? Der Judengegner soll aufrichtig sein. Trotz allen Hasses erkennt er am Judentmn in seinem Innern doch eines an: seinen starken Charakter, seinen Willen! Woher kommt es, daß dieses jüdische Volk trotz jahrtausendelangen Aufenthalts inmitten fremder Völker sich selbst treu bleibt, hingegen der Deutsche im Auslande so schnell sein Volkstum verliert? .Woher kommt es, daß sich der Jude durchsetzt?" Und die Antwort darauf ist: „Seine riesigen Geldmittel erklären das nicht allein, seine hervorragende Geduld ebenfalls nicht; es ist letzten Endes sein herrischer Wille. D e r I u d e arbeitet gründlich, eignet sich ein W ij } e n an, das t u r mhoch über dem von vielen Deutschen steht; Kenner, die selten sind, lassen sich nicht täuschen." Köhler stellt die Juden seinen Anhängern als Muster hin. Wenn sie aber erst ein solches Maß von Wifsem Können und Wollen erreicht haben werden, dann wird cs mit der völkischen Bewegung erst recht schlimm aussehen. t>k mtyee MkischZ Gesinnung. Eine Zuschrift. Ter Heimatschriftsteller Ern st P ü schel (Neudietendorf i. Th.), der im politisch rechten Lager steht, schreibt uns das Folgende: Der Oktoborprospekt, der meinen Roman „D i e Jude n v o n. K r o n b u r g" anzeigt, beginnt mit den Worten: „35 a 8 erste d e u t s ch v ö l k i s ch e Buch, das für das deutschbewährteJ u d e n t u m wirb t." Don Völkischer Seite aus wurde mir daS Recht bestritten, meinen Roman deutschvölkifch zu nennen. Meine sämtlichen Dichtungen bezeichne ich als „deutschvölkisch". Natürlich ist für mich „deutschvölkisch" kein Parteischlagwort, s o n d e r n A u S d ruck einer Gesinnung, die im deutschen Volkstum, in der deutschen Wesensart wurzelt Die Merkmale dieser Gesinnung sind: T r e u e, W a h r heit. Gerechtigkeit! Diese Gesinnung, in Tat umgesetzt, gibt die sicherste Gewähr für die innere Gesundung unseres Volkes! Und diese Gesinnung kann in einem Juden ebensogut wie in einem Protestanten oder Katholiken lebendig sein. Die Frage des Blutes — wie es die Partei der sogenannten Völkischen fordert — kann und darf nicht ausschlaggebend sein. Die Herren Fanatiker unter den sogenannten Völkischen würden in arge Verlegenheit geraten, sollten sie plötzlich Nachweisen, das; in ihren Adern nur arisches Blut fließt. Warurn fordern sie nicht Stammes- und Familienkunde als'Schulfach? Es mühte zunächst einmal für einen jeden sogenannten Völkischen Ehrenpflicht sein, den Stammbaum der eigenen Familie festzustellen. Wenn sich arisches Blut mit jüdischem oder romanischem oder slawischem Blut vermischt, ist das keine Sünde! Von einer „Sünde wider das Blut" darf man erst reden, wenn jemand aus Leichtsinn und Unbeherrschtheit sein Blut durch sexuelle Krankheiten vergiftet. Diese Sünde ist zugleich eine „Sünde wider das deutsche Volk"! Sind alle sogenannten Völkischen von dieser Sünde freizusprechen? Mit dem Blutevangelium wird man bald keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervorlocken können! Monde Haare, blaue Augen imb ungeprüftes „arisches" Blut dokumentieren noch lange nicht den völkischen Mann! D a s v er ma g al l ei n d ie G es in n u n g! Mein Roman fordert nichts anderes, als das; auch der deutschbewahrte Jude zur deutschen Volksgemeinschaft gerechnet werden muh. Neudietendorf i. Th. E r n st P ü s ch e l.

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