Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 3 (1924)
- Issue
- 48 (28.11.1924)
- Date
- 1924-11-28
- Page
- Seite 757 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/2277379-2277464-2277511--01656-2280922- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
757 McchkHeiit legte cx nicht großen Wext. Er vergaß sie s-o manche-s Mal und mußte häufig an sie erinnert werden. Er hatte nur den einen Wunsch, in Ruhe arbeiten gu dürfen. Sein Fleiß war grenzenlose Wie ein Kind über seinem Spiele vergaß er über seiner Arbeit die Welt und — beinahe möchte man sagen — Go>tt. Von seiner dlrbei>rsstatte sich zu trennen. fiel ihm schwer. Erholungsreisen rvaxen ihm lästig. Die all gemeinen Feiertage waren ihm wegen der 'Ruhe, die an ihnen herrscht, die Liebsten AvberMage. und er riß sich nicht Los, um das GotteHhaus Zn besuchen. Ob ex religiös gesinnt war. wird er fdbft wohl kaum gewußt Huben. Hatte er doch keine Feit gefunden, iifetT sich lmchZu-denken Was sollte ihm die Arbeit ein tragen? Keine persönlichen Vorteile. Ein Ausspruch von. ihn, lautete: „Viel arbeiten, wenig publizieren." Er erstrebte überhaupt keine praktischeut Zwecke. Er suchte die Wahrheit. War er ihr aus der Spur — und ex hatte ein fernes Ahniungsver mögen hierfür —, dann ließ er nicht mehr nach. Er war ununterbrochen hinter ihr her und hütete sich vor SeLbftiä.uschungen. Er w-arnte vor „lvillkür liehen Einschätzungen". U m die Wahrheit z it finden, in a ch t e er u n z ä h l i g e Besuche und w a n d t e hierbei, die größte G e n a u i g - f e Tr qii Seine Zähi-gkei t und Geduld waren nni'i der trefflich In .seine Forschmgsgrgenstonde versenkt, verschvand alles rudere um ihn. Im strengsten Winter eilte er ohne Mantel über die Straße und spürte nicht die arge Kälte. In diesem Punkte hätte er mit Hille! wetteifern können, der. aatf der Dachluke des Lehrhänses liegend, um den Dorträgen da unten zu, lauschen, rächt merkte, daß sich" über ihm eine hohe Schneedecke gebildet hatte. D'e Weiltabgewan-dtheit Pan! Ehvlichis lehrt, daß die Erzählung des Talmuds von dom halberfroren awsgestMdenen Hillel kein A!nrcben ist. Hatte er die Wahrheit entdeckt, dann wurde der sonst so stille Gelehrte leiden schastlich erregt, ans Fußböden und Schchchhlen schrieb er seine „Seiteufetten". Er war dann in der Unterhaltung so lebhaft, daß er im 0-Zng die Mitreisenden um ihre Nacht rrche brachte und der Scha-ssner mit ihm seine liebe Not hatte. Trotz seiner Weltsremdbesit hatte er ein klares Urteil über manche Dinge, die außerhalb seinesseine Kräfte verschlingenden Arbeitsgebietes lagen. Seine Ansichten über die geistige Ausbildung unserer Jugend sind beachtenswert. Das hunmnistische Gymnasium konnnt dabei schlecht weg. Er hielt nichts von der Vielwisserei und Vielloserei. „Man muß g e w i s s,e Gesichtspunkte haben, aus denen man die Literatur studiert, dann ist sie Pesruchtend, sonst nur verwirrend." Seine letzten Lebenswahre waren nicht jcl]ön, obwohl sie reich an höchsten Ehrungen waren. Er litt unter dem Neid u n d der Gehässigkeit seiner Mitmenschen. Er nahm die Fe i n d s e l i g k e i t e n s e h r schwer. Seiner edlen Natur und seinem geraden Sinn waren alles Häßliche und Niedrige zuwider, und er wurde verbittert.. Außerdem war er völlig überarbeitet und erschöpft und konnte auch deshalb keinen Aerger mehr! vertragen. Nur ad und zu siel aus seinem Auge ein freundlichev Strahl von Beglückthei'll Er war müde geworden. Sein dem Schluß! des Buches beigegebenes letztes Lichtbild wirkt ergreifend und rührend. Es erzählt mehr als dicke Bände, daß sein Leben voll Arbeit und Mühe gewesen ist. „Paul Ehrlich als Mensch und Arbeiter", ist eine hervorragende schristslellerisehe Leistung. Esist der Sekretärin gelungen, d e s M e i st e r s menschliche Größe der N a ch w e l t z vl erhalten. Die Lektüre des Buches, aus dem gelegentlich Herz lich r Humor auslenchtet, bereiter jung und alt reichen Genuß. Aus die studierende und nach Erkenntnis ringende Jugend wird sie einer» starken erzieherischen Einfluß ausüben. Groß-Zerliner Mitglieder! Centralvereins Kundgebungen am Dienstag, 2. Dezember 1924, in der Aula der Fürsttn-Bismarü-Schule, Berlin - avar otter bürg, . Syb lsir. und Dvnnerstag, 4. Dezember 4924, in den Llmonefesisä en, Greifswalder Sir. VerfaWg oder Entrechtung? E.ne Stunde ernster Sammlung vor den Wahlen. Anjprache von Rednern des Central« Vereins. — Prolog. — Orgelvoriräge. Gelang: Gertrud Brndcrnagel von der Staatsoper. Wagner-Orchester. — Erstaufführung von „König OavldsHane" von Albert eoefer. Haltet Such die beiden Abende frei! Der zerstörende Einfluß nervöser Beschwerden Kuf die Gesundheit, die Stimmung, die Verdauung, den Sch'ai sowie das Aussehen des Al kuschen ist groß Vorzeitige Al!etsericheinunften sind du Folge, Müde Haltung, schlechte Laune, große Neizbaikeit und ein schlechtes Aussehen. Große und nachhaltige Erfolge haben Nervöse mit einer Biomalz-Nerven-Nähr- und Aufm chuuasmetbode danlich, wodischmeckend und daher eine Nerven-Nahrung von denkbar größter VoUtommenlieit. Wen al o nervöse Bkswweiden quälen und wer etwas Energisches tun will, der nehme Biomalz mit Lecithin. Wundervoller, wohltätiger Ernstuß! Man fühlt sich wie verjüngt und ern frischeres, bl übend eres Ausseh e n mit Lccirhin erzielt. Unser Lecithin ist Patentiert. Es Hot in langen Stofswechselversuchen ßn der chemischen Abteilung des Rudost-DirchOw-Krankeuhauies serue Feuerprobe bestanden. Es rst wissenschaftlich unanfechtbar. Es ist restlos vers'gt Zeuanis davon ab, in wie tiefgreifend r Weise diese Nührrnethods auf das Wohlvcfinchn des ganzen Menschen emivtrlt. Pre>s einer Dose Biomalz i,90 Mark, mit Lecilhin 5,— Mark, mit Eilen (für Bluiarme und Bleichsüchiige) 2, 0 Mart nnt Kolk extra (für Lungenleidendes 2,50 Alark Hostmanns BioiiialZ-Schoko'üde Tafel 60 Pf. Ausführliche Drucksachen koüensrei von Gebr Palermann, Teltow-Benin 14 &@rff G. m. b. H Berlin NW7, Fmeärächstvnszs 150 (Aohlenhaus) Fernsprecher: Zern rum 4330-4333. euer muss L Bä teils Goskoks Anihrazit Bresrnhslz Grudekoks SLZrukohlen Schmelzkoks Schmiedekohlen aummm. Zu beziehen duich: Kilo ferlag bes lüdiMimg O.EJJ. Ki“ Lagerplätze mit Sprdilionsbelrieb in allen Gegenden iöerlini an Güterbalmvöfen und äöanerfttanen EigensKrananiagen. i Srändrges Vager in allen Brennmaterialien. **AKI. »LA- ' MAINZER WglNBRENNERei m. UKOR^AÖRirt MAJNZ - &£RUN &W. LlNöfeNSTR. 3 T£L 6£tf*< am LM8 MM