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Central-Verein-Zeitung · 1924-11-28 · 48 (28.11.1924) · p. Seite 747

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
3 (1924)
Issue
48 (28.11.1924)
Date
1924-11-28
Page
Seite 747 (sequence 7)
Language
German
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Me den Wafjltampf! Rechtsanwalt"; seine Handlungsweise stammt „aus purer r Niederträchtigkeit". Der Regierungsrat Dr. Schlange x von der Großdeutschen Volksgemeinschaft, den wir in der letzten jj Nummer bereits erwähnt haben, wird als „Postenjäger - übelster Sorte" an den Prager gestellt. Von Major Schröter wird gesagt: „Wenn wir viele solcher grundsatzlosen Offiziere gehabt haben, dann ist es kein Wunder, daß der Krieg verloren ging." Und es heißt: „Man weiß nicht, soll man sich über die Dummheit oder über die Frechheit Schröters mehr wundern." Der Brief selbst enthält am Schlüsse die folgende Feststellung: „Die armen Rentner und Sparer fluchten diesen S ch a n d * buben." Diese „würzigen" Kostproben dürften für heute genügen. „Das stolze Sanner ist entrolü." Ja, Bauer, das ist etwas ganz anderes. Im Hammer-Verlag zu Wien erscheint ein „Alldeutscher Zeitweiser". Nach einer Mitteilrmg der „Germania" (Nr. 610) stand dieser Hammer-Verlag dem völkischen Flüge! der österreichischen Großdeutfchen nahe. Die Schriften des Hammer-Verlages dienen unmittelbar der nationalsozialistischen Propaganda. Der „Zeitweiser" ist mit einem Bild und einer persönlichen Widmung Ludendorffs geschmückt. Auf Seite 132 dieses völkischen Zeitweisers findet sich nun folgender Vers: „Rurs drarrf, 0%nr f&mfess, shn* Besinnen, Dos stolze Banner ist entrollt. Wie lenchten hell im SonrrenOlanze Die heiligen Farben Schwarz-Rot-GsLd." Sieh' da, sielst da, Herr Ludendorfs! Die „Iu denfah ne" ist ein stolzes Banner, leuchtet hell im Sonnenglanze und hat heilige Farben! Wie wär's, wenn Sie diesen Vers einmal auf die nationalsozialistischen Wahlflugblätter hier in Deutschland druckten? Die Ronservativen von öamals uuö -re Deutfchnarionalen von heute. Ein Urteil Adam Röders. In einem Leitaufsatze in der „Germania" Nr. 512 versucht Adam Röder, der angesehene Herausgeber der „Süddeutschen konservativen Korrespondenz", der jetzt auf der Neichsliste des Zentrums steht, den Unterschied zwischen den konservativen Idealen seiner Jugend und der heutigen Politik der Deutschnationalen festzustellen. Der ruhige und vornehm denkende Politiker gelangt dabei zu folgendem Ergebnis. „Es kormnt nur auf den Kardinalpunkt an, der aber ist die Projektion des Menschen und seines Tuns in die Ewigkeit, ins Göttliche. Es gäbe eine Zeit, in der die alte Konservative Partei dieser Auffassung den Primat erteilte, indem sie aus dem Programm von 1876 das Bekenntnis zur christlichen Weltanschauung an die Spitze ihres Programms von 1892 stellte, als Ergebms der Forderungen der christlich-sozial gerichteten Jungkonservativen, zu denen außer mir und eine Reihe noch lebender und verstorbener Männer, auch Hellmuth v. Gerlach gehörte. Die heute Deutfchnationale Partei weiß von solchen Auffassungen so wenig, wie von denen der Sozialreform. Wenn man Männer wie Westarp, Laverrenz, Freytag-Loringhoven, Quaatz, Hergt „an der Arbeit" sieht, wie sie mit einem pathologisch an* mutenden Fanatismus nach außen und innen eine Politik der Gewalt und Vergewaltigung vertreten, und aus dem alten Konservatismus Lediglich den harmlosen, aber trotzdem in seinen Reihen stets angesehenen Antisemitisrn us Übernommen haben, um ihn zu einem übersteigenden Rasfenantisemitismus auszugestalten, weil man mit ihm die Urteilslosen, die Jnstrnktmenfchen, die unkontrollierte Pöbelgefinnung parteipolitisch erfolgreich ansmünzen kann — dann erfaßt den alten Christlich-Konservativen ein leises Grauen über die Verderbtheit einer Gesinnung, die ehemals edel war." , Mögen sich diese besonnenen Worte recht viele DeuLschnationale M Herzen nehmen. Ob eine Partei Unterstützung weiter verdient, die mit den Mitteln der Straße und der Gewalt völkische Politik macht, kümmert uns nicht.- Das muß jeder gerecht denkende Deutsch- Nationale mit sich selber ausmachen. „Es ßnü Wüteriche". Neue Briefe Peter Roseggers zur JudensragL Aus einem Lesenswerten Buche: Briefwechsel zwischen Peter Rosegger und Friedrich v. Hausegger (Leipzig, Stackmann, 1924), herausgegeben von Siegrnund v. Hausegger, das den alldeutschen Partermann Hausegger un-dden aümenschl^hen und doch kerndeutschen Rosegger trefflich malt, bringen wir den folgenden Brief zum Abdrrnk. Wenn Rosegger sich darin selbst Antisemit übertreibend nennt, so erklärt er später in seiner mrturfrischen Schlichtheit selbst (S. 176), was sein Antisemitismus ist: .Beim guten Juden Mstlosemit, beim schlechten Juden Antisemit. (Wenn es sich weist, daß es keine guten Juden gibt, dann natürlich nur Antisemit.) Wer darin eine verwerfliche Halbheit erblickt, der ist nicht gerecht." Rosegger schreibt unter dem 16. September 1885: „Dem Kcmrpf mit den Antisemiten bin ich. allerdings nicht gewachsen, dafür bin ich zu rücksichtsvoll, zu weichmütig, zu wenig Jude. Der Dichter, meinen Sie, soll in seinem Wölkenkuckucksheim bleiben und dichten. Und Ihr fordert uns Tag für Tag auf, uns vom großen politischen Streit nicht fernzrchccktrn, sondern mit ausis Schlachtfeld zu traben. Tolle Widersprüche! Teurer Freund! Wenn einmal unsere Besten fo sprechen, wie Sie, dann wird es zum Judenschlachten kommen. So lange ich lebe, und wenn Ihr mich steinigt, werde ich in allem, was mich umgibt, meine Meinung sagen, ob sie die richtige ist, weiß ich nicht, aber die wahrhaftige, die ehrliche, die wohlgesinnte ist sie, und mein Matzstab muß die Lehre Christi sein. Heute kenne ich die „Antisemiten" besser als vor einem Jahre, es sind keine Antisemiten mehr, als der auch ich bin, es sind Wüteriche, sie gehören zu jenen Bluthunden, mit denen Frau Klio von Zeit zu Zeit das Menschengeschlecht durcheinanderhetzt. So weit sind wir heule, daß, wenn ein Dichter gegen den Materialismus, gegen den Rassenhaß, gegen die Korruption usw. PrÄ>igt, man ihm zu schreit: Haltes Maul! und ihm Fallstricke legt, um ihn auf die Gerichtsbank zu bringen. Pfui Teufel! In der Parteiwut werden die Besten blind. Solange sie lfichl auch gehalten haben rnogen an die ewige Lehre der Größten aller Zeiten, plötzlich springen sie davon ab und stürzen sich m den Tanz." Wahlsonds Groß-Bevlinee und VranverrHrMsee Mitglied er zahlen auf Postscheckkonto des Centralvereins Berlin 115 501 (Sorwerkvnto), an Dresdner Banh Wechselstube G, Berlin SW. 68, Lindenstraße 7, oder an das Bureau, Berlin SW. 68, Lindenstratze 18. Die anderen Mitglieder bei ihren Ortsgruppen.

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