Wissen und Waffen
- Journal
- Wissen und Waffen
- Volume
- [2. Folge] (1924)
- Issue
- 3 (21.11.1924)
- Date
- 1924-11-21
- Page
- Seite 11 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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11 zwölft-cmsend Blutzeugen jüdischen Glaubens, die im^' Weltkriegedahingegangen sind, haben ihre deutsche Gesinnung mit dem Tode besiegelt. So war es schon 1870 Und so ist es auch in den Befreiungskriegen gewesen, wo die eben emanzipierten Juden als Freiwillige neben ihren christlichen 'Mitbürgern gekämpft haben. Und ebenso haben jüdische Leute in Wissenschaft und Kunst, in Politik und Wirtschaft das ihre zur Mehrung deutschen Ansehens beigetragen- Es ist nicht nötig, hier Namen zu nennen. So ist es. Aber all das wollen die Völkischen nicht wahr haben. Was für alle anderen Menschen gilt, soll für die Juden nicht gelten. Sie sollen eine reine Rasse für sich, ein einheitliches Volk mit einheitlicher Kultur und Gesinnung, mit einheitlicher Organisation sein. Das jüdische Volk soll die jüdische I n t.er nm t i o n a l e bilden. Man wird dieses jüdische Volk ver - g e b l i ch f u cf) e n. WÄ'Kch feste m WWes AM geeint fein? Die Religion ist allerdings überall die gleiche, aber das ist doch nur ein Zusammenhalt auf einem einzelnen Lebensgebiet. Auch die christliche und die mohammedanische Religion beanspruchen Universalreligionen zu sein, die für alle Völker gelten sollen. Mohammedaner und Katholiken haben religiöse Organisationen, die über die einzelnen Länder hinausgehen. Offen liegt vor aller Augen, wie wenig diese religiöse Einheitlichkeit die nationalen Unterschiede Zu verwischen vermag. Wenn sich Narren finden, die die katholischen Deutschen deshalb, weil der Papst. in Rom ihr religiöses Oberhaupt ist, für national weniger Zuverlässig halten als andere, so lohnt das keine ernsthafte Widerlegung. Bei den Inden fehlt sogar jede religiöse Organisation, die Ätzer die Grenzen Der einzelnen Länder hinansgeht. Nicht mal innerhalb der Länder sind sie überall organisiert. In diesen Tagen erst wird mit Mühe wenigstens für P r e n ß e n eine einheitliche religiöse Organisation aufgebaut. Die Gleichheit der Religion hat die Juden niemals gehindert, in nationalen Fr ag en zu dem Lande zu steh en , da s ihre Heimat w a r. Im letzten Weltkriege haben nicht nur Protestanten und Katholiken miteinander gesochten, sondern ebenso Juden gegen Juden mit 'den Wasfen gegeneinander g e st a n d e n. Es fehlt den Juden die gemeinsame Sprache. Das Hebräische, die heilige Sprache der Gebete, wird von großen Teilen, von fast überwiegender Mehrzahl der Juden Westeuropas nur noch wenig verstanden, und auch in den ostjüdischen Massen, zumal bei den Frauen, ist es nicht so verbreitet, daß es zur Verständigung dienen könnte. Das Jiddische wird von Millionen noch gesprochen, aber es gibt andere Millionen, die es nie gekonnt oder bereits verlernt haben. Es fehlt auch eine gemeinsame Kultur. Gewiß, bei den .oftjüdischen Massen besteht ein gewisse kulturelle Gleichförmigkeit, aber die hat nichts gemein mit dem Kulturbesitz der Juden in Berlin, Paris, London, New Dort, Rom, Bagdad und Saloniki, und wie sind diese untereinander verschieden an Sprache, Bildung und Lebensauffassung. Der amerikanische Jude und der deutsche unterscheiden sich so von einander, wie sich der christliche Amerikaner von einem christlichen Deutschen unterscheidet. Es fehlt jede Grundlage für ein gemeinsames Handeln aller Juden auf politischem und ans dem Kulturgetziet. Abgesehen von einigen Gebieten der Wohltätigkeit und der religiösen Forschung, mangelt es überhaupt an der Möglichkeit der Verständigung und an den gemeinsamen Interessen. Wenn es Zionisten gibt, die ein jüdisches Nationälgefühl predigen und eine jüdische Kultur haben wollen, so sind das Romantiker, die, ähnlich unseren Völkischen, einen Zustand, der noch nicht da ist, Herstellen wollen. Das Vorhandensein der in sich geschlossenen ostjüdischen Massen gibt ihnen ein Feld, auf dem sie arbeiten können, aber das gibt n i 6. nt et n b e nt eine Berechtigung, solchen Juden, die sich zu einem bestimmten Volke bete rr n e n, d i e Z u g e h ö r i g k e i t zu diesem abzu - spre ch e n. So gut wie die Hugenotten, die wegen ihres Glaubens Frankreich verlassen mußten, in wenig mehr als 200 Jahren so gute Deutsche werden konnten, daß sie Preußen einen Kriegsminister stellen konnten, so gut können auch die Juden, die zum Teil Jahrhunderte länger in Deutschland ihre Heimat sehen, deutsch sein. Wer sich durch seine Gesinnung selbst davon ausschließt, den darf man natürlich nicht dazu rechnen, aber es ist ein Verbrechen am Deutschtum, jemand, der sich zu ihm bekennt, wegen seiner Abstammung davon ausschlietzen Zn wollen. Spielt diese Abstammung die Nolle, die DentschvöMsche Antisemiten und jüdischvölkische Zionisten ihr gleichmästig beimeffen? Auch davon kann gar nicht die Rede fein. Sicher sind die Juden von heute Nachkommen jüdischer Leute, die ehemals in Palästina gelebt haben. Genau so wie die Deutschen von heute Nachkommen alter Germanen. Aber was ist bei beiden im Lause der Zeit hinzugekommen! Glaubt irgendein Mensch! daran, daß es einzig und allein der jüdischen Rasse gelungen sein könne, sich in den Stürmen der Zeiten feit Tausenden von Jahren rein und unvermischt zu erhalten? Selbst antisemitische Forscher geben die Möglichkeit eines germanischen Blutzuschusses schon für die älteste Zeit zu. Wie weit das richtig oder falsch ist, wird man so bald nicht seststellen können. Was man aber wohl weiß, das ist, daß das Judentum in der Zeit vor der Entstehung des Christentums und dann noch etwa 200 Jahre lang im Wettbewerb mit diesem eine ausgedehnte und teilweise recht erfolgreiche Missionstätigkeit ausgeübt hat. Koch heute zeugen die Fallascha in Abessinien und', die I u d e n i n A e m e n — ein Ueberrest der einst sehr zahlreichen jüdischen Araber — davon. Schon langevordev Zerstörung des Tempels lebten sehr viel mehr I u d e n a u ß e r h a l b P a l ä st i n a s a l s i n P a l ä st i n a. Sie waren keineswegs alles reine Juden, ein großer Teil von ihnen war Proselyten. Das hat sich dann in vermindertem Maße noch fortgesetzt bis in das hohe Mittelalter. Die Aufzeichnungen über die Hinschlachtungen deutscher Juden durch' Kreuzfahrer berichten verschiedentlich, daß damals auch zum Judentum Bekehrte getötet wurden. Und bekannt ist, daß der ganze Stamm der Chasaren zum Judentum übergetreten ist. Gerade bei den Ostjuden ist ein erheblicher Teil offensichtlich nicht semitischer Herkunft. Die Sprache hat er von den aus Deutschland gekommenen Juden übernommen, die Abstammung ist zum Teil slawisch-mongolisch. So wenig man bestreiten kann, daß in dem Blute der heutigen Deutschen keltisches, slawisches, romanisches und auch jüdisches Blut gemischt ist, so wenig kann man bestreiten, daß auch der heutige Jude das Ergebnis von Blutmischungen ist. Wie groß oder wie klein das Maß davon ist, kann man natürlich nicht festst el len. Wer sich also einbildet, daß wegen Sonderstellung der Rasie die Juden eine von alten anderen Völkern abgesonderte Schicht bilden könnten, geht fehl. Hier abirennen - An den philo-Verlag und Buchhandlung Berlin SW 68 Xinfcenflr. 13’“