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Central-Verein-Zeitung · 1924-11-14 · 46 (14.11.1924) · p. Seite 709

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
3 (1924)
Issue
46 (14.11.1924)
Date
1924-11-14
Page
Seite 709 (sequence 18)
Language
German
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709 *18 ein Produkt jüdischen Geistes in AnMuch genommen werden? Der Stifter 'des Christentums wie .seine ersten Bekenner atmeten unmittelbar die Lust rabbanitischen Judentums. Ueder diese nation'alie Grenze ist es dann allerdings sehr bald, vor allem durch -den Apostel Pauku-s, der sich freilich auch noch seiner gut jüdischen Herkunft rühmen konnke, mit unerbittlicher Konsequenz hlnausgesührt, um in die Weltweite des hellenistischen Denkens gestellt und dabei. Zumal was die Lehre von der Person des Stifters angeht, nicht unwesentlich verändert, oder besser, gleich einer Knospe zur Blüte entwickelt zu werden. Diesen Prozeß haben nun zwar schon viel Theologen darzustellen unternommen. Allein niemals konnte das hinsichtlich des ersten Stadiums mit vollkommener Gründlichkeit geschehen, weil den Darstellern die umfassende Sprach- und Sachkenntnis fehlte, mit der jetzt unsere beiden Autoren an die Sache herangetreten sind. Von ihnen werden die einzelnen Verse, Wendungen und Ausdrücke des Neuen Testaments der Reihe nach mit Erläuterungen versehen, die sich auf beigefügte, manchmal sehr umfangreiche Auszüge aus der gesamten Literatur der Talmude und Mdrafchim rnzuverlässiger und guter deutscher Uebersetzung stützen. Die beiden geistigen Größenwerden so gleichsam mit allen Einzelheiten vor dem Leser unmittelbar konfrontiert, so daß er an» vielen Stellen dem Neuen die Herkunft aus dem Alten 'deutlich ansieht, an anderen, und manchmal gerade sehr wichtigen Stellen aber auch gewahr wird, daß es nicht damit getan ist, irgendeinen äußerlich ähnlichen Satz inder jüdischen Literatur nachzuweifen, um durch ihn der Ursprünglichkeit des neuen christlichen' Geistes das Wasser abzugraben. Umfangreiche Exkurse über wichtige Begriffe und kultische Dnge runden die aus der ungeheuren Fülle des gebotenen Materials sich ergebenden Vorstellungenvom Judentum' nach vielen Seiten h i n ab. Allein die für die Oefsentlichkeit erheblichere Bedeutung des Kommentars liegt in etwas anderem. Wenn schon die Kenntnis des biblischen Hebräisch unter der nachwachsenden Generation der christlichen Theologen immer mehr im Abnehmen begriffen ist, so wird die des späteren Hebräisch und der dazugehörigen Realien, die nötig sind zu einem ersprießlichen Studium der einschlägigen Fragen, erst recht immer mehr entschwinden. Die Folge dieser mangelnden Beschäftigung mit jüdischen Dingen, die ihrer Natur nach gerade den Theologen am nächsten liegen sollte, ist dann jener ungeheuerliche A n t i s e m t» tismus.'wie er häufig gerade in Psarrerkreisen gepflegt und von dort aus die beeinflußten Laienkreise ausgedehnt wird. Wenn demgegenüber kundige und unverdächtige Männer den Studierenden ein leicht zugängliches Hilfsmittel darreichen, welches sie in den Stand setzt, ohne viele Vorkenntnisie — ganz ohne solche geht es freilich wegen der Unübersetzbarkeit mancher Begriffe nicht ab — sich mit den Quellenschriften selber zu beschäftigen, so muh das bei denen, die böser Wille noch nicht ganz verderbt hat, eine bessere Kenntnis d e Z I u, d e n - tu ms und damit eine gerechtere W ü r d igu>ng a u ch feiner heutigen Erscheinung zur Folge haben. Es wird sogar nicht au Meiden, 'daß dieser Kommentar dorn einen und dem anderenzu einem Anreiz wird, in> die Originaltexte hinmnzufchauen. Er bildet somit eine V r ü ck e d e r Verständigung zwischen den beiden Heerlagern, und unter denbereits geschlagenen eine der breitesten. Jeder, dem es ernstlich um diese Verständigung zu tun ist, muß ihm daher weiteste Verbreitung itnih eifrige Leser wünschen. Das Manuskript liegt vollendet vor. Die Mittel zur Drucklegung der Zwei noch ausstehenden Bände werden sich, hoffentlich finden. . D. theol. W i n b f u h r (Hamburg). » Dr. Sternberg: Warum und wie zur Freiwirtschaft? Der den Lesern unserer „C. V.-Zeitung" besonders aus der letzthin von ihm verfaßten Sondernummer „Der Sozialismus im der mosaischen Gesetzgebung" bestens bekannte Freund und Mitarbeiter har als führendes Mitglied der FFF-Bewegung (Frev-Land, Frei-Geld, Frei-wahrung) im Verlag Wirtschaft und Freiheit in Emden eine Anzahl von Aufsätzen zu diesem Problem, zu einer Broschüre vereinigt, veröffentlicht. Die Persönlichkeit des Verfassers gibt uns zu der Erwähnung dieser sonst nicht in den- Rahmen dieses Blattes passenden Schrift Veranlassung, die (frei manchem unserer Leser Interesse sinder, dürste. ' . »Jede Hausfrau bestelle sich unverbindlich, gratis und frei die neue Interessante BroschUre: „Ratnogen als Krankenkost“ durch Deutschem 21 ch werke A.-G.,Zwingenberg(H.)« Paul Dorff 5? G. m. b. H. 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