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Central-Verein-Zeitung · 1924-11-14 · 46 (14.11.1924) · p. Seite 708

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
3 (1924)
Issue
46 (14.11.1924)
Date
1924-11-14
Page
Seite 708 (sequence 17)
Language
German
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708 Möisch unö Iüöeln. Ernsthafte Schriftsteller und taktlose Kabarettisten. In der „Vos fischen Zeitung" spielt sich im Sprechsaal eine anziehende Auseinandersetzung über Jiddisch und Jubeln ab, in> der von verschiedenen Seiten und auch von verschiedenen jüdisch-Politischen Richtungen, das Wort genommen wurde. Der Letzte, der Wertvolles zu dieser Frage sagt, rstFritzGoetz (Berbin- Halensee), dessen Aeußerungen („Vofsische Zeitung" Nr. 534) wir in ihren wesentlichen Teilen hier Wiedergaben. Wir müssen unterscheiden, was die bisherigen Einsender nur in verschwommener Weise getan haben, zwischen dem Jargon- Jiddisch, das Millionen vo,n Juden in Osteuropa als Verkehrssprache sprechen und dessen Wurzeln aus dem Mittelhochdeutschen stammen, und dem widerlichen Sprachmischmasch, das besonders einige Berliner Komiker es sind zum Teil, wie beispielsweise Prager, leider selbst Juden — auf.den Kabarettbühnen verzapfen und 'damit ihr Publikum unterhalten oder zu erheitern glauben. Das Jargon-Jrddisch, das über eine auf sehr hoher Stufe stehende Literatur verfügt, das Dichter wie David Pinski, Berge lson, Perez, Schalem, A l e ch e m, Frifchmann, A n - S k i, CH. Bloch hervorgebracht hat, das beispielsweise in Amerika über Zeitungen verfügt, die in einer Tagesauslage von vielen Millionen erscheinen, ist eine zu ernste Angelegenheit, als daß man sie mit dem berühm* ten Achselzucken ab Mn könnte; was aber durchaus unwürdig und widerwärtig ist und jeden Menschen von einigem Geschmack abstößt, das ist das sogenannte Iüdeln auf den Kabarettbühnen- Wahrscheinlich sollen hierdurch andere mangelnde Fähigkeiten verdeckt werden und -dem Theaterpöbel damit ein besonderer Leckerbissen gereicht werden. Wie sehr diese sogenannten Künstler sich selbst mit derartigen Vorträgen erniedrigen, dafür scheinen die Herren kein Gefühl zu haben. Es ist aber notwendig, ihnen das einmal ganz deutlich zu sagen, und deshalb begrüße ich die Auseinandersetzung und hoffe, daß sie den Herren, die gemeint sind, auch zu Gesicht kommt. Es wäre aber Sache der jüdischen Organisationen und eine ihrer wichtigsten Aufgaben — ich denke da an den Central verein oder den Reichsbund Jüdischer Frontsoldaten — mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln diesem groben Unfug auf den Berliner Bühnen Hu steuern und die Herren Künstler", me in dieser Kunstart besonders hervortreten, in nachdrücklichster Weife darauf aufmerksam zu machen, daß es anständigere Arten gibt, seinen Lebensunterhalt Zu verdienen, als die Beschmutzung des eigenen Nestes. Wir können Fritz Goetz nur beipMchten. Der C.V. muß leider oft gegen derartige Taktlosigkeiten jüdischer Künstler einschreiten. Es würde aber durchaus angebracht sein, wenn auch das Publikum beim Vortrag selbst oder nachher deutlich Protest erheben würde, damit nicht, was bisweilen gesagt wird, der Eindruck entstehe, Juden selbst billigen öder wünschen gar solche Widerwärtigkeit. Ein grundlegendes Werk. Strack - Billerbrck, Kommentar znm Neuen Testament ans Talmud und Midrasch. Nicht ohne Verwunderung werden die Leser dieses Blattes der Anzeige eines Kommentars zum Neuen Testament gegenüberstehen. Kann doch allem Anschein nach der Inhalt eines solchen Werkes mit den Interessen des Judentums nichts zu tun haben; ja, er muß ihnen geradezu widersprechen. Allein in diesem Falle scheint es nur so. Denn die dem Haupttitel zugesetzten Worte „aus Talmud und Midrasch" Zeigen bereits, daß es sich hier nicht um die übliche Durchdringung des historischen und religiösen Stoffes unter rein christlichen Gesichtspunkten handelt, sondern um den Versuch, mit Hilfe der jüdischen Literatur, wie sie uns aus den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung überliefert ist, eine Anschauung von den Anfängen 'des Christentums zu gewinnen, ein Versuch, an dem auch die Juden nicht achtlos vorübergehen dürfen. Das groß angelegte, Vierbäu di.ge Werk aus dem Berlage von C. H. Beck in München, von dorn jetzt zwei Bünde von je etwa 1000 Seiten erschienen sind, stellt 'den Ertrag «der Lebensarbeit des verstorbenen Berliner Professors Hermann L. Strick «dar, das vollendet in Händen zu halten ihm ein lebhafter, jedoch unerfüllt gebliebener Wunsch war. Ms sein Mitarbeiter, der den größten Teil der mühevollen Kleinarbeit leistete, stand ihm Pfarrer a. D. D. theol. Paul Billerb e ck in Frankfurt a. d. O. zwei Jahrzehnte lang mit seiner großen Nachkenntnis zur Seite. Die beiden erschienenen Bände lassen eine zwiefache Bedeutung des Werkes erkennen. Einmal handelt es.sich um die Lösung der rein theologisch-wissenschaftlichen Frage nach den Wurzeln des Christentums. Inwieweit können sie * * Günstige Pelzangebote MIlIlllNllIl!l1l»IIli!lII!MI!!I!I Iv größter Auswahl fertig am Lager: UIIMIMNllllMMIlIIIIIIiril Gehpelze Seal-Kanin- S ch alkragen Murmelstücken-Innentutter . . , M. Seal-elekbrik-Scfaalkragen Skimkskat-ze-Innenfutter.M. Echter Biber-Schalkragen Bisamstirn-Innenfutter.* M. Echter Otter-Schalkragen Natria-Innenfutter.M. 180 320 575 750 Sportpelze Opossumschweif-Schalkragen Amerik:. Opossum-lonenfutter . . M. Walahy-Opossum-Schalkragen Opossnmseiten-Innenfntter. . . . M. Ausiral-Opossum-Schalkragen Opossumwammen-Innenfutter . . M. Echter Qif er-Schalkragen Bisamsti in-Innenfutter.M. 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