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Central-Verein-Zeitung · 1924-11-14 · 46 (14.11.1924) · p. Seite 701

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
3 (1924)
Issue
46 (14.11.1924)
Date
1924-11-14
Page
Seite 701 (sequence 5)
Language
German
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JE. V.- Zeitung" könnt ihr in BerNn und auch i« andere» Kroßstädten in allen Zeitungsständen für einen Groschen zur Werteilung erstehen oder von der Zentrale verschicken lassen. Denkt „an Sie FreuDe, teilzuhabe« daran, vatz Millionen bisher Blinder sehend werden". Zeder echte C.B.er helfe zum Siegel / Ein seltenes Wort in dieser Zeit. General v. AlLroü über die Gefallenen. Unlängst berichtete ein jüdischer FVonHokdat m diesen Mäklern Wer 'die EnchLÜungsfeier eines G e f a l l e n e n d e n 1 m als für die A n h ö r iAen der 44. N e s e r v e d i t> i f t o rt m Berlin- Willrn-ersdorf. Die HaLenkreuzfahnen, getragen von JüngNug-em die fim Kriege die Bänke der Tertia gedrückt hatten, hatten mit Recht die Empövxmg des alten Soldaten erregt. Erfreulicherweise wird jetzt durch eine Mitteilung im „Schild", dem Organ des N. j. F., ein uns ibchonÄersi angehender Teil der Einweihungsrede des Generalleutnant ia. D. v. Altrock, des früheren Ko-mmandeurs der 44. Reservediviston, bekannt, der also lautet: „In dieser Wekhestunde beschuldige u wir niemand, erfüllt vorn Geiste von 1914: tmv lernten leine Parteien, imt lesmen tute Deutsche. Dieses Denkmal ist errichtet für alle Parteien, deren Mitglieder fnr Deutschland sieten. Für alle Korrfesstsner?, die sirr Deutschland starben. Wir alten Soldaten kennen nur Krieger und Kameraden! Für uns steht der Feind nicht rechts noch links, sondern draußen." Mit Recht wurde der aktive altpreußische Offizier, der seine Pflicht bis Zn-m letzten tat und dem nicht PartennterEn seine Grndheit und seinen Gerechtigkeitssinn nahmen, von bcn Besten des 'Volkes hochgeachtet. Es ist erfreulich, 'daß solche Offiziere zu Ehren 'des deutschen Namens noch vorhanden siüd. 400000 Russen in Frankreich. Was tun die Franzosend Frankreich hat vor kurzem die Sowjetrepublik anerkannt. Damit ist die Frage aufs Tapet gekommen, was aus den in F r a n k r e i ch )si ch a u fh al>Le nde n 4 0 0 9 0 0 russischen E mi g r a nt e n 'werden solle. Sotten sie sich dem neuen russischen Sowjetvertreter kn Paris Unterstetten oder sotten sie sich als „Franzosen" uat-urali- Keren lassen? Das ist nun, so schreibt die „Königsberger Allgemeine Zeitung" (Nr. 484), beides nicht nach ihrem Sinn. Im Namen der russischen Emigranten in Frankreich hat der frühere russische '.Botschafter der Kerenski-Regierung, Maklakow, Herriot eine Eingabe übermittelt, die eine Sondervertretung verlangt, da die russischen Emigranten, die nicht Bolschewisten seien, keinerlei Verlangen strügen, ins Sowjetparadies zurückzukehren noch die französische Maatsbürgerwürde zu erwerben. Im übrigen wurde von französischer Seite festgestellt, daß von den 400 000 Russen nur 7 50 00 d e n polizeilichen Vorschriften Genüge leisteten, also über drerviertel von ihnen sich der Kontrolle entzögen. Eine Verteilung dieser Elemente über'das flache Land, „um ihnen 'die Naturalisation zu erleichtern", sei bedenklich da inan reicht wisse, welche Elemente gesund und arbeitsam seien. Die Angelegenheit hat aber auch ihre auße n P v l i t >i s ch e Seite: die Russen im Exil sind gewohnt, gerade Frankreich als den 'Helfer in der Not anzusehen, einflußreiche Russen, Bankiers, Minister, hohe Beamte der za rischen Regierung und der KerenM-Periode lebeu in Paris oder auf dem Lande, nicht zu vergessen den Großfürsten Mikolai Nit'olajewitsch! Diese Kreise, die einmal in einem erneuerten Rußland eine Rolle spielen werden, durch brutale Maßnahmen zu kränken, von Frankreich abzustoßen, wäre sranz-östscherfeits natürlich ein arger Fehler, den man denn auch nach Möglichkeit vermeiden mochte. Warum gerade wir auf diese Dinge eingehend Wir erinnern uns nur zu gut des gew alt: gen Geschreis, das insbesondere von den judengegnerischen Parteien gegen die „ostjüdische Ueberffchwemwung" Deutschlands ausgestoßen wurde. Gewiß befanden sich -unter diesen Ostjuden, was ja auch in anderen BevöKerungskreisen der Fall sein soll, verbrecherische Elemente, gegen die jedes.scharfe Zufassen nur erwünscht war. Wer un terschied los wurden sie alle als „Ungeziefer", „Vampyre" und ähnlich geschmackvoll abgestenrpelt, und die brutale Ausweisungspraxis der Kahrschen Regierrnig, die ehrliche ostjüdische Mitbürger auf das Pflaster warf, soll nicht vergessen werden. Frankreich aber mit feinen 40 Millionen Einwohnern verträgt 400 000 Osteuropäer. Wir haben noch nicht gehört, daß sich dort eine so unerfreuliche Ostjudenhetze oder Osteuropäer- Hetze abgespielt hätte wie hier in Deutschland, wo die Bevölkerung stber 60 Millionen Köpfe zählt -und die Zahl der Ostjuden weit, weit geringer war. Die politisch Verantwortlichen Frankreichs sind anscheinend auch so klug, diese Osteuropäer für spater einmal, wie man M sagen pflegt, „sich warm zu halten", während unsere Völkischen toet verfchieldensten Pavterrichtungen in dem „Patriotismus", ,-wie sie ßyn verstehen", das schämte bisher so deutschfreundliche Ostjuventnm Lieber aufs schmählichste kränken', äks daß' sie eS durch gerechte Be- Handlung -für eine DeutMand so notwendige erfolgreiche Ostpolitik gewönnen. Zurück zum „Sonnenglauben öer Vaters Da s wahre völkische Gesicht. Pfarrer Herbert Lüttke in Dobberkau ficht augenblicklich einen scharfen Streit mit dem „Iu n g d eu ts ch e n Orden" aus. Er selbst war solcher Ordensbruder, verließ aber den Orden, weil er den Gegensatz Zwischen dem Geist, mit welchem im Orden gearbeitet wurde, und den Ordenssatzungen nicht ertragen konnte. Da die Schriftleitung des „Jungdeutschen" seinem offenen Briefe die Aufnahme verweigerte, so veröffentlichte er den sehr lesenswerten Aufsatz und eine durch die Angriffe des „Jungdeutfchen" veranlaßte, nicht , minder lesenswerte Erwiderung in der „Vossischen Zeitung" (Nr. 510 und 534). Wir geben daraus die Stelle über das „völkische Christentum" wieder, die eine grundsätzliche Bedeutung hat- Ich ahne, so schreibt Pfarrer Lüttke, wohin die Reise geht. Vielleicht darf man in diesem Zusammenhang hi wo eisen auf eine Aenßernug ebenfalls aus völkischen Kreisen, eines Studenten in der „F r e i b u r g e r Tage s p o st", die an Osfenheit wenigstens nichts mehr zn wünschenübrig läßt. Er sagt: „Am neuen Werl ist ein neues Geschlecht, das wieder an den SonnenKanben dev Väter anlnüpft, der deutschen Väter, und es ablehrrt, sich von den ersten jüdischen De-sa-itrsten Vorschriften machen Zn lassen. Unser deNtscher Bismaril steht uns Zn hoch, weltenhoch über jeden internaLionalen Inden -- yiesze er nnn Professor Kantorolmcz oder .Jesus von Nazareth." (Von uns aus fett. Die Schriftl.) Noch redet mau im Jnngdeutschen Orden von einer Synthese z w i s ch e n Chri st u s und A r m i n. Die gibt es nicht, völkischer Eigendünkel und Jesu stehen sich entgegen wie Wasser und Feuer. Jesus braucht keine Synthese. Deshalb wird in ibiefem Ringen in völkischen Kreisen einer unterliegen müssen, Christus oder Armin I ch f xi r ch t e, es wird der völkischen Selb st f u ch t gel i n -g e n, d e -n u nbeque tu e xi univer f a len E h r i^ st u s - ge i st z u b e siege n. Dann aber wehe der Welt, wenn die völkische:'/ Furien wieder erwachen und die Menschheit wieder 2000 Iah re zu rückwe rfen. Lsiöszr wirklich Sterne duften Zahlen, d i e reden. Eine Hauptmasse der Judengegner liegt in dem Hinweis auf den Reichtum, der angeblich unter den jüdischen Einwohnern Deutschlands zu finden wäre. Der Neid der Masse wurde besonders dadurch augesacht, daß die Hetzapostel auf die Steuerlist er: v o n Groß-Berlin hinwiesen und nicht müde wurden, die Zahl der auskömmlich lebenden jüdischen Rentenbesitzer zu unterstreichen. Gewiß kann zugegeben werden, daß sich in Charlottenburg und einigen anderen westlichen Vororten wie dem Berliner Westen in den letzten Jahren vor dem Weltkriege ein guter jüdischer Mittelstand zusammenfand; aber die Auswirkxmgen der Nachkriegszeit, vorzüglich die Inflation, haben verheerend a u s diesen jüdischen M i L t e l st a n d gewirkt. In alten Stadtteilen Berlins mußten jüdische Mittelstandsküchen errichtet werden, um der äußersten Not, in die der jüdische Acittelstand geraten ist, e n t g e g e n z u a r b e i L e n. Vom Vorstand der Mittelstandsküche in der Küstriner Straße zu Berlin- Halensee, die von der Clmwra Kaditecha (Veerdigungsbruderschast) in Berlin eingerichtet wurde, ist x:ns das einschlägige Material zugänglich geworden. Allein in dieser Küche speisen seit Wochen täglich 80 bis 110 Personen: teilweise erhalten sie freies Essen, teilweise für eixr ganz geringes Entgelt. Es befinden sich unter ihnen zwei verheiratete A e r z L e und S a n i t ä t s - rate mit Frauen, ein verheirateter R e g i e r u n g s - b a u m e i st e r und F rau, ein Tierarzt und zwei Sprachlehrer, außerdem acht akademisch gebildete Lehrer und Frauen, vier Studentinnen und eine Schülerin, zwei Studenten, ein Musikdirektor, vier Schauspieler xlüxd Schauspielerinnen, eine ganze Reihe von Witwen und sonstigen Personen, die durch den Schwund ihres Kapitals nach der Stabilisierung der Mark un: ihr Hab und Gut gekommen sind. Wer also wahrheitsgemäß belehrt sein will, erkennt schon aus diesen Zahlenangabew), daß der jüdische Mittelstand genau so unter der Not der Zeit leidet lvie der christliche, und daß nur Böswilligkeit und Gedankenlosigkeit immer wieder das Schlagwort von den „jüdischen Nutznießern der Rentenmark" a::sstreuen. ——— - “ Dr. Rothholz. *) Am über größeres Material zu verfügen iml> unsere Feststellungen am einen breiteren Grrmö KN stellen, wäre es sehr erwünscht, wenn di-e vislerr jüdischen charrtatiren Einrichtungen überall im Reiche, die in berselben Linu wirken, uns ihr M-aterial überließen.

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