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Wissen und Waffen · 1924-10-31 · 1 (31.10.1924) · p. Seite 2

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Journal
Wissen und Waffen
Volume
[2. Folge] (1924)
Issue
1 (31.10.1924)
Date
1924-10-31
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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f t i c b 3 UA Beek versichert zwar, er besitze ein derartiges Exemplar, aber e r HM t es hartnäckig verschlösse n und, ein anderes verschleiertes Bild zu Sä'/s, den Augen der Mitwelt fern. Acht lange Jahre also verschließt Nilus das surchtb a r e G e h e i nt n i s i n seiner Vru ft;- Jede n U u g e n blick kann die f u r ch t b a r st e Katastrophe E r - e x ß n i s w erden, k ö u n e n Ex Plosioneu d i e Ha u P t - st ä d t^e der Welt zerstören, können Heere i in Dien st e der I ubcit mobil \ s i er t w'e r d e n , k ö n neu die K r ä f L c d e r W e l t r e g i e n u f c t n anderPlatze n , lt nt s i ch z u nt h p h e r e n N u h m e de r I it b e it h e r t g e g e n s e i t i g z u Dern i ch t e n. All dies kann jeden A u g e n b l i ck f it x ch t - b a r jt e Wirklichkeit w erden — n n d der tapfer e N r l us rüh r t sich n icht bis zu m Ia h r e 1 905. Es kann wundernehmen, daß dieser Mann all die acht Jahre hindurch eilte Nacht hat ruhig schlafen können, ohne um fern und der Christenheit , ^.eben zu bangen. — Wenn er wirklich der edelgesinnte, hochherzige,! Patriotische und fromme Mann war, als den er sich ausgibt und. als den er von seinen Gläubigen ausgegeben wird, warum gab er dieses ' folgenschwere Geheimnis nicht sofort der Mitwelt Preis, : warum zögerte er, die ChristerrweLt und die christlichen I Staaten unmittelbar auf die Gefahr, die sie bedrohte, aufmerksam Zu machen? Dies ist der erste Punkt, der bei Aufnahme i der Protokolle zumindest skeptisch stimmen muß. Die Ursprache der Protokolle. Noch seltsamer aber stimmen die Mitteilungen, die über die Sprache der Protokolle gemacht werden. In welcher Sprache waren die Protokolle versaht, die Nilus zum Uebersetzen erhielt? Gottfried zur Beck bekundet kurz und bündig: „Die Urschrift ist französisch". Wie aber kann die Sprache der Protokolle die französische sein, wenn die Verhandlungssprache des erste u B as e l e r Z i o n i st e n k o n g r e s s e s ebenso w i e die V e r - h a n d l u it g s spräche aller n achfolgende n Kongresse bis auf den he nt i g c n Tag die deutsche g e w e s e n i st? In den letzten paar Jahren sind neben die deutsche auch noch die eng l i s ch e und hebräische Sprache getreten. Die Verhandlungssprache des ersten Kongresses jedoch war ausschließlich deutsch. Mustert man die Liste der Teilnehmer, so findet man, von Nordau und Herzl abgesehen, höchstens vier oder fünf Personen, die die französische Sprache soweit beherrschten, daß sie einem so langen Vortrag über ein so schwieriges Thema in französischer Sprache mit einigem Verständnis folgen konnten, von der Abfassung eines solchen Vortrages in französischer Sprache ganz zu schweigen. Wir fragen aber weiter: Wo steckt das französische Original? In ganz Europa ist es üblich, daß ein seltenes und gar w i ch - t i g e s Dokument, dessen Text in einer fremde n Sprache abgefaßt ist, in dieser Sprache mit U ebe r s etzun g, Anmerkungen, Einleitung und Kommentar herausgegeben wird. Professor Nilus ist' der einzige, der uns Einleitung, Anmerkungen und Kommentar beschert, aber das Wichtigste, den Urtext, vor enthält. Hätte man den französischen Urtext herausgegeben, so hatte man drei wackeren Männern die Arbeit der Rückübersetzung ins Französische erspart. An der. Hand des. Urtextes würden wir auch die Möglichkeit besitzen, dttrch Vergleichung und Studium des Stils dem Verfasser auf die Spur zu kommen. Aus welchem Grunde also verbirgt man den französischen Urtext? Nach dem furchtbaren Vorwurf, der sich aus den Protokollen für die gesamte Judenheit ergibt, ist die Veröffentlichnrrg des Urtextes eine Notwendigkeit von weltgeschichtlicher Bedeutung, eilt Gebot der moralischen Reinlichkeit. _ Ferner hätte der russische Späher^wenn er seine ^ache gut gemacht hätte, es nicht nötig gehabt, eine „<schar von Schreibern" zu engagieren. Er hatte das einfachere Verfahren photographischer Abbildung der Handschrift wählen können. Wenn nach solcher Photoj 'graphie das Faksimile eines einzigen Blattes veröffentlicht worden! wäre, so könnte man mittels Handschriftenvergleichung den Verfasser entdecken. — All dies hat man leider versäumt. Ja, wir erfahren sogar ails der Vorrede, die Gottfried zur Beek seiner im Jahre 1923 herausgegebenen siebenten Auflage vorausschickt, daß die Urschrift h e b r ü i s ch war, aus dent H e b r ä i s ch e n ins Französische, aus diesem ins Russische llnd erst aus dem Russischen ins Deutsche übersetzt wurde. Also wissen wir jetzt schon nicht mehr, ob die U r s P r a ch e Französisch oder Heb r ä i s ch war. Eine nterklvürdige Verwirrung, die sicherlich nicht die Eindeutigkeit und Wahrhaftigkeit der Ursprungsangabe erweist. Noch ungeklärter ist die Frage der Herkunft der Protokolle. Wahrend Nilus zuerst berichtet, daß er die Kenntnis und Abschrift der Protokolle jenem be st -och eilen Teilneh nt e r am Kongreß verdankt, berichtet er in der Ans lag e von 1911, daß die Persönlichfeit, welche ihm die französische Abschrift übergeben habe, „diese von einer F x a u erhalten h abe, die sie in einem f'r a uz ö s i s ch e n O r t e i n e nr Freimaurer de s 3 3. schott i s ch e lt H o ch g r a d e s entwendet hatte, um ihrem Vaterlande einen Dienst zu erweisen". Gottfried zur Beek ist dieser Widerspruch unangenehm, und er erklärt, daß die G e s ch i ch t e des Diebstahls von Nilus wohl nur erfunden w o r d e n wäre, um die Spur von ,d e.m V e r r ä t er a b - zu lenken. Um also von diesem im Jahre 1897 in der Nähe von Frankfurt durch einen I üben verübten Verrat die Spur abzulenlen, ersann der rücksichtsvolle und ju densreu übliche Nilus im Jahre 1911, also vierzehit Jahre später, in Moskau die Legende von de tu Diebstahl. - > Rene Widersprüche. In der Nilusscheu Ausgabe vou 1920 heißt es int Schlußkapitel: „Unerläßliche Erläuterungen": „Diese Protokolle wurden insgeheim herausgeholt aus einem g a n z e n B u ch nt i t Protokolle u. Alles dies mürbe durch meinen Korrespondenten aus dem geheimen Verließ der zionistischen Harrptianzlei herausgeholt, die sich auf ranzösischem Territorium befindet." Abgesehen davon, daß sich auf ranzösischem Territorium niemals eine zionistische Hauptkanzlei beunden hat, verwickelt diese Version den armen Nilus nur in. neue Widersprüche und macht sein Bestreben, gewisse Nmvahrscheinlichkeiten auszulöschen, zuschanden. R o g e t L a nt beli n, einer der Uebersetzer der Protokolle ins Französische, äußert sich zur Frage der H e r k u vi f t folgendermaßen: Im Jahre 1901 seien Nilus von dem A d e l s m a r s ch a l l vou T s ch e r n , A l e x,i s N i k o l a j e w i t s ch Suchotin, Blätter, enthaltend Auszüge aus diesen Sitzungsberichten, übergeben worden. Wie hat Suchotin sich die Blätter beschafft? Zu dieser Frage gibt Roger Lambelin folgende zwei Lesarten bekannt. Die eine behauptet, daß die Sitzungsberichte von einer Frau, der Ehegattin oder der Geliebten eines der Eingeweihten (Freimaurer), der (oder die) es für seine (oder ihre) Pflicht gehalten hat, diese Abschriften an einen Christen zu übermitteln, abgeschrieben worden sind." Die andere Lesart ist die, daß die Protokolle aus einem eisernen Schrank, den die Zionisten in einer Stadt im Elsaß besaßen, entwendet worden sind. In seiner Ausgabe von 1917 erklärt Nilus: . . ich erhielt sie (die Protokolle) von . . . Alexis Nikolajewitsch Suchotin . . . Suchotin erzählte mir, daß er seinerseits die Handschrift von einer Dante erhalten hatte, die immer im Auslande lebte... E r n a it ii r e m it i h ren Na nt e n. aber ich habe i h n ver - g e s s e n . . ." Das ist freilich die beste Auskunft. Um diese gewiß unvollständige Auskunst schmackhaft zu machen, erklärt er jedoch mit der ihm eigenen Feinheit: „Wo es sich um die Verwicklung solcher verbrecherischen Vorgänge handelt, darf man nicht direkte Beweise fordern, und wir sind g e z w um g e n, u n s mit der Evideuz de r lt m st ünde zu beg n ü gen, die jeden christlichen Beobachter mit E n t r ü st u n g erfüllen werden!" Ter pol n i s ch e Uebersetzer erklärt' aus der ersten Seite der Einleitung zur zweiten Ausgabe von 1923: „Ueber die. Herkunft des. Buches wissen avir nichts mehr, als was Nilus feststellt, nämlich, daß die Protokolle aus der Wohnung Herzts, eines der Gründer des Zionismus, gestohlen worden sind." Wann und w o, wird nicht verraten. G. B u t m i, der englische Herausgeber, versichert, daß die Protokolle nicht bekräftigt werden können d u r ch b e st i m m t e Angaben über Ort, Tag, Monat, Jahr, wo und wann sie verfaßt w o r d e n s i n d. Es sei. unmöglich, noch einmal zu den geheimen Aufbewahrungsorten zu gelangen, wo sie versteckt gehalten wurden. . . „Sie entstammen den geheimen Verwahrungsorten des Hauptamtes von Zion, das sich jetzt auf französischem Territorium befindet." Um aus diesem Meer der Verwirrung emporzutauchen, bleibt nichts anderes übrig, als anzunehmen, datz all diese Erkläimngen zusammen und ausnahmslos wahr sind. Nilus hat also demnach die Protokolle zugleich aus dem Französischen und aus dem Hebräischen übersetzt. Gestohlen wurden sie von einer Tschernigower Edeldame und zugleich von der Gattin oder Geliebten eines sreimaurerischen Würdenträgers . bei eben diesem Würdenträger. Diese Dame übergab sie dann dem Alexis Nikolajewitsch Suchotin, dem Freunde des Nilus; dieser entwendete sie aber zugleich aus einem umfangreichen Buch mit Protokollen oder mit Notizen über Vorträge, welche er in dem in Frankreich aber zugleich auch im Elsaß versteckten Eisenschrank der Zionisten gesunden hatte. Gleichzeitig stah^ man sie aus Herzls Wohnung in Wien und aus gewissen geheimen Aufbewahrungsorten, deren genaue Adresse nicht angegeben werden kann. Uebergeben wurden sie an Nilus im Jahre 1897 von dem bewußten russischen Späher,' ebenfalls aber von Alexis Nikolajewitsch Suchotin im Jahre 19017 Ein Buch ohne Verfasser. Wir stehen also vor einer außerordentlich merkwürdigen. Er^ scheinung der Weltliteratur. Ein höchst eigenartiges Buch ist geschaffen worden. Es gibt Uebersetzungen davon in allen Kultursprachen. Es ist in der ganzen Welt ungeheuer verbreitet. Dickleibige Kommentare find in Mengen darüber versaßt worden, Artikel ohne Zahl sind darüber geschrieben worden, und doch kennt niemand den Verfasser, niemand weiß mit Bestimmtheit/ in welcher Sprache es ursprünglich geschrieben ward, wann nnd wo es entstand, nnd wie es entdeckt wurde; ja, keiner weih, wann und wo es zum ersten Male gedruckt wurde. Keiner kann sich rühmen, je ein Exemplar der „ersten" Anflage gesehen M haben. Es handelt sich hierbei keineswegs etwa um ein Werk aus dem grauen Altertum, welches aus Schutt und Trümmern ausgegraben werden mutzte, nicht 'um ein Werk, das'zusammenhanglos Zwischen - sonstigen Ueberresten einer versunkenen Epoche ausgesunden worden ist, sondern es handelt sich um ein Erzeugnis der frischen Gegenwart, das Ereignisfte zum Gegensta-nd der Betrachtung hat', die kontrolliert werden können. Es handelt sich um eine Anklage gegen Personen, die der lebendigen Gegenwart angchören, die jederzeit ergriffen und zur Rechenschaft

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