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Central-Verein-Zeitung · 1924-10-23 · 43 (23.10.1924) · p. Seite 653

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
3 (1924)
Issue
43 (23.10.1924)
Date
1924-10-23
Page
Seite 653 (sequence 9)
Language
German
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Hetrachtungen über Liebermann. Mühr oder Dehmel. 653' Die „Deutsche Zeit u n g" hat sich in 'längeren Ausführungen mrs der Feder von Alfred Mühr mit der Tatsache -beschäftigt, daß Professor Max Lieber man n bereits zum sechsten Male zum Präsidenten der Akademie der Künste gewählt worden sei. Mühr sieht darin den stärksten Ausdruck der .Tatsache, daß die Akademie -der Künste r e t t u n g.s los verjudet sei. Mühr schreibt dann wörtlich: „Liebermann ist Jude. Für fein Akademiepräsidium besteht der klaffende, rassische Widerspruch Mischen Germanen und Juden. Die Kunst zeigt -den stärksten Ausdruck der Raffe. Als Leiter der Akademie der Künste müssen wir Liebermann instinktiv ablehnen. Ein Jude kann niemals die Ziele ,germanischer Kunst .vertreten . . . Lieber mann behält als Jude vorwiegend die Ziele -seiner Rasse im Äuge, und die widersprechen unserem Volkstum. Deshalb ist sein Präsidium eine völkische Schande." Wir haben uns bemüht, aus den Ausführungen des Herrn Mühr nur diejenigen herauszusuchen, die von einem gewissen sachlichen Ton sind — soweit eben Sachlichkeit bei völkischen Größen einem Juden gegenüber gefunden werden kann. Wie der Ton und der Geist des ganzen Aufsatzes fein mutz, mag daraus ersehen werden, daß der „Stürmer" Nr. 29, den man ebenso wie seinen Herausgeber, den Herrn Streicher, nur mit allergrößter Vorsicht genießen kann, den Betrachtungen des Herrn Mühr eine ganze Spalte widmet. Es mag uns erlaubt sein, Herrn Mühr, den als maßgebende Persönlichkeit auf dem Gebiete der Kunstkritik anzuerkennen nicht nur uns, sondern auch der großen Mehrzahl des deutschen Volkes schon aus dem Grunde eine Unmöglichkeit ist, weil seine Begabung ihre Blüten nur in den verborgenen Spalten der „Deutschen Zeitung treibt, einen anderen Namen entgegenzufetzen, der unter die besten deutschen Dichternamen zu zahlen ist, Richard Dehmes, den Förftersohn aus .de>r Mark. In ebner Betrachtung „Kultur und Rasse" gibt Dehmel „Ein Gespräch zwischen Künstlern" wieder, das leider, wie so oft das Beste unseres Schrifttums, unbekannt bleibt, während Betrachtungen eines Herrn Mühr wenigstens den Lesern der „Deutschen Zeitung" „zugute" kommen. Dieses „Gespräch" stellt nichts anderes dar, als eine Unterhaltung zwischen Dehmel und Liebermann über den Einfluß, den Abstammung, also das, was Herr Mühr „Rasse" nennen würde, auf Kunst und künstlerisches Schassen haben. Und da kommt Herr Dehmel, dem ein gewisses instinktives Empfinden für das, was „deutsch" und was „nichtdeutsch" ist, nicht abgesprochen werden kann, zu der Frage: „Aber nun, bitte, sagen Sie mal: es ist doch eine sehr seltsame „Rea-Won", daß zmnr Beispiel Sie enragiert-er Jude die lVrddeu't'schs Landschaft samt ihrem Volksschtag, von Hamburg bis hinter A-msterdann -mit solcher natürlichen Kraft gemalt haiben, wie bis jetzt noch kein holsteinischer oder friesischer Künstler. Warum hat denn Ihre Persönlichkeit, will sagen, Ihre reine Natur, nicht lieber semitisch reagiert? Und warum hat zmn Beispiel der Holländer Ncmbrandt so wenig germanisch reagiert, daß er seine Motive und Modelle mit Vorliebe ans dem .Judenvierte! nahm?" Diese Unterhaltung geht dann noch über mehrere Seiten hin und führt zu dem von beiden Teilen mit heiterem Erstaunen ermittelten Ergebnis, daß Dehmel, dieser Typ des Menschen aus märkischer Erde, doch eigentlich in seinem dichterischen Schaffen, an dem üblichen Maß gemessen, u n d e u t s ch sei, während Dehmel von L i e b e r m a n n föststellt, „dann ist er ... auch wenn er ein Jude ist und in Paris auf die Schule ging, einer der reinsten deutschen Künstler, die sich je in der Nationalgalerie auifhängen ließen." Nun ist ja freilich Richard Dehmel mit Herrn Alfred Mühr durchaus nidht als Autorität in gleicher Form zu würdigen. Herr Mühr wird sicher über Schädelindex, Knochenbau und Hautfarbe unendlich viel mehr Schriften gelesen haben als Dehmel. Und so sehr hat er sich mit der Außenseite der Menschen beschäftigt, daß er Philo-Verlag, Berlin SW 68, Lindenstr.lZ Soeben erschien: Oie Protokolle -er Weisen von Zion Eine Erledigung von B. Segel 233 Seilen mit sechs Abbildungen preis im biegsamen Einband X. 5 — Sie unumstößliche Widerlegung der derüchligien „Protokolle" für ein eindringliches Studium der Menschenseele keilte Zeit fand, und daß seine Organe für diese Tätigkeit verkümmerten. — Richard Dehmel seinerseits hat nur die Menschenseele mit ihren Tiefen und Ausdrucksformen gekannt und hat sie als deutscher Künstler zu deliten versucht. Es wird uns nicht überraschen, wenn man ihn als M e n s ch e n, der die Seele suchte, recht bald als verjudet bezeichnen wird. R i d e n s. Deutschlands Edelwasser Kaiser -®- friedrich Quelle Offenbach(Maln) Bewährt gegen Gicht und Rheumatismus Blasen - Nieren-a Gallsnleiden (RESI )*-***

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