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Central-Verein-Zeitung · 1924-10-23 · 43 (23.10.1924) · p. Seite 647

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
3 (1924)
Issue
43 (23.10.1924)
Date
1924-10-23
Page
Seite 647 (sequence 3)
Language
German
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647 An unsere Mitglieder in Preußen. $Wm r. Dezember finden die Wahlen fiir den preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden statt. Wahlberechtigt unb wählbar sind alle volljährigen einerVerbandsgemeinde angehörigen Juden beiderlei Geschlechts, die mindestens ein Jahr vor Auslegung der Wählerlisten innerhalb einer Verbandsgemeinde ihren Wohnsitz gehabt haben. Der preußische Landesverband jüdischer Gemeinden ist ein Organ der jüdischen Religionsgesellschaft. Auf ihm lastet eine Fülle von Aufgaben zur Erhaltung zahlreicher um ihren Bestand ringender Gemeinden, zur Belebung des Judentums und Verbreitung der Kenntnis und richtiger Würdigung seiner Lehre. Deshalb wird die Wahl zum Verbandstag eine Schicksalsfrage für Judentum und Iudenheit. Aufgabe der Mitglieder und Freunde des Central-Vereins muß es deshalb sein, dafür Sorge zu tragen, daß der kommende Verbandstag in überwältigender Mehrheit Männer und Frauen zu seinen Mitgliedern zahlt, welche Begeisterung für die Erhaltung und pflege jüdischer Ideale mit dem bewußten Gefühl ihrer unlösbaren Verwurzelung im deutschen Vaterlands verbinden. Die Gefamkarbeit des Central-Vereins, die von den Gedanken der Leitworte unseres seligen Führers Cugen Fuchs: „Vermählung zwischen Deutschtum und Judentum" getragen ist, fordert von uns allen eine Stärkung und Kräftigung der jüdischen Gemeinden als Religionsgemeinde. Das bedeutet eine nachdrückliche und scharfe Ablehnung des Begriffs der Volksgemeinde. Die Schaffung dieser Volksgemeinden erstreben die Jüdisch-Nationalen. Volksgemeinden, statt der Religionsgemeinden schaffen, heißt anerkennen, daß wir zum deutschen Volke nicht gehören, bedeutet unsere heiligen religiösen Angelegenheiten mit politischen verquicken. Wir fühlen uns nicht als „Gäste im Wirtsvolk", sondern als Angehörige des deutschen Volkes und sehen unsere Heimat im deutschen Boden. Wir sind überzeugt, daß die poliiisierung der jüdischen Religionsgemeinschaft, das Streben nach Schaffung einer neuen jüdisch-hebräischen Weltkultur, nach Hebraisierung des bürgerlichen Lebens, nach Erziehung unserer Jugend in jüdisch-nationalem Sinne ein schweres Unglück für den religiösen Inhalt des Judentums und für die politische Stellung der jüdischen Deutschen innerhalb unseres deutschen Vaterlandes bedeuten. Das werden wir verhindern, indem wir, Männer und Frauen, am 7. Dezember unserer Wahlpflicht genügen und dafür sorgen, daß jüdisch-nationale Bestrebungen unter allen Umständen im Parlamente und auf dem Verbandstage ohne Bedeutung bleiben. Auf zur Wahl! Der Vorstand des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens C. V. Dr. Julius Brodnitz, l. Vorsitzender. Jur dringenden Beachtung. Wer sich nicht schleunigst für die Landesverbandswahlen in die Listen seiner Gemeinde eintragen läßt, verliert sein Stimmrecht. Männer und Krauen find wahlberechtigt. In Groß-Berlin geben das Gemeinbebureau (Berlin bk 24, Oranienburger Straße 29/30) sowie alle Synagogen. kaffellane Anmeldekarten aus.

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