Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 3 (1924)
- Issue
- 32 (7.8.1924)
- Date
- 1924-08-07
- Page
- Seite 481 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Presseschau. Die „B. Z. am Mittag" vom 2. August veröfftutlicht eine Zuschrift von Major a. D. Freiherrn von Autenrred: Die Fehlenden. Nachdem der Verfasser seinem Befremden darüber Ausdruck gegeben hat, daß der Feldmarschall v. Hindenburg nicht zu der Gedenkfeier für die Gefallenen aufgefordert ist, fährt er fort: ,,Jch wende mich aber weiterhin dagegen, daß bei dieser Feier von Reichs wegen kein jüdischer Geistlicher Zugezogen wird. Mir wird gewiß niemand vorwerfen können, daß ich jüdische Interessen verfolge, wo es mich nichts angeht! Dies liegt aber hier vor, namentlich für jeden alten Feldsoldaten, und wiederum besonders für den früheren Vorgesetzten, den Offizier, der jüdische Kameraden und Untergebene hatte! Hier gilt es, die Toten, die Gefallenen zu ehren. Dabei darf die Konfession derer, die für Deutschlands Ehre und Macht gefallen sind, keine Rolle spielen. Hier gilt es, Ehre und Dank für alle. Ich erachte, daß man namentlich uns vaterländischen Verbänden auch hiermit schweres Unrecht zufügt! Hier gilt es, für den Kameraden, den früheren Untergebenen e i n z u t r e t e n. Ich verstehe auch nicht, wie gerade solche Fälle, bei denen es sich allerdings nicht um andere Fragen als die der Ehre handelt, scheinbar dort leicht genommen werden, wo man die Kränkung und Zurücksetzung am tiefsten empfinden mußte! Die Beschränkung der Ansprachen wird damit begründet, daß keine jüdischen Geistlichen bei der Reichswehr seien! Ja — frage ich — feiern wir denn am dritten die Reichswehr?! sollte kein Rabbiner sich gerne bereit gefunden haben, für jüdische Gefallene zu sprechen, namentlich unter solchen, die damals — in schwerer Zeit fürs Vaterland! — ihre Soldaten zu soldatischen Tugenden, Mut und Tapferkeit, für Ehre und den Beistand des Vaterlandes angespornt haben?! Ich fühle mich also — was wohl bereits genügend verständlich ist, aber nochmals betont sein soll — nicht vom Standpunkt der jüdischen Konfession angegriffen und verletzt — denn ich bin Christ und Johanniter mit völlig andersartigen religiösen Anschauungen , aber wohl von dem als Kamerad und Vorgesetzter jüdischer Männer, die uns in der Kriegszeit getreu zur Seite gestanden haben!" In der völkischen Zeitung „Michel" vom 22. Brachmond (Juni) schreibt Artur Trebitsch in einem Artikel „G r a f Schack und dre Lehre Christi" einleitend: „Artur Di nt er hat sowohl durch sein Buch „Die Sünde Wider die Liebe" als durch sein gereinigtes Evangelium unendlich viel und Wertvolles für das Wiederauserstehen eines arischen Christentums getan. Namentlich in dem erstgenannten Buche hat er viel dazu beigetragen, uns von der Berjudung des Christen- 'tums durch'Paulus zu befreien, welche Berjudung sowohl in die katholische als die protestantische Lehre ihren kaum noch richtig beanstandeten Einzug gehalten hat. Daß hier das Judentum ganz bewußt gearbeitet hat, daß wir in Paulus ganz entschieden einen der ersten Abkommandierten zu erblicken haben, dessen geheime — und bis zum heutigen Tage geheim gebliebene! — Ausgabe es war, die neuerstandene Lehre alsbald den jüdischen Wünschen anzunähern, um so das Werk des Verhaßten für alle Zukunft wirkungslos zu machen, das ist bis heute unentlarvt geblieben und wird erst dann als Gesetz des jüdischen Kampfes gegen Christi Lehre begriffen sein, wenn erkannt sein wird, daß die gefährlichsten Feinde Christi nicht die von außen als Feinde, sondern die innen als scheinbar begeisterte Verkünder der Lehre des Heilands Wirkenden zu betrachten sind!" Das entschleierte Dilvon Leba. In dem Ostseebade Leba hat man vor wenigen Tagen beobachten können, wie bei starkem Nordweststurm ein Badender, von der Strömung sortgerissen, in Lebensgefahr geriet und um Hilfe schrie. Ein Zuschauer stürzte nach rettete den Bedrängten und warf chm, der im Wasser seine Badehose verloren hatte, seinen eigenen Bademantel über. Der Vorgang an sich entbehrt jeder Originalität. An der See sind während der Badezeit solche Ereignisse die Regel, unchso wohltuend auch in der Gegenwart jede Wahrnehmung hilfsbereiten Menschentums berührt, mit einer Notiz im Lokalblatt, einer lobenden Erwähnung der Badedirettion wäre für dre Oessentlichkeit der Vorfall erledigt gewesen. Nun aber war der Gerettete Herr Richard Kunze, M. d. R., Führer der Deutschsozialen Partei, für die jeder Jude^von Natur aus böse ist, und die deshalb als Mindestprogramm lLtelluug der Juden unter Fremdenrecht, Vermeidung jeder Möglichkeit der Schändung arischer Körper durch Berührung mit artfremden Händen und ähnliches ausstellt — der Netter e i n jüdischer Arzt, D r. P o s n e r aus L a ue n b u r g. Als Herrn Kunze dies bekannt wurde, verschwand er, ohne ein Wort an seinen Retter gerichtet zu haben. W a x li m s ch wieg Herr Kunze? Kam ihm nach jenen Momenten, in denen er zwischen' Tod und Leben geschwebt, dein gehaßten Juden gegenüber, der so gar nicht dem Bilde entsprach, das er ncch tags zuvor in Lauenburg seinem Versammlungspnbtiknm entworfen hatte, der Gedanke: einen Menschen, dich selbst, zu retten, war hier dem Juden gestattet. Aufopferungsvoll, entschlossen, Phraseufrei, hat er seine Aufgabe erfüllt. Bei der Rettung des Vaterlandes aber mitzuwirken, das in höchster Bedrängnis schwebt, soll man den Juden hindern? Warum hier nicht, dort ja . . . Es ist. möglich, daß Herr Kunze so dachte, daß er in dem Augenblick, als ihm die Badehose abglitt, hinter den Schleier der Wahrheit und Menschlichkeit blickte, die er mit seinen eigenen Phrasen sich selbst und anderen umnebelt, und daß er sich vor dem jüdischen Doktor recht klein vorkam, ec, „unser Führer Kunze". Es ist aber auch möglich, daß ihn nur der Gedanke durchzuckte: Rasch fort von hier, f o n st verdirbt mir dieser Jude n o ch m eine politische Karriere. Man muh sehen, daß künftig keine Fremdr affigen mehr an Deutschlands G-estaden baden dürfen.-- Es ist möglich, daß Herr Kunze nacheinander beides dachte, als er so dastand, umhüllt mit dem (Ba d e-) M a n t el jüdischer N ä ch st e n l i e b e. — Und daß er deshalb schwieg und verschwand. Ri de ns. Kinder-fikkthen Hauff man am besten be/ i Leipziger^fr. <37 a. Dönhoffplatz . ' Bekannt für gute Ware u. billige Prefeef \ Alleinige Anzeigeu-Ännabme Entlolf Mosse, Anzeigen-Annahme für säzntl. 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