Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 3 (1924)
- Issue
- 23 (5.6.1924)
- Date
- 1924-06-05
- Page
- Seite 347 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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- 347 der Boxsport dasjenige Betätigungsfeld, auf dem es viele JisDen zu den bedeutendsten Erfolgen gebracht haben. Schon im Jahre 1792 wurde Daniel M end o za M eist er v 0 n England, und der gute 9tuf, den er hatte, bezeichnet ihn als e i n Genie in der edlen Kunst der Selbstverteidigung. Er machte auch aus seinem Glauben fei n Hehl und war allbekannt unter dem Namen „Mendoze the Jew", eine Bezeichnung, die ihm ein Ehrentitel bedeutete. Lange Zeit reichte lein Gegner an ihn heran, auch nicht sein Vetter Ä a r o n M e n d o z a, der selbst zu den Beste n zählte. Erst Anfang des nächsten Jahrhunderts machte Samuel Elias, der den Kämpfernamen D u t ch Sa m angenonnnen hatte, Mendozas Ruhm etwas verblassen, denn von der Schlagkraft dieses „israelitischen Phänomens", wie er genannt wurde,' werden Wunderdinge erzählt. Kurt D o e r r y , der wohl als bester Kenner der englischen Borgeschichte gilt, teilt im „Boxsport" folgendes nette Stückchen von Dutch Sam mit: „Als er eines Abends in der Dunkelheit durch den Vorort Wapping kam, sah er einen Juden im Boxkampf mit einem Matrosen. Der körperlich schwächere Jude war von dem Seemann schon wiederholt zu Boden geschlagen worden, und als Sam beim nächsten Male hinzusprang, nur ihm wieder aus die Beine zu helfen, sagte der Gefallene, der den berühmten Boxer erkannte: Hilf mir, Sam, ich kann nicht mehr? Geistesgegenwärtig ließ sich Dutch ^Sam zur Erde fallen, flüsterte dem Glaubensgenossen ins Ohr: „schweig, du Narr, tue so, als wenn du mir aufhilfst." ,Dies geschah. Dutch Sam erhob sich schwerfällig, stolperte mit gut gespielter Betäubung auf seinen Gegner zu, Parierte ein Paar seiner Hiebe schwerfällig und lieh dann einen geraden Rechten und hierauf einen linken Haken auf den Matrosen fliegen, daß dieser wie ein Sack zur Erde stürzte. Als der Seemann nach einiger Zeit wieder zu sich kam, sagte er, mühsam ausstehend:Verdammt, das ist doch nicht der, mit dem ich geboxt habe: das is 'n andrer. Der haut ja wie'n Pferd; ich Hab genug? Mit diesen Worten schwankte er davon," während Dutch Sam und sein neuer Freund in den nächsten ,Gin-Shop' gingen und ihren erfolgreichen Trick begossen." Riesige Kraft, Geistesgegenwart und große Geschicklichkeit im lLtockfechten werden auch Jsaac Bitton uachaerühmt, der ebenso wie Abe (Abkürzung für Abraham) B e l a s c o und der Fighting V o u s s o p (Joseph) von sich reden machten. Um die Jahrhundertwende galt Weltmeister Abe Attel in Amerika als ein Wunder unter den damaligen Meistern des Fausthandschuhes, und auch bis in die Jetztzeit begegnet man in den Listen der Weltmeister und Landesmeister, ferner in den zahlreichen R e k o r d a u s z e i ch n u n g e n jüdischen Boxern, deren Namen in der ganzen Welt " einem hervorragenden Klang besitzen, und die gar nicht daran denken, ihr Licht unter den Scheffel zu stellen. Der erst vor wenigen Jahren von keinem Geringeren als Carpentier seines Titels als Halbschwergewichts,Weltmeister beraubte Va ttling Levinsky ist Jude /ebenso der jetzige Leichtgewichtsweltmeister Benny L e o na r d (jein., eigentlicher Name ist Benjamin Leinert),- der von allen Sachverständigen nach heute als der bedeutendste Boxer der Welt bezeichnet wird. Auch Weltmeister Harry Greb, der seinen guten Namen Berg um* gedreht hat, sowie Namen wie Bernstein, Cohen, Lewis, Davis, Daniels, Gr een stock u. a. lassen die Abstammung unschwer erraten. In England, dem Mutterlande des Boxsports, spielen noch jetzt die jüdischen Vertreter die erste Nolle, sind doch von den augenblicklichen Titelhaltern nur zwei keine I u d e m Ted Kid Lewis, Gebrüder V l o m f i e l d stellen noch heute a l l e r e r ste K l a s se dar, elfterer verdankt seine früheste Ausbildung sogar' dem in Lw nb on bestehenden „I udea n C lub". Aus Frankreich ist mir nur Francis Charles, dessen bürgerlicher .Name Manas (Atanasse) lautet, als Jude bekannt, wahrend in Deutschland nur unter den Amateuren bekannte Ncvmen zu verzeichnen sind, wie die deutschen Meister im Flieg,en- bzw. Federgewicht Harry w.t e.i.n und Malz; Stein ist jetzt m das Lager der Berufsboxer übergetreten. Auch sonst sind noch eine ganze Reihe guter Leute zir nennen, die ihre Ausbildung in dem Berliner jüdischen Boxklub Mac ca bi erhalten? Daß sich gerade das Boxen so großer Beliebtheit unter den jüdischen Sportsleuten erfreut, trotzdem es wohl eine der größten Mutübungen darstellt, eine Eigenschaft, die den Inden zumeist nicht nachgerühmt wird, dürfte wohl in erster Linie mit darauf zurückzusühren sein, daß es neben dem reinen Physis ch e n K ö n - n e n n i ch t s e l t e n h o h e A n f o r d e r u ngen au die geistigen Fähigkeiten stellt, spricht mau doch oft von den großen S c i e n t i f i q u e - B o x e r n. Ein typisches! Beispiel hierfür dürste auch der türkische Boxer Sabri Mahir sein, dessen Stärke einzig und allein seine Raffinesse ist; als Lehrer gilt er als Autorität. Daß sich unter den Judenaller Zeiten ü b e r n a t ü r l i ch starke Männer befunden haben, braucht eigentlich nicht wunder zunehmen, den unter den polnischen Fabrikarbeitern, den Hafenarbeitern und Lastträgern nuf dem Balkan, die fast ausschließlich jüdischer Abstammung sind, hat mau die besten Beispiele, nur daß diese Leute mit «den: Sport wenig oder gar nicht in Berührung gekommen sind. Unter den Ringkämpfern, die ja heute noch die „starken Männer" verkörpern, ragen die beiden Polen Z b y s k o und Ltadislans C y g a n i e \v i c z hervor, zweifellos die bedeutendsten Männer der Welt auf der Matte, die noch heute wie schon seit Jahren den Ringkampfsport in Amerika beherrschen. Ihre Namen sind zu bekannt, um noch besonders auf ihre Bedeutung hinzuweisen. Sie haben aber ihren Glauben stets verheimlicht, so daß diese Tatsache, daß sie Juden sind, so gut wie nicht bekannt ist. Weitere jüdische Ringer sind der starke Wiener W i l d m a n n , ferner Max Kornbl u m und der weniger bekannte N u ß b a u m. Von A m a t e u r e n sei Marcus (Wien) genannt, der 1912 in. Stockholm die österreichischen Farben bei den olympischen Spielen vertrat. Im Zusammenhang hiermit darf ich vielleicht erwähnen, daß auch der bekannte Artist Breitbart Jude ist, und loenn man auch zugeben muß, daß ein gut Teil seiner Vorführungen aus Tricks beruhen, so lassen sich doch seine enormen Kraftle.stungen nicht wegleugnen. Die vorstehende f l e ine A u s le s e ließe sich erheblich ausdehnen. Ob eine Hebung Kraft, Gewandtheit, Schnelligkeit, T e ch n i k, T a k t i k, Raffinesse, Mut, Härte int Ertrag e n von Schmerzen oder dergleichen, mehr erfordert/ in jeder Beziehung haben wir schon Vertreter des Judentums an der Spitze gesehen, so daß man wohl sagen darf, daß die Juden auf keinem Gebiete der Leibesübungen hinter den N r ch t j u d e n znrückstehen. Ist Korpulenz lebensgefährlich? i Unbedingt! Die ersten gefahrdrohenden Zeichen sind: Herzschwäche, Atemnot, besonders bei körperlichen Anstrengungen, vorzei ige Ermüdung usw.; Herz- und Gehirnschlag sind in der Mehrzahl der Fälle auf Korpulenz zurückzuführen, Dr. Hojfbauers ges gesch. Emfettunss’abletten sind ein seit Jahren erprobtes und erfolgreiches Mittel, welches einen aus der Meere'a'ge gewonnenen, jettzer setz enden Stoff enthält und <iaher nicht mit ähnlichen Präparaten zu vergleichen ist3 welche starke Abführmittel oder gar Schilddrüsen enthalten. Dr. Hoffbauers Entfeitungsiabletten wirken auf kein Organ wie Herz oder Niere, sondern nur auf vorhandenes, über schlissiges Fett; kein Diätzwang. — Verlangen Sie kostenfreie, ausführliche Broschüre mit Anerkennungen durch den Generalvert/ieb: Elefanten-Apothe’e, Berlin SW 19, Leipziger Str. 74 (Dönhoffp’a-tz) Bi'edert's Ramogen Kinder milch. B E R LI N + W 15 P A R F UM E RI E mm enDein u Der J O A C H I M STH A LER STR. 9