Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 3 (1924)
- Issue
- 23 (5.6.1924)
- Date
- 1924-06-05
- Page
- Seite 346 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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346 „Unsere -ritschen Johnen drangen Recht un Zreiheit." „Der Aufruf an 'die Jiden." Von verschiedenen Seiten werden wir ausgefordert, den Aufruf der obersten Heeresleitung aus dem Winter 1914/15 zu veröffentlichen, in dem diese sich an die „Juden in Paulen" wendet und ihnen jegliche Freiheit und jegliches Recht im Gegensatz zu dem früheren russischen Regiment verbürgt. — Der Genera lstabsches des Oberkommandos Ost war damals General Ludendorff. Es sei daran erinnert, daß General 'Lndendorsf im Münchener Prozeß ausführte, er habe die jüdische Gefahr vor und im Weltkriege erkannt. Mit dieser Erkenntnis wird sich dieser Aufruf an die jetzt gerade vvn den Völkischen so schwer beschimpften Ostjuden kaum vereinigen lassen. Zu die J i d e n in Paulen. Die heldische Armees vun de.grausse mitteleuropäische Regierungen, Deitschland un Esterreich-Ungarn, seinen arehi in Paulen. Der meclitiger Marsch von unseren Armees hat gezwungen die despotische russische Regierung zu entlaufen. Unsere Föhnen brangen eich Recht un Freiheit, gleiche Bürgerrechte, Freiheit vorn Glauben, Freiheit zu arbeiten ungestört in alle Zweigen von ekonomischen un kulturellen Leben in eier Geist. Zu lang hot ihr sich geplogt unter dem eisenen moskowitischen Joch. Wie Fremd kumuen mir zu eich, die barbarische fremde Regierung ist aus! Die gleiche Recht vor Jiden soll weren gebaut auf feste Fundamenten. Losst eich nicht, wie a zsacli (= schon) mal friher, ob narren durch chanufedige (— nichtssagende) Versprechungen! Hot nischt auch 1905 der Zar zugesagt die gleiche Recht vor Jiden, un hot er nisclit darauf zugegeben den hechsten Manifest? Wie hat man eich abgezohlt dem dösigen Chauw (= die damalige Schuld), wos man hot auf sich genommen vor der ganzen Welt? Gedenkt des Araustreiben, wos man treibt togtäglich die jidische Massen vun seiere eingesessene Mekaumaus! (— Ortschaften). Gedenkt Kischinew, Hornel, Byalistok, Siedletz un viel hunderter andere blutige Pogromes! Gedenkt dem Beilis-Prozess un die Arbeit vun die barbarische Regierung, zu verbreiten dem schrecklichen Ligen von Blutgebrauch bei die Jiden! Asau hot der Zar gehalten ein monarchisch Wort, wos er hot gegeben, elendig in die Klemm! Er ist jetzt wieder in die Klemm! — Ot, dos ist die Siboh (— Vergeltung) von seine Versprechungen. Eier heiliger Chauw (— Pflicht) ist a jetzt, zusammen zu nehmen alle Kräften, mitzuarbeiten, bei die Befreiung. Alle Volkskreften: eier junger Däur (— Geschlecht), eiere Kehillaus (— Gemeinden), eiere Chewraus (—Vereine) müssen sich schtellen wie ein Mann, mitzuhelfen zu die heilige Sach. Mir erwarten, als ihr wet beweisen durch Fakten eier Verschtand und eier Ergebenheit. Wendet sich nit dem grössten Bitochaun (— Vertrauen) zu den Kommandanten vun unseren Militär in die Oerter, wos seinen nohe zu eich. Alle Sorten Lieferungen wellen bald und gut bezahlt. Bahnt den Weg, zu bezwingen in ganzen den Ssaune (= Feind) un zu brengen den Nizochaun (— Sieg) vun Freiheit un Gerechtigkeit. Die obere Leitung von die verbindet deitsche un esterreichisch-ungarische Armees. was -ie im Sport leisten. Von Engen W a g e n e r. Wenn ich hier von Sportsleuten spreche, ganz im allgemeinen Sinne, so verstehe ich dock) nur solche darunter, die sich auf dem von ihnen betriebenen Gebiet durch Leistungen hervorgetan haben, die über den D u r ch schnitt des gewöhnlichen Könnens herausragen. Bei meinen Forschungen nach solchen ^portsleuten jüdischen Glaubens bin ich dann merkwürdigerweise sehr oft aus die Frage gestoßen, ob es denn jüdische Sportsleute überhaupt gäbe. Und dies nicht nur bei Leuten, die den Sport als Modesache ausfassen, sondern auch bei solchen, deren engste Vertrautheit mit der Materie mir bekannt war. Fast überall hatte man sich noch nicht von seinen S ch ü l e r e r i n n e r u n g e n frei gemacht, in denen immer noch mancher k ö r perl i ch s ch w ä ch l i ch e und feige j ü d i s ch e M i t sch ü l e r h e r u m spukt, der zum Gespött seiner Kameraden wurde, die indessen die zweifellos in jeder Klasse ebenfalls vorhandenen christlichen Schwächlinge und Feiglinge aber unbeachtet liehen. Der k ü n st l i ch unter den M i t s ch ü l e r n gezüchtete A n t i s e m i t i s m u s , der mehr oder weniger zum Schneid gehörte, traf aber auch nur die durch f a l s ch e E r z i ech u n g Zurückgebliebenen, denn ich weiß aus meiner Sekundanerzeit, daß ich mit einem Juden um die Führung im Turnen stritt, der von uns dann auch stets für v o l l a n g e s e h e n wurde und sich sicherlich nie über irgendwelche Belästigungen zu beklagen gehabt hat — was übrigens den Lästerern nidjt gut bekommen wäre. Ich will hiermit nur dartun. daß es stets an der Person liegt, und daß die L e i st u n g des jüdischen Sportsmannes bei jedem rechtlich Denkenden die gleiche A n e r k e n n u n g findet wie die. eines Christen. Nicht unerwähnt bleiben darf aber, und darin liegt meines Erachtens ein sehr wichtiges Moment, > daß viele jüdische S p o r t s l e u t e vor der O e f f e n t l i ch k e i t ihren Glauben verleugnen und vielfach — vielleicht aus geschäftlichen Rücksichten — ängstlich darauf bedacht sind, ihre Abstammung zu verheimlichen. Es ist dies ein d u r ch a u s s a l s ch e s Beginnen, das zweifellos viel dazu beigetragen hat, daß die zum Teil ganz hervorragenden Leistungen von Juden nie recht bekannt geworden sind. Erst mit der Aufnahme und weiteren Verbreitung des Boxsports in Deutschland ist nach dieser Richtung hin eine kleine Besserung zu verzeichnen. Merkwürdigerweise ist nämlich gerade BegmsteMmmtten Kauft man am besten bei< A4«ex Leipzigens/r. öl o. 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