Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 3 (1924)
- Issue
- 18 (1.5.1924)
- Date
- 1924-05-01
- Page
- Seite 250 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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250 Der neue Hauptvorftanö. 1. Vorsitzender: Justizrat Dr. Julius Brodnitz, Berlin ,W 62, Schillstraße 9, Stellvertretende Vorsitzende: Ernst Wallach, Berlin W. 10, Sigismundstraße 2, JustizraL Hugo Sonnenfeld, Berlin W 35, Am Karlsbad 29, Rechtsanwalt Dr. Rudolf Geiger, Frankfurt a. M., Hochstraße 17/ Direktor des Vereins und geschästssührendes Vorstandsmitglied: Rechtsanwalt Dr. Ludwig Holländer, Berlin SW 68. Hauptsyndikus des Vereins: Dr. Alfred Wiener, Berlin SW 68. Mitglieder des Vorstandes in Berlin: 1. Bab, Julius, Schriftsteller. 2. Baeck, Leo, Rabbiner Dr. 3. Baum, Georg, Rechtsanwalt Dr. 4. Vlumenthal, Ferd., Geh. Samtütsrat Prof. Dr. 5. Borchardt, Isidor, Lehrer 6. Cassel, Richard, Kaufmann. 7. Chodziesner,' Max, JustiZrat. 8. Freund, Jsmar, Dr. 9. Goldfchmidt, Alfred, Samtütsrat Dr. 10. Goldschmidt, Jacob, Geschäftsinhaber der Darmstädicr- und Nationalbank. 11. Haase, Bertho'ld, Rechtsanwalt Dr. -12. Heimann, Oscar. 13. Hildesheimer, Meier, Rabbiner Dr. 14. Hirsch, Ernst, Generalkonsul a. D. 46. Horwitz, Frau Sophie. 16. Kirschner, Heinrich, JustizraL; 17. Kleemann, W., Bankdirektor. 18. Kraft, Otto I., i. Fa. Ludwig Labischim 19. Lehmann, Joseph, Prediger, Dr, 20. Lewy, Erich, Direktor 21. Magnus, Erich, Dr. 22. Makower, Felix, Justizrat. 23. Margoninsky, Eduard, Justizrat. 24. Markus, Ernst, Kaufmann 25. May, Frau Henriette 26. Nathan, Paul, Dr. 27. Neuberg, Carl, Professor Dr. 28. Nußbaum, Arthur, Universitätsprofesfor Dr. 29. Remak, Hans, Dipl.-Jng. 30. Samoje, Ferdinand, Rechtsanwalts 31. Schneider, Julius, Prof. Dr. 32. Schwarz, Frau Minna 33. Stein, Arnold, Druckereibesitzer. 34. Stern, Heinrich, Mittelschullehrer^ 35. Strahmann Hugo, JusLizrat Dr, 36. Tietz, Ludwig, Dr. med. 87. Weil, Bruno, Rechtsanwalt Dr.- 38. Werner, Edmund, Dr. med. 39. Wertheim. John, Rechtsanwalt Dr. 40. Wiesenthal, Otto, Geh. Sanitätsrat, Dr. 41. Wolfs, Leo, Kammergerichtsrat. 42. Zwillenberg, Hugo, Dr. jur. Mitglieder des Vor st an 1. Abel, Rechtsanwalt, Essen-Ruhr 2. Alexander, Kurt, R.-A. Dr., Krefeld 3. Apt, Rudolf, Dresden 4. Badrian, Hartwig, Gleiwitz 5. Bamberger, Julius, Bremen 6. Baron, Fritz, Zahnarzt Dr., München 7. Baruch, I., Fabrikdir., Herford-Westf. 8. Blüth, R.-A. Dr., Eisenach 9. Bodzanowfki, Herm., Frankfurt ä. O. 10. Braunschweiger, Rabb. Dr., Oppeln 11. Cohn, JustiZrat, Dr., Dessau 12. Dormitzer, Frau Else, Nürnberg 13. Eger, Leopold, Chemnitz 14. Eisenstein, Max, Stettin 15. Ellguther, Benno, Kaufmann, Glatz 16. Falkenheim, Hugo, Geh. Med.-Rat Prof. Dr., Königsberg 17. Feilchenfeld, Bernhard, Köln 18. Feldmann, Gustav, Dr. med., Stuttgart 19. Fleischer, R.-A., Schneidemühl 20. Foerder, Ludwig, R.-A., Breslau 21. Frank, Heinrich, R.-A., Dr., Köln des i w N e i ch.- Ldvdb. Nheinld.-Westfalen „ Linksrheinisch „ Sachsen-Freistaat „ Oberschlesien „ Norddeutscher Bayern Ostwestfalen-Lippe Thüringen Brandenburg Oberschlesien Anhalt Bayern Sachsen-Freistaat Pommern Niederschlesien Ostpreußen Linksrheinisch Württemberg Grenzmark - Niederschlesien Linksrheinisch 22. Gallinger, Justizrat, Dr., Nürnberg Odvdb 23. Goldmann, Felix, Rabb. Dr., Leipzig „ 24. Guggenheim, S., R.-A. Dr., Offenb.-M. „ 25. Heinemann, Bruno, Meiningen 26. Herzberg, Nud., Hannover „ 27. Herzfeld, N.-A. Dr., Essen-Ruhr 28. Hirsch, Min.-Nat Dr., Stuttgart 29. Hamburger, Paul, Dr., Karlsruhe „ 30. Jacob, Rabb. Dr„ Dortmund 31. Kann, Emil, Erfurt „ 32. Kahenstein, R.-A. Dr., Kassel 33. Kausfmann, Karl, N.-A.Dr.,Mannheim „ 34. Kehr, Erich, R.-A. Dr., Kaiserslautern „ 35. Koburger, Prof., Ludwigshafen „ 36. Krombach, R -A. Dr., Essen . „ 37. Lepmann, Henry, R.-A. Dr., Stuttgart „ 38. Levy, Rabb. Dr., Mainz 39. Lewy. Jos., Dr. med., Güntersthal- Freiburg „ 40. Lichtenberg, Alfred, R.-A., Hannover 41. Lichtenstein, Erwin, Dr., Danzig „ 42. Löwenstein, Karl, R.-A., Aachen „ 43. Mainzer, Max, Dr. med., Franksurt-M. „ 44. Marcuse, R.-A. Dr., Stettin 45. Marx, Jakob, R.-A. Dr., Karlsruhe „ 46. Merzbach. R.-A., Magdeburg 47. Neumann, Zahnarzt Dr., Stolp 48. Neustätter, Eugen, München . „ 49. Pollnow, Leo, S.-R. Dr., Königsberg „ 60. Regensburger, R.-A. Dr.,Braunschweig 51. Rothschild, Henry, Frankfurt a. M. 52. Samson, Hermann/R.-A. Dr., Hamburg „ 53. Sandelowsky, Rittergutsbesitzer, Norgehnen-Ostpr. „ 54. Sondheimer, Nathan, Frankfurt-M. „ 55. Straus, Moritz, R.-A. Dr., Karlsruhe „ 56. Strauß, R.-A. Dr., Augsburg 57. Sußmann, Arthur, Chemnitz „ 58. Tarnowski, R.-A. Dr., Breslau 59. Ury, Moritz, 'Leipzig 60. Wassermann, Ludwig, Dr., München 61. Wilhelm, Johannes, Breslau 62. Wolfs, Adolf, Komm.-Rat, Stuttgart Bayern Sachsen-Freistaat Hessen-Nassau Thüringen Hannover Nheinld.-Westfalen Württemberg Baden Nheinld.-Westfalen Thüringen Hessen Baden Pfalz Pfalz Nheinld.-Westfalen Württemberg Hessen-Nassau Baden Hannover Danzig Linksrheinisch Hessen-Nassau Pommern Baden Sachsen-Provinz Pommern Bayern Ostpreußen Hannover Hessen-Nassau Norddeutscher Ostpreußen Hessen-Nassau Baden Bayern Sachsen-Freistaat Niederschlesien Sachsen-Freistaat Bayern Niederschlesien Württemberg Die große völkifthe Partei. Die Deutschnationalen ... «- fordern für die Juden Fremd enrecht. Die Herren von der Deutschnationalen Volkspartei konnten einem Zunächst leid tun, denn die Konkurrenz von rechts drohte ihnen, die Wähler fortzuholen, weil sie das Modewort „völkisch" mit größerer Vernehmlichkeit vorbrachte. Man wehrte sich zunächst gegen die Angriffe der „reinen" Völkischen, versuchte wohl auch, deren Programm lächerlich zu machen. Aber die Erfahrungen des Wahlkampfes müssen recht üble gewesen sein. Denn Plötzlich war die alte Firma vergessen und fett prangt aus allen Ankündigungen „die große völkische Partei". In fliegender Hast ging man daran, zu retten, was noch zu retten war, indem man Mimikry übte und so tat, als ob man bis in die Tiefe des Seins völkisch und nichts als völkisch sei und immer auch war. Das geht sogar so weit, daß im Wahlaufruf der D. N. V. P. in Dortmund >der Satz vorkommt: „Nicht die Frage, ob Monarchie oder Republik darf für uns im Vordergründe stehen" — just so wie bei Herrn Hitler. Aber das ist eine Frage, die diese Herren untereinander abmachen mögen. Im höchsten Maße beachtenswert ist es aber, wenn im amtlichen Wahlaufruf der D. N. V. P. Dresden folgende Forderung enthalten ist: „Staatsbürgerrecht nnt Ult DerrtschbliMge, Fremderirccht für Fremde und Inden." Wenn das nur Demagogie ist, dann gibt es keinen Grad von Verachtung, der stark genug wäre, um dieses Verhalten zu brandmarken. Ist es aber ein Prograwmpunkt, den die Parteileitung auch ihrerseits sich Zu eigen macht, dann ist nur eines zu bedauern: daß diese Haltung nicht schon zu Beginn des Wahlkampfes in dieser Deutlichkeit kenntlich gewesen ist. Die ungeheuere Größe der Gefährdung unseres Rechts hätte die Energie unserer Freunde vervielfacht. Ganz Deutschland hätte erkennen können, was aus den stolzen Konservativen geworden ist und was von diesen Leuten, denen Recht und Gesetz einer Volksgruppe gegenüber nur einen Fetzen Papier bedeutet, allen anderen gegenüber Zu erwarten ist, wenn sie zur Herrschaft kommen sollten.