Der Schild
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- Der Schild
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- 1938-11-04
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- German
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WSv Mick Belohnung —a——■—BBa—M^msaaM-aBa v< setzte im »Münchener Beobachter* der bekannte deutschvölkische Führer Dietrich Eckardt für den aus, der ihm eine jüdische Mutter benennen würde, die drei Söhn« auch nur drei Wochen im Schützengraben aufzuweisen hätte. Durch diese höhnische Auslobung wollte Eckardt »beweisen*, daß die jüdischen Soldaten im großen Kriege ihre Pflicht schmählich vernachlässigt hätten und sich, wie er und seine Freunde tagtäglich verbreiten, in der Etappe statt im Schützengraben breit machten. Eckardt erlebte einen böse» Reinsall!. Rabbiner Dr. Freund in Hannover benannte zwanzig Mütter seiner Gemeinde, die den Anforderungen entsprachen. Und als Eckardt sich die looo,— M. zu zahlen weigerte, verurteilte ihn das kandgericht München zur Zahlung. Dir Beweisaufnahme ergab, daß in Hannover allein 20 jüdische Familien vorhanden waren, die drei Söhne und mehr drei Wochen gleichzeitig im Felde hatten und aus anderen Orten Deutschlands wurde eine lange Lifts von Mische« Famttie« vorgelegt, welche gkvrchzsMg siebe«, ja sogar acht Söhne vor dem Feinde hatte«. Die Aste begann: Fra» Theres« Kra einer in Erailsheim hatte acht Söhne im Felde. Frau DaM Hirschberg kt Zwesten, Post Borken, hatte siebe« Äöhm im Eftldr. Familie & Camtner in Charlotttnburg, Kurfürstendamm Hi, hatte siebe« Göhr« im Felde. Frau Delphme Äoeb tt> Worm«, Karmeltterstr. r, hatte sechs Söhne im Felde. Familie Samuck Wolf in Aurich hatte sechs Söhne im Felde. Familie Arnold Mffrr in Emden, Etzardstr. 4, hatte sechs Söhne im Felde. Familie Meyer i« Steinfurt hatte sechs Söhne im Felde. Familie Marx in Binza.Rh. hatte sechs Söhne im Felde. Simon Friesing an» Sülzburg hatte fünf SöhneimFelde. * Man hat gegen uns Juden den Vorwurf erhoben, es habe keiner von uns während des Krieges im Flugzeug gesessen. Auch da» ist «ine Lüge. Allein bei den Breslauer jüdischen Frontsoldaten zählte« wir mehrere schwerkriegs b esch8bigt« Zliegerofsiziere. Wir können Dutzende erfolgreicher Flieger nennen, so den abgestürzten Leutnant Frankl, ausgezeichnet mit dem?our!s merits, den gefallenen jüdischen Fliegerleutnant Rosin, der, verfolgt von einem französischen Geschwaderden feindlichen Flugplatz mit Bomben belegte. Und wem das nicht genügt, der lese einmal die Heldenstückchen in Dri Theilhabers »Jüdische Flieger im Kriege*. * Der Abschiedsbrief eines Juden. Jude» haben dem nationalen Unglück ihren Tribut gezollt. Albert Ballin wollte den Zusammenbruch nicht überleben und starb gebrochenen Herzens. Dasselbe tat der Jurist Adolf Weißt er in Halle. Aus seinem Abschiedsbriese: jje »Ich kann das Leben nicht länger ertragen. Seid uberzeugt, mich hat kein anderer Grund getrieben als die Trauer über die tiefe Schmach unseres Volkes, durchaus kein anderer. Esist bester, gestorben zu sein, als zu leben. Ihr Kinder könnt noch bessere Tage erleben, wir Alten nicht. Ich kann nicht anders, Gstt helfe mir!* Das Urteil eines preußischen Generals. General derJnsanteriev.Deimling sagt: »Wir wollen doch auch nicht vergessen, daß Tausende von Juden al» Freiwillige zu den Fahnen geeilt sind, daß Tausende für ihr Vaterland den Heldentod gestorben und Tausende zu Krüppeln geworden sind. Die Juden meines Armeekorps haben sich ebenso brav geschlagen wie ihre christlichen Kameraden, und manchem von ihnen konnte ich das Eiserne Kreuz verleihen. Drückeberger hat es überall gegeben, auch unter Christen und Heiden; nichts aber ist verwerflicher, aus Einzelerscheinungen auf das Ganze zu schließen.* * Unter Lettow-Vorbecks Fahnen. Wieviele Deutsche haben zu Kriegezeiten naH Ostafrika bewu ndrrüngSv0 ll geblickt, wo Lettow-VorbeckS H eld en sch a ar. ei n en erbitterten Kamps gegen erdrückende Übermacht geführt hat. Dort haben doch aber die Juden gefehlt, wird mancher frage«? O nein! Folgende jüdische Kämpfer stritten für ihres Vaterlandes Ehre in den Urwäldern unserer alten Kolonie: Leutnant Neumann, verwundet. Oberarzt Perlmann, verwundet. Oberarzt Wolf. Oberarzt Frenkel. Sanitäts-Freiwilliger Ullmann. Vize-Wachtmeister Hohenstein, verwundet. Sergeant Freudenberger, Alfred, verwundet. Landsturmmann Freudrnberger, Josef, verwundet. Landsturmmann Frendenberg«», Herder, verwundet. Landsturmmann Wolssohn, Paul, Etappe, 45 Jahre alt. Landsturmmann Wolfsohn, Alfred, gestorben im Lazarett an Malaria. Unteroffizier Levi, gefallen. Landsturmman« Oestreicher, Etappe, 4z Jahre alt. Landsturmman« Levi, Etappe. Landsturmmann Rotschild, gefallen. Unteroffizier Schwarz, gefallen. Vermessungsgast Fritz Simenauer, am 16. November 1917 beim Sturm auf bas Fort Usambe gefallen. Nicht eingezogen: Gouverneur-Beamter Lichtenstein, seit 19 Jahren in der Kolonie, besitzt schwarz-weißes Ehrenzeichen vom Aufstand 1904/05. Wir jüdischen Frontsoldaten sehen in diesen Leistungen keine besonderen Heldentaten, sondern nur ein« selbstverständliche Pflichterfüllung. Wir haben damit nur genau so unsere Schuldigkeit fürs Vaterland getan wie unsere christlichen Kameraden. Drückeberger hat es in unseren Reihen sicher auch gegeben, aber nicht zahlreicher, als in den christlichen. Wir find aber nicht gewillt, unsere Leistungen für das große Ganze, besonders aber die Heldsngräber unsere gefallenen Brüder mit Schimpfwörter» wie „Drückeberger!" „Feiglinge!" entehren zu lassen. Wir verlange«, daß sich jede Parteipolitik von ehrabchrreidenden, das Andenken unserer toten Kameraden bechimpfenden, dnrch nicht» zu beweisende« Behauptungen reihält. Niemand darf sich „nalional" oder „vaterländisch" nenne», der vor dem Andenken unserer Gefallene« mit parteipolitischen Schlagworten übelster Art nicht Halt macht. Zu diesem, unserem Kampfe um Ehre, Recht und Wahrheit gegen völkische Beschimpfungen rufen wir unsere anständig und rechtlich denkende» Mitbürger in Stadt und Land, alle die, denen der Tod für's Vaterland als etwas Großes, der Schmerz der Hinterbliebenen als etwa» zu Ehrfürchteudes gilt, zur Hilfe und Unterstützung auf.