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Wissen und Waffen · 1924-04-17 · 4 (17.4.1924) · p. Seite 14

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Journal
Wissen und Waffen
Volume
[1. Folge] (1924)
Issue
4 (17.4.1924)
Date
1924-04-17
Page
Seite 14 (sequence 2)
Language
German
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14 leh rer; H e t m a n >n 6 t ü u b u nd L e w i n -Gol d s ch m id t, Handelsrechtslehrer; Glaser, F r i e d b e r g und L ö h n i n g, Kirchenrechtslehrer; N e a n d e r, Kirchenhistoriker; Heinrich D c r n b urg, gemeines und Privatrecht!. Forschrmgsreisende: Ed. Schnitzer (gen. Emin Pascha), L >o u i s G. V i n g e r und Ern st V o h s e n (Afrika); H e r n: a n n Burchardt, Eduard Glaser, Leo Hirsch, (Arabien); Merzbacher (Mittelasien); M-ax Oppenheim (Mesopotamien); Richard Kant (Nilquellen); Au r e l Stein (Mitarbeiter Sven Hedins.) -7V7;,r. .,-.7 Technik: M 0 ritz Her m a n n Jacob:, Ersinder der Galvanoplastik; Emil Berliner, Ersinder des Mikrophons und Grammophons; Siegfried Markus, Ersinder des Seismographen; Joses Popper Lynkeus, Ersinder der elektrischen Kraftübertragung (gest. Dezember 1921). Im Nachruf der „Kreuzzeitung" wird seine „entschiedene deutschbewußte Gesinnung", in Wulles „Deutsches Tageblatt" von Dr. Wächter der „Aristokrat des Geistes" gerühmt. Joses Marx, Deutschamerikaner, Erfinder der Zellulose; Gr ätz, Erfinder des Grätzin-Lichtes; Georg Lunge, Erfinder nenor Methoden für die Gewinnung des Steinkohlenteers und der Soda. PoZitik: I u l i u s S t a h l (Schlesinger), Theoretiker der konservativen Partei und Begründer der Lehre vom „christlichen Staat"; G a b r i e l R i e tz e r , Mitglied der Nationalversammlung von 1848; Eduard v. Simson, Präsident der Frankfurter Nationalversammlung (1848), 1. Präsident des Deutschen Reichstags. M a x H i r s ch, Mitbegründer der deutschen Gewerkvereme (Hirsch- Duucker), Paul Kaiser, Kolonialpolitiker, erster Direktor des Reichskolonialamts; Otto Arend, Bimetallist und Führer der Nationalliberalen im Preußischen Abgeordnetenhaus; Lasker, B a m b e rg er, Friedb e r g und S> ch i f f e r , die nationalliberalen Führer. Die Tätigkeit der linksstehenden jüdischen Politiker ist umstritten; die Liste der rechtsstehenden wäre wohl ebenso lang wie derjenigen in England, wenn ihnen in Deutschland nicht die Türen verschlossen wären. , ,,; __ Frarre-MewLgung: 2 i 11 a TI 0 rge n st e r 11, Henriette G 0 l d s ch rn i d t, I 0 s e p h i n e Levh - R a t h e n a n u . a-. Kunst: Komponisten: Felix M e n d e l s s 0 h n - B a r t h 0 l d y, einer der größten Liederkomponisten aller Zeiten; Meyerbeer; I g n atz Br ü ll („Das goldene Kreuz"); Gold m a r k („Königin von Saba"); der junge'Kor ngold („Die tote Stadt"); Gustav M a h l e r , der Schöpfer der Neunten Sinfonie; F r i e d r i ch G e r n s h e i m , der bedeutende Gesanglehrer. Maler: F i 0 r i n 0 , Miniaturenmaler; Max Lieber m a n n , Enge n Spiro, L e s s e r U r y (Hans v. Maroes, Halbjude); B e n d e m a n n , P e ch st e i n , K a n d i n s k i. Bildhauer: Benno E l i a 11 (Kriegerdenkmal in Frankfurt a. M.); Jacob P l e tz n e r; Alfred M e s s e l, einer der größten Baumeister der Neuzeit. Ausübende Künstler (aus der fast unübersehbaren Reihe nur die bebeuienbften): Nt usiker: Die Geiger Joses I 0 a ch i m nnb Fritz Kreißler; die Pianisten Artur Schnabel, G 0 d 0 w f k i und M 0 r i tz R 0 s e n t h a l; der Cellist Heinrich G r ü n f e l d; die Dirigenten B r u n 0 Walter (Schlesinger), L e 0 B l e ch , P 0 l l a ck und K l e rn p e r e r. Die Sänger und Sängerinnen: Nikolaus Roth m ü hl, I u l i u s L i e b a n , Hermann I a d l 0 w k e r, A l e x a n d e r Heinemann, S e l m a Kurz, Julia K u l p , O t t i l i e Metzger (Jüdinnen waren auch Lola Beeth und Pauline L u c c a). Schauspieler und S ch a u s p i e l e r i n n e n : S 0 n n e n t h a l, Ludwig Ba r na y, M a x Po h l, Ema nu e l Re i che r , R u d 0 l f Schildkraut, Irene T r i e s ch. Oft sehr umstritten sind jüdische Dichter und Schriftsteller: Heinrich Heine — trotz allen und allem unsterblich als d e nt s ch e r Dichter. Heinrich v. T r e i t s ch k e (an Josef Schrattenholz 1894) urteilte über ihn: „Heines unsterbliche Werke sind wahrhaftig nicht jene internationalen Witze, um derentwillen er 10 seul poete vraime-nt parisien genannt wurde, sondern die schlechtweg deutschempfundenen Gedichte, so die „Loreley", dies echte Kind 'deutscher Romantik, so jene herrlichen Verse: „Schon tausend Jahr im Kraecia", die noch immer alles zusammensüssen, was die Deutschen seit Winkelmanns Tagen über die Schönheit dev hellenischen Welt gesungen und gesagt hatten > Von bekanntesten Namen dichterisch wirkender Künstler seien noch genannt: Pa, ut H e h s e (Judenstämmling), B e r t h 0 l d Auerbach, L u d w i g F u l da., L n d w i g Jakob 0 w s k y, Jacob Löwenberg, Otto Linderer (Flaggenlied: „Stolz weht die Flagge"), Anselma Heine, Alfred Atombert, Peter Altenberg, Jakob Wassern:ann4) Nicht minder bedeutsam ist die Nolle der Juden als Förderer von Kunst und Wissenschaft, Helfer und Wegbereiter ringender Künstler und Wissenschaftler. David A s h e r und Julius Fra u e n st ü d t können als die „Agenten" und TestarnenLsvollstrecker Schopenhauers bezeichnet werden; Hermann Lev i (erster Dirigent des „Parsival") und Heinrich Po rg es waren Jünger Richard Wagners; A ngel 0 Ne n:n a n n macht die erste Kunstreise . mit den frühen Werken' Waigners; E m i Ü Ku h, treuer Freund und Helfer HeöbeG; Otto Br ahm, einer der größten 'deutschen Theatermänner, bringt Ibsen und Gerhardt Hauptmann aus die Bühne; Raphael Löwenseld ist Gründer der Schiller-Theater in Berlin (Klassiker fürs Volk); Max Reinhardt ist der Schöpfer der modernen Theaterkunst. , *>% . -777—^ Von den materiellen Leistungen der Juden für Kunst und Wissenschaft soll nicht gesprochen werden; nur drei Tatsachen seien angeführt: das S e n k e n b e r g s ch e Institut in Frankfurt am Main, einzigartig in Deutschland, Urzelle der neuen Universität, ist eine Stiftung des Bankhauses Speyer; das Kaiser-Friedrich- Museum in Berlin verdankt einen großen Teil seiner Schätze I a m e s S i m 0 n; unter den neunzehn Stiftern der Forschungsinstitute in Berlin-Dahlem befinden sich a ch t I u den und drei I u d e u ft ä m m ling e. .w-; Ucber den Wert jüdischen Wirkens auf diesem Gebiete seien nachstehend einige — teilweise durchaus unvoreingenommene Urteile aufgeführt: Kreuzzeitung (29. September' 1918): „Cs hat sich im Judentum doch soviel positiv Gutes und Anerkennenswertes entwickelt, -daß die Behauptung, der jüdische Einfluß aus unser Volksleben sei zersetzend, sich nicht ohne Einschränkung aüfrechterhalterr läßt. Staatstreue Gesinnung, geschäftliche Solidität, religiöser Ernst, Positive Leistungen in Wissenschaft und Kunst, lassen sich den Juden im allgemeinen nicht absprechen." Friedrich N ietzsche: „Ich habe an zuständiger Stelle den Vorschlag gemacht, ein sorgfältiges Verzeichnis der Gelehrten, Künstler, Schriftsteller und Virtuosen Deutschlands von ganz oder hnlbjüdischer Abstanmmng herzustellen. Das gäbe einen Beitrag zur Geschichte der deutschen Kultur, vor allem zur Kritik derselben/- Th. Fontane: „Ich habe einsehen müssen, daß uns alle Freiheit und feinere Kultur, wenigstens hier in Berlin, vorwiegend durch die reiche Judenschaft vermittelt wird." ^7 v. O P p e l n - B r 0 n i k 0 w s k i („Antisemitismns"): „Ich frage mich manchmal, wohinviele deutsche Künstler, Dichter und Schriftsteller' wohl gekommen wären, wenn wir im Bürgertum kein geistig hochinteressiertes und kaufkräftiges Judentum hätten." . W ilhel in Schäfer („Ter deutsche Gott. Fünf Briefe an mein Volk"): „Die Wahrheit ist die, daß die deutschen Juden sichtbar geholfen haben, den Lebensboden der Bildung überhaupt wieder zu lockern. Ohne sie hätten wir anfangs des zwanzigsten Jahrhunderts kaum noch von einem geistigen Leben in Deutschland sprechen können. . . In jüdischen Häusern, mehr als sonst, wird gute Musik gemacht, in jüdischen Häusern, mehr als sonst, werden gute Bücher gelesen: was einmal den Ruhm der Rahel ausmachte, wurde Lebensstil in jüdischen Häusern! Gegenwärtig ist die Pflege des geistigen Lebens in Deutschland, d. h. der Widerhall dessen, um was sich Kunst und Wissenschaft bemühen, zu einem beträchtlichen Teil in jüdischen Händen, so daß es manchmal aussieht, als wollte das deutsche Volk diesen ihm unwichtigen Teil seines Daseins den Juden überlassen." *) Jüdische Kommerslieterdichter: Alex. W 0 l l h e i m : „Sind wir nichL zur Herrlichkeit geborerr"; „Es war ein Edelmann am Rhein gar für n eh in und gebildet". Vierstaat: „Ha, wie die Pokale blinken"; „Seht her, wie stolz ich um mich schau, die Brust geschmückt mit weistrotblau". H e r l o f s s o h n : „Es kamen drei Schneider wohl an den Rhein". A. B e n d a und E. Bloch: „Das war der Graf von Rüdesheim". B e r t h 0 l h Auerbach: „In: Elsaß über dem Rheine, da wohnt' ein Bruder mein" (gedichtet am 20. August 1879). L e v y s 0 h n : „Es ward einmal geschlagen bei Bellealliance die 'Schlacht". E. Salomon: „Es hatten drei Gesellen ein fein Kollegium", usw.

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