Wissen und Waffen
- Journal
- Wissen und Waffen
- Volume
- [1. Folge] (1924)
- Issue
- 2 (3.4.1924)
- Date
- 1924-04-03
- Page
- Seite 8 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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, Weits Wer öen -MMfemMÄnüs: ■^^i:+L■ ODst h-iärjasae ■ - Adam Röder, ■ Herausgeber der süddeutschen --konservativen .) Korrespondenz r „Der Antisemitismus isst populär, Er war^ immer) denn die Menschen müßten in ihrer Mehrheit nicht Menschen des) Driebmäßigen und des Instinkts sein, wenn sie die Gelegenheit nicht benützten, sich einen Sündenbock zu erstellen. Selbst vornehm geartete - Naturen fallen diesen Popularirrstinkten zum Opserr. . W stt wben so leicht, so bequem, Antisemit zu sein. 3öHt einet einzigen-Geste - schiebb ■ man alle Verantwortlichkeit von sich und. weist den Prügelsungen von:. Hand zu-Hand . . („Re-aktwn und Aust sein i t-isn ms." ) , U l r i ch K a h r ft e d t, Deutschnationaler, Professor der alten Ge--' schichte in Göttingen: „Ich nehme an, daß Clemenceau solche deutschen Pressefehden nicht verfolgt, sonst hätte er eine Freude und eine Beruhigung mehr: solange sich die Deutschen vor allem für das Judeaproblem interessieren, sind sie für. die Macht Frankreichs am Rhein ' ungefährlich." '(„Eifernd Blätter" vom 4. Januar 1920.) Anton Fendrich, sozialdemokratischer, angesehener Schriftsteller: „Wenn ich mich manchmal mit dem Gedanken, abfand, unsere Feinde könnten schließlich doch recht' haben, wenn sie uns Barbaren nannten, dann immer wegen des namenlos rohen Tones, in'dem der deutsche und. besonders der. deutfchnationale Antisemitismus sich äußert." („Der Judenhaß und der SoZmlismu-s/) ■ Professor Dr. Erik Nölting (Detmold): „Geistesarmut Prä-- ■ befttmert zum Antisemitismus. Wer nicht gewöhnt ist, aus geistigen .Graden zu schreiten, wem Geistiges sogleich immer in Physisches zurürfunlt der wird genau so Zwangsläufig in rüden Antisemitismus geworfen, wie sich eine knltnrgesätngte Vaterlandsliebe für ihn zum. aggressiven Heil Dir im Siegerkranz-PatriotiZmus ^verballhornen wird." („Die Ungeistigkeit des Antisemitismus."' „C. V.--Zeitung" 1923, Nr. 30.) v ' v. O p p e l n - B r v n i k o w s k i, ach deutschnationallem Boden stehender, anerkannter stebersetzer und Schriftsteller: Es gibt freilich Heute, die „die Juden" nur in Verbindung mH einem Totem kops sehen. Nach ihnen ist unser Volk so schwach und bestimmbar, daß es dem jüdischen Einfluß wehrlos unterliegen.muß, wenn ihm nicht ein Damm entgegengefetzt wird. Merkwürdig nur, daß diese Befürchtung gerade aus stark national betonten Kreisen kommt! Ist man Denn gerade hier des eigenen Volkstums so wenig sicher und kann man sich nur durch möglichst hermetische Abschließung vor „Vergiftung schützen? . . (, ,A n tt je nui ti sn ms?") _ . " . ■ - .. Wilhelm Michel, HölderliwForscherst „Der vorübergehende pathologische Charakter des.Judenhasses betont sich, durch viele feiner Züge. Unter anderem auch dadurch, daß er nur die unfertigen, die topisch chaotischen oder doch tvpisch werdenden Böller Europas ergriffen hat." — „DerAntisemitismus ist nicht bloß eine Sache zwischen: Juden und Judenhassern. Er ist in erster Linie eine Sache -zwischen ' Dentschen und einer Horde von Verrätern aller edlen, geistigen, ritterlichen Ueberliesernngen des Deutschtums, die'wir als etwas Verehrungswürdiges m uns trägem" ■ („Verrat am DentschtumT) Herbert Eulenberg, ungesehener christlicher -Romanschrift---- stellen: „Der Judenhaß ist überall häßlich und verwerflich. Besonders aber bei uns in Deutschland. Wir sind den Juden zum größten Dank verpflichtet. Ich Persönlich als Künstler muß bm kennen/daß ich ohne die Juden in Deutschland längst verhungert wärest („Deutscher Geist und Iudenhaßst Aeußerungeu nichtjüdischer Zeitgenossen.) Herrn an:: Stehr, bekannter schlesischer Dickster: - . So möge diese alte Schande, derAntisemitismusJnT-eutschland endlich tot sein, denn sonst ist seder Schritt ^nt Gesundung eine tieiere Ber-' in st ru na und das Ende ein brutaler Kampf oller gegen alle." („Neue Rundschau".- 1922. Heft 9.) - Ernst Z a h n/Schriftsteller: „Juden? Christen? Ich kenne nur Menschen. Aller Pilgerfahrt ist zeitlich,- alle--gebaren sich, als ob sie ewig wären, und keiner ist sicher,- daß er nicht de:; Weg verfehlt." („Deutscher Geist und Judenhaß.") X A u s l a n b E st i m m e n : - B f örnBjörnson (1917): „Wenn Ehristen sichaber aufs hohe Roß sehen und sagen: Wir sind nicht wie sie — und meinen die Juden im allgemeinen, so sollten besonders die deutschen Christen in dieser' Zeit einsehen lernen, wie ungereimt sich so etwas ausninunt. Denn es ist. genau dasselbe, was ihre Feinde heutzutage ihnen gegenüber tunst („Vom deutsckpm Wewnsth A u s l a n d s d e u t s 'ch e-: D r. E d m u n b v. M a ch : „Wenn der- Judenhaß über die Grenzen Deutschlands hinausgreift und Freunde des deutschen'Volkes auch in anderen Ländern ersaßt, dann ist es hohe Zeit, daß ein Mahnruf erschalle. Wir -sehen mit- Schrecken, wie sich allmählich eine Kruste übler Leidenschaft über das Volk ausbreitet. JudenhW und Judenhetze sind gefährliche Volkskrcmkheiten. Sie untergraben jedes gesunde Nntionalgesühl, gerade weil sie vermutlich das Gegenteil tun sollen . . . Deutschland kann nur dann wieder national erstarken, menn es vollen Wert ans deutsches Denken, anstatt, aus das Blut ader die Nase dos Denkers' siegt." „Brief an das deutsche Vvlkst >Neue Zeit, Chicago. Zit. ä. d. „Israelitischen FarnilienblatO. 1921. Nr. 2.) Artur Koblitz (Brief an den Verlag der „Deutschen C'neuerungsgemernde" gegen die Zusendung antisemitischer „Machwerke"): . Wir Ausländsdeutsche: die' wir feit Jahr und Dag, Christen' b&Wi En7stSMurre^au J'MsstdsiM ststrarÜge rWhassige, - echoi tPdWk': beschmutzt und entehrt. Cs gchörtstMEMM.'n pstahe dazu,! prophezeien zu können, daß Sr e.mit- Mvm WLhetzyug - im)'Auslande.- keinenfruchtbaren Boden finden.kverE,' daßched' < der-Schaden, der durch Sie und Ihresgleichen dpni'Deutschstun wächst, kern geringer ist. Sie können von anderen: Nasiloüen-lesi cms.-welche Weise die innere Front her gestellt amd bHMAMrdlch. Weg, den Sie zur Erneuerung unseres Vaterlandes: emHkahenH --und bleibt ein Irrweg. Zu Ihrer O r i en tierun ststeile - ich Wh nM-m ' daß ich Arier unb Christ bim" (Abschrift eingesastchAanJOnträ'stV . em. - Abgedr. i. d. „Mitteilungen >des Syndikus".'" 19212 Mi9H Die „verjuüete" SozralüeiyokWtlei - Karl Marx ist jüdischer Herkunft. Er l)a^ die JLsterckreich-gro^N fazialdemokratischer Arbeitermassen beeinflußt; dmmststft, - so schlsießH der Teutfchvölkisck^, der jüdische Charakter der Sozialdemokrätist erwiesen. Nun, Karl Marx hat -den - demokratischen':. Sozi alisms^^ nicht erfunden, er hat ihn deutlich erkennbar in der G e fe-l-siM s^ch a f t vorgefunden. Marx sieht auf den' Schultern. '.vbhÄ St. Simon, Fourier und Robert -Owen. Dasi indu st r i der vierziger Jahre des 19. Jahrhunderts hat rrchtunggebend müsist ihn eingewirkt, und die Kenntnis dieses Englands ift:. von seinem Freunde Friedrich Engels, dem Sproßwiner-tpste t iftistH scheu F a b r i f a n i e n | a tn i fi e ■ des Wuppert-al-es/ vermittMst worden. Friedrich Engels hat in feiner ,Dage^ der 'arbeitendeuO Klaste" -im- Jahre 1845 -dann den „Marxismus" als r.gesellschüfOsist wissenschastlickMs und nationalökonomisches Systemherausgearbeicht.st' Die Lehren von den fozialerv Klassen, von den Klasienkämpsen undch dem Klasienstaate sind bei Engels aus den 'emg.bi sch en-r.-G-eststs , felis chaftsentwicklung gesch-öpstr" Der: rdeniotraFschelst SoZialismus der beiden „Marxisten", Marx und Engels wEenstM-H Widerspiegelung tatsächlicher s o b a l e r B e.rcha l k mifstell-t sein.- Iw diesem -Sinne führt einmal Engels inseiner Schrift: „Dir^- . Entwicklung des Sozialismus von der .Utopie .znr. Wistechchaft" -ambst- „Ter moderne Sozialismus ist seinem Inhalt nachzunächstdas Cch. -) - Zeugnis der Anschauung einerseits der in de r g he n i rW rr - Gew ll schchsi-e herrschenden Kl asten gegen sähe von Besitzenden ' und ■ -'BesitzlvsestM Kapiwlisten imb Lohnarbeitern, andererseits-der in. -der Produsttom) berrirheiwe:, Anarchie." . . . . , .chst 'Der moderne Sozialismus, der demokratische :-SvM-lWnuZ^,-ist - - s omii keine iim di! väduell - w i H f ü r (t i"t£> e. ■. E t-f i n Vu mg ' des Juden Marx, sondern einans der . w i.r kli chen-Z. - K l a s sie n we l i heraus ■ geborenes ■■ sozial e s Ged a.u sipLch-' system. Die denwkratischstozialistische Theorie Mll -angeschauchch zu Begriffen verarbeitete Wirklichkeit sein. ■ ch . Daß die Sozialdemokratie nicht ein'luftiges KunstprObukt-ir'PKM.ch treten als M a s s e n p a r e i in allen K n l:t u rsi'äasid e r r. nnsisi k-apiwlistiller Produktion. - -Die Fortschritch''--diefer'-"sBLEg-uvch:.miZ Deutschland hängen aufs engste mit der v? nd^e n den' chndn firm übst . sierung - und Pr-oletaristerung zusammen. Führer . dieser wegung sind vor allem Astbeiter gewewn. Der'Drechsler .Bebel,-MrH Sattler Auer, 'der Schlosser Grillsimberger,-Tapezierer :Ehrharsi,-.-tCr'st . Schreiner - Drees dach, -der Schlosser Hue, der Tischler- -Legien, desich ' Zigarrermrbeiter Btolkenluchr sind die Organssirtoren 'der Mosten -'ge--- - wesen.' Der Typus des cheutigen sozialdemokratischen' .Arbeiter-isührers ist in den renlmr politischen und fozinlen 'Känlpsdn der EegenM wart geschaffen worden. ■ ' ' ' ' ' -chch -Die Sozialdemokratie ist keine kleine füdwchexSekteassie--istenchH proletariidw Mo.sieriPartei, die im Jahre 1922'■ 91D'CK)6;.nmnti und 184 099' weibliche Mitglieder zähste. 'In sbr bilden"die südisthenf^ Mitglieder nur einen verschwindend kleinen Bruchteil. .stDie-'RedgksiZ teure der s-ozialdemvkratischen Presto sind meist aus der ÄrbeiterstA selbst aufaeitiegen. Die sozialdemokrakische Presto selbst wird ryZ ihrer politischen und sozialen Haltung von Aw b e i t-e r p r es se^L k o m m i s s i o n e n Übel wach!-. Das finanAielle -RückWat der Partes bilden 'die' Beiträge der e i n m ist l io n em st a r.l e.n fozialdem'KA kratiichon'Mitgliedschaft. - .. ' d-:' -" . - . . -AH . Ebensowenig wie die -.enistchnationale -Part-eiist die Sozi-gldem'ostI frotte von Inden erfunden nnd. geleitet worden.; Der' KonservgchW , vismuZ ist bei den Mächten des sozialen Beharrens, -bei der LMW bevokterung zuhause, der Sozialismus bei den llüächten der sozialech^ Bewegungf bei. der industriellen Arbeiterin und AngestellrensthastD Die Sozialdemokratie mustert in Gebieten^ in denen die Juden myxL sporadisch vorkomunn, - -stach lO.OMch.W000 MitDüstch. ' Die deutsckchöltisckv Norstellun-g von. der"' B e r s u d u rr g S-o z i-a l dem vkr a t ie ist aus ganz kindliche- oder-besser lindch ' Anschauunoen von der beutiaen Gesellschaft, von ssibrenx KO siech D ihren politisckzen Parteien zurückzustchren.- 'Nach diesech-Unschäw" „machen^- einige wenige Juden eine mehrere Milliorstn.zählenddB fenpartei. Jeder, der die soziale Geschichte rmseres Hsttalters- - eini ermäßen kennt, weiß, daß Massenpar teste ha u sti wirtschaftlichen und s v Z i.a len- Vw xh all stnchst d ie sie r Zeist -organisch he-sta -ns g e w gH-sechMnd^ ..-n 1 - '2--'-- rO' ^- mstnx ' B-' . *»_ . -M.. . TrfCV I-- i*t‘i ßM I