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Wissen und Waffen · 1924-03-27 · 1 (27.3.1924) · p. Seite 2

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Journal
Wissen und Waffen
Volume
[1. Folge] (1924)
Issue
1 (27.3.1924)
Date
1924-03-27
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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r Bon diesen achtzehn Ministerien befanden sich zur Zeit, da die Fordsche Liste ansgestellt wurde, zwei in jüdischen Händen: Nr. 2, Krieg, verwaltete Leo Trotzki, Nr. 9, Post und Telegraph, Israel Dowjolewski. Jedes dieser Ministerien hat eine Reihe von Beamten, unter denen man nach den Angaben der antisemitischen Tabelle zahllose Juden sinden mutzte. Damit verhält es sich aber nicht so. Von den ganzen Volkskommissariaten enthalten Juden nur das Volkskommissariat für Auswärtiges: (2), Krieg und Marine: (1 Jude), öffentlicher Unterricht: 1 Jude, ferner 1, Jude im Volkskommissariat für nationale Minderheiten, an der Spitze der Abteilung für jüdische Religionsangelegen-- heiten, Finanzen: 1 Jude, Handel uNd Industrie: 1 Jude: Unter den 69 Mitgliedern des obersten Volkswirtschaftsrates ist im eigentlichen Kollegium kein Jude. Alles in allem sieben Juden unter 12 6 bis 162 Mitgli ed ernd er Ko lieg i en ,s iem a chen al s o de n 19. oder 23. Teil der Gesamtheit aus. Die amerikanischen Antisemiten geben Zahlen an, die zwischen 77 und 100 Prozent schwanken. Aber aus einer anderen Liste, die ein antisemitischer Schriftsteller, Heinz Fenner, veröffentlicht, geht hervor, daß es unter den 206 Mitgliedern der F. E. K. 18 unzweifelhaft jüdische, aber auch 13 ebenso unzweifelhaft deutsche Namen gab. Nun betragen die jüdischen Russen im europäischen Rußland 4 Prozent der Bevölkerung, die Deutschen aber kaum 1 Prozent, so daß man also mit noch mehr Recht von einem Vorherrschen des deutschen Elementes sprechen könnte. Vollkommen falsch ist die Vorstellung, als ob der russische Jude oder zumindest der jüdische Proletarier ausschließlich im Bolschewismus aufgegangen sei. Gerade unter den erbittertsten Gegnern des Bolschewismus befinden sich Juden, so Steinberg, Paul Axelrod, Kemkow-Katz und vor allem Martow-Federnbaum, der aus dem kommunistischen Kongreß in Halle 1920 Sinowjew-Apfelbaum die leidenschaftlichsten Anklagen gegen den Bolschewismus entgegenrief. Die antisemitische Presse unterließ, darauf hinzuweisen, daß sowohl Sinowjew wie Martow Juden seien/ d. h. daß auch zu den erbittertsten Gegnern des Bolschewismus Juden gehören. Der „Großinquisitor Fannja von Petersburg", Uritzki, wurde von der Kugel des jüdischen Menschewisten Leonid Kannengießer durchbohrt, und die Verüberin des (mißlungenen) Revolverattentats auf Lenin, Kaplan, war eine jüdische Sozialrevolutionärin. - Der „Mische" Wucher. Der Rechtshistoriker Professor Stobbe in Leipzig sagt in seinem Buche: „Die Juden in Deutschland während des Mittelalters in politischer, sozialer und rechtlicher Beziehung", (S. 105): „Die ganze Ausbildung des -gewerblichen Lebens und des Jnnungslebens schloß den Juden von jeder Teilnahme an Handwerk und Handel aus, und es blieb ihm keine andere Wahl, als vom Schacher und Wucher zu leben; denn der mittelalterliche Staat ließ ihm keine anderen Erwerbsquellen." (So auch Neumann, „Geschichte des Wuchers", S. .305 ff. Dgl. Würfel, „Nachrichten Nürnberg", 1755. (S. 27): Privileg für Oldenburg von 1365.) „Nicht nur waren die Juden von Aemtern, Grundbesitz, Handwerk und Handel ausgeschlossen, sie wurden auch durch die Gesetzgebung geradezu zum Wucher erzogen, indem man diese Erwerbsart bei ihnen begünstigte und - ihnen „Wucherprivilegien" gab. Charakteristisch hierfür ist - das P r i v i l e g F r i e d r i ch s III: von 1740: „Handel und Gewerbe können in der Stadt nicht ohne Wucher und Zinsen bestehen, daher sei das kleinere Uebel zu wählen und den außerhalb der christlichen Gemeinschaft stehenden Juden der Wucher zu gestatten." Im Jahre 1420 berief der Rat der Stadt Florenz zur Her ab - d r ü ck u n g des damals enormen Zinsfußes Juden in die Stadt, welche einen bestimmten, mäßigen Prozentsatz einzuhälten sich verpflichteten. . Selbst eine Resolution der Wiener Hofkanzlei vom 27. September 1612 an Kaiser Leopold läßt den Juden Gerechtigkeit widerfahren. In dieser Resolution, die im Archiv des ehemaligen Wiener Reichssinanzmmisteriums liegt, heißt es: „daß, obzwar die Juden allerhand Wuchers beschreib .sind, sie doch nützlicher sein als die Christen, unter welchen eine solche überaus wucherliche große Schinderei eingerissen, daß hiedurch fast männiglich hoch und niederen Standes von ihnen gravirt und beschwert sind." Dr. Josef S. Bloch: „Israel und die Völker", sagt S. 200: ,>Mag auch die Theorie Lamprechts (des angesehenen christlichen Leipziger Geschichtsforschers), wonach die Darlehnsgeschäfte in Deutschland bis zum zwölften Jahrhundert von der Gei st l i ch k e i t, im dreizehnten Jahrhundert >von Bürgern und Adel, im vierzehnten Jahrhundert von den Juden betrieben wurden, bezüglich der Zeitbestimmung nicht vollständig beweisbar sein, richtig ist st« jedoch darin, daß die Juden eigentlich nur ein Faktor unter anderen in gleicher Weise demselben Zwecke dienenden Faktoren waren." Rathenau-Aitate. Es werden hauptsächlich zwei Aeußerungen angeführt, die in Schriften Rathenaus zu sinden sind, um aus diesen den Nachweis! der Gefährlichkeit und Verderblichkeit dieses Mannes zu erbringen. Zu dem Satz aus der Broschüre „Der Kaiser" äußerte sich Rathenau selbst folgendermaßen: ' q „Der von Ihnen zitierte Satz „Wenn Deutschland siegen würde, hätte die Weltgeschichte ihren Sinn verloren", ist das Produkt einer bewußten Fälschung. Der authentische Satz findet sich in der kleinen Schrift „Der Kaiser", von der ich einen Abdruck beifüge, aus Seite 28; er betrifft eine Voraussage, die ich im Jahre 1914. gemacht habe, und lautet wie folgt: „Nie wird der Augenblick kommen, wo der Kaiser als Sieger der Welt mit seinen Paladinen auf weißen Rossen durchs Brandenburger Tor zieht. An diesem Tage hätte die Weltgeschichte ihren Sinn verloren. Nein! Nicht einer betf* Großen, die in diesen Krieg ziehen, wird diesen Krieg überdauern."^ Daß dieser Satz sich lediglich auf die Aussichtslosigkeit der damaligen Führer, den Krieg zu gewinnen, bezieht, geht aus dem folgenden Sah hervor: „Moltke stürzte und starb, Falkenhahn, Bethmann,' Jagow, Tirpitz stürzten, im letzten Jahre war nur der Kaiser übrig, und zum Schluß stürzte auch er." Als zum erstenmal eine Entstellung meiner Ausführungen in der Presse erschien, schrieb mir ein befreundeter Mann, der im Kriege eine hohe und verantwortliche Stellung im Kriegsministerium bekleidet hatte, er erinnere sich genau meiner Aeußerung und könne aus seinen Eid jederzeit bezeugen, daß sie in dem Sinne zu verstehen sei, den ich soeben dargelegt habe. In Ergebenheit gez. Rathenau." :i Die zweite Stelle ist die berüchtigte von den „300", Die Stell« lautet im Zusammenhang wie folgt: „G e s ch ä s t l i ch er N a ch w u ch s. I. Um wen handelt es sich? Ich glaube, daß bei unveränderten physischen Voraussetzungen die Summe der Talente und Lebenskräfte einer Nation in jeder Generation sich nahezu gleichbleibt. Könnten somit alle Nachwuchskräfte des Landes gleichmäßig zur Leistung und Leitung aufgerufen werden, so wären wir der Sorge enthoben. Dies ist nicht so. Die Aufgaben der Führenden und der Geführten sind verschieden und verlangen verschiedene Schulung./' Hervorragenden und glücklichen Einzelnen mag es beschrieben sein, die Bahn vom Korporal zum Feldmarschall zu erfüllen; die groß« Mehrzahl, auch der Begabteren, altert in der subalternen Karriere und verliert die Spannkraft, die erfordert wird, um in der zweiten Lebenshälfte neue Wege des Gedankens und der Arbeit zu beschreiten. t Frühere Generationen, die Männer des industriellen Aufschwunges, konnten sich selbst zu Konquistadoren machen; in unserer Zeit der erstarkenden Organisationen suchen sie selbst sich Nachfolger zu sichern, die mit den geschaffenen Methoden der Führung, der zur Praxis gewordenen Stabskunst, vertraut sind. Sie, die Ergebnisse eines gefährlichen, wirtschaftlichen Experiments, einer selbstbetätigten Selektion, wollen das Experiment mit anderen nicht wiederholen; sie richten den Blick nicht auf den Nachwuchs schlechthin, sondern auf den Nachwuchs ihrer Nähe, ihres Kreises, ihrer Nachkommenschaft. Auf dem unpersönlichsten, demokratischsten Arbeitsselde, dem der wirtschaftlichen Führung, wo jedes törichte Wort kompromittieren, jeder Mißerfolg stürzen kann, wo das souverän« Publikum einer Aktionävversammlung satzungsgemäß über Ernennung und Absetzung entscheidet, hat im Laufe eines Menschenalters sich eine Oligarchie gebildet, so geschlossen wie die des alten Venedig. Dreihundert Männer, von denen jeder jeden rennt, leiten die wirtschaftlichen Geschicke des Kontinents und suchen sich Nachfolger aus ihrer Umgebung. (Von uns fett gedruckt. Schriftleitung.) Die seltsamen Ursachen dieser seltsamen Erscheinung, die in das Dunkel der künftigen sozialen Entwicklung einen Schimmer wirft, stehen hier nicht zur Erwägung. Hier soll zunächst die Frage beantwortet werden, um wen es sich , handelt: es handelt sich um den'Nachwuchs städtischer Herkunftnormaler Bildung bürgerlichen'Stands um die zweite vder dritte Generation der Erwerbenden und Leitenden." Das sich diese .Stelle .also aus Wirtschaftsführer gleich welcher Religion und Abstammung bezieht, ist nur für Unbelehrbare zweifelhaft.' -

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