Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 3 (1924)
- Issue
- 12 (20.3.1924)
- Date
- 1924-03-20
- Page
- Seite 132 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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132 Neue Bücher. Rndolph Wiedemeyer, Die entlarvten' Judenreunde. Geistiges E^ e r zj er r e g L e m en t für völische Redner und'kritische .H örer. Deutscher Volksverlog, Dr. E. Bo-epple, München, 1923. 160 Seiten. Das Buch charakterisiert 'sich selbst dadurch, daß seine Vorrede mit einem Zitat aus den „Weisen von Zion" beginnt und daran anschließend sagt: „So haben die Juden es zum Teil erreicht, daß viele Menschen' sich in der Juidenfrage nicht mehr auskennen. Um Ordnung in dieses Wirrsal zu bringen und um Klarheit zu schaffen, schrieb ich dieses Buch." Das Buch unternimmt es, sodann folgende Schriften,, „in denen Juden und Judengenossen das jüdische Volk von seiner Schuld r-einz-uw-aschen suchen", zu widerlegen: Jacob, „Krieg, Revolution und Judentum" — Lange, „Juden, Weltkrieg, Revolution" — O P P e l n -B r o n i k o w fri, „Antisemitismus?" — Gol d st ein, „Rasse und Politik" — B u l a j ch o w , „Bolschewismus und Judentum" — Strack, „Jüdische Geheimgesetze?" — Steiger, „Katholizismus und Judentum" —- Friedrichs, „Eine Lösung der Judenfrage". Zu diesem Zweck wäre es nötig, daß sich Wiedemeyer mit dem Gesamtinhalt oder wenigstens einigen Grundgedanken der von ihm bekämpften Schriften auseinandersetzt; das verschmäht er aber, er führt vielmehr immer ganz kurze, aus dem Zusammenhang gelöste Sätze seiner Gegner an, um ihnen dann unter der Ueberschrrft „Die Wahrheit" feine meist sehr subjektive Meinung entgegenzustellen. In vielen Fällen macht er sich aber die Arbeit noch leichter, indem er seine „Widerlegung" nicht einmal gegen wirkliche Stellen aus den von ihm bekämpften Schriften richtet, sondern gegen ohne jede Quellenangabe angeführte wirklich oder angeblich' sonst von indischer Seite gegen antisemitische Vorwürfe erhobene Einwände. Wenn Wiedemeyer dann diesen Scheinzitaten seine „Wahrheit" entgegensetzt, meint der weniger urteilsfähige Leser natürlich, er habe wider eine Beweisstelle aus den namentlich angeführten Schriften „erledigt". Für die zahlreichen objektiven Unrichtigkeiten des Buches, die neben den falschen subjektiven Beurteilungen unterlaufen, erwähne ich nur einen besonders bezeichnenden Beleg: Auf Seite 98 wird behauptet, daß der Münchener Geiselmord 'auf Befehl von Juden ausgeführt wurde und als Hauptmacher werden u. a. aufgeführt: Levren, Toller, Mühsam. In Wahrheit ist Leviens jüdische Abstammung höchst zweifelhaft, seine Mutter war nichtjüdische Russin. Bon Toller ist in den Prozessen sestgestellt worden, daß ihn an der Erschießung der Geiseln nicht die mindeste Schuld trifft, daß er sich vielmehr mit aller Kraft für ihre Befreiung einsetzte; wäre er mitschuldig, so hätte das Gericht sicher nicht ehrenvolle Festungshaft gegen ihn ausgesprochen. Was aber Mühsam angeht, so weiß jeder einigermaßen Unterrichtete, daß er schon bei dem sogenannten Palmsonntagputsch von Regierungstruppen verhaftet wurde und zur Zeit des Geiselmordes schon etwa zwei Wochen in Haft in Eichstädt war, also für die Erschießung nicht im mindesten verantwortlich gemacht werden kann. Der Verfasser aber stellt im Vorwort fest, daß seine Ausführungen sich nicht gegen die Juden als solche richten, sondern gegen die Tatsache, daß dieses Volk in Deutschland die Aufenthaltserlaubnis besitzt. Mt dieser zwingenden Logik 'könnten auch die Franzosen ihre haßerfüllte Ausweisungspolitik in den besetzten Gebieten rechtfertigen und sagen, daß sie sich nicht gegen va'terlandstreue Bewohner und pflichtgeLreus deutsche Beamte richte. sondern nur gegen Hie-Tatsache- Paß solche Menschen sich 4mmeT noch im -besetzten Geviet Aushalten.! - Wenn man sich widerwillig durch - dieses Buch chindurchgearbeitet hat, erkennt man von neuem, wie recht Nietzsche hat, wenn er . den Juden das Verdienst zuschreibt, daß sie reinlichere Denk» gewöhn Heiken nach Europa gebracht haben. tzumor im Kampf. Santo Staubsauger. Im Münchener „Simplicisstmus" vom 10. Mürz finden wir das" folgende niedliche Geschichtchen: Mein Freund Emil ist Hakenkreuzler. Außerdem ärgert er sich über seinen Vornamen und hätte lieber einen anderen. Haralds Kuno und so. Ja, er beneidet die Inhaber derartiger Vornamen« Neulich spazierte ich mit ihm über die Tauentzienstraße, und ich merke, daß er eifrig die Namen der Fi r irrem nh ab er studiert. Da sehen wir Plötzlich ein über die ganze Hausfront reichendes Schilp mit der Aufschrift: Santo Staubsauger. Wütend sagte Emil: „Diese Ostjuden werden immer dreister; aber man hat deK einen Trost: Wenn man Staubsauger heißt, nützt einem dev schönste- Vorname nischt." * Bison. ImZoo. „Haben Sie den Bison gesehen?" ,^öisohn? Kenne ich nicht! Uebrigens, Gnädigste, pflöge ich mit Juden nicht zu verkehren." - („Fliegende Blätter".) „gqftflr Stoffwechsel-Tabletten. •. Bad Aauh elm. ---■ "Ws Mm ßütUOlPLBfllfOUf" -ms Besitzer: Emil Adler. Telephon 40. Direkt am Kurhaus. Telephon 40. Bestgesührtes Haus / Vornehmes Restaurant / Bekannt gute Verpflegung / Pension von M. 10,— an. Saisoneröffnung 1. April. 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