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Central-Verein-Zeitung · 1924-03-20 · 12 (20.3.1924) · p. Seite 131

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
3 (1924)
Issue
12 (20.3.1924)
Date
1924-03-20
Page
Seite 131 (sequence 7)
Language
German
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„Me Deutschen sollten ihn hören!" Zu Ignatz v. Döllingers großer Akademierede „Die Juden in Europa**) hat Leopold v. Wiese ein Vorwort geschrieben. Es ist mehr als eine bloß sachliche Entführung. Die wenigen Sätze, die wir nachstehend zum Abdruck bringen, schaffen die Atmosphäre, in der die Giftpflanze des Judenhasses absterben muß: „Es gibt heute viele Menschen, die der Anhäufung von innerem und äußerem Elend in der Gegenwart ratlos gegenüberstehen. Das Leid, das sie bedrückt, erscheint ihnen dadurch noch unerträglicher, daß sie sich seine Herkunft nicht erklären und seine Behebung nicht vorstellen können. In Ignatz v. Döllingers großer Akademierede steht die gesuchte und angeblich unauffindbare Lösung: ,Dieses Gebrechen war und ist, kurz ausgedrückt, der Mangel des Gerechtigkeitssinnes? Immer dann, wenn Haß, Nachgier und Ingrimm die Welt beerrschen, steigb die alte Torheit und Ungerechtigkeit der Judenefeindung empor. Was hätte der tapfere Döllinger, der aller Intoleranz entgegentrat, zu den gefährlichen Narrherten des Antisemitismus unserer Jahre gesagt? Fast möchte man ihn beneiden um die im Vergleiche mit heute so beträchtliche Höhe des öfsentrlichen Geistes von. 1881. Viele achteten sein Wort-, lernten von rhm, besannen sich und änderten ihr Verhalten. Heute? Mit wieviel Drohungen, Hohn und Verdächtigungen würde man ihm begegnen, wenn er jetzt abermals in der Münchener Akademie einen National- "eierbag mit der offenen und schonungslosen Darlegung der Gechichte der Judenversolgungen beginge? Wenige erst begreifen ganz, daß ein gedeihlicheres Volksleben und ein Zugang zum öffentlichen Wöhle erst dann gefunden sein wird, wenn man die schwelenden Haßflanrnren erstickt und die gedankenlosen, lediglich dem Affekte" folgenden Leidenschaften überwunden hat. - Es gibt euren Weg dorthin, den Zunächst jeder einzelne für sich gehen muß: seine Leidenschaft zu denken! Alsbald erkennt er, welche Schwächen und Böswilligkeiten sich hinter der Judenseindfchaft verbergen und wieviel besser es um uns alle stände, wenn wir das epedemieartig von Jahrhundert zu Jahrhundert weitergetragene Nebel dieser Geistesschwäche endgültig hinter uns würfen. Wer Historiker Döllinger hilft uns bei diesem Besreiungsprvzeß unserer so leicht irrenden Gefühle. Nicht viele Reden aus vergangenen Tagen sind so recht eigentlich zeitgemäß wie seine Akademieansprache. Die Stunde ist da, wo ihn noch einmal alle Deutschen hören sollten." „Im Namen öer 12000 Gefallenen." Der R. j. F. gegen Ludendorff. Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten E. V„ Berlin, hat in seiner Tagung vom 9. März 1924 folgende Entschließung Maßt: Der Neichsbund jüdischer Frontsoldaten hat mit Entrüstung von den Beschuldigungen und Verdächtigungen Kenntnis genommen, die. General Ludendorff im Münchener Prozeß gegen die deutschen Juden ausMsprochen hat. Nur parteipolitische Leidenschaft hat den militärisch' verantwortlichen Führer des deutschen Feldheeres zu Verdächtigungen verleitet, wie sie ungerechtfertigter und ehrenkränkender kaum jemals ausgesprochen worden sind. Im Namen der jüdischen Frontsoldaten, die wir alle in uns das Bewußtsein tragen, mit Opserwilligteit und Hingabe unserer Kraft dem Vaterlaude gedient Zu haben, im Namen der vielen T a n s e n d e jüdisch e r Dt ä n n e r, d i e i h r e Treue mit dauerndem Siechtum bezahlt haben, i m N a m e n d e r 1 2 0 0 0 j ü d i s ch e u S o l d a t e n, d i e u n t e r Führung General L nd e n b o xff § den Heldentod ge - storben sind, im Namen der trauernden Witwen und Waisen, Väter und Mütter weisen wir die uns zugefügten Beleidigungen zurück und sind uns gewiß, daß die erdrückende Mehrheit des deut-'chen Volkes von diesen un geheuer lichelt Verdächtigungen nichts wissen will! %■ (5iu Gedenk blakt für die 12000 j ü d i s ch en Gefallenen hat Professor Max Lieber m a n n dem Reichsbund jüdischer Frontsoldaten gewidmet. Es stellt eine in edelster Haltung klagende Mutter dar, hinter der sich Grab an Grab reiht. Max Liebermann bat in seiner begnadeten Meisterschaft dem Antlitz der Hauptfigur die Züge tiefsten, aber weihevollsten Schmerzes ausgeprägt. Daß ein Mann, von der Bedeutung Max Liebermanns gerade-' jetzt dem Reichsbund jüdischer Frontsoldaten dieses Blatt gewidmet hat, ist ein Zeichen dafür, wie sehr auch der große Künstler das Unrecht empfindet, das den jüdischen Kämpfern und vor allem den jüdischen Gefallenen fortgesetzt von völkischer, noch dazu von hoher militärischer Seite zugefügt wird. II KORE HABEN WELT RUF , *) Soeben neu erschienen. Zu beziehen 'beim Phiko°Verlag, Berlin SW 68. Schlaglichter! Es ist das Schicksal des Zei-tungsaussatzes, daß er als für den Augenblick bestimmt betrachtet wird. Wie wenige gibt es, die wertvolle Aussätze sammeln, um einmal später in ruhiger Stunde aus sie zurückgreisen zu können. Die „C. V.-Zeitung" will in ihren wichtigsten Aufsätzen nicht als Augenblickswert aufaefaßt sein. Ihrer Aufgabe, aus die Massen zu wirken, will sie in diesen Tagen verstärkter politischer Arbeit im besonderen Maße gerecht werden. Es ist deshalb eine Schriftenreihe geschaffen worden, die alle Aufsätze enchält, die früher in ihr erschienen, und mehr als nur für den Augenblick geschaffen waren, die geeignet sind, in das Dunkel oder neblige' Dämmern von Begriffen und Anschauungen hineinzu-- leuchten, die durch die völkische Ideologie geschaffen wurde — die „Schlaglichter "-Reihe. Der Mi-lv-Verlag zeigt in dieser Nummer an, was in ihr bisher erschienen ist. Unterstützt die Absicht, die unserem Plan zugrunde lag, durch Massenverbreitung in christlichen Kreisen. gmmm Bad Homburg “««sr mamm ISAHATORIUH Dl BAUMSTARK! Im uabrsetz. t«'i» «Uebiet Kuranstalt für innere, speziell Magen-, Darm- und Herzkrankheiten Natürliche kohlensaure Bäder im Hause Bacl Naukeim. (PARK-HOTELI Eröffnung 1. April Zigarnnversinthaus „Vehck", Fürth i. Bayern. Empfehle den Mitgliedern des C. V. ff. 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