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Central-Verein-Zeitung · 1924-03-20 · 12 (20.3.1924) · p. Seite 127

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
3 (1924)
Issue
12 (20.3.1924)
Date
1924-03-20
Page
Seite 127 (sequence 3)
Language
German
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General Luüenüorffs Angriffe auf -as -rutsche Judentum. Der Wortlaut der Rede, die General L u -d e n d o r f f zu Betzwn des Münchener Hochverratsprozeffes gehalten hat, liegt nunmehr vor. Darin befindet sich folgender Angriff gegen das deutsche Judentum: „Ich habe die Judenfrage im Kriege kennengelernt. Ich habe im Kriege und in der Nachkriegszeit mich ernst und gewisienhast mit dem jüdischen Weltproblem beschäftigt. Für mich ist die Judenfrage eine Rassenfrage, die jüdische Rasse ist der unsrigen entgegengesetzt, sie verdirbt die unsrige Physisch, moralisch und blutmäßig. Die Juden sind Fremdkörper im deutschen Volke. Sie können nicht deutsche" Belange verstehen und das deutsche Volk zur Freiheit führen. Sie haben ebensowenig in Deutschland zu herrschen, wie etwa der Franzose und Engländer. Darum bin ich Gegner der Juden." Diese Aeußerungen haben begeiflicherweise im -deutschen Indem tum große Erregung Hervorgerufen. Der Hauptvorstand des Central- Bereins hat sich mit ihnen in seiner Sitzung vom 15. März beschäftigt. Er behält sich seine, im übrigen schon wiederholt gekennzeichnete Stellungnahme vor, bis das Urteil in München gesprochen ist. Der Hauptvorstand des Central-Bereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Dr. L. Holländer, Direktor. Unsere in Gftafrika gefallenen helöen. V i e r T o t e. Ein jüdischer Flieger weist uns auf die wenig'bekannte Tatsache hin, daß unter den Kämpfern im dunklen Erdteil, »die unter L-ettow- Gorbecks Führung sich in Steppe und Urwald unserer alten Kolonie heldenhaft schlugen, sich eine größere Anzahl jüdischer Deutscher befanden. Vier von ihnen ließen ihr Loben für das Vater- Tand. Wir geben -die Liste «der tapferen Krieger nach den Angaben des „Schild" hier wieder: Kriegsteilnehmer: Oberarzt Freukel, Landsturmmann Levy (Etappe), Landsturmmann Oestreicher (Etappe, 43 Jahre alt), Samtätssreiwilliger Ullmann, Oberarzt Wolfs, Landsturmmann Paul Wolfsohn (Etappe, 45 Jahre alt). Verwundet: Sergeant Alfred Freudenberger, Landsturmmann Josef Freudenberger, Landsturmmann Herder Freu denberger, Vizewachtmeister Hohenstein, Leutnant Neumann, Oberarzt Perlmann. Gefallen: Unteroffizier Levy, Landsturmmann RotschW, Unteroffizier Schwarz. Landsturmmann Alfred Wolßsohugestorben im Lazarett an Malaria. Nicht eingezogen: Gouv.-Beamter Lichtenstein, seit 19 Jahren in der Kolonie; besitzt schwarz-weißes Ehrenzeichen vom Aufstand 1904/05. Wohltäter öer Menschheit. Freifrau v. Rothschild und Dr. Ludwig-Mond. In Frankfurt am Main ist die letzte Frankfurter Rothschild, Freifrau Mathilde v. Rothschild, gestorben. Die Baronin entstammte dem Wiener Zweig der Rothschilds als Tochter Salonwn v. Rothschilds und war die Gattin des längst verstorbenen Wilhelm Carl v. Rothschild, dem Chef des Frankfurter Bankhauses M. A. v. Rothschild.' Die Baronin, wie die Verstorbene in Frankfurt kurz genannt wurde, lebte auf ihrer „Grüneburg", einem Landhause im Nordwesten Frankfurts a. M., in einem herrlichen Park in vornehmer Zurückgezogenheit. Sie war Kunstkenner in, Patriotin und Philanthropiu: Der Menschheit zu helfen in geistiger und in körperlicher Not, war ihr höchstes Bestreben. Die Frankfurter Universität, zahlreiche Stiftungen an Krankenhäusern, wie das am Nöderbergweg in Frankfurt, eine Lungenheilstätte in Bad Soden, eine Kinderherlstatte in Nauheim, ein Erholungsheim in Baden-Baden, sind unvergängliche Denksteine ihrer Menschenliebe. Czernys Krebsforschungen unterstützte sie, und in unzähligen Stiftungen förderte sie die Wissenschaft und das Bildungswesen. So wie die Rothschilds dazu beigetragen haben, den deutschen Namen nicht nur in der Finanzwelt. sondern auch in der Wissenschaft zu höchster Ehre zu bringen, so unterstützte der aus Deutschland stammende englische Industrielle Dr. Ludwig Mond die -deutsche Kunst. Er setzte der Akademie in München ein Vermächtnis von 20 000 Pfund aus, das nach dem Tode seiner Witwe zur Auszahlung gelangen sollte. Auch die HeidMerger Universität vst in dem Vermächtnis reich bedacht. Dr. Mond war der Sohn des Kasseler Kaufmanns Moses Baruch Mond. Er hatte in Deutschland Chemie studiert und war, da er hier wenig Erfolg hatte, schon in jungen Jahren^ nach England übersiedelt. Dort gelang ihm die epochemachende Erfindung der künstlichen Soda, die ihn zu einem reichen Mann machte. Die Gattin des Dr. Mond ist jetzt gestorben, imfr es ist nun Aufgabe der deutschen Botschaft, nachzuweisen, daß die Bestimmungen des Friedensvertrages der Auszahlung des Vermächtnisses nicht rm Wege stehen, damit die Akademie der bildenden Künste in München und die anderen bedachten Institute in den ungeschmälerten Besitz dieses Vermächtnisses eines jüdischen Ausländsdeutschen gelangen. Wohl dir, -aß du ein Enkel bist! Herr Wulle und feine Großmutter. Der Begründer der Deutschsozialen Partei, Herr Kunze, und Herr Wut le, -dem die Mitvaterschaft — hier waren es nämlich drei Gründer —- für die Deutlchoölkische Freiheitspartei Zugeschrieben wird, betrachten sich selbst und auch einander als treudeutsch — bis einer dem anderen ins Gehege kommt. Dann ist immer am anderen nichts Gutes dran. Unter den ReiseaposteLn Kunzes ist ein Herr mit dem urgermanischen Namen Wollnziehn zu finden, der hauptsächlich in Schlesien „arbeitet". Vor einigen Tagen sprach er im ,Meißen Roß" in Löwenberg und ließ sich, nach einem Bericht der Breslauer „V o l k s w a ch t" vom 10. März, der wir die Verantwortung überlassen muffen, also wörtlich vernehmen: „Mulle gehört lediglich der völkischen Bewegung an, um sie zu zersprengen. Das ist aber auch kein Wunder, denn Mulles Großmutter ist eine Jüdin, und er selbst ist mit jüdischem Gelde bestochen." Was über Wulle als Sprengmittel gesagt wurde, berührst uns, so interessant diese Mitteilungen auch sein mögen, nur i n d r r e k t. Viel wichtiger ist die Lösung der Fragen, die sich bei Betrachtung des Wulleschen Stammbaumes ergeben. Die natürlichste Lösung, Mulle aus der Freiheitspartei au szu schließen und ihn nach völkischem Wahlsieg als I n d e n st ä m m ling Programm ge m ü ß nnt e r F r e m - denrecht zu stellen, halten wir für ausgeschlossen. Wie könnte denn die Partei ohne ihr Haupt bestehen und so selbst eine Illustration ihres kopflosen Zustandes schassen? Viel wahrscheinlicher scheint uns der Ausweg, daß man das völkische Programm ändert. Man wird eben, um Herrn Mulles willen, zwischen dem Blutzusatz unterscheiden müssen, den ein Judenstümmling nach zwei, und dem, den er nach drei Generationen besitzt, und die Sünden der Großväter rächen sich von nun an nur noch bis ins z w eite Geschlecht. . . . R i d c n s. MUUrUUMrMttU!rt'"Uttmmttttk«u' -gkgjkjjgslk "'««»'»urimmmnmnmnimiimi' IlllftS Gross-Berliner und ««« Brandenburger Mitglieder! Ihr habt den Ruf des Hauptvorstandes vernommen! Zeigt durch größte Opferwilligkeii, daß Ihr treue und würdige C.-Ä.er seid! Spenden zum Wahlfonds sind sofort zu senden an: das Büro, Berlin SW 68,L?ndensir.il3, an die Dresdner Bank, Wechjelnube 6, Berlin SW 68, Linderistr. 7, oder auf Postscheck?. Berlin 115 501 (Sonderkonto) Verband Groß-Verliner Ortsgruppen des Leniral- DerNns deutscher Staatsbürger jüö. Glaubens e.D. Otto I. Kraft, 1. Vorsitzender Landesverband Vrandenburg Hermann Vodzanowfli, 1. Vorsitzender. Sei jeder Lleberweisimg wird die Angabe: „FürWühlfonds^ erberen

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