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Central-Verein-Zeitung · 1923-12-06 · 48-49 (6.12.1923) · page 4

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
2 (1923)
Issue
48-49 (6.12.1923)
Date
1923-12-06
Page
– (sequence 4)
Language
German
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368 Unsere oberschlesisthen stufklärungs- Versammlungen. Abwehr frieden störend er Angriffe. In Nummer 98 der „I ü di sche n R u n d s cha u" wirb die Tätigte!L des C-enLralvereins in Oberschlesien scharf kritisiert. Hierbei werden insbesondere zwei Punkte hervorgehoben, nämlich: 1. eino vom oberschlefischen Landesverband veröffentlichte Erklärung, 2. die in Oberschlefien veranstalteten Aufklärungs-Versammlungen. Zu Punkt 1: Die Erklärung, die in dem Bericht fälschlicherweiise ein. „Ausruf" genannt wird, soll auch den antisemitischen. Zeitungen vom Centralverein zugeführt worden sein. Dies i st u n w a h r. Die vom Landesverband ausgehende Erklärung ist in sämtlichen oberschlesischen Tageszeitungen veröffentlicht worden, von denen es jede aufs bestimmteste ablehnt, antisemitisch zu sein. Ferner sei in dieser Erklärung ein „T r e n n u n g s st r i ch ge geiiitb er den Ostjuden" gezogen worden. Auch diese Behauptung ist unrichtig. Es wurde im Gegenteil in der Erklärung, sestgestellt, daß wir eine konsessionell-unterschiedliche Behandlung der Ausländer äblehnen, daß wir aber alle unl a u t e r e n E l e m e nie, gleichviel welcher Religion und welcher Herkunft oder Nationalität, verurteilen. Außerdem wird „die unwürdige Form" bemängelt. Im Gegensatz hierzu kann sestgestellt werden, daß selbst von führender zionistischer Seite erklärt wurde, daß weder Form noch Inhalt der Erklärung zu beanstanden seien. Zu Punkt 2: Wir können seststellen, daß die Aufklärungsversammlungen des Herrn Dr. Holländer, wie aus schriftlichen und mündlichen warmen Z ustimmungserkl ärungen übereinstimmend hervorgeht, überall die gewünschte Wirkung erzielt haben. Was antisemitische Blätter nicht zu behaupten wagten, wird von Herrn Dr. Landsberg ausgesprochen: die Versammlungen wären schädlich gewesen, weil nicht mit aufrichtigen Argumenten operiert worden sei. Wir fordern Herrn Dr. Landsberg öffentlich auf, den Beweis der W ah ritz e i t für diese den inneren Frieden aufs neue störenden Angriffe und Behauptungen Zu erbringen. Der Vorstand der Ortsgruppe Be Athen des Cerrtralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glanbens. Neue Hücher. Eine dom Umfange nach winzige aber außerordentlich aufschtnßreiche Broschüre hat Paul Kampffmeher unter dem Titel „Jüdischer Marxismus" verfaßts). Kein Schlagwort ist in der Letzten Zeit so sehr Gegenstand der judenfeindlichen Beeinflussung der Massen gewesen wie das Wort vorn „jüdischen Marxismus". Wir haben schon wiederholt darauf hingewiesen, daß Marx alles andere als ein Judenfreund war, daß leine Weltanschauung nicht nrit der der heutigen Sozialdemokratie gleichgestellt werden kann, und daß vieles, was man allgemein als Marxismus bezeichnet, zum Teil aus der geistigen Arbeit einer Reihe vor ihm lebender nichtjüdischer Forscher beruht, so daß man Marx keineswegs eboa als den Begründer, sondern nur als einen Vollender des „Marxismus" betrachten kann. Kampffmeher hat dies ausführlich und wissenschaftlich dargetan, und seine Ausführungen dürften jedem, der zu sehen gewillt ist, den Unfug, der mit dem Wort „jüdischer Marxismus" getrieben wird, ganz deutlich erkennen lassen. Im Zusammenhang mit der Kampssmeyerschen Broschüre finden sich in der soeben erschienenen „Geschichte der VolkstvirtschaftsLehre" von Dr. Edgar Saling Ausführungen, die hier wiedergegeben werden müssen, weil sie in diesem, übrigens streng wissenschaftlichen Werke besonders klar und einleuchtend das Problem, das auch Kampfsmeher behandelt, darstellt. ^mlin führt aus: „Es ist heute, da man die negative, auslöstnde Wrkurvg dieses Sozialismus klar überblickt, eine beliebte Mode, ibn für undeutsch zn erklären. — in völliger Verkennung der tiefen Wahrheit. daß nur die selbsterzeugten Gifte zu solcher Zerrüttung und, wenn überwunden, zu heilender Kraft hin führen. Tatsächlich i st di e theoretische Grundlage Marxens im wesentlichen anglo-isranzösisch. tatsächlich ist der „Kapitalismus". den er an alpst ert. im wesentlichen die englische WirLschast der Jahrhundertmitte. Aber deutsch ist seine „Dialektik" und deutsch in erheblichem Maße auch der internationale Charakter — deutsch daher gerade die beiden Elemente, die aus dem Marxismus statt einer ökonomischen Theorie eine „Weltanschauung" machten. Nur auf dem. Boden der Philosophie des deutschen Idealismus, nur infolge ihrer alljuweiten Entfernung von aller Wirklichkeit des Lebens — was die deutsche Philosophie des 19. Jahrhunderts zu ihrem Nachteil! unterscheidet von ihrer hehren Stammutter, der Jdeenlehre Matos. aber auch noch von Leibnizens umfassenderem Bau — war dieser krasse Umschlag in den Materialismus möglich, den Fouerbach begründete. Marx nutzte. Nur mit oberflächlich angewandter — Hegelscher — Dialektik ließ sich an die Stelle französisch-mystischer Fortschrittskonistruktionen eine Entwicklungsreihe setzen, die als der eherne Gang des Weltenschicksals und der Weltvernunft erschien. Nur dort, wo „aktiver wie passiver weltbürgerlicher Sinn" als das auszeichnende Merkmal der Nation betrachtet wurde Eo Knies noch 1853), war die letzte Geaenfpieaeluna *) I. H. W. Dietz Nachfolger G. m. b. H., Berlin 1923. 2) Julius Springer, Berlin 1903. Das zeiigemässe Geschenk. Brauchst nicht lange nachzudenken: „Was soll ich zum Feste schenken?" Glücklich ist, wem man beschert Rieschels Wellsieb-Grudeherdl Durch das Wellsieb Doppelfeuernng! Deutsche Patent-Grudeofen-Fabrik W alter Rieschel SlCo.m.b.H. Lieberfwoikwitz 303 b. Leipzig. S.$djönljeim 36'ljne Vletdjetode rjl'g'j Ä and - und Wis chtücher Tisch- und Bettwäsche. Ständiges- Verkaufs- und Mufterlager: Leipzig, Petersstraße 20, I (Meßhaus Reichskanzler). Garmisch - partenkirchen Äİ. GrößterWinterfportplatzDentfchlands. Teleptwn360. Landhaus Wolfs, HeÜwegerWeg 288a. ErsM. Küche, vornehmste Familienpenfiorr Während der Wintersaison regelmäßige mufikal. Abend Unterhaltungen M (Orchestermufik). 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