Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 2 (1923)
- Issue
- 45-46 (23.11.1923)
- Date
- 1923-11-23
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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349 tun. was die Einigkeit des unglücklichen Vaterlandes aesäbrdel alles An tun, um (feinen Wiederaufball durch alte diejenigen, die auten Willens -sind, 3u -fördern. Die Männer, die als Führer auf der deutschpöitischen Kandidaten- Ufte stehen, sind weder als Wirtschaftler aeeianet. Bremens Wahl zn fördern, noch als Politiker in der Lage, dem Volksganzen so zu dienen, wie so manche der 'geschmähten jüdischen Deutschen es -getan haben. .Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (Ortsgruppe Bremen)." Wir könnten den textlichen Umfang unserer Zeitung voll und ganz in Anspruch nehmen, wollten wir auch nur einigermaßen ausführlich die bedrohliche Lage in allen Teilen des Reiches schildern. Unsere Freunde und Mitglieder seien überzeugt, daß wir die Gefahren all überall in ihrem ganzen Ernst erkannt haben. Wir werden unsere Schuldigkeit in selbstverständlicher Treue und völliger Hingabe für unser Recht tun. Sdi—r. , "*■ Dr. Hugo t c i n ih a (, unfex bei den Ausschreitungen in der Grenadierstraße schwer verletzte Geschäftsführer des Verbandes Gvoß- Berliner Ortsgruppen-, -nmßt-e au: 19. November irr das Krankenhaus der jüdischen Gemeinde in der Ererziovstraße überführt lverdeu. Eine Röntgelr- Untersnchlmg hat innere Verletzungen seftgestellt. Lebensgefahr besteht nicht. Hoffentlich wird Dr. Steinthal bald völlig gellesen seiner ernsten Arbeit lviedergegeben. k. z. Als kurz nach des Weltkrieges itnfdigem Ausgange deutschvölkische Versannnlungsreduer und Journalisten sich.nicht genug tun konnten, das Wort von der „Drückebergerei" der Juden in die großen Masten zu werfen, als irreführende Statistiken erschienen, die 'Nachweisen wollten, daß der deutsche Jude iw Lkriege gröblich seine Pflicht verletzt habe, da fand sich eine kleine Zahl jüdischer Männer, die in den Kampselr des Krieges Beispiele ihrer Tapferkeit abgelegt hatten zusammen, um den Neichsblmd jüdischer Frontsoldaten zu gründen. Ter Reichst» u n d j ü d i s ch c r F rvntsoldat e n sollte die lebendige Statistik werden zum Belveise dafür, daß die Juden genau so nue ihre christlichen Kameraden im Weltkriege ihre Pflicht erfüllt hatten. Fand der Frontbundgedanke in den ersten Jahren seines Bestehens erst allmählich Boden, so änderte sich dies unter dem Drucke der immer mehr anschwellenden deutschvölkischen Agitation. T i e immer st arte r werdenden B e d r o h u n g e n v o n L e i b u n d L e b e n d e r j ü d i s -ch e n E i n w o h n e r D e u t s ch l a n d s rief e n die - j e n i g e n , d i e ihr Leb e u i m W c ltkrie g c i n d i c S ch anze geschl a g e n h alte u , i n i ul m c r g r ö ß c r e r A n z a h l auf d e n P l a n. So haben sich heute in zahlreichen kleineren und größeren Städten des Reiches viele alte Frontkämpfer zusaunnengesunden, die nicht gewillt sind, zuzusehen, wenn ruchlose Gesellen ihren Ruf: „Schlagt die Juden tot!" indie Tat umsetzen wollen. Ter Reichs ln md jüdischer Frontsoldaten, der vom Hauptmann a. D. Dr. Leo Löwenstein geleitet wird, wird niemals sich dazu hergeben, wie deutschvölkische Kanipfver'bände und ähnliche Organisationenden Kampf .mit den Waffen gegen Mitbürger zu 'führen oder auch nur zu planen. Er steht-aber auf dem Standpunkt, daß er, wenn er angegriffen wird, sich wie jeder andere Staatsbürger seiner Haut kräftig zu wehrenhat. Besonderen Wert legt der R. j. F. ans körperliche Ert ü ch t i g nt n g. Insbesondere bemüht er sich, die h e r a n - wachsende Jugend für turnerische und sportliche Ausbildung zu gewinnen. Er steht auf dem Standpunkt, daß das beherrschte Auftreten eines sportlich gebildeten Mannes in jeder Weise dazu angetan ist, den Vorwurf der körperlichen Untüchtigkeit von den Indem zu nehmen. Als besonders krimkend empfindet der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten den Vorwurf der Deutschvölkischen, daß rnlr in jüdischen Kreisen Protzerei und Prasserei zu Hause -ist. Dieser Vorwarrs kann -ihn andererseits nicht davon abhalten, gegen solche jüdischen Mitbürger aufzutreten, die in Mißachtimg der schweren Lage' des Reiches ihrem Benehmen in der O e s f e n t l i ch feit n i ch t d i e n ö t i -g e n Z ü g e l a,u s e r l e g e n. Er wünscht, daß christliche Organisationen mit derselben Schärfe gegen die Vorgehen, die aus ihren Reihen sich am Volke in der gleichen Weise versündigen, i Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten hat feinen Anfgäbeukreis fest sumrissen. E r a r beit e t s r e *u n d n a ch b a r l i ch u n d o h n e R e i b in n g e n m i t a l l e n O r -g a n i s a t i o u e n , d ie ihn zu rrnterstützen gewillt sind, und kann dies um so leichter, als ihm jede politische Arbeit fernliegt und er sich in weiser Erkenntnis -seiner Aufgaben auf die körperliche Abwehr beschränkt. Um aber seine Aufgabe erfüllen zu können, bedarf er vor allem der Mitgliedschaft sämtlicher jüdischer Frontsoldaten, gleichviel welcher religiösen oder politischen Richtung. Ein jeder, der bisher abseits gestanden hat, melde sich sofort. *!* Der Reichsbnnd südischer Frontsoldaten, Ortsgruppe Groß- Berlin, bittet dringend jeden jüdischen Frontsoldaten Groß- Berlins, in seine Reihen einzntreten. Meldungen beim Schriftführer Georg Marcus, Berlin E. 2, Stralaner -Straße 3—5. Programme. Sehr lehrreich für gewisse Zusammenhänge ist folgende Zusammenstellung: I. Nationalsozialistischer Berpslichtnngsschein. Als Angehöriger der Sturmabteilung der nationalsozial i st i s ch e n d e u t s ch e n Arbeiter P a r t e i verpflichte ich nach ans deren Stnrmfahne: Jeder Zeit bereit zu sein, im Kampfe um die Ziele der Bewegung Leib und Leben einzusetzen. Zlmr nnbedingten militärischen Gehorsam meinen Vorgesetzten ^md Führern gegenüber.' In und außer Tiensteu michehreuhäft zli betragen.' II. Aus den Satzungen des Bundes „Oberland", gegründet im Dezember 1922 in Breslau: 8 1. Ter Bund beziveckt die Förderung des Wiederausballs des Vaterlandes, seine Mitglieder mit selbstlosem, deutschem Geist zu erfüllen und sie zu tätiger, kultureller und sozialer Arbeit zlr erziehen. 8 3. .Mitglied kann jeder Deutsche werben., den der zuständige Ansnahmenusschllß für lvürdig befindet. 8 5. Mit der Aufnahme in ^den Bund übernimmt jedes Mitglied die aus.dem'Zweck des Bundes sich ergebenden Pflichten- und Berpf.lichtlmgell, den Vorstand in allen seinen Ntaßnahllien, die er zwecks Erreichung der Ziele des- Bundes trifft, in selbstloser Weise zu unterstützen 'llnd seinen ^tnordnungen Folge zu leisten. Jedes Mitglied hat das Versprechen, seinen Berpflichtnugen getreulich nachzukommen, bei der Berfauun'lllng der Ntitglieder feierlich zu leisten. 8 9. In den Händen des Vorstandes liegt die Leitung -des Blindes. Er allein ist dessen gesetzlicher Vertreter/bestimmt die Nachfolgerschaft im Vorstand und ist berechtigt, in allen Fragen zn entscheiden und zll handeln. werdet neue v.-Mtgtte-er! III. Aus einer Ansprache eines Führers im „Deutschen JngenDbnnd Bismarck" an den R r u g d e r I ll u g s ü h r er: „Recht gebiete ich Euch und verbiete das Unrecht. Unsere Stunde gehört der Tat. Unbedingte Gefolgschaft miifst Ihr halten. Ich werde an Euch Forderungen, stellen, die notwendig sind, damit alle Kräfte in Ellch erwachen, deren der Jungführer bedarf. Manches, was ich von Euch verlange, wird Euch nicht sofort klar sein. 9t b e r sr a g t u i cht W n r n ui; da s Le b e n de r W i r k - lichte it gibt Euch die Antwort. Ich verspreche Euch, daß ich ohne Rücksicht allf Namen, und Herkunft allsscheiden tverde, wer sich rlicht würdig zeigt. Ich bitte Euch, bei allen Entjcheidlmgell, die getrofsell werden, mir bzlv. dem 3terchsblmd das Wort zu lassen. Ich schätze keine „Stimmenlnehrheik". Ter R i n g f ü h rer, Danäig-Langfllhr, HauPtstr. 57." tzofsänger -es Herrn Runze. Entlarvte S t r a ß e nh e tz er. 9tm 6. November erschien gegen 11 Uhr vormittags auf den Höfen des alten Berliner Westens eil! jugendlicher Sänger./ Die K l a n g s ch ö n heit s e i n e r S t i ur m e v e r r i c t S ch u l u n g . d i e a b g e r i s s e n e Kleid il n g K o st ü m i e r it n g. Der Bettler sang ein Lied und erhielt als einzige Gaben Geldspenden von den beiden im Hause wohnenden jüdischen Fannlieu. Dem Lied folgte -- ein Gebet in Form einer Ansprache. In der unflätigsten Weise beschimpfte er die Juden als Landesverräter. Er stamme aus dom Rheinland, das er fluchtartig wegen seines ausv echte n D c u t s ch t u ni s habe verlassen müssen. 9llle Inden müßten aus Deutschland h e r a u s g e h a ite n werden. Die Juden hnttell die -Arbeiter verraten, die jetzt im Elend schumchten müßten. So loüre es in unermüdlichem Redeflllß lveitergegallgeu, wenn nicht eine jüdische Dame den Mann allfgefordert hätte, den Hof Zll verlassen. 9lls er seine hetzerischen Redensarten in verstärktem Maße sortsetzte, trat ihul die Dame energisch entgegen, zwang ihn, abglltreten, verfolgte ihn bis Zllr Nähe des zuständigen Polizeireviers und ließ dort die Personaliell des „fahrenden" Sängers seststellen, der im Polizeigewahrsam verblieb. Und siehe da — es stellte sich Heralls: d e r F c ft geno m m ene w a r e i n „B e k a n n t e r" des H e r r u Knüppel-Kunze, in Pommern gebürtig. Wieviel Schaden hätte dieses Jndividmrm noch anrichten können, wenn ihn; nicht durch eine delltsche Jüdin das Handwerk gelegt worden wäre. Nehmt euch ein Beispiel, jüdische Frauen! 9tuch ihr könnt m i t h e l f e n!