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Central-Verein-Zeitung · 1923-09-30 · 39-40 (30.9.1923) · page 3

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
2 (1923)
Issue
39-40 (30.9.1923)
Date
1923-09-30
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Völkische Roggenschecks. Wie werde ich schuldenfrei? Die Landwirtschaftliche Kreisgenoffenschaft Greifenhagen, eine Institution >des Pommerfchen Landbundes, gibt sogepcmnte Noggenschecks heraus, auf die dem Vorleger solcher Schecks eine gewisse Menge Roggen bzw. der jeweilige Papiermarkwert dafür äusgezahlt werden. Die Unterzeichner dieser Schecks sind die Landbündler v. Bodungen, Dr. G. Schallehn und Dcchlke. Am Kopfe der Schecks steht die für den Landbund charakteristische Aufschrift: „Scheine, die von Inden oder Jndenmischlingen vorgelegt werden, werden nicht eingelöst." Man darf wohl behaupten, daß durch diesen Zusatz, der die finanzpolitische Einsicht der Greifenhagener Genossen im hellsten Lichte zeigt, die Möglichkeit geschaffen ist, jeden Scheck Zurückweisen zu können. Die Herren im völkischen Lager pflegen sich ja stets bei irgendwelchen Streitigkeiten, durch die sie als nicht mehr „zuverlässig" im völkischen Sinne erscheinen, wechselseitig als verdächtig j ü d i s ch e n B l u t e i n s ch l a g e s zu bezeichnen. Wir möchten, um diesen ausgezeichneten Einfall allen Volkskreisen nutzbar zu machen, folgendes Vorschlägen: Schecks dieser Art werden alleiniges Zahlungsmittel im Deutschen Reich. An Juden wird überhaupt nichts gezahlt, bei Zahlungen an „Mischlinge" der Prozentsatz des vermuteten Bluteinschlags als Diskont abgezogen. — Rathenaus „Dreihundert". Eine Feststellung. Völkische Mordbuben meuchelten Walther Rathenau, weil man ihn für einen der „D r e>i hu n de r t Weisen von Z i o n" hielt, „die einander kennen und die die Geschicke der Welt bestimmen". Ihm selbst wurde dieser Ausspruch zugeschrieben, als Bekenntnis eines „machtbewußten" Juden in einer unbewachten Minute. Unseren Freunden wird es bedeutungsvoll sein, wenn sie den genauen Wortlaut dieser Stelle und ihren Zusammenhang kennen lernen, -um einer der schlimmsten Vergiftungen der öffentlichen Meinung mit aller Schärfe entgegentreten zu können. Die Stelle lautet (Rathenau: Zur Kritik der Zeit. Berlin 1922. S. Fischer-Verlag S. 206/7): * Geschäftlicher Nachwuchs. , I. Um wen handelt es «sich? Ich Aaube, daß bei unveränderten physischen Voraussetzungen die Summe der Dal-en-te und Lebenskräfte einer Nation in jeder Generation sich nahezu gleichbleibt. Könnten somit alle Nachwuchskräfte des Landes gleichmäßig zur Leistung und Leitung aufgerufen werden, so wären wir der Sorge enthoben. Dies ist nicht so' Die Aufgaben der Führenden und der Geführten sind verschieden und verlangen verschiedene Schulung. Hervorragenden und glücklichen Einzelnen mag es beschieden fein, die Bahn vom Korporal zum Feldmarschall zu erfüllen; die große Mehrzcchl, auch der Begabteren, altert in der subalternen Karriere -und verliert die Spannkraft, die erfordert wird, um in der zweiten Leben schaffte neue Wege des Gedankens und der Arbeit zu beschreiten-. Mitglieder unö Freunde! Denkt an Sie neuen vierteljahrsbeiträge! Feder bringe uns ein neues Mitglied! Frühere Generationen, die Männer des industriellen Aufschwunges, konnten sich selbst zu Konquistadoren machen; in unserer Zeit der erstarkenden Organisationensuchen sie selbst sich Nachfolger zu sichern, -die mit Iden geschaffenen Methoden der Führung, der Zur Praxis gewordenen Stabskunst, vertraut sind. Sie, die Ergebnisse eines gefährlichen, wirtschaftlichen Experiments, einer selbstvetätigten Selektion, wollen das Experiment mit anderen nicht wiederholen; sie richten den Blick nicht auf den Nachwuchs schlechthin, sondern auf den Nachwuchs ihrer Nähe, ihres Kreises, ihrer Nachkommenschaft. Auf dem unpersönlichsten, denrokratischsten Arbeits- FeDe, dem der wirtschaftlichen Führung, wo jedes törichte Wort /rompromit'tieren, jeder Mißerfolg stürzen kann, wo -das souveräne Mrbli-kum einer Aktionärversammlung satzungsgemäß über Ernennung und Absetzung entscheidet, hat im Laufe eines Merrschenalt-ers sich eine Oligarchie gebildet, so geschlossen wie die ides alten Wenedrg. D^eiWrrdert Männer, von denen jeder jeden Dennt, Letten die wirtschaftlichen Geschicke des Kontinents juttti» suchen fichi Nachfolger ans ihrer Umgebung. (Von uns Jett gedruckt. 'Schriftleitung.) Die seltsamen-Ursachen dieser selt- M-men Erscheinung, die in das Dunkel der künftigen sozialen Ent- Mcklung einen Schimmer wirft, stehen hier mche zur Erwägung. Kier soll zunächst die Frage beantwortet werden, um wen eS sich Handelt: es handelt sich um den NachwucM städtischer Herkunft, Anormaler Bildung, bürgerlichen Standes, kurz, um die zweite oder dritte Generation der Erwerbenden und Leitenden." Die gewissenlose Mache der völkischem Hetzer, aus dieser Aeutzerung ein Schlagwort zu Prägen, das seit Jahren den'politischen Kamps gewisser Kreise beherrscht, erscheint nach dieser Feststellung in ihrer ganzen Niedrigkeit. . Nichts kennzeichnet den inneren Wert einer Bewegung so sehr wie die Art ihrer Kampsesweise. Und 'Fälschung u nd Mord s ind die Wegspuren b ö l k i s ch e x E r n e ue r u n g s a i* beit a m d e u t f ch e n Volk e! Möen unö Deutsihe sind zu brandmarken. Die Feinde des polnischen Staates. In einer Entschließung, die die nationaldemokratische Fraktion des Polnischen Sejm Anfang September faßte, heißt es nach einem Berichte dev „Vossischen Zeitung" u. a.: „D ie Ko mmuniste n , Juden und. Deutschen-'anuffcn n icht n u r als F e i n d e d e r p o l n i s ch e n R e g ie. r it ng , son d e r n des pol - nischen Staates selbst g e b r a n d m a r k t werden." Die jüdischen Deutschen, die trotz aller Hindernisse im früheren Posen und Westpreußen ihrem Deutschtum treu bleiben wollten, haben die Ehre, in Polen von antisemitischer Seite als Deutschfreunde, in Deutschland von gleicher Seite als Deutschfeinde, ja Undeutsche überhaupt bekämpft zu werden. Selbst die Tatsache, daß sich die polnischen Nationaldemokraten mit gleicher Heftigkeit gegen christliche Deutsche wenden, ist nicht imstande, unsere Deutschvölkischen von ihrer Verblendung zu heilen. Diese Stellung zwischen zwei Feuern wird den im Auslande lebenden Deutschen ihre angeborene Anhänglichkeit zur beutfcCjeu Muttererde nicht rauben. Das Geheimnis öes jüöijchen Reichtums enthüllt. Au s den G eh irnw tndu ngert eines völkische n Romanciers. Hans Hottenrott gibt, wenn er nicht gerade Bad Tölz an Stelle des ihm zustehenden Gefängnisses zu seinem Aufenthalt wählt, das „Staßfurt-er Tageblatt" (Mitteldeutsche Presse) .heraus. Man kennzeichnet zur Genüge diese Tätigkeit durch den Hinweis, daß Zwischen ihr und dem „fluchtartig" gemiedenen Gefängnis einursächlicher Zusammenhang besteht. Herrn Hottenrott ist aber-der Tagesruhm des Zeitungsschreibers .nicht genug, er mußte auch einen Roman schreiben. Dafür war wiederum der bürgerliche Name Hans Hottenrott zu gewöhnlich. Darum schrieb er ihn unter dem Namen Heinz vom Hagen. Der Roman heißt: „Hans Steinitz, der letzte Ritter vom Throne Juda. Zeitgenössischer Roman aus jüdischen Freimaurerkreifen". Er stellt den Versuch dar, die Geheimnisse der Weisen von Zion „künstlerisch" der Mitwelt vorzusühren. Man muß gestehen, daß e§ Herrn Hottenrott gelungen ist, den literarischen Wert seines Buches ganzauf die geistige Höhe jener Leser einzustellen, die an die „Weisen von Zion" glauben. Eine Probe aus dem „erdrückenden" Material für die Verkommenheit des Judentums, das in dem Buche aufgespeichert ist, möge hier Platz finden. Sie ersetzt jedes weitere Zitat. Die Stelle bringt eine Unterhaltung, über das Geheimnis des jüdischen Reichtums. Hier heißt es: „Das ist eben unser großes Geheimnis, das nur unsere Leute kennen. Wenn nämlich die Gojims genug Dollarnoten gekauft haben, weil sie täglich höher steigen, dann müssen sie wieder fallen, . denn die Börse -will sie wiedechaben. Danrit aber die Juden keinen Schaden erleiden, erscheint fünf bis sechs Tage vorher eine Zahl in der gesamten Presse der Welt, deren Bedeutung nur wir J Juden kennen. Das ist die Bruchzahl des Dollarwertes. Solange r nämlich diese Bruchzahl im Einer kleiner -ist als im Zehner, wie?: zum Bespiel die Zahl 6 540.41, solange steigt der Dollar, denn die i Dezimalbruchziffer 41 hat zum Einer die Zahl 1, zum Zehner die j Zahl 4. Soll nun aber der Dollar fallen, so erscheint in den j Blättern vorher eine Bruchzahl, deren Zehner kleiner ist als der i Einer. Wir von unserem Volke kennen dieses Geheimnis. Und r jeder Jude wird sich sofort beeilen, sobald er dies liest, urü> ver-; kaust seine Dollarnoten und handelt dafür deutsche Banknoten ein, > die er für billiges Geld haben kann. Der Go;irn aber, der keine! Ahnung hat, was vorgeht, kaust noch ruhig weiter Pfund- und Dollarnoten, bis sie plötzlich fallen und er sein Geld, oft sein l' ganzes Vermögen, verliert. Und dann beginnt das Spiel von 1 vorne." \ Gehört Herr Heinz vom Hagen nicht vor den Staatsgerichtshof!? Er wußte doch schon seit langem, wie die Mark stabilisiert und die Reparationen mühelos bezahlt werden konnten. Aber er hat von feinem Wissen keinen Gebrauch Mmacht und so fein Land aufs schwerste geschädigt. Nun weiß das, deutsche Volk, warum der Dollar steigt und fällt: D i e I u d e n f t n d dar a n s ch u l d. Herr Hottenrott hat es ja gesagt.

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