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Central-Verein-Zeitung · 1923-09-17 · 37-38 (17.9.1923) · page 3

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
2 (1923)
Issue
37-38 (17.9.1923)
Date
1923-09-17
Page
– (sequence 3)
Language
German
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2Sd „Ungeheuerlichkeiten" Hel -er Deutjchvölkifthen Hank. Ein Rundschreiben der Schutzverernigung. Die eigenartigen Zustände bei der „DeuLschvölkischen Bank", in der „arische Sitten reinheit" gegenüber „semitischem Bankschwindel" das Zepter führen sollte, haben schon einmal im Zusammenhang mit den Machenschaften des Wettbureau Köh n, des antisemitischen früheren SchLachtrufers der Roßschlächter, die Oeffentlichkeit beschäftigt. Diese Zustände scheinen sich nett entwickelt zu haben. Ein Beweis dafür ist das folgende, genau nach Vorlage nachgedruckte Rundschreiben, das ein freundlicher Zufall einem unserer Mitglieder ins Haus führte. Wir möchten einmal die Kunze, Hitler und Wulle Loben sehen, wenn solche „Ungeheuerlichkeiten, die jeder Beschreibung spotten", in irgendeiner deutschen Bank, deren Direktor zufällig gar Jude ist, eingerissen sind. Mögen die Zahlreichen christlichen Leser dieses Blattes aus dem Rundschreiben entnehmen, mit welcher Heuchelei die deutschvölkische Kumpanei den Kampf gegen das Judentum führt, und daß sie, bevor sie sich als untadelige Volksführer und arische Sittenwächter über deutsche Mitbürger aufspielen, erst einnml die Schrmchgebirge vor ihren eigenen Toren wegkehren sollten. - Schutzvereinigirrrg der Genossen der Derrlschvölttschen Bank. Paul Wolfs, Ehartotteuburg 5. Suarezstraße 5. Fernruf Wilhelm 907. Berlin, den 31. August 1923. An die Genossen der Deutschvölkischen Bank! Ungeheuerliche Vorkommnisse zwingen uns, die bisher aus völkischen Rücksichten geübte Zurückhaltung aufzugeben und rücksichtslos vorzugehen. Nicht nur der völkische Charakter des ganzen Unternehmens ist aufs höchste gefährdet, sondern außer bereits ververlorenen gewaltigen Vermögenswerten drohen den Genossen auch noch weitere große Verluste. Es ist daher unbedingt notwendig, daß an der außerordentlichen Generalversammlung am 28. September, * mittags 12,30 Uhr im Kleinen Hause des Schloßparktheaters in Steglitz, Schloßstraße 48, jeder teilnimmt, der es nur irgendwie möglich wachen kann. Die Versammlung ist wieder trotz des Wunsches von 295 Genossen auf eine so frühe Stunde gelegt worden, um recht vielen den Besuch unmöglich zu machen. Damit Sie eine Ahnung bekommen, was aus dem Spiele sicht, teilen wir hier kurz folgendes mit: Die früheren Aufsichtsraismitglieder Landgerichtsrat Jenue, Richard Kunze und Aufstchtsratsrevrsor Behrends. sowie die von der ersten Generalversammlung im April eingesetzten Revisoren Kaufmann Wolfs und vereid. Bücherrevisor Schilling haben festgestellt, daß der Vorstand so grobe Berstötze gegen die Sicherheit dev Bank und die Vermögenswerte der Genoffen begangen hatte, daß ihm eine Entlastung unter keinen Umständen erteilt werden konnte. Es steht ferner unzweifelhaft fest, daß sich der Vorstand auf Kosten der Genossen große Bermögensvorteile verschafft hat. Trotzdem hat die letzte Generalversammlung im Mai, zu der der Vorstand alle seine „Getreuen" herangeholt hatte, um sich die Mehrheit zu sichern, die Vorstellungen der genannten Ausstchtsratsmitglieder vollständig außer acht gelassen, diese Genossen vielmehr aus dem Aufflchtsrat hinausgewählt und einen dem Vorstand genehmen Auffichtsrat geschaffen, unter dem jetzt die Bank dem Ende entgegengeführt wird. In den letzten Tagen ist z. B. das größte Vermögensobjekt der Bank, die Ziegelei und das Gut Sommerfeld für einen Spottpreis an einen Herrn ,Liebschüh" unter Beistand des Rechtsamoalts „Werthauer" verkauft worden. Das von der Bank versandte Rundschreiben stellt die Tatsachen geradezu auf den Kopf. Nur die Rücksicht auf eine größere Anzahl Genossen, insbesondere kleinere Geschäftsleute, hat uns davon abgehalten, Anzeige bei der Staatsanwaltschaft zu erstatten. Alle weiteren „Ungeheuerlichkeiten", die jeder Beschreibung spotten, sowie das Vorleben -des 1. Vorstandsmitgliedes, des früheren Staatsanwalts Geras, lverden eingehend in der Generalversammlung beleuchtet werden. Die Bank ist noch für die völkische Sache zu retten, wenn am 28. September jeder Genosse erscheint. Im Namen der Schuhvereinigung von 295 Genossen Behrends. Kunze. Schilling. Wolfs. Mtgiieöer rrnö §reunöe! Denkt an üie neuen vierteljahrsbeiträge! Zwei Entschließungen -er ReneftwGeÜaulo. Gegen Judenhaß und Judenschuld. Während der Kenessio Gedaulo, der religiösen Tagung der Geseßestrenen aller Länder, in Wien gelangten im Verlaufe eines Referates von Jacob Rofenheim zwei Entschließungen zur Annahme, die um des Ilmstandes willen, daß sie von der anerkannten Vertretung der jüdischen Weltvrthvdoxie herrühren, wichtig sind. Die erste, die sich gegen den Judenhaß im allgemeinen wendet, lautet: - « „Die mit dem großen Kriege über die Welt hereingebrochene Katastrophe hat den Nährboden zu einem neuen Aufslammen des Judenhasses geschaffen, der unendliches Leid über Millionen Unschuldiger bringt. Die Kenessto Gedaul-o appelliert im Namen Gottes, des Vaters der Menschheit, an den in de r B r u st d e r W e n s ch e n s ch l n m m ernbcn göttlichen F u n k e n der Liebe und Gerechtigkeit, appelliert an alle Edeldenkenden unter den Nationen der Erde, daß sie den Instinkten des Hasses unter ihren Volksgenossen offen entgegen treten und der S ch rn a ch des Judenhasses endlich ein Ziel setze n." Die zweite Entschließung erfolgte nach Ausführungen Rosenheims, die darlegen, aus welchen. Gründen einzelne Juden in revolutionären Bewegungen Führerrollen innegehabt haben. Entschieden legt aber die Resolution Verwahrung ein, wenn man deshalb das Judentum als Ganzes zum Vertreter des Radikalismus aus jedem Gebiete stempeln will. Hier heißt es: „Die Juden sind seit Jcchrtausenden die Träger des alle sittliche Bindung bedingenden Gottesgedankens. Wann und wo jüdische Menschen als Führer antireligiöser, lediglich negierender Bewegungen hervortreten, geschieht es im Gegensätze zur jüdischen Tradition und im Gegensätze zur Gruudstimunmg der religiösen jüdischen Massen." Das vermögen unserer Gegner. Eine Bilanz des D. H. V. Geflissentlich wird von jugendgegnerischer Seite die Mär von den fabelhaften jüdischen Reichtümern verbreitet. Daß dem nicht so ist, weiß jeder, Der gerecht die Dinge beurteilen will. Ueber welche „S a ch w e r t e" aber z. B. Der judenreine „D e u t s ch n a t i o n a l e H a n d l u n g s ge h i l f e n v e r b a n d" verfügt, erweist ein Aufsatz in der „Deutscheu Handelswacht" vom 5. September „Dreißig Jahre Finanzwirtschaft des D.H.V.", geschrieben vom Leiter des Rechnungsamtes des Verbandes. In diesem heißt es: Ter schlimmste Monat, den ich als Leiter des Rechnungswesen^ des D. H. V. erlebt hatte, war der August dieses Jahres. Obwohl die Einnahmen an Beiträgen infolge der unglaublichen Entwertung nnr noch einen geringen Bruchteil der Summe bedeuteten, die notwendig aufgebracht werden mußte, hat der Verband — ohne nennenswerte 'SubstianZverminderuna — allen Verpflichtungen gerecht werden, können. „Fest hielt allen Stürmen stand." Heute .ist der D. .H. V. eine starke Finarumacht. Anher dem M i l t r o n e n n e u b a u i n H a m b u x g besitzt er dort n o ch fünf Grundstücke. In Berlin hat er vier Häuser. Verbandshäuser sind außerdem vorhanden in C h a x l o 111 n b u r a, D o r t m u n d Duisburg, Essen, Halle,. Köln, Königsberg,' Magdeburg, Mannheim, Stuttgart, Frankfurt, Mainz, Nürnberg, Wien. Eigene Häuser besitzen die Ortsgruppen Wiesbaden und Außig. Eigentum des Verbandes ist die von dorr „Fahrenden Gesellen" und der Lehrlingsabteilung bewirtschaftete große Burg Lobe da bei Jena. Neben dem Verbände stetst die Deutschnationale Krankenkasse mit eigenem großen Vermögen. An Grundstücken besitzt sic das große und wertvolle V er b a n d sh a rl s in Leipzig. Außerdem ist sie Eigentümerin des aus mehreren großen Gebäuden .bestellenden K n r - Hauses in _ Frie'drichsb r it n n (Ostharz), des Hauses Seeadler -am T i m mendorfe r S t 4' a nd (Ostsee) und des H a u s e s S ch w allen in M e r g e n t h e i m (Württemberg). Turch Interessengemcinsch'stt ist der D. H. V. beteiligt an dem gewaltigen I o h a n n i s st i s t bei Spandau, einem 306 Morgen umfassenden Grundbesitz, mit nicht weniger als 46 stattlichen Gebäuden (darunter große Kirche, Festsaal, Badeanstalt, Krankenhaus, Kinderheilstätte usw.). Beteiligt ist er auch an dem Riesenbau des Deutschen Gewertschastsbundes in Berlin-Wilmersdorf. Lassen wir daneben die bereits erwähnten Dinge auf uns wirken — die Hanseatische Verlagsanstalt. die Sparkasse, die Gagsall, die Volksbank, den Ka-mpfschatz, den Kapitalschatz für deutsche Arbeit, die Goldsparkasse, so überkommt uns in dem Ernst und dem Jammer unserer Tage doch ein frohes Gefühl, wenn wir aus die Anschaffung des ersten i Kassenbuches, wenn wir aus den Fehlbetrag von 267 Mark aus dein Jahre 1894 zurückblicken. Und doch bilden Häuser und Grundstücke, bilden Banken und Kaffen nicht den besten, nicht den wertvollsten Besitz des D. H. V. Unser bestes Kapital — und mit dieser Feststellung möchte ich meine Zeilen schließen — bilden die Begeisterung und die Treue unserer 369 000 Kollegen, bilden die alten Hochziele der deutschnativnalen Handlungsgehilsen'bewegung. Vielleicht veranlaßt die Aufzählung dieses Vermögens unsere Freunde, wenigstens Die geforderten Vierteljahrsbeiträge mit entsprechender Erhöhung uns zuzuführen.

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