Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 2 (1923)
- Issue
- 36 (6.9.1923)
- Date
- 1923-09-06
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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296 Aus der Zeitungsweit. Im „Regensburger Anzeiger" vom 10. August 1923 finden wir einen Äitartikel „N a t i o n a l b o l s ch e w i s m u s", in dem eS heißt: In Bayern ist der nationalbolschewistische Gedanke durchaus nicht so fremd, als man nach den Pressestimmen glauben sollte. Die verzweifelte Lage unseres Vaterlandes drängt gefühlsmäßig zur Tatenlust und sieht ein gemeinsames Losschlagen von rechts und links gegen die Franzosen als eine Befreiung an. Die Blätter der Rechten, auch der „Völkische Beobachter" (nationalsozialistisch), wollen davon freilich nichts^ wissen. Aber Kenner der Verhältnisse wissen, daß innerhalb der Nationalsozialisten, wie der vaterländischen Verbände laute Anhänger des NationalLolschewismus hörbar werden und an Boden gewinnen. Von einer Organisation steht es ziemlich fest, daß sie trotz ihrer zweifellos vaterländifchen Einstellung nationalbolschewistische Tendenzen verfolgt. Bei den Nationalsozialisten rächt sich heute,-daß so manche kommunistischen Elemente in ihrer Bewegung Unterschlupf gefunden haben, was nian als Erfolg in nationaler Hinsicht buchen wollte. Die offiziellen Stellen in der nationalsozralistischen Bewegung lehnen die nationalbolschewistischen Gedankengänge ab und erblicken darin nur ein jüdisch-kommunistisches geschicktes Manöver. Es ist auch nicht abznteugnen, daß die Kommunisten, die nach Moskauer Weisung arbeiten, sehr schlau Vorgehen. Es steckt im Ganzen System. Man nützt einfach die verzweifelte Stimmung des deutschen Volkes aus und sucht die Massen der äußersten Rechten zu einem gemeinsamen Losschlagen anzulocken. Das Wort ist alt, daß es dann mit dem Nationalbolschewismus angeht und der Bolschewismus übrig bleibt. Sicher ist jedenfalls, daß ein langes einmütiges Zusammengehen von Kommunisten und Leuten der äußersten Rechten ganz unwahrscheinlich ist. Ein Chaos im Bürgerkrieg dürfte das traurige Ende der „Freiheitsbewegung" solcher Art sein. Jedenfalls ist heute schon eine große Gefahr vorhanden, daß die nationalsozialistische Bewegung von linksradikalen Elementen in ihren Reihen mit fortgerissen wird und die Rechtsstehenden die Führung verlieren. Man sorge rechtzeitig vor! H inte n na ch ist e s l e i cht u n d bi l lg, die Juden dafür verantwortlich zu m acheu. Das Zwittergewächs des Nationalbolschewismus gedeiht leider am besten in der dumpfen Stickluft der Verzweiflung unseres armen Vaterlandes. Erklärung. In Nr. 17 der „C. V. - Z e i t u n g" voM 26. April 1923 habe ich unter der Ueberschrist „V e r l e u m düng d er deutschj ü d i s ch e n I u g e n d" festgestellt, daß die „D e u t s ch e Z e i t u n g" vom 19. April einen Bericht über die V e r a n st a l t u n g der deutsch - jüdischen I u g e n d g e m e i n s ch a s t in der Chamissoschule zu Berlin-Schöneberg veröffentlicht hat, der von Anfang bis zu Ende aus Verleumdungen gemeing e f ü h r l i ch st e r S or t e zusammengesetzt ist. Mir wurden Äeußerungen in den Mund. gelegt wie: „Irr die völkischen Verbände müssen Juden eindrinaen und sie mit ihrem jüdischen Geiste durchdringen." _ „Wanderklubs, Turnvereine und ähnliche Vereine müssen geschaffen werden, die sich deutsch stellen, urn die deutsche Juaend einmürnaen." „Noch ist es nicht Zeit, die blau-weiße Zionistenfabne zu bissen. Zuerst muß die deutsch-christliche Jugend unter die Fübrnna des Judentums. Gegen die zionistische Bewegung darf es keine Feindschaft geben, aber zurrst muß jetzt Deutschland richtig durchgearbeitet werdne." - Wegen dieser Berichterstattung, die geeignet war, die deutschjüdische Jugendbewegung und mich in den Augen aller Deutschfühlenden herabzmoürdigen, mußte ich die Flucht in die Oef^ntlichkeit ergreifen-. I ch h a b e d i e „D e rl t s ch e Zeit u n g" v et klag t. ' Obwohl ich sofortige Berichtigungen in verschiedenen Blättern veranlaßt hatte, hielt g§ eine g anze Rei h e anderer völkischer Zeitungen und Zeitschriften mit ihrem journalistischen Anstand für vereinbar, trotzdem sie von der Berichtigung des Sachverhaltes durch mich Kenntnis haben mußten, die v e r - l e u nt deri s ch e B e r i ch t e r st a t t u n g d e r „D e u t s ch e n Zeitung" w e i t e r z u v e r b r e i k e n, als Sonderdruck zu veröffentlichen und so in gewissenlosester Weise gewerbsmäßig Hetze zu treiben. Auch gegen diese Blätter werde ich Anklage erheben. Ich bitte die Ceutral-Vereiuler im Laude, jede Druckschrift, die diese Verleumdungen enthält, u m gehend der Hauptgeschäftsstelle des C. V. zu übermitteln. Nur so werde ich in der Lage sein, gegen diese Hetze ganze Arbeit zu tun. Friedrich Brodnitz, Medizinalpraktikant. IPGn £e£.en Nervenschwäche, Erschöpfungszu- «aft#l ■■■ stände,sexuelle Neurasthenie ein anregendes und kräftigendes Yohimbin-Hormon-Präparat der Akt.-Ges. I Hormona, Düsseldorf- Grafenberg. Fackärztlicli begutachtet und j sehr empfohlen. Prospekte gratis. Erhältlich in allen Apotheken! Alleinige Aazeigen-Annahme Rudolf Blosse, Anz eigen-Annahme für sämtl. Zeitungen Deutschlands und des Auslands Berlin 19, Jerusalemer Straße 46-49 / Breslau / Chemnitz / Cölrr a. Rh. / Dresden / Düffeldorf / Erfurt / Frankfurt a. M. / Lalle (Saale) .Hamburg / Lamwver / Leipzig / Magdeburg / Mannheim ✓ München / Nürnberg / Stuttgart / Prag / Wien / Budapest / Warschau / Basel / Zürich. Bantoecblnbuntfen der LV-MMeder IWfin w 8. 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