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Central-Verein-Zeitung · 1923-08-09 · 32 (9.8.1923) · page 5

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
2 (1923)
Issue
32 (9.8.1923)
Date
1923-08-09
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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261 Von unserer Arbeit in Franken. Die Hetze der Nationalsozialistifchen Partei, die in letzter Zeit in unserem sonst so ruhigen Frankenlande Ruhe, Ordnung und Sicherheit untergräbt, wächst sich immer mehr ans. Zur Abwehr hatten wir uns entschlossen, möglichst viele öffentliche Versammlungen an allen möglichen Orten mit dem Thema:. „Zur Aufklärung und Abwehr" einzuberufen, in denselben zu den Anklagen- Stellung zu nehmen und für die Lehre und die Moral des Judentums Zeugnis abzulegen. Wir haben damit den denkbar günstigsten Erfolg erzielt. Solche Versammlungen fanden bisher statt in H o f h e i m, G e r o l z h o f e n , O b e r l a u r i n g e n und S ch w e i n f u r t. In Hofh-cim halten die Referate Herr Rabbiner Dr. Michalfki- Burgpreppach . und Herr Justizrat Dr. Heß (ein in Schweiusurt übernommen, in den übrigen Stellen Rabbiner Dr. S t e i n und Justizrat Dr. H o m m e l, Schwemsurt. Bei der überaus stark besuchten Versammlung in Schweinfurt hatten die Nationalsozialisten die Versammlung offiziell 'boykottiert/ trotzdem waren viele ihrer Anhänger, darunter auch einer ihrer Führer, Zahnarzt Hellmut, Adlatus der Frau Ellendt, anwesend. Die Versa unulung nahm einen glänzenden Verlauf und fand die Zustimmung der Teilnehmer aller Kreise; besonders die Aufklärung über den Talmud und die gegen ihn erhobenen Vorwürfe erregten allseitiges Interesse. Als in der Diskussion Hellmut zum Eingreifen in die Debatte' ausgesordert wurde, war er verschwunden. Wohl um den blamablen Eindruck dieses erbärmlichen Austneifens zu verwischen, haben die Natio-nalsozialiften bei der Einladung zu -einer am 4. Juli' stattfmdenden eigenen Versammlung wohl den Passus gebracht: „Juden ist der Eintritt verboten!", dabei aber hinzugefügt: „Rabbiner Dr. Stein und Justizrat Dr. Hommel sind zu dieser Versammlung eingeladen". Gefühls- und Vernunftsgründe sprachen in großer Zahl gegen die Annahme der Einladung, die auch nach objektivem Urteil christlicher Kreise den Charakter einer Vorladung trug. Tie Erwägung, daß die- Nationälsoziatisten das Erscheinen der Herren selber als unmöglich' ansähen und darum die Einladungnur als Mittel benützten, -um Hellmuts Blamage durch die Tatsache auszugleichen, daß auch die beiden Juden zu einer Auseinandersetzung nicht zur Stelle waren, gab aber: den Ausschlag. Diebeiden Herren erschienen, lebhaft applaudiert von den meisten Teilnehmern im Saal und hatten es auch nicht zu bedauern. Der A b e n d war f ü r die Nationalsozialisten ein Mißerfolg schlimmster Art. Sie muhten von allen Diskussionsrednern sich die unreife, knabenhafte und dilettantenhafte, gar nicht ernst zu nehmende Art der Ausführungen des Herrn Hellmuk und die -unwirklichen, phantastischen Charaktere der Theorien des Prof. Bohneberg Garagen «Heizung. Von Dipl.-Ing. Foth, Baurat bei der Feuerwehr Berlin. Beim Ausbau und der Einrichtung von Garagen ist die Frage der Beheizung im allgemeinen recht stiefmütterlich behandelt worden. In der Regel wird zunächst gar keine Heizung vorgesehen, und erst der Eintritt einer grösseren Kälteperiode zwingt den Garagenbesitzer, sich mit dieser Frage zu befassen. Der letzte ausserordentlich strenge Winter wird diese Unterlassungssünde beim Bau der Garage gewiss manchem Garagenbesitzer, mehr allerdings noch seinem Fahrer, in recht fühlbarer Weise vor Augen gefühlt haben. Vielfach ist dann schnell ein eiserner oder ein Gasofen im Kraftwagenraum aufgestellt worden, ohne dass sich die Betreffenden der Gefahr, der sie sich und ihre Mitmenschen dadurch aussetzten, bewusst gewesen wären. Nachstehend soll daher versucht werden, die in Betracht kommenden Heizungsarten unter Berücksichtigung der sicherheits- und betriebstechnischen Gesichtspunkte kritisch zu würdigen. Mit Rücksicht auf die Explosionsgefährlichkeit der in einer Garage sich bilden“ den Benzindampfluftgemisehe ist offene Ofenheizung in einem solchen Raum von vornherein ausgeschlossen; da indessen Benzindämpfe schon bei einer Temperatur von 200° zur Entzündung gelangen können, so ist auch hinsichtlich anderer Heizungsarten besondere Vorsicht geboten. Die vom Berliner Polizeipräsidenten über Kraft - wagenräume erlassenen Vorschriften vom 17. April 1917 sowie auch der Entwurf einer vom Reichs verein Deutscher Feuerwehringenieure (R. D. F.) ausgearbeiteten ßeichsvorschrift für den Bau und die Einrichtung vonKraftwagenhallen (vgl. „Feuerschutz“ 1921, Nr. 5, 8. 92 und 1922, Nr. 2, 8. 58) enthalten ja auch für die Heizung der Kraftwagenräume beide das Verbot einer Feuerstätte in der Garage. Während nun die angezogene Polizeiverordnung allgemein nur eine Heizung gestattet, „bei der eine Entzündung der Gase ausgeschlossen ist“, und es damit in das Ermessen des Abnahmebeamten stellt, welche Art von Heizung er als dieser Bedingung entsprechend ansieht, drückt sich die Reichs Vorschrift präziser aus, wenn sie vörsekreibt: „Die Heizung darf erfolgen durch: a) Fugendichte Kachelöfen ohne Metallteile innerhalb der Halle mit Aussenbeheizung. Der Ofen darf keine Vorsprünge besitzen, auf die Gegenstände gelegt werden können; d) Niederdruckdampfheizung und Warmwasserheizung mit ausserhalb der Halle liegender Feuerung. Heizrohre und Heizkörper sind in 20 cm Abstand durch Drahtgitter oder darehlochte Eisenbleche zu überdecken.“ Für Garagen, die in Gebäuden liegen, in denen sich ohnehin schon eine Sammel“ heizung (Niederdruckdampf- oder Warmwasserheizung) befindet, ist die Aufgabe ja recht einfach zu lösen; ebenso auch in grossen Garagebetrieben, für die der Einbau einer besonderen Heizung ohne weiteres das Gegebene und auch wirtschaftlich Vorteilhafteste ist. Schwierig wird die Aufgabe dagegen dann, wenn es sich darum handelt, nur einen oder zwei einzelne Kraftwagenxäume zu beheizen. Hier erscheint auf den ersten Blick am einfachsten der Kachelofen mit Aussenbeheizung. Indessen schon die Forderung, den Ofen „fugendicht“ herzustellen, ist nicht so ganz einfach zu erfüllen. Es ist stets zu befürchten, dass durch die fortwährenden Temperaturschwankungen im Ofen das Füllmaterial in den Fugen zwischen den Kacheln sich löst und herausbröckelt, und dass dann die Dämpfe aus der Garage durch den entstandenen Spalt infolge des im Ofen herrschenhen Auftriebs in diesen hineingesaugt werden und an den Heizgasen zur Entzündung gelangen. Hinzu kommt noch, dass, falls nicht Dauerbeizung stattfindet, die Erwärmung des Raumes durch einen Kachelofen nur sehr langsam vor Bich geht und daher erst gegen die Tagesmitte mit einem erwärmten Raum zu rechnen sein wird. Demgegenüber verlangt aber die Praxis gerade, dass der Raum möglichst frühzeitig warm ist. Die Arbeit des Fahrers am Wagen wird sich in der Regel in den ersten Morgenstunden abspielen, da der Wagen, falls er nicht ausschliesslich Luxuszwecken dient, in erster Linie in den Vormittagsstunden fahrbereit sein muss. Soll der Kachelofen diese Bedingung erfüllen, so muss er entweder schon sehr früh angeheizt werden oder als Dauerbrandofen eingerichtet sein. Die erste Forderung bringt eine unnötige Belästigung des Personals mit sich; als Dauerbrandofen benutzt, tritt ein unwirtschaftlicher Brennstoffverbrauch ein. Diese Schwierigkeiten haben dazu geführt, Versuche mit kleinen Waxmwasserheizanlagen zu machen. Eine sogenannte Gastherme, wie sie vielfach zur Erwärmung des Badewassers in Gebrauch sind, dient, in einem Nebenraum stehend, in diesem Fall als Heizkessei, während der Wärmespender für die Garage aus einem, gewöhnlichen Radiatoren-Heizkörper besteht; ein kleines Ausdehnungsgefäss und die notwendigen Rohrleitungen vervollständigen die Anlage. Derartige Heizungen arbeiten anfänglich auch recht gut. Sie sind einfach und leicht zu bedienen und gewährleisten eine rasche Erwärmung der Garage. Bald stellen sich an der Gastherme indessen Mängel und Schäden ein. Der Brenner verrusst, die Kleinstellerdüse verstopft sieb, die Heizrohre werden leck, so dass fortwährend Reparaturen notwendig werden. Mail kommt dann bald zu der Erkenntnis, dass die für zeitweisen Betrieb, wie Badeoten oder als Warmwasserspender, für den Haushalt ganz vorzüglichen Apparate für den Dauerbetrieb einer Heizung ungeeignet sind. In neuester Zeit ist nun eine Heiznngsaulage auf den Markt gebracht worden, die als Sammelheizung für kleine Verhältnisse, wie Siedlungshäuser, Etagenwoh* nungen, Läden mit Nebenraum und ähnlichem, gedacht ist, die sich aber auch meines Erachtens vorzüglich als Garagenheizung eignen würde. Diese als „Narag“- Heizung bezeichnten Anlagen stellen ebenso wie die vorherbesekriebene eine kleine Warmwasserheizung dar. Der Heizkessel, der in einem Nebenraum Aufstellung, findet, besteht hier aus einem kleinen, viereckigen, stehenden gusseisernen Ofen; in dessen vier Seitenwände röhrenförmige Wasserkammern eingegossen sind, die durch Hohlkörper im oberen und unteren Boden miteinander in Verbindung stehen. Die Erwärmung der Garage erfolgt wieder durch Radiatoren, die durch Rohrleitungen einerseits mit den Wasserkammcrn des Ofens, anderseits mit einem kleinen Ausdehnungsgefäss in Verbindung stehen. Der Narag- Kessel selbst ist mit einem Schüttelrost ausgestattet; eine leichte und einfach zu bedienende Frischluftznführung vom am Kessel sowie eine Drosselklappe im Rauchrohr gewährleisten eine gute Ausnutzung des Brennmaterials. Als solches ist am besten gewöhnlicher Hütten- oder Gaskoks geeignet, doch können auch? Anthrazit, Steinkohle und Steinkohlenbxiketts verfeuert werden, wobei der Ofen auch als Dauerbrandofen dienen kann. An einen solchen Ofen können gegebenenfalls mehrere Heizkörper abgeschlossen weiden, so dass auch die Wohnung des Fahrers, die ja vielfach mit im Garagengebäude liegt, mitbeheizt werden kann; dass der Raum, in dem der Ofen steht, miteiwärmt wird, bedeutet einen weiteren Vorteil. Die Abbildung zeigt uns die schematische Darstellung eines kleinen Garagengebäudes, wie wir es wohl im Park einer Villa oder als Nebengebäude auf dem Fabrik¬ oder Gutshofe vorfinden können. Das untere Geschoss dient als Garage für einen oder zwei Wagen, der dahinter befindliche Raum enthält eine Reparaturwerkstatt, die aus Gründen der Feuersicher heit bekanntlich nicht in der Garage selbst liegen darf, während die Räume des Obergeschosses die Wohnung für den Fahrer abgeben. Zur Erwärmung sämtlicher Räume ist eine Naiag-Heizung vorgesehen. Der Narag-Kessel steht im Reparaturraum, während die Garage und die Wohn räume im Obergeschoss mit Classic-Heizkörpern ausgestattet sind. In feuersicherheitlicher und betriebstechnischer Hinsicht genügt eine derartige Heizung für Einzelgaragen wohl allen Anforderungen. Wenn auch die Anlagekosten nicht ganz unerheblich sind, bleiben sie doch hinter den für die älteren Ausführungsformen der Warmwasser- oder Niederdruckdampfheizung erforderlichen zurück. In den eingangs angezogenen Vorschriften wird die elektrische Heizung nicht erwähnt; wir wollen indessen unsere Ausführungen nicht schliessen, ohne auch diese Frage berührt zu haben. Abgesehen von der Wirtschaftlichkeit, die in. den meisten. Fällen eine elektrische Heizung von vornherein verbieten wird, genügt diese in den. jetzt bekannten Ausführungsformen auch in sicherheitstechnischer Hinsicht nicht den zu stellenden Anforderungen. Die bis jetzt auf den Markt gebrachten elektrischen Heizkörperkonstruktionen beruhen auf dem Prinzip der Erhitzung schlecht leitender Drähte beim Stromdurchgang. Bei den bekannten Konstruktionen liegen, nun diese Drähte entweder frei oder sie sind nach Art der elektrischen Kochgefässn oder Bügeleisen in gut Wärme leitende Stoffe eingebettet oder sie kommen endlich in Form grosser Glühlampen zur Anwendung. Die nach den beiden ersten Möglichkeiten bis jetzt geschaffenen Ausführungsformen bieten keine Gewähr für hinreichende Sicherheit, da sie sich weit über die für Garagen zulässige Temperatur erhitzen können. Konstruktionen nach der Art der Glühlampen aber müssten im Einklang mit den für die elektrische Beleuchtung vorgesehenen Vorschriften noch von einem dicht schiiessenden Schutzkörper umschlossen sein; dadurch würde aber ihre heiztechnische‘Wirkung derart herabgedrückt, dass sie als Wärmespender nicht mehr in Betracht kommen können. Es bleibt der Zukunft Vorbehalten, hier geeignete Auslührungsformen zn schaffen, *üllililHBKn!ill!llliIIl[lll!liilllllllililllliiiI!II!llilillllll!l!lll!iiillillIii!E!IliIli!iill[lli!ilIii!!i![![llllIlllliilililiil[Il!liiil!lill!llll!il!i[iillillillillllH!llil!ililliliill[l!iilllliillill!llllliü= Schematische Darstellung einer Narag-Heizung in einer Garage mit darüberliegencler Fahrerwohnung. ffiliiiiiLiiiii Hersteller: NATIONALE RADIATOR GESELLSCHAFT m.b.H., Berlin W66.iiii!iiiiiiiil

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