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Central-Verein-Zeitung · 1923-08-09 · 32 (9.8.1923) · page 3

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
2 (1923)
Issue
32 (9.8.1923)
Date
1923-08-09
Page
– (sequence 3)
Language
German
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- 259 Wie unsere Gegner arbeiten. Reinhold Wulle-Spende. — Aushau des „Völkischen Be ob achtens". Die völkischen Blatter verstehen es, so geschickt .die Werbetrommel Zn rühr en, daß man oft den Eindruck hat, ihre Redakteure seien Journalisten, die, um mit Bismarck zu sprechen, ihren Beruf verfehlt haben; sie hätten besser -angesehene Stellungen als Leiter von Reklameabteilungen in großen Warenhäusern bekleiden tonnen. Neuerdings ruft das Blatt des Herrn Wulle — wie „arisch." selbstlos und bescheiden! — git* einer Re i n h old Wulle- Spende auf, deren erstes Ziel die Ausbringung von 50 Millionen in der Berliner Organisation ist: „Helft uns, durch die „Reinhold Wulle-Spende" in der versammlungsruhigen Zeit die notwendigen Mittel aufbringen, daß .mit Beginn regerer Tätigkeit nach den Ferien unseren Führern ein Kampsschatz zur Verfügung steht, der es ihnen -ermöglicht, daß ohne Belastung durch geldliche Sorgen, die Kampffront vorgetragen wird und der endgültige Sieg den Hakenkreuzsahnen gehört!" Zur selben Zeit wendet sich Herr Hitler an seine Mannen. Er fordert 76 000 Mark Nachzahlung für seinen „V ö l k i s ch e n Beobachter" bis zum 15. August mit dem Hinweis, daß im Falle der Weigerung vom 18. d. M. an die Weiterlieferung der Zeitung eingestellt wird. Gleichgültige feuert Hitler also an: „Wohl die gehaßteste alter deutschen Zeitlmgen ist unser „Völkischer Beobachter". Er führt seit drei Jahren ewig-gleich unermüdlich den Kamps gegen die Brut unserer wirtschaftlichen Ausbeuter und seelischen Mörder. Er hat in drei Jahren versucht, in das Herz unseres Volkes wieder die Liebe zu unserem Vaterland hineinzugieszen und zu festigen. Daß das gelang, zeigt der fanatische Haß unserer Gegner gegen unser Blatt am besten. Nicht Hunderttausende, nein, Millionen von Juden und Judensreun-en, von Vaterlandsverrütern und Volksbetrügern erhoffen, nein, ersehnen auch das Ende dieses Mahners. Ihre Hoffnung und ihre Sehnsucht soll und muß zuschanden werden! Alle unsere Freunde, alle unsere Anhänger müssen das Opfer bringen, nicht nur dieses Blatt der Bewegung und damit dem deutschen Volke zu erhalten, sondern es mehr und mehr zu verbreiten, bis daß unser unverrückbares Ziel einer Tageszeitung dennoch durchführbar wird. Wir erwarten, daß jeder ausnahmslos dieses Opfer bringt. Wenn der Jude glaubt, siegen zn können, dann wollen wir beweisen, das; der germanische Schädel härter ist als der seine, und das; ein Volk, für dessen Bestand einst zwei Millionen aus den Schlachtfeldern starben, auch noch die Mittel aufbringen wird, diejenigen zn rächen, die um ii)t Leben da draußen betrogen worden find, und deren Tod durch Betrüger und Verbrecher znw vergeblichen für unser Vaterland wurde. Unsere Tageszeitung wird der jüdischen Preispolitik nicht zum Opfer fallen, im Gegenteil, wenn jeder Freund unserer Sache seine Pflicht tut, werden wir ab 1. September unser Kampfblatt in weitaus vergrößertem Format, in noch reicherer Ausstattung, erscheinen lassen können. Die Vorbereitungen hierzu sind getroffen, und wir Werdens schassen." Herr Wulle will also nach den Ferien ohne geldliche Sorgen die Kampffront bis zum endgültigen Sieg vortragen, und Herr Hitler wird vom ersten September an seinen umfangreichen und verhältnismäßig billigen „V ö l k i s ch en Beo b - a ch t e x" in einer Zeit allgemeinen Zeitungssterbens „i n w e i t a n s vergrößerte m F ormot u n d in n och reich e r e r A lt s - st a t t u n g" erscheinen lassen. Angesichts dieser Feststellungen übertomint diejenigen Führer des Centralvereins, denen der unermüdliche Kampf für Ehre und Leben der jüdischen Deutschen noch Zeit läßt, nach des Tages Arbeit und Verdruß sentimental zu werden, ein bitteres Weh ob der Lauheit und Kampsesunlu st i n unseren e i g e n c n Reihe n. Müssen wir es nicht als Verhöhmrng empfinden, wenn Hitler s a st z u r s e l b e n S t u n d e mahnt, sich durch die wahnsinnige Preispolitik d e s j ü d i - scheu Kapitals, die die Aufklärung des Volkes zur Unmöglichkeit machen will, nicht unterkriegen zu lassen, in der w i r selb st um ein M arke n b r o t als Sonder spende für die Erhaltung der C. V.-Zeitung mit den größten Lettern unseres kleinen Blattes -eindringlich mahnen müssen. Eine Hoffnung bleibt uns: die Erkenntnis in den leider n o ch recht beträchtlichen Schichten der jüdischen Deutschen, daß es jetzt um einen Kampf auf Leben und Tod geht, wird kommen, bevor es unseren Todfeinden gelingt, den endgültigen Sieg an ihre Hakentreuzfahnen zu heften. Tut eure Pflicht, daß Hoffnung und Sehnsucht der Hitler und Wulle Zuschanden werden.!. Sch^—r. von Ra-ek bis Reventlow. Gastspiel des Grafen in der „Rotels Fah ne". Die Tatsache, daß Graf Ernst Rev ent low Mitarbeiter der kommunistischen „Roten Fahne" geworden ist, ist in der gesamten Tagespresse eifrig besprochen worden. Den rechtsstehenden Zeitungen ist dieser Seitenspr-ung des langjährigen Leitartiklers der „Deutschen Tageszeitung" natürlich sehr unangenehm. Blätter w i e „D e r T a g" g e i ß -e l n d e n Seit e n s P r u n g d e s G r a s c n m i t s ch ä r s st e n W o r te n. Wie unsere Leser nu§ der Presse s ch a u dieser Nummer ersehen können, hat Dinter, der augenblicklich wieder recht redselig geworden ist, vor seinen kommunistischen „Brüdern" einen Vortrag gehalten. Wer die Vorgänge der letzten Monate genauestens beachtet hat, muß erkennen, daß nicht nur R-adek in Wart und Schrift versucht, die völkisch orientierten Kreise des verarmten. Mittelstandes zu sich hinüberzuziehen, sondern daß auch die Völkischen in i t a 1 l c ii 9Ritte l n da n ach t r a ch t e n. Ne n l a nd i n d en n r e i g e nst e tt T o m ä n e n de r k o m in n n i sti sch e n A r - beit e rschuft Zu ge io tniicn. Die völki!schen Führer wissen, daß sie nur dann an ihr Endziel gelangen können, wenn sie die Massen der Arbeiter durch den Judenhaß verseucht und so ihren verschleierten politischen Gelüsten dienstbar gemacht haben. Dem extremen Flügel der H a k e n k r e u z le r ist zur Erreichung d i e s e s Z i e l e s je d e s At i t t e l r e ch t: Dinker spricht vor Kommunisten, Reventlow schreibt in der „Roten Fahne". Heute schon von einer großen konummistisch - völkischen- Koalition zu reden, scheint uns Der fr ü h t. Wenn Reventlow sich auch darüber beklagt, daß die Völkischenvon -den Kommunisten zu sogenannten Reaktionären und Volksbetrügern gestempelt werden, n n d a l s V o r b e b i n - g u n g s ü r e i n e , .K o o p e r a t i o n m -t t d e m K o in m u n i s - mus" das Aushvoen des augenblicklich rücksichtsl o -s e n K a m p s e s d e r K o m m n -n t st e n g e g e n die V ö l k i - s ch e n bezeich n c t, so muß man doch beiruhiger Betrachtung der Dinge zugeben, daß hier der Wunsch der Vater des Gedankens ist- Uns interessiert an demhochpolitischen Lieboswerben der feindlichen Brüder nur das eine: dieselben Kreise, die den Begriff I n d e n t n nt u n d Ko m m u n i s m u s i d e n t i f i - z i e r e n, u m m 11 dies e r Verl e u m düng Politische Geschäfte z u m a ch e n , s ch ä m e n s i ch n i ch t, i n aller O e f f e n t l i ch k e i t bei d e n K o m m u n i st e n eine G a st - r o l I e 3 u g eb e n u n d z u m m i n d e st e n m i t d e ur- G e d n n ken .ei n e r „Kooperativ n" zu spielen. Sollte Graf Okeventlorv sich noch einural bemüßigt fühlen, die Förderung des Kommunismus aus das Konto „Alljudaans" zu setzen, so werden wir den an der „Roten Fahne" nunmehr jedermann deutlich erkennbaren „R e i ch s w a r t" künftig viel leichter aufs Korn nehmen und ZUM Sinken bringen tonnen. " ' Goethe, die Deutschen un- -je Iu-en. Eine doppelt zeitgemäße Lesefrucht. Im Jahre 1807 war Mademoiselle Christine Reinhard in Karlsbad. Sie schrieb über ihre Eindrücke au ihre Mutter. Diese Briese sind beinahe hundert Jahre später als „Leüres de Mde. Reinhard a sa mere" von ihrer Enkelin, Baronin von Wimpsfeu, herausgegeben ivorden. Unter dem 1. Juni 1807 schreibt die junge Dame: „Sie werden nicht ahnen, liebe Mutter, wen ich hier ke«nengelernt habe. Vorgestern plauderte man in meinem Salon und man erörterte die Frage, ob Deutschland und die deutsche Sprache jemals verschwinden könnten. „Nein, ich glaube, niemals!" sagte einer der Anwesenden. Die Deutschen wie die Jude n werden sich bedrücken lassen, aber nie ausmerzen! Sie werden niemals völlig entmutigt sein und sich immer unter sich einig fühlen, selbst wenn es ihnen beschieden sein sollte, ihr Vaterland zu verlieren. Raten Sie, wer so sprach! Es war Goethe." Fritz Engel. Kleine Chromk. Im Monat Juli haben in verschiedenen Vadeorien, z. V. in Gaung* iniht^c, Stoib er 4 und H -a r z l^u r g C.-V.-Vortrcige für die Kurgäste stattgefunden, die lebhaft beachtet wurden und auch gute Erfolge für unsere Sache zeitigten. Wir bitten unsere Freunde, die zur Erholung unterwegs find, um Angabe, wo etwa weitere Veranst-altungen Aussicht <mf gutes Gelingen hätten, und bemerken, daß unseren Rednern ihre Arbeit wesentlich erleichtert wird, wenn vor dem zu vereinbarenden Eintreffen schon eine rührige Propaganda. einzsetzt. — Für die Teilnehmer der K e n e s s i o G e d a u T o hat der deutsche Gruppenverband der A g u d a s I i s r o e l ein Donauschiff gechartert, welches am Dienstag, 14. August, vormittags 9 Uhr, ab Paffau fahrenwird. Die Führung der Reife hat der . Delegierte des GruppenverLandes, Herr Rabbiner Dr. M. Hildesheimer (Berlin), übernommen. — Am Sonntag, 29. Juli, wurde unter gewaltiger Beteiligung der Synagogengemeinden D o r t m u n d und Hörde der Kaufmann und StadLrat Max Rosenthal zu Grabe getragen und auf dem Friedhof Hörde Leigesctzt. Der Entschlafene war eine der populärsten Persönlichkeiten in Hörde und hat sich in der jüdischen Gemeinde wie im kommunalen Leben unvergängliche Verdienste erworben. Neben einer umfassenden geschäftlichen Wirksamkeit betätigte er sich lange Jahre als Vorsitzender des Repräsentantenkollegiums und im Vorstand der Gemeinde; dem C e u t r a l - V e r e i n war er Freund und Förderer. In der Leichenhalle des jüdischen Friedhofs, die das gewaltige Traurrgefolge nicht zu fasten vermochte, widmete Herr Prediger R o fenthal (Hörde> dem Entschlafenen ehrende Worte des Gedenkens. Ein warmherziger, edler Jude ist mit ihm dahingegangen. Er war ein Segen!

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