Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 2 (1923)
- Issue
- 31 (2.8.1923)
- Date
- 1923-08-02
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Ms -er Zeitungswelt. Dem kürzlich verstorbenen bekannten Verleger des „Casseler Lageblatt", Wilhelm GotLhelft, widmet Oberbürgermeister B Scheidemann, vor 44 Jahren als Buchdrucker bei st beschäftigt, in Nummer 165 des „Casseler BoltsbLatt" einen ehrenden Nachruf, in dem es unter anderem heißt: „Im Alter vonnahezu 77 Jahren ist Herr Wilhelm Gottheist, einer der Mitinhaber der Firma Gebr. Gotthelst, in deren Verlag das „Casseler Tageblatt" erscheint, gestorben. Ich habe den Verstorbenen zum ersten Male vor 44 Jahren, zum letzten Male im vorigen Winter gesehen. Als ich ihm zum ersten Male gegenübertrat, an einem Sonntag vormittag des Jahres 1879, examinierte er mich in ernster und doch freundlich-gütiger Weise in dem alten Fuchsbau der Mittelgasse, in dem damals das „Tageblatt" gedruckt wurde, Anno 1879 gab man nichts auf ein Schulzengnis, wenn man im „Tageblatt" in die Geheimnisse der schwarzen Kunst eingeweiht werden wollte. „Ueberzeugung macht wahr" — sagte Herr Wilhelm Gotthelft. Groß, stark, vollbärtig stand er vor mir. Er hieß mich an einem Tische Platz nehmen und begann zu diktieren: „unser lokales Leben ist, wie so oft,-". Der ausgezeichnete Mann in achte damals auf mich einen so Liesen Eindruck, daß ich den Zitierten Satzansang 44 Jahre lang im Gedächtnis behalten habe, obwohl ich doch im Lause der Zeit auch mancherlei Anderes nicht vergessen durfte. > . . . Politisch ist der Verstorbene niemals hervorgetreten. Daß ihm die wüste Judenhetze, die hier Ende der 70 er Jahre einsetzte und in der Wahl antisemitischer Abgeordneter gipfelte, sehr nahe gegangen ist, weiß ich. Daß er die neuesten, reaktionären Machenschaften, die unter dem Vorspann des Antisemitismus betrieben werden, nicht mehr erlebt, mag seinen nächsten Angehörigen ein bescheidener Trost sein. „Schlagt die Juden tot!" „Heraus mit den Inden aus jedem Amte!" „Macht Cassel zum zweiten München!" — Der da jetzt der Erde übergeben wird,, war auch „nur ein I u d e." — Mögen die Casseler Judenfresser aus ihren Kreisen eine n nennen, der diesem Juden an vornehmer Gesinnung und echter Nächstenliebe gleichwertig ist!" ,,? In der „Mecklenburger Warte", dem Zentralorgan der Völkischen Freiheitspartei in Schwerin, finden wir die Besprechung der Broschüre eines Herrn Major Dinklage, in der es heißt: Wo stehendie schlimmsten Feinde der deutschvölkischen Bewegung? Dinklage beantwortet diese Frage mit dem Nachweis, daß sie im völkischen Lager s e l b st 31c suchen sind! Wenigstens mittelbar. In erster Linie ist hier der Alldeutsche Verband Zu nennen, der mit Millionen der Deutschvölkischen Frecheitspartei in den Nucken füllt, der von jeher, seitdem er unter der Führung von Justizrat Clatz steht, eine ganz unklare Rolle gespult, hat. Aber für wen arbeitet der Alldeutsche Verband, wenn nicht für das völkstche Deutschtum? Er arbeitet in j e s u i t i s ch e ni und jüdisch-freim a u r e r i s ch e m B e l a n g e! Es muß die in Mecklenburg allerdings schon lange zu einem kleinen Häuslern, zusammengefchrumpften Anhänger des Verbandes besonders interessieren, die Wege kennenzulernen, die ihre Führer gehen. Aus Amerika haben sie die Mittel, von amerikanischen Logen das Geld, mit dem sie die deutsche wirtlich völkische Bewegung bekämpfen, und hinter dem ganzen steckt der r ö nr i s ch e I e s u i t i s m u s , der seit 1916/17 mit seinen geschworenen Feinden-, den Juden, in den Freimaurerlogen Frieden auf Kosten des Deutschtums geschlossen hat. Hier hat der Deutsche seinen, wirklichen Feind zu suchen, in den beiden Mächten, welche den Krieg gewonnen haben und augenblicklich in der ganzen Welt regieren. Aber das Traurigste an dieser Sache ist, daß sich Deutsche, die sich völkisch nennen, dazu hergeben, die Geschäfte dieser internationalen Banden zu besorgen und den deutschen Völkischen in den Rücken fallen. Im „Israelitischen Wochenblatt für die Schweiz", das in Zürich erscheint, finden wir in der Ausgabe vom 27. Juli folgende „Petition gegen das Auslegeverbot des Ford- Buches? Indengrößeren Schweizerstädten zirkuliert zurzeit ein „Volksbegehren" (gemeint stst: Petition) an die Verwaltung der Schweizerischen Bundesbahnen, um das Auslegeverbot des Ford-Buches rückgängig, zu machen. Das zirkulierende Schriftstück besagt: , ■ . w Von der S. V. B.-Verwaltung ist eine Verfügung erlassen worden, die den Buchhändlern daS Au sie gen der Bücher des amerikanischen Großindustriellen Henry Ford untersagt. Gegen diese Verfügung will das Jnitiativbegehren protestieren, indem es ihre Aufhebung verlangt. Die Begründung dafür lautet n. a.: Die Ford-Bücher sind Schriften, die dem Volke objektive Aufklärung über die israelitische Machteutsaltuug, speziell in materieller Hinsicht, sowie auch internationalpolitisch geben. Die in diesen Büchern geschilderten Tatsachen bieten dem Leser einen interessanten Einblick in die großzügige Organisation zur Wahrung der internationalen jüdischen Interessen und wie das Gebühren dieser „Internationale" in jedem Lande sich immer mehr zur Sonderbildung eines jüdischen Staates im gastaebenden Staats auszubilden im Begriffe steht. Der Protest gegen das Verbot der Auslage dieser Ford-Bücher richtet sich gegen dessen Unverständlichkeit, er richtet sich gegen ein Verbot, das nicht den alten nalional-demokratischeni Geist in sich trägt, dafür aber deutlich fremden Druck und intern nationalen Einfluß erkennen läßt. Es ist dies um so v-einlicher, als Feste Preis© unter der Weitpariftif bei größter Auswahl bietet für alle Warenbranchen die V. INTERNATIONALE WIENER MESSE 2.-8. SEPTEMBER 1923 Auskünfte erteilt die WIENER NESSE, WIEN VII. sowie die österreichischen Vertretungen im Auslande Alleinige Anzeigen-Annahme Rudolf Mosse, Anzeigen-Annahme für sämtl. Zeitungen Deutschlands und des Auslands Berlin 8>V 19, Jerusalemer Straße 46-49 / Breslau / Chemnitz ✓ Cöln a. Rh. / Dresden / Düsseldorf / Erfurt ✓ Frankfurt a. M. / Lalle (Saale Lamburg / Lannover / Leipzig / Magdeburg / Mannheim / München / Nürnberg / Stuttgart / Prag / Wien / Budapest ✓ Warschau ✓ Basel / Zürich) (zzBILdimjbzici Leinen, Wäsche, Auirtattungen von der einfachsten Art bis zur vornehmsten Prunkausführuna Waschstoffe jeder Art für Kleider,Blusen, Röcke, Morgenröcke, Kinderkleider, Schürzen usw, Bitte Probensendung Nr, 7S mit Angabe des Zweckes zu verlangen Die Preisliste Nr. 72 K (mit zahlreichen Abbildungen) wird auf "Wunsch zugesandt , ä und.h&Jia