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Central-Verein-Zeitung · 1923-07-05 · 27 (5.7.1923) · page 5

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
2 (1923)
Issue
27 (5.7.1923)
Date
1923-07-05
Page
– (sequence 5)
Language
German
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221 <rs In bem volksparteilichen „Hamburger Korrespondent" vom S. Juni lesen wir in einem Aufsatz, den Dr. Paul de Chapeau- % o u g e , der Vorsitzende der Deutschen Volkspartei in Hamburg, den Leiltschnationalen zu ihrem Landesparteitag widmet: Sehr bedenklich und bedauerlich ist die Stellunanabme der Deutschnationalen in der völkischen Frage, die uns läuft in einen gedankenarmen, politisch zur völligen Ilnsruchtbark-eit verurteilten AntisemiLismus, und die nur aus eigenen innerparteiischen Schwierigkeiten zu erklären ist. Der völkische Gedanke, wie ihn die Deutschnativnalen in Hamburg jetzt auf den Schild gehoben haben, bedeutet eine schwere Gefahr für die Zukunft. In der heutigen Zeit sind alle Kräfte, die guten Willens sind, mitzuarbeiten, heranzuziehen und niemand zurückzuswßen. Mit einem schlagwortkräftigen Antisemitismus lassen sich wohl bei politisch Unkundigen Augenblickserfolge erzielen, niemals aber mit ihm erfolgreiche Realpolitik treiben. In dieser Richtung sollten die Dentschnntionalen sich mehr des Vorbildes erinnern, das Bismarck gegeben hat. Dieser Standpunkt gibt erst das innere Recht, Auswüchse in Literatur, Presse und Wirtschaft, die auch von ernsten jüdischen Kreisen bedauert und verurteilt werden, mit aller Schärfe zurückzuweisen. Ein Antisemitismus, zu dein sich die Hamburger Deutschnationalen in ihrer letzten Tagung bekannt haben, ist auch im innersten G x u n d e u n h a m b u r g i s ch und widerspricht der jahrlnmdertalten Entwicklung unserer Stadt, die das, was sie geworden ist, wohl nie geworden wäre, wenn ihre Bevölkerung nicht stets frei von aller Engherzigkeit, sich starksühlend im Bewußtsein ihrer Verwurzelung im deutschen Heimatboden, auch fremde Elemente bereitwillia in sich ausgenommen und mit ihnen zusammen gearbeitet bätte. Im Junihest der „Deutschen Rubdschon" laßt sich Gottfried Bart h old über „D i e po ln ische ö fse n t l i che Meinung und die J'wden" lehrreich aus. Er schreibt: Das hübscheste Stück leistete sich aber ein Senntskandidat der Rechten auf einer Wählerversammlung in Grandenz, worüber der „Glos Pom o r skr" am 12. November berichtet. Der treffliche Mann begann mit der Feststellung, daß nach dem Kriege gegen den preußischen Militarismus und gegen das preußische f Iudentu m der geistige Krieg gegen den Verteidiger des Preußentums, nämlich das Judentum, begonnen habe; dieses Judentums, auf dessen Gebot dank englischer Bemühungen Preußen, obwohl geschlagen, weiter bestehen kann, bewaffnet von der Fußsohle bis zum Scheitel usw. Und nun kommen die großen Entdeckungen: „Das Judentum der ganzen Welt hat im Weltkriege das Preußentum unterstützt. Nach der Niederlage schien es, daß das Ende des Preußentums eingetreten wäre, mit ihm das Ende des Militarisrnus, und daß als Folge dessen die Hegemonie des Judentums aufhören werde. Es schien, daß nach 'der Erledigung des Judentums, des Sozialismus, des Preußentums und des Militarismus — das sind die vier Ringe der einen Kette, die den Steg der Freiheit und des Anstandes verhindert — die Menschheit cruifatmen würde vom Alpdrücken des Krieges" usw.... „Aber gegen den gesunden Menschenverstand wurde auf Befehl des Judentums im Versailler Vertrag der preußische Staat au der Spitze Deutschlands belassen .... Ein mächtiges Polen würde die letzte Folge der preußischen Niederlage sein, deshalb war das Ziel der Politik des Lloyd George die Unterdrückung Polens." Daun kommt ein besonders hübscher Satz: „Die geheime jüdische Hand hat alles so gelenkt, daß auch keine einzige politische^Frage grundsätzlich gelöst würde.. Es wurde der Grundsatz der Eelbstbestumnung der Völker ausgestellt, damit man an Polen nicht ganz Schlesien, Er Inland und Masuren abzu,treten brauchte." Also fort mit der kindlichen Vorstell'Uing, daß das Schlagwort des Selbstbestimmungsrechtes etwa zur Schaffung des polnischen Staates gedient hat. Das Gegenteil ist richtig. Und dann kommt die Feststellung, für die alle Deutschen, Phitoseunten und Antisemiten von Herzen dankbar sein werden, und die nur bekannt zu werden braucht, damit in Deutschland jeder Gegensatz zwischien allen auch nur denkbaren Parteien, Stünden, Rassen und Konfessionen aufhören wird: „Die Juden bilden einen unzertrennlichen Teil der deutsch-preußischen Kultur, die mächtigste Hilfe des Dranges nach Osten, die beste Stütze der Herrschaft des Germanismus über Polen. Die Juden stehen treu auf Seiten Preußens, weil Preußen die Heimat des Militarismus ist. Der Militarismus ist das größte Interesse für die Juden; wenn er verschwindet, verschwinden auch die Quellen ihrer Reichtümer, dann hätten sie nicht mehr die Möglichkeit, wirtschaftlich die Welt zu beherrschen, was die Bedingung zu ihrer politischen Herrschaft ist." Alleinige Anzeigen-Annalime Rudolf Mosse, Anzeigea-Annahme für sämtl. Zeitungen Deutschlands und des Ausland s Berlin 8>V 19, Jerusalemer Straße 46-49 ✓ Breslau / Chemnitz / Cöln a. Rh. / Dresden / Düsseldorf / Erfurt / Frankfurt a. M. ✓ Balle (Saale) Lamdurg / Lannover / Leipzig / Magdeburg / Mannh eim / München / Nürnberg / Stuttgart / Drag / Wien / Budapest ✓ Warschau / Basel / Zürich Hede Bernstein Moritz Nussbaum Verlobte. Bonn Düsseldorf-Oberkassel VVnzeigasse 58. Pariser Strasse 6. j0ßrww\' rr '' min... Unser Heinz ist angekommen! Erich Krebs und Frau Eva, geb. Gumprich. Hamburg, 27. Juni 1923 z. Zt. Privatklinik Or. Calmann, Johnsaliee 68. % '!•: {•: {•: «i* »*•*• A *'•; i’« •)•*■ Allen lieben Freunden und Kollegen, die an meinem 70. Geburtstage und 50 jährigen Dienstjubiläum meiner so freundlich gedacht haben, danke ich auf diesem Wege von Herzen. Berlin-Schöneberg wso Gossowstratze 2. Hermann Becker. Zum baldigen »Eintritt suchen Wir einen .. 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Geeignete Herren wollen ihre Bewerbung, mit Lebenstaus, Zeugnisabschriften und Referenzen an derr Unterzeichneten Vorstand einreichen. Görlitz» den 1. Juli 1923. Oer Vorstand der Eynagogengememd« zu Görlitz. Losenhaus, Berlin ff, Kleiststraße io. -IV2 Stadtküche NV2 unierAussicht desRabbinats derJüdischcirEemeindc. Ausrichtung von Sochzeiten und Zeitlichkeiten jeder Art in und außer dem Sause. Eigene Säle. Hugo Kaufmann Telephon: Noüendorf 5109. Traiteur. Anthrarii-SesenSLLL' E. Grunge & Co. Televbon: Kurfürst 1363. 5ovrrarh W Edel-LiKöre,/ der Gipfel deutscher LiKörerzeugung Hans Zorn Nachf. Berlin* C*2

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