Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 2 (1923)
- Issue
- 23 (7.6.1923)
- Date
- 1923-06-07
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2277379-2277415-2277438--00626-2279771- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
yitler fühlt sich beleidigt. Privat klage gegen d i e „C. B. - Z.e i t u n g".?tnr 24. Mai hat Herr Hitler wegen eines Sch.. r. gezeichneten, in unserer Ausgabe vom 19. April erschienenen Aufsatzes „Vaterlandsverräter Hitler — ein neues Attentat gegen die Reichseinheit" — beim S ch ö f f e n g e r i ch t M ü n ch e it Privat klage gegen den Schriftleiter der „C. V.-Zeituug" eingeleitet. Bekanntlich sollten sich Herr Eckart vom „Völkischen Beobachter" des Herrn Hitler und Herr Wege vom „Miesbacher Anzeiger" vor dem S t a a t s g e r i ch L s h o s wegen Beleidigung des Reich-Präsidenten Ebert und des ehemaligen Reichskanzlers Tr. Wirkt) verantworten. Der Haftbefehl gegen die beiden Redakteure wurde im Hitler-Organ mit folgender Glosse beantwortet: „Der Staatsgerichtshof zum Schutze der jüdischen Borrechte hatte für den 12. April nach Leipzig eine Verhandlung gegen Dietrich Eckart angefetzt gehabt wegen ^Beleidigung' der unantastbaren Persönlichkeiten Fritz Eberls und Tr. Wirths. Ta Eckart pflichtgemäß nicht erschienen war, wurde das Verfahren ausgesetzt und gegen ihn Haftbefehl erlassen." Vergeblich warnten die „B a y e r i f ch e S t a a t s z e i t u n g" und die „K o r r e s p o n d e n z der B a y e r i s ch e u B o l k s - Partei" sowie das Zentralorgan der Deutschen Voltspartei ,,T i e Zeit" vor dem offenen Widerstand gegen bestehende Gesetze in einem Augenblick, wo Einigkeit und Geschlossenheit oberstes Erfordernis find. Wir erlaubten uns die Feststellung, daß Hitler und Genossen es auf einen offenen Bruch der Reichseinheit abgesehen, die Franzosen mit neuen Hoffnungen erfüllt hätten und wie Vaterlandsverrüter -schlimmster Sorte den Kämpfern an der Ruhr in den Rücken gefallen wären. Jeder gute Deutsche wird bereit sein, Herrn Hitler unsere Ansicht über sein und seiner Freunde Treiben zu bestätigen. Wir hoffen, auch das Münchener Schöffengericht Neichsbund völkischer Rampfgewerkschaften. D i e n e u e ft t E r f a tz g r ü n d n n g. Unter den Arbeitern und Angestellten werden in ganz Deutschland Aufrufe zum Eintritt in die netteste Gründung der Bbliischen, in die f „K a m P s g e lv c r f f ch <t f t en" Verb reitet. Als Führer des Reichsbundes bezeichnet sich Karl Fa h reu h o r st , die vorläufige Geschäftsstelle des Bundes befindet sich B e r l i u - E h a r l ottenb.urg-, Kaisterdamm 9. Man braucht nur den ersten Satz des Kampfrufes Nr. 1 zu lesen, unb man weiß sofort, wo die Drahtzieher dieser neuesten Gründung sitzen. „Der erschütternde Aufsatz in Nr. 2 des „Deutschen Tageblattes" zeigt allen, die nur irgendwie sehen wollen, mit eindeutiger Klarheit, wo die Drahtzieher und Hintermänner des Genossen Severing bei seinem Kamps gegen die völkische Freiheitsbelvegung sitzen: „Das vereinigte, internationale Judentum hat die Macht, es läßt nicht mit sich spaßen." Da s i st d e r S i im der g a n z e n G e - w a l t a k t i o n S e v e x i n g s. Das vereinigte Judentum, das sich durch die Börseurevolution vout 9. RRweurber 1916 aus die Höhe seiner Macht gehoben sieht, glaubt heute, es wagen zudürfen, gegen die Befreier des deutschen Volkes aus seinen Sklaveuketreu mit brutaler Offenheit Vorgehen zu. können, weil es weiß, daß es sich durch brutalen Terror Millionen von deutschen Volksgenossen m bert jüdisch - marxistischen K la s s e n k a m p f ge lv e r k- .scha fte seelisch, geistig und körperlich untertan gemacht hat. Und doch hat diese jüdische Rechnung einen großen^ Fehler. Das jüdische Volk ist das einzige Volk, welches als geschlossene Einheit Jahrtausenden Mimikry treibt und der jüdische Irrtum ist der, 31t meinen, daß diese Mimikry gelingen wird. Daher die erst vor weni-gen Tagen frech ausgesprochene Behauptung des Aküucheuer Juden Blumenseld: „Im gegebenen Moment laßt sich die gesamte Arbeiterschaft für die Juden doch über den Hausen schießen und die Schlinge, um den Hals ziehen.^ Das ist durchaus bezeichnend 'für die Denkart der vereinigten Hebräer und die unter ihrer geistigen Führung einhergehende umrxiftischen Sktavenhäuptlinge. Und hier liegt der große jüdische Rechenfehler. Das einzig, aber auch daS einzig Gute an der jüdischere Börseurevolution vom 9. November 1918 ist, daß das grinsende Gesicht Alljudas offenbar geworden ist im deutschen Volk und ruckst mehr verbannt werden kann. Hunderttausende von Arbeitersäusteu ballen sich tag' täglich -mb verfluchen die marxistischen Volksbetrüger und die hinter diesen stehende jüdische Macht, die sie in die namenlose Schmach und Not dieser Tage hiueingeführt, in den Abgrund der Hölle hinein. Wir erleben heute den Anfang der großen geschichtlichen Stunde unseres Volkes, wo. der. deutsche A r beit e r die Bedeutung des jüdischen Marxismus für seine Versklavung in seiner ganzen Schwere mtb Tiefe nicht nur zu ahnen, sondern zu durchdenken beginnt. 'Schritt für Schritt tastet sich heute die Arbeiterschaft v 0 m jüdi - s ch e n S 0 z i a l i s m u 8 fort hin z u m völkis d) e n Gell a n k e n , u n d d i e S t n n ll e w i x ll k 0 m in e n , lv 0 sie a u ch . vor d e n> l e tz t e n K 0 nseq it enze rt n i ch t z u r ü ck - s ch e u c n w i r d. Das ist das große geschichtliche Verdienst A d o l f H i t l e r s , die deutsche Arbeiterschaft sehend und dadurch -fähig gLinacht zu haben., ihre geschichtliche Mission, d a s de u t sche V oll a u s d e n Sklave u k e t t e n des Bör s e n k a P i t a l s zu befreien, restlos durchzusühren. Wir sehen heute schon die Bl a s s e u s t u ch t d e r A r b e i t e r ll n d A u g e st e l l t e n a it § d e n j i'l d i s ck) - m a r x i st i s ch e u B e t r u g s Partei e n , d i e zur Lawine an schwellen ll u d m i t d e m deutschen B 0 l k s g e r i ch t e u d e m w i r d." Es scheint den Völkischen reckst schwer zu werden, die Massen der Arbeiter zu betören. Da es ihnen überreiche Mittel gestatten, wollen sie durch Gründung von Gewerkschaften den Arbeitern die völkische Kost schmackhafter machen, indem man das nationalsozialistische „Programm" ins Eelverkschastliche überträgt. Zunächst sind die ,.R e i. ch s g e \v e r k s ch a s t v ö l k i s ch e r A r b e i te r", die ,,R e i ch s g e;o e r k s ch a f t Volk v s.ch er Ber g arbeite r", die ,.,R e i ch s g e m e r k s> ch a s t v ö l k? i s ch e r H >a n d l at n g s g e - h i l f e 11" u ud die „R -e i ch s g e lv e r k s ch a f t v ö l k i s ch e r w e i b -> licher Angestellten" innerhalb des Reichsbuudes gebildet worden. 9luch dies neueste cklnternehmen der Firma Hitler, Wulle u. Eo., das aus der lleberzeugung entstanden zu sein scheint, Konkurrenz hebe das Geschäft, wird an dem gesunden Sinn der Arbeiterlnassen scheitern. Der Sitz der vorlmlfigen Ge-- schäftsstelle iin vornehmsten Westen Berlins zeigt, daß man eine nuruiktetbare Fühlungnahme mit den Arbeitern vorläufig nicht wagt, ümd daß das Unternehmen über ein lvohtdllrchdachten Plan noch nicht hlmnlsgekvmrnen ist. Immerhin loerdeu alle diejenigen, die es angeht, rechtzeitig auf Abwehrmaßuahmen sinnen müssen, J Hegen Schmutz- und Schundliteratur. R e i ch -e s Betätigungsfeld für Deutschn a t i 0 n et I e. Den H a m b ur g e r Senat beschäftigte die letzte Woche eine Anregtlng des Ausschusses zum Kampf gegen Schmutz und S ch n n d i n W 0 r t n n d Bi l d. In der A u s s p r a ch e nahmen vor altem die Redner der Dentschuationaten Bolkspartei, Dr. 8t i d d e r h 0 f f unb Dr. N a g e l, das Wort, um gegen den überhandnehmenden Schmtch und Schund 31t Felde zu ziehen. Gute Jugend- und Voltsschriften seien die Losllng des Tages. Allein ästhetische, wissenschaftliche und nationale Gesichtspunkte dürften maßgebend sein. Beklagenswert seien die vielen Auslagen in öffentlichen Läden, die jedeur' guten Geschrnack Hohn sprechen. Es ist bedauerlich, daß bei dieser günstigen Gelegenheit nicht die Sprache auf die Dinier- R 0 m a n e gebracht wurde, von denerr man lvirklich nicht behaupten kann, daß Aesthetik und Wissenschaft dort ihre Stätte haben. Doppelt und dreifach beklagenswert ist es, daß die deutschnationglen Herren die schmutzigen Auslagen in den -Fenstern nur von außen betrachten. Würden sie ab und zu in ein solches Schvndbuch hineinsehen, dann würden sie erkennen, daß es d i e G e s ch ä s t e d e x V ölki s che n b e [ 0 x g t. Vor uns liegt in elendster Kolportageaufmachung ein „Sittenb i l d" von Fr. v. N oller, betitelt „E ine Nacht in Venedig". Verlag Wilhelm Digel, Stllttgart 218. (8. Auslage.) Auf Seite 68 findet sich urplötzlich ein Kapitel „Monarchen und I u d e n", das folgendermaßen beginnt: „Dank der Allgewalt der jüdischer! Geldpresse, die in der ganzen Welk den verdmnmteu Völkern nur das berichtet, was der Jude für nützlich erachtet, gibt es heute noch sogenannte „Gebildete" in Deutschland und überall, die „es sich nicht denken können", daß unser ganzes völkisches Elend, der Untergang von Kaiser und Reich, aus dieser einen Ouelle stammt, nämlich ein Werk jüdischen Rache-, geistes ist." So geht es weiter, bis mau auf Seile 74 gewahrt, daß es sich um eine „Einlage" handelt, die dem verstorbenen Antisemitenführer Dr. Ludwig Langemann zürn Verfasser hak. Der Schundroman endet ans Seite 79. Die GefimmnHsgerwssen der deuLschrrationalerr Hamburger SrnaLsreu tze-vierren sich also der Schundliteratur zu politischen Zwecken. Ist das dein Herrn Dr. R id d erhoff bekannt, und was gedenkt er dagegen zu tun? Erst werden die jugendlichen Leser durch den Inhalt des Schundromans verführt — Enthüllungen über einen fürstlichen Verführer, Götterstundenim Arme eines herrlichen Weibes usw. —, und dann sind die Opfer dieser Schmutzliteratur reis zur Aufnählne judenfeindlicher Gedanken. G i b t e s et n c uiede r f ch ut eiterndere Selbstkritik? Wie schlecht muß es um die völkische Cache bestellt sein, wenn ihre Propaganda durch den Rinustein lausen muß.