Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 2 (1923)
- Issue
- Heft 22 (31.5.1923)
- Date
- 1923-05-31
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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JLQ3 teilinahm. Sein Vater, Moritz Hartmann, -einst Mitglied des Frauk- -furter Parlaments, schrieb 1849, als Die Juden die Revolution verschuldet haben sollten: Einst war die Welt voll Jesuitenriecher, Heut gibt es Juden riecher allerwegen. Servile, Demagogen, Wühler, Kriecher, Ein jeder suchtzdom Inden veizulegen. Was ihn geniert. Und daß nun siech und siecher Die ganze Welt — wer soll die Schuld denn hegen? Dummheit der Völker? Schlechtigkeit der Kronen? , O nein! Der P.r ü g e l k n a b e der Nationen! So war es damals, so ist es heute. Lieber Herr Schriftleiter, mich überfällt Zarathustras großer Ekel. _ Darum, bitte, erlassen Sie mir, eine Widerlegung der nationalsozialistischen Unflätigkeiten, zu schreiben. Oder, wenn Sie wollen, drucken Sie statt dessen diese meine Epistel ab. Mit schönsten Grüßen Ihr ergebenster Dr. I. Levy. Ueber Bücher und Aufsätze. Unsere Freunde möchte ich mi] das „L e h r b u ch d e r j ü d i s ch e n Geschichte" von Rabbiner Dr. Fuchs in Chemnitz (erschienen im Verlage von I. Kauffmann, Frankfurt a. M.) aufmerksam machen. 'Ich bin kein Sachkenner. Gerade deshalb vermag ich zu beurteilen, ob für den Laien das Lesen eines Werkes Nutzen bringt, und ich muß sagen, daß ich selten in einem Geschichtsbuch gelesen habe, welches ich solchem Maße praktische Aufklärung bringt und so in den Geist der Zeiten ein>führt wie das von Fuchs. Wer den Talmud nicht kennt, wird einen Einblick in seinen wahren Inhalt erhalten. Wer von 'der jüdischen Literatur nur Namen gehört hat, wird ihre hohe Bedeutung wenigstens ahnen. Ein Register würde das vorzügliche Werk noch brauchbarer machen. Wie häßlich es ist, wenn die verschiedenen Konfessionen sich gegenseitig bekämpfen und welche bedauerlichen Unklarheiten im Volksleben daraus entstehen, beweist ein Buch „D er P r o te st a n t i s-- m u s na ch prot e st a n 1 i s ch e n Z e u g n i f f e n", von Dr. Hans R o st. (Erschienen im Verlage der Bonisacius-Druckerei, Paderborn.) Man sollte überall das Gemeinsame, Verbindende, das die Menschheit und das deutsche Volk Fördernde betonen und hervorlstben, um uns allen in dieser schweren Zeit etwas Erhebendes zu geben. In der vorzüglichen Zeitschrift „I e s ch u r u u" (Heft 3/4 des X. Jahrganges, Verlag Pionier, Berlin W. 35) betont Oberlehrer Dr. B l a u in Hamburg in einem Aussätze „Ein jüdisches Lesebuch für jüdische Schulen" die Notwendigkeit, durch die Beigabe eines nach Anlage und Auslese ausgezeichneten jüdischen Lesestoffes den deutschen Unterricht in eine jüdische Atmosphäre zu heben. Man kann das Verlangen des Verfassers erweitern. Ein jüdisches Lesebuch ist vor allen Dingen für das "Haus nötig, damit nicht nur kurze Proben aus unserer Literatur, sondern umfangreichere Quellenstudien möglich werden, die den in der Ursprache Unkundigen in den Geist und den Inhalt unserer literarischen Denkmäler einführen können. Daß bei der Uebersetzung und Darstellung der Frage der deutschen Sprache die größte Aufmerksamkeit zuteil werden muß, muß mit Blau betont werden. In der März-Apritaumrner 19*23 von „O st und West" erinnert Thekla Skorra in einem Aufsatz „^üßkind von Trimberg, ein jüdischer Minnesänger" an die Enttäuschung, die Süßkind von Toimberg nach seine/ anerkannten Wirken doch erleben mußte und die ihm' folgende, heute noch zum Nachdenken veranlassende Verse ein gab. „Sie Nüssen, daß der Sänger verhaßten Glaubens Sohn/ Sie reichen ihm nicht länger den kargen Minnelohn. Verstummet denn ihr Lieder vor jedem Edelzelt, Ich will als Jude wieder mich bringen durch die Welt, Den gelben Hut erfassen und will nach Judenart Mir wieder wachsen lassen den langen, grauen Bart. So will ich still verbringen den Rest/der mir beschert. Und 'denen nicht mehr singen, die meiner Kunst nicht wert." Ho. gegen Nervenschwäche^ Erschöpfungszu- «ü® »M s III stände, sexuelle Neurasthenie ein anregendes und kräftigendes Yohimbin-Hormon-Präparat der Akt.-Ges. Hormona, Düsseldorf-Grafenberg. Fachärzüich begutachtet und sehr empföhlen. Prospekte gratis. Erhältlich in allen Apotheken! ürrhrfif 0t% sür Kohle und Gas, sofort aufstellbar. E. Grunge & Co. Telephon: Kurfürst 1363. Aus allen Branchen stehen stellenlose Kameraden zur Verfügung und bitten daher die Herren Arbeitgeber, reichlich von der Stellenvermittlung Gebrauch machen zu wollen. Geschästsleitung: Kamerad Curl Kfinski, Berlin N018, Gr.FranksurterStr. 75. Tel.Amt Alexander 1687. Sprechst. 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