Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 2 (1923)
- Issue
- 20 (17.5.1923)
- Date
- 1923-05-17
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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aus der das geistige Leben des deutschen Judentums neu befruchtet werden kann. Er kommt hierbei zu folgenden Vorschlägen:. Notwendiger als die vielen Wohltät-ig-keitsvereine im Schutze der deutschen Juden wäre ein alle Sch ich Um umsassender herein su-c E r h a 1 t u n g der jüdischen Gern ein den in Deutsch- Land". Es geht nicht mehr an, daß der jüdische Lehrer einfach sein Ami niederlegt und die kleine Gemeinde ohne geistigen- Führer bleibt. Wo eine Vakanz eintritt, hat ein solcher Verein sofort einen reenen Lehrer hinzrlschict'en und, inr Einvernehmen mit der. Gemeinde, dessen Einkonunensverhältnisse 31t regeln. Die noch vorhandenen lebenslvilligen Lehrerseminarr — z.- B. das Kölner Seminar — müssen reichlich dotiert, geeignete Zöglinge ihm zugesührr lverdeie. Wenn wir ein leistungsfähiges jüdisches Lehrerseminar in Deutschland besitzet: und dies die erforderlichen, nach jeder Richtung trefflich ansgebstdeten Lehrer und Kantoren liefert, so ist dies für die deutschen Gemeinden ebenso ausreichend, als wenn die LiHher-igen drei Landesrabbinerschnlen in e i n e zusammeugezvgei'.' werdeu. Jüdischen jungen Männern anderer Berufe von makelloser Vergangenheit und religiösen: Interesse gebe man. in Schnellkursen an den Lehrerbildungsanstalten Gelegenheit, sich das zur Erteilung eines gnlen Unterrichts — das ist die Hauptsache — erforderliche Mindestmatz von Kenntnissen 3«- erwerben. . . Eigentlich mützken dein D e u t s ch - I s r a e l i t i s ch e n G e - in einbebn n d e die eben gekennzeichneten Aufgabenzufallen. Alan hört aber kann: etwas von seiner Eristenz; auch die Landesorgantsation dürste als endgültig erledigt geltere. Temgemütz müssen frische Kräfte ans Werk, den: droheirden Zerfall vieler, bisher blühender Gemeinden entgegcnzuavbeiten kzw. schon Gestürztes lviederaufzubauen. ^0 völlig religiös-gleichgültig oder gar religiösfeindlich ist keine Gemeinschaft Israels, datz sie nicht das Weiterbestehen ihrer - regelmäßigen Goktesdienste 1 mb die religiöse Unterweisung ihrer Jugend Ähnlichst wünschte. Ein paar idealgesinnt, glaubensfreudige Juden gi-bts in jeder Gemeinde: ivenn diese ihre Kraft für die Wiederbelebung ihrer Gemeindeinstitukionen, namentlich für Spnagoge und Schule, ein setzen und ihre Bestrebungen in einem Tausende von? Mitgliedern umfassenden „Vereinzur Erhaltung der jüdischen Gemeinden" ihren starken moralischen — und finanziellen! — Rückhalt finden, dann kann in letzter Stunde noch „Rettung von anderer Seite" kommen. Oder will die deutsche Judenheit dein drohenden: Versatl ruhig zusehen? Will sie warten, bis — Gott behüte! Alarmnachnchten, wie etwa. die folgende, durch die Zeitungen gehen: „In H. ist die ganze jüdisstie Gemeinde — 250 Seelen — aus den: Judentum ausgetreten: sie hatte seit zehn Jahren keinen Lehrer mehr. In der bisherigen Synagoge wird die städtische Volksbibliothek nntergob rächt." * Einem Vertreter des „Süddeutschen Zettuugsdicnstes" äußerte Forstrat Esch er ich, der bekannte Gründer und Leiter der „Orgesch", sein Bedauern darüber, daß man den Weg, den er bei der Gründung der Einwohnerwehr vorgezeichnet, verlassen habe, nämlich unter A u s s ch a l t. u n g jeglicher P a r t e i p 0 l i - t i k Ordnung und Ruhe aufrechtZuerhalten und die Staatsa u t o r i t ä t zu st ü tzen. Das müsse nach wie vor oberster Grundsatz bleiben. Jur werteren Verlaus der Unterredung ging Escherich aus die natro 1:aisozi ali st i-s.che Beweg>u u g ein, wobeier aus-sührte, daß Hitler ja von feinem Standpunkt aus das Beste wollen möge; er seiaber heute nicht mehr Herr der Bewegung und nicht imstande, den chn treibenden Krusten der hinter ihm Stehenden- Widerstand entgegenzufetzen. Es sind das ehrgeizige Leute, die von den: streben nach Macht erfüllt sind und die Gunst der Zeit für ihre Interessen nützen wollen. Daß sich unter den Anhängern: Hitlers viele Ossi ziere befinden, feinicht verwunderlich. Es handle sich dabe: um Leute, die ans der Ungunst der- Verhältnisse heraus zu D esp e rad o s wurden und der Meinung sind, es rnüsse sofort etwas geschehen, da sonst der günstige Augenblick für innuer verpatzt sei. Akademiker ziehe der Anreiz der Aktivität ins Hitlersche Lager, wozu noch kommt, daß den jungen Leuten politischer Weitblick [ mangelt und auch ihre schlechte wietschaftkiche Lage sie gefährlichen . Experimenten zugänglicher zeigt. Es wäre ein nationales! Iing lücf, w enn d i e ak ade m ifche Iu::g n:an 11 scha ft i n j diese falsche Richtunggedrängt würde. Hautarzt «ls Vertreter nach Köln «.Rh. von Juli dis Oktober gestutzt. Offerten ANter K. V. IT. 386 an LudolfAwffe, Köln«.Ah. Haushaltungs- Pensionat suche für mente 19jährige Lochter in schöner Gebend; evtl, gebe selbe auch itt Ia jüdische Familie rrnd nehme in Austausch Studenten in Pension. Anfragen unter ü. P. 4568 «n Rudolf Mvfse, Breslau, erbeten. Erfahrene, jüdische tüchtige Stütze für Küche und Hans in rnchtrituellen Haushalt frrchtzuin i.Juni d. F. Frau Buxbaum. Weitzenfels Merseburger Ltrasre 5. Gesucht Unrb sür L? jähriges. in der Entwickeln ug zurii ckgebliebenc§ Mädchen Dauerpension ch Kleinstadt, möglichst bei Landarzt, Lehrer oder Kantor. Betätigungsmöglichkeit in Hauswirtschaft und Garten ertprderlich. Nähe Berlins devorzrrgt. Ins chriften Mit Preissorderungen erhitten nur an die Jüdische dirbeitsaemeinschaft. 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Gei BeftelLungeu bitren wir, auf die C.B.-Zeitung Bczna zu nehmen. PAUL GRAUPE / ANTIQUARIAT _BERLIN W 35, LÜTZOWSTRASSE 38. ^UI<TI0N^XXV!l.6^E-h8.^iid2? PIRANESI-SAMMLUNG Handzeidinungen des 18. bis 20. Jahrhunderfs Graphik des 19. bis 20. jahrhunderfs Kalalog M. 1 C00r— AUKTION XXVIII. 9.)uni 1923 Moderne Bücher / Luxusdrucke Kaldog M. 500/— HaSIHSlIlIHRIBi •NGl GENUA!■■■■■■■■■■■■ Der Luxus-Turbinendampfer QIULIO CESARE 22000 Tonne;], 4 Schrauben Geschwindigkeit 20 Seemeilen pro Stunde, der „Navigazione Generale ltaliana£t fährt ab Genua am: nach New York (über Neapel) 20. Juni 31. Juli 7.Sept. Genua—New York..... in 10 Tagen Neapel—Yew York... in 9 Tagen Ferner Dampfer Principena Mafalda 31. li 1923 ab Genua nach Barcelona, Rio de Janeiro, Montevideo und Buenos Aires. 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