Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 2 (1923)
- Issue
- 20 (17.5.1923)
- Date
- 1923-05-17
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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161. - (1885) —, und darum ist -ifjm auch die Völkerpsychologie eine sittliche Aufgabe. „Es gibt eigentlich nur ein „Wir", den Geist der Menschheit. Doch begreifen nur vielfältige Ausschnitte aus dieser Menschheit, teilweise Wir, bis herab auf das Ehepaar und das Freundespaar." Die letzte Wurzel aller Gemeinschaft ist ihm das Sittliche: sowohl das Individuum als auch jede Gesellschaft fließt aus einein Gemeinsamen und geht in ihm auf. Deshalb'kann er auch nicht den heute so tragischen Gegensatz zwischen' Nation -und Menschheit anerkennen. Reich und fruchtbringend waren auch seine F o r s ch u n g e n a u f sprach wissenschaftli ch -e m Geb i e t. Grundlegend, obwohl heute von der modernen Forschung vielfach überholt, waren seine Arbeiten-über die Klassifikationen der Sprachen (185*0), den Ursprung der Sprache (1851), die Entwickelung der Schrift (1852) und die Geschichte der Sprachwissenschaft bei den Griechen Lind Römern (1863). Neben seiner Tätigkeit als Hochschullehrer — Steinthal bekleidete an der Berliner Universität als Jude Zeitlebens nur eure ausiero r de n t l i ch e Professur für allgemeine Sprachwissenschaft — wirkte er auch an der'Berliner Hochschule für die Wissenschaft des Judentums und konnte so sein tiefes Wissen und seine edlen Anschauungen in die Herzen vieler jungen Deutschen — Christen wie Juden — pflanzen. Es ist hier nicht der Ort/ seine wissenschaftlichen Leistirngen eingehend zu würdigen. Wir wollen heute nur seiner gedenken und seinen demütigen Stolz in unsere Seele graben. Frei von „uralter Menschenrnäkelei" wollen wir sein wie er: deutsche Juden! Wenn heute wieder der Haß uns bedroht, so wollen wir uns an SteinthalZ Mahnung halten: „Ich beklage den Antisemitismus -tief, mich indes kümmert er nicht. Die Juden werden sovtfahren, unbekümmert um Antisemitismus nach Kräften Gutes zu verbreiten unter Juden und Christen." Die Nummer 19 der „Stüatsbürger-Zeitimg" bringt einen Leitaufsatz des Herrn Leb ins, „Franzosenboykott", in denn es heißt: „Die Wiedergeburt Deutschlands kann nur von dem verarmten deutschen Mittelstand ausgehen. Hier allein ist Idealismus und Dpserwilligkeit vorhanden. Die Reichen -wachen nicht mit und die unter der jüdischen Führung stehenden Arbeiter erst recht nicht. Letztere spielen weiter den blinden Hödur, der auf Veranlassung Lokis Baldur tötet. Die Inden sind ein Cklavcnvolk nnd als solches Träger des passiven Widerstandes. Letzterer hat aber nur Gum, wenn hinter ihm der Witte der Wasfenergreifung steht. Hieran denken die Juden natürlich nicht im entferntesten, weswegen sie als geheime Bundesgenossen der Franzosen gelten können. Tatsächlich sind sie Schrittmacher der Franzosen in Deutschland. A.lle französischen Wünsche finden z. B. liebevolle Befürwortung durch den Juden Bernhard in der „Bvssischen Zeitung". Die Perle des Hauses Rudolf Masse, Schriftleiter Nuschke, wundert sich in der C. B.-Zeituug des Judentums über den deutschen Widerstand, denn einmal werde Cuno doch mit Frankreich unterhandeln müssen. In seiner „Berliner Bolkszeitung" zerbricht er sich den Kopf, ob der Jude Dernbnrg als deutscher Botschafter nach Paris gehen werbe." S Im „Israelitischer; Familienblatt" stellt Professor Tr. Eugen Wölbe (Berlin) das Versagen des deutschen Judentums s bei der Aufrechterhaltung seiner kulturellen Einrichtungen und r geistigen Aufgaben fest. In der lebenssährgen jüdischen Gemeinde 1 mit nur ihrem Berufe ergebenenKultusbeamten sieht er die Quelle, Dampfer WIATIjUl 59956 Br.-Reg.-Tormen Bei modernste, grösste und ImtuiGSSsle Ozeandampfer Die höchsten Leistungen von Wissenschaft, Kapitalkraft und Erfindüngsgeist finden in diesem Wunderschiff ihre Verkörperung. Unvergleichliche Bequemlichkeiten in allen Klassen Erste Reise nach New York am 17. Juli 1923 dann 7. Angnst. 2-<. 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