Mannheim
Compact Memory

Central-Verein-Zeitung · 1923-05-04 · 18 (4.5.1923) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
2 (1923)
Issue
18 (4.5.1923)
Date
1923-05-04
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2277379-2277415-2277433--00580-2279720
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

146 vollzieht. Zuerst waren eS einzelne akademische Ortsgruppen, welche die Forderung nach Judenreinheit erhoben, dann folgten eine Anzahl Ortsgruppen in 'deutschnational-antisemitischen Städten, wo die Alldeutschen eine besonders wirksame Wühlarbeit entfaltet hatten, mit demselben Verlangen nach. Dr. Gustav Groß und sein engerer Anhang hatten nicht die Nackensteife und die durch eine ehrlich freiheitliche Gesinnung gefestigte Widerstandskraft, um diesem Ansturm zu begegnen. Der Hauptausschuß ließ die judenreinen Ortsgruppen zu, und bald wurde der Deutsche Schulverein eine vollkommen antisemitisch verseuchte Körperschaft, welche mit anderen antisemitischen Organisationen gemeinsame Sache machte. Man nahm wohl noch immer das Geld der Juden und suchte zu diesem Zwecke den Schein der Vorurteilslosigkeit ausvie lullen können weder llurell ein Oebet am tVersohnungstage noch durch einen Rabbiner vom Eid, den sie einem Christen oder der Obrigkeit geschworen, nach ihrer Lehre entbunden werden. Ausspruch des fanatischen Judenhassers J. A. Eisenmenger in ,,Entdecktes Judentum recht ZU erhalten, im mterften Wesen aber war der Verein aus einer Schutzwohr des bedrängten Deutschtums zu einer Trutzgemeinschast gegen die Juden geworden. Diese Stellung des Deutschen Schulvereins gegenüber den Inden ist geradezu ein Schulbeispiel für die Gesinnungsschwäche und für Die taktische Ilnklugheit der deutschen Führer in Oesterreich. Dr. Gustav Groß war der Abgeordnete des gemischtsprachigen Städtewahlkreifes Jglau-Trebisch-Proßnitz. In diesen drei mährischen Städten war die deutsche Mehrheit gegenüber der tschechischen Bevölkerung nur nnt Hilfe der jüdischen Wähler aufrecht zu erhalten. Und obwohl die persönliche Jndenfeindschast Dr. Groß' längst ein offenes Geheimnis war, hielten die jüdischen Wähler dennoch in alter Treue zur deutsch-liberalen Partei bei ihm aus. So war es säst überall, in Wien, in Niederösterreich, in Böhmen, Mähren und Schlesien, bis die Wellen des christlichsozialen und deutschnationalen Antisemitismus auch den letzten Rest der knieweichen Altliberalen hinweggespült hatten. Welche grundstürzende Wandlung der Deutsche Schulverein von seiner Gründung bis heute durchgemacht hat, beweist die Tatsache, daß jene aufreizenden Plakate mit der Aufschrift: „Ostjuden hinaus!" und mit den gehässigsten Anwürfen gegen das Gesamtjudentum, welche vor wenigen Wochen an allen Straßenecken Wiens klebten und von sämtlichen antisemitischen Kampforganisationen unterzeichnet waren, auch die Unterschrift der Hauptleitung des Deutschen Schulvereins trugen. Damit nun ist zwischen dem Deutschen Schulverein und den Juden reiner Tisch gemacht worden. Es wurde offen aufgezeigt, daß der Deutsche Schulverein seiner ursprünglichen Bestimmung eines Vereins zur Förderung deutscher Bildung und Kultur vollkommen untreu geworden und ein unverfälscht j u d enhetzerischer Klüngel geworden ist, dem kein Jude mehr, der sich selb st achten will, weiterhin Förderung und Unterstützung angedeihen lassen darf. Das gilt auch für jene unserer Freunde auf r e i ch s d e u t s che m Boden, welche bisher im Wege des „Vereins zum Schutze des De u tscht u m s im Auslande" dem Deutschen Schulverein gesteuert haben. Der letztgenannte Verein hat auf zahlreiche Anfragen, die ihm in letzter Zeit über den judenseindlichen Geist des Deutschen Schulvereins zugekommen sind, ausweichende Antworten gegeben. Die Wahrheit muß aber endlich sestgestellt werden, daß jeder Beitrag, der dem reichsdeutschen Schutzverein zufließt, eine Stärkung Und Verbreitung der antisemitischen Seuche in Oesterreich bedeutet. Auf die Frage also, welche wir an die Spitze dieser Zeilen gestellt haben: „Was ist der Deutsche Schulderem?" gibt es nur die einzige zutreffende Antwort: Ein a n t i s e m iLischer Hetzverein der s ch l i m m st e n A r t! Hakenkreuz unö Sowjetstern. E i n l a d u n g zur g ein e infamen Maifeie r. In Karbitz in Deutsch-Böhmen hatten sich die Kommunisten mit einer Einladung zur gemeinsamen Maifeier an die Nationalsozialistische Partei gewandt. Unterschrieben war diese vom' 2 5. März 1923 datierte Einladung vom Obmann und Schriftführer der Kommunistischen Parteiorganisation. Mit Schreiben vom 28. Mürz, obgedruckt in Nr. 50 Des nationalsozialistischen Blattes „Der Tag", haben die Nationalsozialisten die Einladung abgelehnt, weil sie „in der Maifeier lediglich eine politische Demonstration erblicken, bei der wir natürlich nicht verzichten können, für unsere An.schauungen werbend einzutreten". Die Nationalsozialisten, die in ihren Organen tagtäglich gegen den „jüdischen" Bolschewismus wettern, betreiben ihre Agitation ganz im Stile der Kommunisten, weil ihnen jedes Mittel recht ist, um die Massen zu gewinnen. Die Einladung zur Maifeier zeigt, wie zwei Pole, die aus den entgegengesetzten Extremen kommen. Zueinander h i n st r e b e n, so daß man sich bald nicht herausfindet, wo der Kommunist aufhört und der Nationalsozialist anfängt. Regelmässige Verbindung von Bremen über Southampton, Cherbourg nach New York durch die prachtvollen amerikanischen Regierungsdampfer der United States Lines NÄCHSTE ABFAHRTEN! President Roosevelt. 8. Mai 13. Juni President Arthur..., 16. Mai 4. Juli President Fillmore.. 21. Mai 21. Juni President Harding .. 26. Mai 27. Juni George Washington . 6. Juni 11. Juli America.16. Juni 18. Juli Southampton n. Cherbourg 1 Tag später Prospekte u. 64seit, iiiustr. „Führer durch die Vereinigten Staaten" Nr. 239 kostenfrei Vorteilhafte Gelegenheit für Güterbeförderung UNITED STATES LINES BERLIN W 8 Unt d. Linden 1 BERLIN NW 4V Invalidenstrasse 93 Backpulver $ INNER A-.G. KARL SRUHE- GRÜNWINKEL MnZeigenschlutz stets Montags Preiswerte Mnficiuaria ’Graeiz, Geschichte der Juden, 3 Bände, Pappband ... 55000 M. Kautzsch u. a», Apokiyphen des Alten Testaments, Ausg. F. der Textbibel d. Airen u. NeuenTestaments,geh. 4000 M. Rflachsor,, Die sämtlichen Festgebete der Israeliten mit deutscher Ueb-ersetzung von S. G. Stern, 1804, 4 Bände 10000 M. Schillers Werke mit Einleitung von Alfred Richter und einem Leben sab riss des Dichters von O. v. Leixner, Verlag R. Trcnkel, 6 Bände. 40000 M. Chauberg-Dubssiav, Systematisches Wörterbuch der Philosophie, 1922, gebunden.. . 22000 M. Lieferung Vorbehalten, da nur wenige Exemplare vorhanden. Zu beziehen durch TOfibegfett für Kohle und Gas, 4mVI£U|eil sofort aufstellbar. E. Grunge & Co. Televhon: Kursürst 1363.__ abbatiampen Ghanukaleuchfer Psohmbüchsen liefert billigst Louis Bodenheimer Frankfurt a. ML 7, Scheffelstr. General-V ertretung: Norddeutscher Lloyd, Bremen 856 MekaNbetten StahlMatratzen, Kinderbetten, direkt an Private Katalog 89 Z frei. Eifenmöbelfabrik, Suhl (Thür.- Mär-ische-Schweiz-Schulen, nahe Berlin, im Bade- und Luftkurort Buckow (Kreis Lebus), Telephon 10, bieten beste Erziehung in Knaben- und Mädchenheimen. Alle Schularten, auch Handels- Ulen; auch mos.Religionsunterricht. Vir. 0t, Koche. iMJerlMSI,LlBtelr.il ANTIQUITÄTEN STILMÖBEL Hugo Barudi & Ci®, Berlin, s“Si 18/19 Ducanola- KunstpieJ-Pianos und Flüge/ Stpl. 1371T

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.