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Central-Verein-Zeitung · 1923-05-04 · 18 (4.5.1923) · page 5

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
2 (1923)
Issue
18 (4.5.1923)
Date
1923-05-04
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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145. Der Hilssverein hat auch wieder mit der Herausgabe von Korrespondenzblättern begonnen, welche wichtige Nachrichten über neue Anordnungen in den Einwanderungsländeru und anderes, die Emigranten angehendes Material bringen. Die im Herbst vorigen Jahres nach hier übergeführten ukrainischen Kinder, deren Eltern bei Pogromen erschlagen wurden, sind nt deutschen Anstalten zur Erziehung untergebracht und entwickeln sich erfreulich. Der Synagoge in Erfurt statteten jüngst Diebe einen Besuch ab. Gestohlen wurde ein silberner Becher und eine Havdvloh-Büchse. Die Diebe hatten sämtliche Behälter usw. erbrochen. Das zur Mitnahme aufgestapelte Diebesgut ließen sie jedoch liegen, da sie bei Erbrechen des Thora-Schreines das sich beim Oesfnen der Türen selbst einschalteude Licht scheinbar für eine Alarmvorichtung hielten und das Weite suchten. Das Zurücklassen der silbernen Iad deutet daraus hin. Die Hochschule für die Wissenschaft des Judentums, deren Sommersemester bereits eröffnet ist, kündigt ihre Vorlesungen an. Es werden lesen: Dr. Daeck, Professor Dr. Baneth, Professor Dr. Elbogen, Professor Dr. Gnttmann und Dr. Torcziner. Die Schreibstube des Berliner Vereins für Arbeitsnachweis, Monbijou Platz 10, übernimmt Schreibarbeiten jeglicher Art: Maschinendiktate, Vervielfältigungen, Masscnversand von Drucksachen usw. Es wäre wünschenswert, durch reiche Auftragserteilung die Bestrebungen zu unterstützen, die dahin gehen, Arbeitslose durch vorübergehende Beschäftigung vor dem wirtschaftlichen Ruin zu schützen. Kleine Chronik. Wir haben in Nürnberg zweier froher Ereignisse zu gedenken: Justizrat Dr. S. Dormitz er und seine Gattin, unsere verehrte Porkampferin, Frau Else Dormitz er, haben am 1. Mai 1920 das Fest ihrer silbernen Hochzeit begangen. — Herr Geh. Justizrat Emil I o s e p h s - tha l'feiert am 7.. Mai seinen 60. Geburtstag. Wir brauchen hier nicht zu erörtern, daß herzlichste Freude und der Wunsch nach weiteren glücklichen Jahrzehnten für die Jnbilgre uns erfüllt. Wus sie geleistet, wird unvergeßlich bleiben. — Am 15. Mai sind Herr Oskar M ü l l e r , Münchener Straße 16, und Herr Gustav Leva, Gruuewaldstraße 22, beide zu Berlin, 30 Jahre Mitglied des E. B. Wir gratulieren herzlichl — In der Synagoge zu Hörde fand beim Gottesdienst des Paffahfestes die feierliche Enthüllung e i n e t Gede n ktafel für die im Kriege gefallenen Mitglieder der jüdischen Gemeinde statt. Prediger Rosenth« l hielt die Weihepredigt, Segen und Gesang schloß die ernste Feier, an der auch Vertreter der städtischen Körperschaften teilgenommen haben. — Die Ortsgruppe K i tz i n g e n des Eentral-Vereins veranstaltete vor einem großen Kreis geladener Gäste einen A u f k l ü r u n gsvortra g. Herr Distrit'tsrabbiner Dr. Wohlgemut sprach in ungefähr einstündigen glänzenden Ausführungen über das Thema „Judentum und- Staat". Herr Rechtsanwalt Dr. R o s e n - thal (Würzburg) gab dem Abend in sehr geschickter Weise seine Einleitung und sein Schlußwort. Die Anssprache, an welcher sich der rechtskundige erste Bürgermeister, Herr Dr. Schuster, Herr- Stadtpfarrer Lamport und der zweite Bürgermeister, Herr Eckert, beteiligten, stand auf dem Boden der Versöhnlichkeit und der starken Sehnsucht nachinnerem Frieden. — Der Rektor der jüdischen Schule in Dort m u u d , Herr Adolf H e y m a n n , konnte am 1. Mai d. I. auf eine 25jährige segensreiche Tätigkeit zurückblicken. Was ist -er Deutsche Schulverein? Von Siegfried Fleischer (Men). Der „Deutsche Schulverein" in Oesterreich entstand zu Beginn der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts, als Gras Taassie seinen ungeheuren Betrug an den österreichischen Deutschen dogangen hatte. Die Tschechen waren in das Parlament eingetreten und hatten durch ihre Koalition mit den Polen und Deutsch-Klerikalen die einst so mächtige Teilt sch-liberalo Partei in die Minorität gebracht. Die Besorgnis wurde wach, daß die deutschen Minderheiten, namentlich in den Sudetenländern, von 'beit vordringenden Tschechen völlig ausgerieben werden könnten. Diese Besorgnis war um so begründeter, als in den nordwestböhrnischen Industriegebieten zuni großen Teil tschechische Arbeiter verwendet wurden, und — da die deutschen Beamten nicht tschechisch «lernen wollten — tschechische Beamte, die des Deutschen kundig waren, zum Verkehr mit der Arbeiterschaft herangezogen werden mußten. Diese Beamten -waren die überaus rührigen Träger der tschechischen Propaganda im deutschen Sprachgebiete, deren Brennpunkt die „Matice skolska", d. i. der damals neugegründete tschechische Schulverein, bildete. Der Ausruf zur Bildung eines Deutschen Schulvereines Zlir Erhaltung der deutschen Minderheiten fand begeisterten Widerhall. An der Spitze des neuen Vereines standen hervorragende deutsch^liberale Männer, an deren freiheitlicher Gesinnung kein Zweifel war. Die Spenden für diese neue deutsche Schutzwehr flössen reichlich, und sie strömten insbesondere aus den Kreisen der Juden, welche ja in Böhmen und Ai äh ren die festesten Stützen der deutsch-liberalen Partei lvaren. Die Werbekrast des Deutschen Schulvereines war auch im deutschen 'Reiche eine sehr starke, und auch hier lvaren es jüdische Kreise, welche mit großer Beflissenheit die Mittel zur Stärkung des bedrohten Deutschtums in Oesterreich ausbrachten. i Mit dem Empvrkommen des Antisemitismus und dem fortschreitenden Niedergange der deutsch-liberalen Partei änderte sich diese Sachlage. Nach denk Tode des ehrlich freisinnigen ObmanneA Dr. Weitlof und der Wahl des stark antisemitisch gefärbten Dr. Gustav Groß fand die judenseindliche Strömung in den [ Deutschen Schulverein Eingang. Es vollzog sich hier derselbe Bor- I gang, der sich jetzt im „Deutschen und Oesterreichischen Alpenverein" Alleinige Anzeig-en-Anualiine Budolf Mosse, Anzeigen-Annahme für sämtl. Zeitungen Deutschlands und des Auslands Berlin 8XV19, Jerusalemer Straße 46-49 / Breslau / Chemnitz / Cöln a. Rh. / Dresden / DüffelDorf / Erfurt / Frankfurt a. M. / Lalle (Saale) Lamburg / Lannover / Leipzig / Magdeburg > Mannheim ✓ München / Nürnberg > (Btuttqavt ✓ Prag / Wien / Budapest / Warschau ✓ Basel / Zürich Die Geburt einer Tochter zeigen hocherfreut an Arthur Sandeiowsky und Frau Charlotte geb.Prenziau. Gut Norgehnen, Post Schugsten (Ostpr.), den 16. April 1923. Heute entschlief sanft nach kurzem Krankenlager mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Gross vater, Schwager und Onkel Herr Hu Daniel nach eben vollendetem 80 sten Lebensjahre. Die trauernden iiinteriiiietienk Biberfeld, den 25. April 1923. N o r d e n, 23. April 1923. Heute morgen lO1^ Uhr entschlief sanft und ruhig unsere Jiebe Mutter, Schwiegermutter, Gro3smutter,Üjgrossmutter u. Tante Rosalie Stein geh. Hirsch im 89. Lehensjahre. Dieses zeigt fcietbetrübt an im Namen aller Angehörigen Magmis stei„. Haag, Leer, Corbacft, Leeuwarden u. Norden. Erster Verkäufen für unser I Herren und Knabm-KonsektionsgMLrst! gesucht. Offerten mir Bild und Zeugnis- L abschrifteu an II ■j Gust. Earsch & Eo., G. m.b.H. 8 Gelsenkirchen. W 8SÜS Klassiker-Bibliothek neu, mit hochelegantem, goldgeprägtem Seinen« RückenschnUt: Schiller, Goethe, Shakespeare, Hauff, Lessing, Chamisso, Freiligrath, Kleist. 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