Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 2 (1923)
- Issue
- 15 (12.4.1923)
- Date
- 1923-04-12
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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u i llelor» Taufe unö Iuöentum. Vor: C a r l H i I in a r. ' .Es i\\bi unter den Juden Kitfantciincife auch in denr neuen Deutschland immer noch Leute, dis alauben, wenn auch nicht ,i!)tc Besördcnt n g so u ssi ch reu als Beamte, so doch ihre aeseMchasÜiche Position durch Preisgabe ihrer Religionverbessern zu sollen'. Als ob sie damit, daß sie dem Judentum den Rücken kehren, dem krassen Antisemitismus gegenüber. der heute auf allen. Gebieten des Judenhasses die Führung hat, die Wusse aus der Hand schlauen. Ja. selbst der Judenmissiou find und bleiben sie ein mit einem .gewissen Make! der Herkrw.sk belasteter sehr problematischer Zuwachs zur christlichen Kirche, so das; der frühere Judenmissionsprediuer Pfarrer K. Franz in Rheinsbera (West- Preußen) im „R e i ch s b o t e n" (Nr. der Wochenbeilaae ..Kirche und Schule", Jahra. 1916) sagen durste: „Der maßvolle Stöckerische oder christlich-soziale A n Life m i t t s m u s imb die I u d e u m i s s i o n sind wohl der e i n b a r", und sich zum Schluß noch einmal dahin resolviert: „Der A n i i f e m i L i s m u s rechter Art und die Z u dcn mi s s i v n ge - h v r e n somit z rr s a m m e 11". Der konsequente Antisemit erblickt eben in st der Taufe eine Art „Mrmikrh". eine, wie die „Pol. Anthr. Monats!chri-fi" des Herrn Dr. Schmidt (Giebichensels) sich einst ausdrückte, „der vielen Masken, die von den schleichenden Eroberern zur Verdeckung ihrer eigentlichen Absichten augewandt werden" — von dem drastischen, dem Kaiser Josef -in den Mund gele-akn Worte ganz zu schweigen:- „Die Juden haben einen Schurken verloren und die Christen einen bekommend Darum' hat mtd) die christliche Mission unter den Inden nirgendwo rrnd zu keiner Zeit eine rechte Befriedigung in der Christenheit ausgelöst. S ch o v e " h a n e r nannte sie bat ..Gipfel menschlicher Zudringlichkeit und Arroaanz.^ Und liberale und wlerant empfindende Geistliche haben ihre Mittvirkung nieift versagt. Pfarrer Rode, der Herausgeber der „choistlichen Welt", schrieb einmal in seinem Blatt, er habe in seinem Leben „nur eine einzige In dentalste vollzogen, noch langem Unterricht reicht ohne pomliche Empfindungen." lind wie haben sich die Großen unserer Nation, d-es Deutschtums überhaupt, ZU der Frage der Judentaufen gestellt? Die heftige Zudringlichkeit, mit der L a vate r auf Al o s e s M e n d e l s f v h u und andere oindrang,. um sie zum Christentum zu bekehren, war Goethe, der sonst für den Schtveizer Freund sehr viel übrig hatte, im hohen Grade ..ärgerlich", und heut ist sich die christliche Theologie vollkommen darüber einig, daß, wie Rode sich ausdrückt, „die jüdische Nblehnung glücklicher war als die christliche Einladung". A l e % a u d e r v. H u m boldt hat an den jüdischen Gelehrten Dr. Löw, der die Absicht hatte, aus bem Judentum, auszutreten, geschrieben: „11m alles aber möchte ich von bau Schockte abraten, Ihre Religion, die mit den Forschungen" obstktiver Wissenschaft noch aut leichtesten, zu vereinbarende, mit der in Ihren'. Lande dominiere owe n Trinitas zuvertauschen. H a r r e n Sie a u s b e i Ih r e n B r ü d e r n , die eilten so nterkwürdigerr Märchengang'durch die Jahrhunderte vollbracht haben und jetzt an der Stelle ihrer Freiheit stehen." Sollte dieses Wort des großen- Gelehrten nicht gerade heut, wo zum zweitenmal und hoffentlich endgültig die Schranken des sta-atlichert und behördlichen Antisemitismus gefallen sind, erneute Beachtung bearstvruchen dürfen? C h. G g. Li chi e n be r g, der berüluuteste Satiriker des 18.Jahrhunderts, Zeitgenosse und Freund Lessings, ergötzte sich an der Vorstellung „der Idee einiger Missionare, einen ganzen Hof voll Prose!vteu mit der F e u c r spri tz e z u tu u fe n". Selbst bei'Neander, Gans und arlideren Konvertiten (Aug. Lewald) konnte Karl Gutzkow beim besten Willen keine idealen Motive für ihrer; ReiigionSwechst! entdecken: er war. wie er meint, zurückzusühven auf „C h a r a k Le r s chw ä ck e und träge Nachgiebigkeit gegen-die äußeren Umstände des Leberts". Me spottete Fe l'i x D a h n in seinem Roman „W e l t u n t e r a a tt g" über die, die sich ihres Alleinige Anzeigeu-Anaahme Kudolf Hoese, Auzeigen-Apiiaiuue für ßämti. Zeitungen »eutselilaada and des Auslands Berlin 8XV19, Jerusalemer Straße 46-49 / Breslau / Cvemnitz / Coln a. Rh. j Dresden / Düsseldorf / Erfurt / Frankfurt a. M. / Lalle (Saale) Lamburg / Lannover / Letpstg / Magdeburg / Mannh eim / München / Nürnberg ✓ Stuttgart / Prag / Wien / Budapest. / Warschau ✓ Basel / Zürich KLEIDERSTOFFE GROSSHANDLUNG E. 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