Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 2 (1923)
- Issue
- 15 (12.4.1923)
- Date
- 1923-04-12
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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118 (Sitte sehr merkwürdige Eintragung Waloersees in seinem Tagebuch trügt das Datum vom!). November 1880, g e u a u 2 8 I a h r e vor der Revvlutivir, sie beHMit mit den Worten: „Wir leben, ohne das; die Mehrzahl, der Menschen es merkt, inmitten einer Pvoaltigen RevoluttorL." WsLschee bemüht Wh,, die Ursache der TtLatsvWdroKmHeijt W estait? telm. Gr erörtert die RrrhiMsche « pWtestaüWche Frage: und im Gegensatz M sein«M srüh-vren Tteudpnuki mmmt er jetzt der Ju.deüsraM siLKnüV« eins eckvaK ASmLßiKt er e HMuvg et». Er sagt rvörtkiG (Seite 138) r „Ltu e herkle Frage wir dimmer dis Mdische bleibe'w. Der^Staat darf auch hier nicht als Verfolger auKretew und Msschreitungeu de» ÄMsterr gegen die Fuüeu wiM duldeu. Er darf aber die Juden nicht sopr.vte«perelr, wie er es iw feine» Organe» mittelbar tut. Den rmrtsamfte»- Kampf geget« das Jiteentmu würdees hedenterr, wenn dauzmß hmgervteN >oürde, daßdie Christen das goldene Kaib weniger amtetet*,, wieder einfacher in ihrer KÄwnWaMiuK und ihrew ReiWmgerr werden-. Man darf doch nicht vergesse») ö«ß auch viele Christen in der Habgier es den Jiteen gkeichtrur und erbarumngslos jeden aMplünderlr, der nr ihre Hände- DW-" Die Mauserung Watdersees geht chrch «M einer auderew Notiz. hervor. A» 20. Febrtmr 18W schreibt Walderfee von denk »elkgegründete» Brmd der Landivirtr, dsß man bei seiner BegründuM lehr maDolt -auMtreten sek. und ver-- standkgerweise die Juderchage hermrsgemsfen Hab«. Gekegeut^ lich der Ersatzwahl in der Prigaitz» als die. Konservativen, für die Freisinnigen stimmten, schreiK Waldersee: „Die Antisemiten zeigen was sie sind, schlimmereLeute als die Sozialdemokraten." Don Angriffen des Schwichers AUwardt mnUe fMstver-- stündlich auch Herr Waldersee Mm Opfer fallen. Unter dem 15. Oktober 1882 findet sich eine Mnteagung: ,Dlle Mgrisse des elenden Kerls Ahlwardk müssen belastendes Material KAM «rsere GewehrsabrikeL ans Licht gsdracht haben: denn, das Verfahren ist eiugesteW worden."- Damit ist Waldersee dem AntiAntikenkla-tfch ps Opfer gefallen; dem» krWchliH rvuröe AUwardt der ProM genmcht, der bekamMch mit eik«r GefanMissirase endete. Ein ^Ausfluß des antiseMitischen. Gesinmrng -des Grafe» Waldersee rst^dis TtellnttzWahMe gegen Bleichröder.. Der Bankier G erfoit v. Bke*ch-vLtz.er war nicht nur der Ver-. MsMusvertArlter des Mrfte» Bismarck, sondern zugleich sein vertranter Freund und sein Mitar-beiter auf außenpolitischem Gebiet. Mcht mnsonst sprach Meichröder von Wsnrsrck -stets als „von nuferem geWeinsamen Ghefch -wenn er sich mit Be-- «wtett über den Kanzler nnterhielt, und daß ein solch« Mann-, eitteat Vismarck-Feind wie Waldersee verdächtig Vorkommen mutz, ist nicht weiter verwunderlich Walderste verfolgte daher Meichrö-der argwöhnisch, ja es geht aus feinen Notizen deutlich hervor, daß er den qemerne» Klatsch der damalI in Hoskreisen Mer die geldlichen Beziehungenzwischen Bisnr-a-rck und Bleichröder verbreitet war. geglaubt hat. Erstspäter, durch die Ereignifse eines Besserenbeleh-rt, wurden, die diesbezüMichen Archeichnungen über Meichröder, die verMntkicheine» sehr gkhüWgen MZarakter gehabt, haben, revidiert nnd sind von. dem: -tzeMNsgeSer der. „T-enkwürdk-st?eit.en" nachträglich gestrichen; worden!- Vielleicht sollte öamitdem Andenken- Mrldersees ein Dienst erwiesen werden. Unter dem 25. .Januar notiert Waldersee, daß der Gegensaß zwischen dem Kaiser- und Bismarck wächst, it. er. weil dem Kaiser klar geworden ist, „daß der Kanzler mit der Börse doch erhebliche Beziehungen imterhM, namentlich mit Bleichrödev." Derchterauf folgende tzsatz ist leider gestschen.. BeMerkenswert ist, daß zunächst der. Kaiser ebenfalls sehr scharf gegen Meichröder eingenwmnen ist und in der MnS- Horst-Äffäre ein Zusammengehen der Jesuiten mit den reichen Juden wittert. DaL war. am 1». Mürz. Bereits arm 28, April 1898 notiert Waldersee, „daß sich die Regkerurrg mit GmeymiWNE deL Kaisers der Hilfe Bleichröders bedtentte Waldersee notiert unter dem 4. Oktober, der Kaiser: sei unberechenbar, bald schimpft er auf die Juden, bald laßt er sich mit Leuten jüdischen Ursprungs ein ... Was die „Tenkmlirdrgteiten" WaldersecI so lesenAvert. macht, ist dte Tatsache, daß man hier einen- Einbuck hinter die Kulissen der Feinde Bismarcks tun kann, wiees bisher noch -in keiner VerösfentlrchrMg möglich war und vor allem, daß jetzt von ernerrr MiWked der T-töcter-Partei schiV'arz aus weiß das bestätigt wurde,, was bisher Mrr. EmKw-echte na# fest. Wenn Bismarck sein' Ziel nicht erreichM konnte, so hängt das damit WMmnen, daß die HoftliGue ihm bei setzm«. Kampf in Sen Arm siel; aber Miteßlich hat auch hier Bismarck gesiegk und es erreicht, daß «töcker? nicht als Märtyrer in der Oeffentlichkeit dastand; sondernstürzte, mrd zwar über feind eigenen EhsrM«rigMfch.rs!rn. tzabtl EhrfMcht t A>u§; euM MfflchtzccidiFtz It «den MrlEr. KLMWN'.lMMe. Bmr 'D^.F. C o . . . 2tx MGgan-APnE sM die BLpr.errmK.JMaM auL waL pie schWEchMrerSimiche>.. in, ZmrMrseden ReMPLev ErMkU. mM drefev emew ZrmMöT Mitzhandclt hatte-.. QK KMZ Mose Wm tzMtzrr,- wemr er M tmm Israeliten hina-rMlM^ das aWKende UchmrMM KseheM wie. LßßMMi -von ÄmtMrr GswaLtmenscherk fast.' biä- M Mde ge.GMk wurÄL!^ Mehr >M emrsM MG rr im fltüm woM M- Faust schmr gevlE tzcken;, nur den nnglückLÄHem Oftst.rrk gegen, ihre. Peim-Mr üei^ustühe^ Mer nmnermieder' wchr^ er sich ^usamWen, biS-er fchLMch dm über sich tzerLo r.. Er er Magi den MgtzptLr,, der dn-Qh, dir -MWmd> Uttuj seiner oxmm,. geqnatten. Brüder die MajeMt der MmWn-- lvürde gesWNdet hatte. $&£ war Kr Mose der erM MMtz. MW BeMmmgOrerK:. e r Gatb-e Ehwf-ErGt wrr der MenßKenm-Gr d e. In Hckeur MenfWM lebt.-etlvas Heiliges, NnautaKdares«.vor dein wir Ehrfurcht PckMWMffen. Ich nenne es das Recht uvddmWürde der. Personlich-teit. Wir tünnen im. Leben, viel. ertraMW.. Waw ma-G angrerfM mld fchaNgen,.. man kamr uns; znrucksetzen riM ver? kkenkerl^ wir innsstkt es cht' Mer uns ergehen lnßen VÄ> ktmrmen schließlich doch darüber hinweg. Wer eine Grenge gibt. eK die von nienmnd nngeßrast überschrittlm werden -darf. Di.a Würde, itnser e u Perfünl i chüe i k Laf se it w v.r nich.4. ze r - brachen. Darin liegt die Eedentmtg Moses, darin oiicubart sieh dE KrsK seiner ErLstrtM. Weil er selbst pe heittM hatte, die -in demgedrirttteni Sklavennoch den Web des reinen MenschenturM Mdet, deshalb kormte er, und mm er, dir Israeliten, dm in ÜMjährrger Knechtschaft dnmtzß ui# stumpf geworden waren, ansihrer Lethargie wachrntbeM, indenr er ihnerr wiederg-ab, was sie verloren Hattenn d i. r E h r | it r ch t v o r i h r e in Ai e n \ ch c u t um. Erst nachdem er ihnsn dieses innere Gut gebracht hatte, tonnten sie die äußere Freihei-t erringen. Mch unser deu-tfches' Bült bedarf -in -der GkMMMti dieser ElMstrrchb vor allen^ wasnüb der Ä mb denB Mchim-; der Persünlichkei-k ^nsarnmeuhnngt, mnui wir über $t£ fchME : Mt hinwegbvmlMw IrMeitw Wan lünn nicht gersdEsagen,,; dast in dem Vchtew Jahren diese Ehrstrcht ir-mmer bet un-Z! lebendig geweserr: wärer Marches. HWUche nM- KuwißrdiM^ hadM - loir gesehen, vi-eles,. das -r-ms a'bMswtzew hat und daA^ wir LM/WöKM aits nusercnr. GedächttnZ streichen mochten.. Aber da§ em-e Miffen; wir doch sagen-: nachdmn .der Tseindm. das Rnhrgebüt einFedMugen ist nnd die Manschmr dort-zn vehmrdÄnsucht,, als ob sie strne S-Uaveni; warem. nachdM er ihre Würde in den Starür getretetk mibt itM; heiligsiL-n Gefühle zrr Tode verwundet hat,, ist es bei unK lMeder anders. geword-W,. ist in AEttionen; mtb- MNonen nmCM WÄM ' .gLNLffM die Ehrfurcht wieder erwacht,. daKgroß-e, heiLtze VMMKhMA für die iniverünfterlichen Weuschmrechte,. die nnsere MüAZe aus- ■ rnachen mb unseren Wert bestttmnem Nur! mrT der ftammerMn GmpömMG Liber dte brutale. BergemaltiAMg des Rechtes HmnLssenL' obstrsteudige Einheit enrhortvachstu, die über alte foziMW Grge.nKtze lMmeU die stilleM Kämpfer an dar Knhr zufaMMMMtchE hat, um den Ädet ihrer Meuschenwürde W. behmchten. Das lum ein: un- . gewollter Erfolg, den der Einbruch unserer. Kinde bemtrlt HM. Dir - Ehrfurcht vor d e in R echte d e r P e r s o ul i chLe it ist ü et : ums wieder lebendig g-ewordem Und ich dmch viZMcht - hiuzuKgeir: Dia Stunde toird kourmeu,^ irr der auch ösm etwas •: von der Ehrfurcht ausdümmern wird,, die wir ihnr durchs mrstr Der--- 'HMen aüriugeu, m, der auch der Kind ürM-eistn. nniW diLM M DinM - gibt-, mit denen man nicht sstelen. dar ft 3Le Unm der fme Weuch gegen seinen Willen zum Sklaven gernacht werden. Dia EHrstLrcht vor - der Würde der Persönlichkeit bäumt stch da-gegen auf.. Es gW allerdings noch imuter KveisL in unftrWdenen diese Ehrfurcht fehlt. Wir Juden nrilffeit es M Ansernr; bitteren SchurerM erfahrtw.. In einer Zeit der MwerWU KWk,hLi^ ■ alle Kräfte MsamMensaffen müßte,, um in geschloMner Eicheit dem Feinde Zu trotzen,, finden sch noch , immer Leerte, die Ne- GCstMWG der deutsche Juden schmähen- und die Reinheit ihres WoKtns verdächtiger^ als oll wir Juden an allem IlugME schuld wärem gar heiMlich gar unseren Feinden hielten, unr unstr BatertaM- W vertraten. Man könnte über Von Wahnsinn lachen, wenn eU Wem. nur; Wahnsinn wäre mtb keine Niedertracht, nur blödes GereDE. mrd keine . gewM-te Bosheit, ersonnen, mit die Seele unseres DoWR M der»; giften. Dagegen wehren wir uns. Wir fordern auch te denen, : die imS bekämpsen: Habt Ehrfurcht, vor rmferer MenschMMLrM^ Ghr--; furcht vor dem Heiligsten, imd Innerlichsten unserer Seele^ GhrsirrM i vor den Opfern, die auch wir gebracht haben, Ehrstrcht vor impeit :: Toten, die für ihr Vaterlanll gefallen sind!' Und m-mn ihr euch; daW; Nicht cmfWningenkönnft dann werdet werriMens nicht M Rer--; brechern an der Einheit unseres Bolkrchi habt weniWens GhrMW l vor der gDueinfamerr Dot,. die rms alle drückt, Ehrstrrcht vor unstres r VdW schwerem SchMM m# Zügelt um seinetwillen die' Busk^rtracht' eurer Redet Ehrsirrcht ist das religiöfe Gut, ohne MZ g& ge-- knecWetes Volk noch nie den Wegzur Freiheit MruchzestmZeM HM...