Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 2 (1923)
- Issue
- 14 (5.4.1923)
- Date
- 1923-04-05
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Noch einmal: die Vorgänge im plauener Staöttheater. In der „C. B.-Zeitung" vom 1. Marz 192Z ist über euren angeblichen nationalsozialistischen Theaterskandal in Plauen berichtet worden. Es handelte sich darum. Laß der Darsteller des „Waffenschmiedes" seinem Liede einen Vers anhängte, der. nach dem uns vorliegenden Bericht als chauvinistische Aeußerung eines an und für sich gesunden Nationalgefühls anfgesaßt worden ist. Da wir im Gegensatz zu den Geflogenheiten der judenfeindlichen Presse jederzeit und in jedem Falle Jrrtümer zugeben, die uns unterlaufen sind, so erklären wir aus freien Stücken, daß die in diesem Berichte ausgestellten Behauptungen nicht allenthalben den Tatsachen entsprochen haben. Im Gegensatz zu dem uns durch ein Korrespondenzbureau zugegangenen Bericht müssen wir nach Ermittelungen an Ort und Stelle feststellen, daß gar keine Rede davon sein kann, daß Hitler- Bande u ans den Plan getreten seien, die das Theater besetzt und zu einer Kundgebung gerüstet Hütten. Der Vers, um den es sich handelte, und der angeblich den Unwillen einzelner Theaterbesucher erregt haben sollte, lautet folgendermaßen: „Die Raubgier von Frankreich hat oft uns bedroht, Will machen die Deutschen zum Knecht, Doch schuf uns der gallische Haß manche Not, Zuletzt sott bestehen das Recht! Ein Heldenschwert schmieden wir alle vereint. Zu jagen aus deutschen Gefilden den Feind, Und Deutschlands Macht sei erneut!'' Mir sind, zu einer Zeit, wo der Franzose im Ruhrgebiet Untat auf Untat häuft, der Meinung, daß die nationale Erregung, die aus den Verszeilen klingt, verständlich und berechtigt ist. Der „D e u tsche n Zeit u n g" hat es gefallen, in großer Aufmachung die angebliche „jüdische Verdrehung" der „C. V.-Zeitung" in der ihr eigenen vornehmen Weise zu begeifern. Wie wir es von ihr gewohnt sind, wird sie selbstverständlich diese Richtigstellung totschweigen. Daß sie trotz dieser Erklärung, die hier ans freien Stücken abgegeben ist, nach wie vor die vaterländische Anhänglichkeit der im Central-Verein ° Zusanimengeschlossenen deutschen Juden verdächtigen und mit Schmutz bewerfen wird, daran zweifeln wir nicht. Im übrigen ist uns das auch sehr gleichgültig. Wir werden unbeirrt unseren Weg weitergehen. Pogromgerüchte in Berlin. An den beiden ersten Pessach- Feiertagen waren in Berlin Gerüchte über drohende Ausschreitungen gegen die Besucher der Synagogen verbreiitet, deren Quelle bisher, nicht festzustellen war. . Kurz von den Feiertagen erhielt auch eine Reihe jüdischer PevsönUchLeiken Ginschro'.bLbriefo, in denen sie ausgesordert wurden, sich an möglichst entlegene Orte zu begeben, da sie sonstp erwarten hätten, „aus dem Auto" heraus erledigt p werden. Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß verbrecherische Elemente in nicht überraschender Erkenntnis der Lage, wie sie von den Judenhetzern geschaffen wurde, , diese Persönlichkeiten ans Berlin fortlocken wollten, um den teeren Wohnungen inzwischen Besuche abzustatten. Gleichberechtigung der rumänischen Juden. Durck ein verfcrssüngänderndes Gesetz ist allen Inden, die 1918 in Rumänien ihren feste» Wohnsitz hatten, das Staatsbürgerrecht verliehen worden. DieÄudenhetzpresse, die stets „Weltindenschafts"-Eins!üsse wittert, wenn irgendwo. wieder ein Stück Mittelalter beseitigt wird, fühlt sich tiel beunruhigt. So schreibt der „Völkische Beobachter" vom 30. Mürz: „Damit ist ein neuer Akt der Berjudung des Balkans abgeschlossen und ein neuer kann begonnen werden. Aber auch wir sind mit dieser Entwicklung der Dinge Zufrieden. Sie zeigen auch für den Blödesten die weltpolitischen Mächte ' am Werk und werden hoffentlich auch die nationatrumänischen Gefühle' Zu ‘ neuer Wallung bringen, die sicher einmal Zum Durchbruch kommt, wenn die Zeit erfüllt ist. Und sie wird sich erfüllen." Dir 'Hittler. und Ge-, nosseu harren also freudvoll künftiger Pogrome ... Nothilfe für akademische Kriegsbeschädigte. Für die Berechtigung unserer Warnung, planlos und regellos Sammlungen ZU unterstützen, können wir heute einen weiteren Beleg bringen. In Breslau find in den letzten Tagen Sammlungen veranstaltet worden, deren Ergebnis angeblich, der N o t h i l f e f ü r akademische Kriegsbeschädigte zusließen soll. Verschiedene Persönlichkeiten legten jüdischen Geschäftsinhabern Sammellisten und Drucksachen vor, aus denen hervorgcht, daß zu den Protektoren der Sammlung u. a. Ludendorff und der als radikal-antisemitisch bekannte bäuerische Oberst v. Ly Lander gehören. In einem Falle wurde als Referenz ein Breslauer Volksschullehrer Scharte angegeben, der sich in der Provinz Schlesien durch seine antisemitisch-völkischen Hetzreden bekanntgernacht hat. Auf sein Postscheckkonto sollte das Geld eingezahlt werden. Also Vorsicht und nochmals Vorsicht gegenüber derartigen Sammlern! Kleine Chronik. Die Mutter unseres Thüringer Syndikus, K § nr n i tz e v, die seit Bestehen des Eentral-Vereins unseren Bestrebungen das größte Interesse entgegengebr-acht hat, ist hochbctagt im Alter von fast 76 Jahren gestorben und am 26. März in Osterode b e si n 11 e t worden. — Herr R. L i f f g e n s in S Ü ch» t e l n, der seit der Kriegszelt die Kohlenstelle ehrenamtlich leitet und der ob seines vorbildlichen Bürgersinns schon einmal von der Bürgerschaft öffentlich geehrt worden ist, hat kürzlich burd) den B ü r g e r m e i st e r i m Namen der Stadt als Zeichen der Anerkennung für seine selbstlose Tätigkeit eine mit Widmung ver-- sehen« goldene Ahr erhalten. — Am 18. Mär^ fand in der Synagoge zu K i s s i n g e n die Einweihung einer Ehrentafel für die gefallenen Soldaten der israelitischen Gemeinde statt. Die Weiherede hielt Distrikts» rabbiner Dr. B a m b e r g e r. — Der jüdische Iugendbund Bibra bei Meiningen sammelte anläßlich einer Purimfeier 16 Ml) M., die er dem CB. übersandte. — Ein „Verein der B e n t s ch e n e r" hat sich kürzlich in Berlin gebildet. Alleinige An zeigen-Annahme Rudolf Blosse, Anzeigen -A nnalime für sämti. Zeitungen Deutschlands und des Auslands Berlin LW19, Jerusalemer Straße 46-49 ✓ Breslau / Chemnitz ✓ Coln a. Rh. ✓ Dresden / Düsseldorf / Erfurt ✓ Frankfurt a. M. / Lalle (Saale) Lamburg / Lannvver / Lerpng ✓ Magdeburg / Mannheim ✓ München / Nüenberg / Stuttgart / Drar / Wien ✓ Budipeft ✓ Warschau / Basel / Zürich « « » « m m NGl GENUA o Der Luxus-Turbinendampfer G1ULI0 CESARE 22000 Tonnen, 4 Schrauben Geschwindigkeit 20 Seemeilen pro Stunde, der «Navigazione Generale Is.aliana> fährt ab Genua am: 2 IM SS nach Barcelona, Rio de Janeiro, V HfHal Montevideo und Buenos Aires. Genua — Buenos Aires.. . in 131/3Xagen 20. Juni 31.Juli 7.Sept. nach NewYork (über Neapel) Bluttmers JMtjTi riÜGUPlAN/NOSm ALLEINVERTRIEB I für Groß'Berlin \Mxnqm amü UL Musiktack Aus- Grosseri fKurfürötendamm Preis J Oiöensrej Auszeichnung)! Ducanofa- Kunstp eP Pianos und Flüge/ Stpl 13717 Ki H m\ 88 m m m ■ m NS Aus allen Bi anchen stiben stellenlose Kameraden zur Verfügung und bitten daher die Herren A. bei geber, reichlich von der Stellenvermittlung Gebrauch machen zu wollen. Keschästsleitung: Kamerad Curl Kfinski. Berlin >-0r8,Gr.Frankfu 1erStr.75. 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