Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 2 (1923)
- Issue
- 14 (5.4.1923)
- Date
- 1923-04-05
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Mähe in allen revolutionären Organisationen tätig als Führer und Vollstrecker. An allen Königsmorden von Paul I., dem Mann Katharimas der Großen, bis Zu Alexander II. waren Deutsche als Anstifter und Vollstrecker beteiligt. "Die Methoden, mit welchen Nikolaus I. in seiner Güte die Inden zur russischen „Bildung" und zum russischen Militärdienst heranzog, nämlich die zwangsweise polizeiliche Aenderung der jüdischen Tracht und die schauerlichen Ausmusterungen von Knaben im Alter von acht bis zwölf Jahren Zum 25jährigen Militärdienst, habe ich nach zeitgerVssischen, nichtjüdischen Quellen ausführlich geschildert... Was die Bolschewistenherrschafi irr RuHkmd und den Anteil der Juden an ihr betrifft, so habe ich auf Grund der amtlichen Quellen unter Nennung der Namen feststellen können, daß in den hohen und höchsten Aemtern die Gesamtzahl der Juden, alles in allem höchstensetliche zwanzig beträgt (unter mehreren Tausenden!), daß in den Regierungen jener Länder, die mit dem Bolschewismus auf ständigem Kriegsfuß stehen, England und Frankreich, ungleich mehr Juden sitzen, als in allen Sowjetämtern Zusammen. Ja, unter den Führern jener Parteien, die in Rußland Mitglieder und Freunde! Denkt an Euren Vierteljahrsbeitrag! Uli— ■ III111 If'MHIBMMBSMMOBBBBääBMWBM MTI1 TT*!* den Bolschewismus am heftigsten bekämpfen und von den Bolschewisten unbarmherzig ausgerottet werden, befinden sich viel mehr Juden als unter den ersteren. Merkwürdig bleibt auch hier, daß von den Deutschen, die an der Revolution einen hervorragenden Anteil nehmen, in den hohen Regierungsstellen sitzen und sonst in auffallendem Matze aus der gegenwärtigen Lage Rußlands sehr greifbaren, reichen Nutzen ziehen, so ganz und gar nicht die Rede ist! Und doch ist ihre Zahl verhältnismäßig v i e r tu a l so groß wie die der Juden in den Sowjetämtern . . .! Da die Broschüre «infolge der unerschwinglichen Druckkosten vor der Hand nicht erscheinen kann, so nwchte ich hier einiges mitteilen, was den angeblichen „Sadismus" der Juden anbetrifft. So oft von „jüdischen Weibern und Mädchen" die Rede ist, welche die Bluturteile der „Tscheka" unterschreibeu oder persönlich vollstrecken und sich durch Kokaineinspritzungen zuvor einen künstlichen Rausch verschaffen, wird eine S t a f s o w a und eine I a k o w l e w a angeführt, „junge Jüdinnen, die sich durch eine geradezu bestialische Grausamkeit auszeichnen". Nun, W a x w a r a" W a f s i l!i e w n a I' a k o \d 1 e w a entstammt einer angesehenen russischen Adelssamliic, der auch Alexander Herzen (eigentlich Jakowlew) angehörte. ist die Tochter eines in Rußland sehr bekannt gewesenen Revolutionärs, Wafffilij Jakowlew, der 1918 in Äbivien erschossen wurde. Die Ltassowa ist die Tochter eines sehr bekannten Professors der Kunstgeschichte au der Petersburger Universität, der mit dem Judentum^ nur soviel Berührung hat, als er einmal eine Schrift über jüdischen. Bücherschmuck aus der Petersburger Bibliothek Hera asgegeben hat; der Onkel der Stafsowa war Vorsitzender vor Petersburger Anwaltschaft. Diese beiden Damen entstammen also der besten, echt rnssischen Petersburger Gesellschaft. Dagegen finden wir in der ganzen antibolschewistischen Literatur, insofern sie antisemitisch ist, nicht die leiseste Erwähnung von Frau Ir men traut P e t r o w , einer geborenen B r e Z l a u e r i n, die in der „Tscheka" von Moskau ein Hauptamt bekleidet. In Breslau werden bekanntlich keine Russinnen geboren, es ist also eine, an einen Russen verheiratete Deutsche. Der poetische Name Jrmentraut hindert die Dame nicht bei der „Tscheka" zu fungieren, wo sie schwer dich Gedichte deklamiert oder Kaffee kocht. Alfons P a q u e t schildert „die blutdürstige L e t t i n K r a u s e, die in derselben Institution ein entscheidendes Amt versieht." Muß gerade diese blutdürstige Lettin Krause heißen, ein Name, der z. B. im Berliner Adreßbuch nicht weniger als viertausendmal vorkommt, darunter vielfach mit beut Adelsprädikat „von"! Ebenso ist. es merkwürdig, daß jener grausame Lette, der die „Tscheka" mitbegründet hat und der Schrecken aller Antibolschewisten ist, den man den russischen Marat nennt, gerade Peters heißt: Würde er^B raun st e i n heißen, er wäre gewiß ein Beweis für den jüdischen Ladismus. Das eigentliche Oberhaupt dieser ganzen Institution ist der Pole Dzierzynski, Sprößling eines alten Adelsgeschlechtes, das in Litauen begütert _ war. Sein Adlatus ist ein anderer Pole, namens M e z y n s k i, Sohn eines Generals, der Kommandant des Kaiserlichen Pagenkorps war! Von Polen wimmelt es überhaupt in allen Aemtern der „Tscheka". Dzierzhnski verkehrt mit seinen Untergebenen überwiegend Polnisch. Warum spricht man nicht von Sadismus der Polen? . . . Ja, nicht einmal vom Sadismus der Letten ist die Rede, obwohl ein sehr großer Teil der von der „Tscheka" beschäftigten' Henker diesem Volke angehört, wie uns ein vor kurzem in Berlin von den Antibolschewisten herausgegebenes russisches Buch über die „Tscheka" belehrt. Allerdings führen sehr viele von ihnen ausgesprochen deutsche Namen: Weiß, Albert, Wühl, Adamsohn, Kwiring, Reußner. Schmerling, Pörg, Hilgenberg usw. Eine der merkwürdigsten Gestalteil ist wohl der Öberhenker, Genosse P i l ar , der in Wirklichkeit Baron Pilar v. P i l i s ch a u heißt. Es kommen allerdings viele echtjüdische Namen i>n diesem Buche vor. Aber neun Zehntel von diesen Namen gehören den Opfern der „Tscheka", sie wurden wegen ihrer Gegnerschaft zum Bolschewismus gemartert, gepeinigt und ermordet. Natürlich sind von diesem gräßlichen Mordwahn, der jetzt über Rußland weht..-auch vereinzelt Juden und sogar Jüdinnen Lnaesteckt worden. Datz aber die Führer des Bolschewismus und ihre Exekutivorgane zu ISO Prozent oder zu 80 Prozent oder überhaupt zu einem erdrückenden Prozentsätze Juden seien, ist eine der „Nachkriegsersindungen", in denenes deutschvölkische Kreiso zu unnachahinlicher Meistcrschast gebracht haben. wie die Ruhefront unterwühlt wird. Girr Musterbeispiel' völkischer Hetze. Die gewohnheitsmäßigen Verleumder in der völkischen Bewegung scheinen neuerdings übereingekommen zu sein, Hetznotizen zuerst m einem Blatt erscheinen zu Lassen, und diese dann systematisch in allen Teilen Deutschlands agitatorisch zu verwerten. Es hat in der Zeitung gestanden, also muß es wahr sein. Ein Musterbeispiel dafür, wie dieses schmutzige Handwerk betrieben wird, fei unseren Lesern nicht vorenthalten. In großen Letternbrachte die „G o l l n o w e r Z e i t u n g" vom 2. Februar folgende aufsehenerregende Meldung: FrarrZöstsch-jüdisches Werbebureau. In Düsseldorf, Fürstenwall 143, hat sich ein Werbebureau für die „Rheinische Republik" ausgetan. Sämtliche 16 Angestellte sind polnische bzw. galizische Juden! Auf Veranlassung unseres Stettiner Syndikats stellte die Leitung unseres Landesverbandes Rheinland-Westfalen an Ort und Stelle Ermittlungen an, die die völlige Haltlosigkeit der a u f g e ft eilte n B e hauptungen ergäbe n. Es befindet sich im Hause Fürstenwall 149 (nicht 143) ein Bureau, das Werbezwecken sür -die „Rheinische Republik" dienen soll. Es wird gekeitet von einem gewissen Peter Haber n e k aus Vallendar am Rhein. Habernek ist Dissident, seine Eltern sind evangelisch, sein Zimmer-. Vermieter, ein gewisser K linke, Katholik. Weiter sind mittätig an dieser unsauberen Angelegenheit zwei Kellner christlichen Glaubens. Wie von der politischen Polizei a u s d r ü ck * l i ch bestätigt wird, ist keiner der für das Werbebureau Tätigen j ü d i s ch e m Glaubens. Die ehrenwerte „Deutsche Zeitung", die in Nr. 99 vom 28. Februar 1923 diese Luncherei in die Welt gesetzt hat, wird uns sicherlich nicht vor den Kadi rufen, wenn wir ihr diese schamlose 'Gemeinheit vor Augen halten. Derlei skrupellose Hetze ist ihr Geschäft. Die Franzosen lachen sich natürlich ins Fäustchen, wie hier und anderswo die Deutschvölkischen ihre Geschäfte besorgen: die dentsch's Einbeitsfront zerstören,.indem sie rückstchMvs gegen die Juden hetzen. Die Herren Deuts,ch-völkischeu sind die letzten, die uns die -Freude am Vaterlande nehmen und in der Ehrenpflicht, gegen den Franzosen zu stehen, wankend machen könnten. Kampf gegen Judentum unö Christentum! Die „Dem t's che n- Part ei". Vor uns liegt ein Flugblatt,, das zu einer Versammlung nach Stettin einlädt, wo am Sonntag, den 18. März, im Hotel „Preußenhof" die Vorbereitungen zur Gründung der „Deutschen- Partei" getroffen werden sollten. (Ob die Versammlung stattgesunden hat, wissen wir nickst. Schriftkig.) Das Flugblatt gibt sogleich die Richtlinien der neuen Partei, die ein „tiefempfundenes Bedürfnis" des bekannten Dr. Pudor (Leipzig) befriedigen sollen. Hauptaufgabe der „Deutschen-Partei" müsse die Unschädlichmachung'des jüdischen Fremdgiffs sein. Für die Juden nur das eine - Pereant . ...... . Untergang ihnen! Und dann heißt es wörtlich: „Die 5,Deutschen-Partei macht auch kein Hehl daraus — Wahrheit ihr oberster Grundsatz —, datz sie das Christentum, sowohl die christliche Kirche wie die christliche Religion bekämpft, weil das Christentum aufs engste mit dem Judentum verkettet ist, aus ihm hervorgegangen ist und immer wieder auf dieses zrrrückführt, weil Christus unter Juden gelebt und gewirkt hat, sein größter Schüler Paulus Jude war, Vas Reue Testament voll von jüdischen Familiengeschichten ist, zum grasten Teil von Juden geschrieben ist und mit dem Germanentnm und Deutschtum nichts zu tun hat. Das Christentum, wie man auch sonst zu ihm stehen mag, ist international, es ist demokratisch, es ist worgeuländischorientaLisch — als Judentum für die Richtjuden. Wir aber rufen die Germanen zur Stelle!" Nicht ohne Interesse für unsere .Leser dürfte auch seirr, daß die „Deutschen-Partei" sich ihre eigene Parteibank gründen wird, die zugleich dem deutschen Volke endlich die erste deutsche, wirklich völkische und judenreine Bank geben w i r d. Wir können verraten, daß der Direktor, dieser Bank Herr Dr. Heinrich Pudor werden wird.