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Central-Verein-Zeitung · 1923-03-22 · 12 (22.3.1923) · page 5

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
2 (1923)
Issue
12 (22.3.1923)
Date
1923-03-22
Page
– (sequence 5)
Language
German
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rmc ««41« Dementi -es Herrn Kommerzienrat Lang. Dev völkische Turuerbund sucht, wie das nachstehende Dementi beweist, mit unlauter e n Mitteln für sein Ziel zu werben: kein Turner jüdischen G l a u » v e n s darf zum deutschen Turnfest nach M ü n ch e n. Unter „Vorstoß gegen die Neutralität der deutschen Turnerschuft" ist Seite 84 Ihrer Nummer 11 eine Mitteilung gebracht, in welcher die Namen Kommerzienrat Paul Lang in München und Professor Dr. Berger (nicht Beyer) in Aschersleben als Adressen sür ZusLimmungserklürnrigen, daß das deutsche Turnsest 1923 judenrein sein solle, genannt sind. Ich bin ermächtigt, .zu erklären, daß Kommerzienrat Lang diesem Rundschreiben vollständig sernstand, die Benutzung seines Namens einen Mißbrauch darstellt, welchen er sich energisch verbat. Trotz dieses Verbots hat der Deutsche Turnerbund in einem zweiten Zirkulare wiederum die Namen gebracht. Daß Professor Berger die gleiche JsMmny einnimmt, geht aus Nr. 11, Seite 87 der Deutschen Turuerzeitung hervor. Die der Deutschen Turnerschaft ungehörigen Vereine schließen im Gegensatz zu dem (dieser nicht ungehörigen) Deutschen Turnerbund 1919, der seinen Sitz in Oesterreich hat, jede politische und religiöse Bestrebung aus.; Leo Oppenheime x, Rechtsanwalt. Georg Beer, Professor Dr. Die Bedeutung des Ariertnms sttv die israelitisch-jüdische Kultur. 36 Seiten. Heidelberg 1922. Diese bei der Jahresfeier der Universität Heidelberg von dem Verfasser als Vertreter der alttestamerMchen Wissenschaft gehaltene Rede ist ein Muster dafür, wie ein solcher Vortrag,nicht beschaffen sein sollte und nicht geeignet, die Achtung vor dieser Wistenschast zu erhöhen. Denn anstatt einem nichtfachmännischen aber gebildeten und wißbegierigen Publikum die ihm bisher unbekannt gebliebenen sicheren Ergebnisse feiner Missenschaft mitznteilen oder einen Einblick in ihre Gedankenwelt und Forschungs- Weisen zu geben, arbeitet der Verfasser mit großenteils unsicheren. wenn nicht gar falschen Voraussetzungen, nimmt fragwürdige Hypothesen für bare Münze und läßt aus oberflächlichen Vergleichungen, halbwahren Vermutungen und flüchtigen Einfällen Schlüsse ziehen, deren irreführende Wirkung bei unkritischen Hörern und Lesern durch dio zahlreichen Verwahrungen mit „vielleicht", „möglicherweise", „es mag", es wird wohl" und dergleichen nicht aufgehoben wird. Schon das Thema ist schief und mehr sensationell als klar und präzis. Es scheint dem Verfasser nicht bekannt 5U sein, daß es, wie heute mit Ausnahme von antisemitischen Nasseschwindlern und deutschvölkischen Primanern allgemein anerkannt wird, ein Ariertum, sei es als Rasse und Volkstum, sei es als Kulturgemeinschast, nie gegeben hat. Niemand hat dies treffender ausgesprochen als der große „arische" Sprachforscher Max Müller: „Für mich ist ein Ethnologe, der von „arischer Rasse", „arischem Blut", „arischen Augen und Haaren" spricht, ein so großer Sünder wie ein Sprachforscher, der von einem langschädligen Wörterbuch oder einer kurzschädligen Grammatik, redet. Es ist ärger als die babylonische Verwirrung — ja geradezu ein Betrug." Herr Veer aber redet bei einer Ilniversitätsfeier munter weiter von Ariertum, arischer Rasse, arischem Typus. arischer Kultur! Es hat ferner niemals eine eigene israelitisch-jüdische materielle Kultur gegeben, und die Juden haben niemals behauptet. eine solche zu besitzen. Das aber, worin sie wahrhaft original sind, ihre Religion, hat in wesentlichen Zügen als entlehnt trotz aller Anstrengungen noch nicht nachgewiesen werden können-. In drei Kapiteln behandelt der Verfasser den Einfluß der „arischen" Völler in biblischer Zeit, des Parsismus in der nachexilischen und des Griechen- und Römertums in der hellenistischen. Für die dritte Periode ist die Beeinflussung ebenso selbstverständlich wie überreich bezeugt. Seit denr babylonischen Exil war Palästina kein jüdisches Land und ist es niemals wieder geworden. Die bestimmende Kultnrmacht war damals das griechisch-römische Wesen, in Kunst, Wissenschaft und Technik, Handel und Verkehr, Gewerbe und Lebenssitte. Aber seine innerste, d. h. religiöse Eigenart hat das Judentum inmitten dieser Welt nicht nur behauptet, sondern in bewußtem Gegensatz nur noch schärfer herausgearbeitet. Weder Philo und Iosephns, noch ^Apokryphen rmd Pstndepigraphen beweisen daS Gegenteil. Jüdisch ist nicht, was irgendwo und irgendwann irgendein Jude gesagt rrnd geschrieben hat, sondern was von der Gesamtheit des Judentums angenommen mib von seinen maßgebenden Lehrern gebilligt worden ist. Wie unklare Vorstellungen der Verfasser von den jeweiligen Zeitverhältnissen hak und wie man irren kann, wenn man die Quellen nicht selbst kennt oder; selbständig beurteilen kann, dafür sei eine auch für feine ganze Disposition bezeichnende Einzelheit angeführt' Seite 21 sagt er: „Ans den ins Hebräische -übergegangenen griechischen Krankheitsnamen, wie Diarrhoe, Podagra, Bnlimos u. a., läßt sich entnehmen, daß der jüdische Mediziner sich gern der fremden Fachnämelr zur Erhöhung seines Nimbus bei den Laien bediente." Hebräisch als Sprache des' Lebens gab es damals schon seit Jahrhunderten nicht mehr, und der Gebrauch dieser allgemeinen üblichen Bezeichnungen war so wenig ein Prunken mit Fremdwörtern als es einem heutigen jüdischen Arzt selbst in einem Ghetto einfallen wird, Rheumatismus, Katarrh oder Tuberkulose ins Hebräische zu übersetze in „Wo hl nicht erst von seinen griech ischen Fach-. genossen brauchte der jüdische Arzt zu lernen, sich für seine Dienste ausgiebig bezahlen zu lassen, und zwar um so tüchtiger er. war, um so besser, so daß ein Sprichwort aufkam: .Der Arzt, der für nichts heilt, ist nichts wert."" Das soll wohl-ein. Witz sein, aber er ist gänzlich verunglückt. Ms Gewährsmann nennt er Krauß, talmndische Archäologie, dieser verweist auf Baba kaum 85a. Dort aber steht folgendes: „Wer durch jemanden , eine Körperverletzung erlitten hat, hat nach dem Recht der Thora auch Anspruch, aus die Heilnngskosten. Wenn der andere nun sagt: ,Jch selbst>■ Regelmässige Verbindung von Bremen über Southampton, Cherbourg nach New York durch die prachtvollen amerikanischen Regierungsdampfer NÄCHSTE ABFAHRTEN: George Washington.28. März 2. Mai President Roosevelt.. 4;April 9. Mai President Arthur ... 11. April 16. Mai President Filimore.18. April 21. Mai President Haiding. 25. April 26. Mai Abfahrt von Southampton und Cherbourg 1 Tag später Verfangen Sie Prospekte und Segeffisten Nr 29 3 lÄodesbera a Nh. Kuriürffenbad,Godesberg* für. Nervöse und imrer- Uch Leidende. Smntätsrat Dr. Stählt), Direktor Burin. Max ^oieph. Berlin N37, Metzer Straße 33,1. Tebplwn Humboldt 4003. JUUUUUUUUlMUUUtUUUU'Ji IWiWflQlüp UNITED STATES LINES BERLIN W8, Unt.d. Linden 1, BERLIN NW40, Invalidenstr.93 und alle bedeutenden Reisebureaus General-Vertretung: Norddeutscher Lloyd, Bremen S 56a Konfektionshaus -es Westens Potsdamer Straße 132, nur 1. Etage. infolge Markb.sscrung mit 20% Ermäßigung. □□ vom 29. März ist! I montag! 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